Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Claudia Buch/EZB
vor 8 Monaten
Wie SSM-Chefin Claudia Buch auf Europas Bankenbranche blickt
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 8 Monaten
Seit gut anderthalb Jahren steht Claudia Buch jetzt an der Spitze
der EZB-Bankenaufsicht. Von der Omnipräsenz ihres Vorgängers Andrea
Enria ist sie allerdings weit entfernt. Gefühlt verging ja kaum
eine Woche, in der Enria nicht über die Ticker von "Bloomberg" oder
"Reuters" lief. Der Italiener warnte die Banken vor diesem und vor
jenem, fürchtete dies und fürchtete das, hatte hier eine Idee und
da eine Anregung. Claudia Buch dagegen? Hält sich sehr viel mehr
zurück. Jedenfalls öffentlich. Und jedenfalls bislang. Im Jahr 2014
kam die Wirtschaftsprofessorin vom IWH (also vom Institut für
Wirtschaftsforschung Halle, deren Präsidentin sie war) zur
Bundesbank. Dort zeichnete sie als Vizepräsidentin lange Zeit für
die Bereiche Finanzstabilität bzw. Statistik verantwortlich – die
Bankenaufsicht übernahm sie erst im April 2023, ein dreiviertel
Jahr vor ihrem Aufstieg zur Chefin des "Single Supervisory
Mechanism" der EZB. Ein möglicher Grund für Buchs öffentliche
Zurückhaltung: Während bei Enria anfangs der Verdacht mitschwang,
er könnte mit Blick auf die üppigen NPL-Bestände italienischer
Banken zu aufsichtlicher Nachsicht neigen, muss auch seine
Nachfolgerin den Eindruck vermeiden, die Interessen der Banken
ihres Heimatlands zu sehr im Blick zu haben – etwa, wenn es um die
europäische Einlagensicherung geht. Es fällt jedenfalls auf, dass
Buch, wenn sie bislang öffentlich in Erscheinung tritt, dies eher
in ausländischen Medien wie der "Financial Times" oder bei "Le
Monde" tut. Umso stolzer sind wir, dass wir Claudia Buch als Gast
für unseren kleinen Podcast haben gewinnen können. Wobei es an
spannenden Themen ja nicht mangelt, von der Konsolidierung des
europäischen Bankensektors (oder vom Versuch der Konsolidierung)
bis hin zur "Aufsicht light"-Debatte. === Hier die Links zu den im
Podcast erwähnten EZB/FSB-Papern: Zur Profitabilitätslücke zwischen
US-Banken und europäischen Instituten:
https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/scpops/ecb.op327~0d50b9136f.en.pdf
Zu den Effekten der "Too big to fail"-Effekten (FSB-Studie)
https://www.fsb.org/2021/03/evaluation-of-the-effects-of-too-big-to-fail-reforms-final-report/
Zu den aufsichtlichen Vorstellungen der EZB zu M&A im
Bankwesen:
https://www.bankingsupervision.europa.eu/press/pr/date/2021/html/ssm.pr210112~920b511a1c.en.html
== Fragen und Feedback zum Podcast: redaktion@finanz-szene.de oder
(auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian
Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg
Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street /
Shane Ivers - www.silvermansound.com
der EZB-Bankenaufsicht. Von der Omnipräsenz ihres Vorgängers Andrea
Enria ist sie allerdings weit entfernt. Gefühlt verging ja kaum
eine Woche, in der Enria nicht über die Ticker von "Bloomberg" oder
"Reuters" lief. Der Italiener warnte die Banken vor diesem und vor
jenem, fürchtete dies und fürchtete das, hatte hier eine Idee und
da eine Anregung. Claudia Buch dagegen? Hält sich sehr viel mehr
zurück. Jedenfalls öffentlich. Und jedenfalls bislang. Im Jahr 2014
kam die Wirtschaftsprofessorin vom IWH (also vom Institut für
Wirtschaftsforschung Halle, deren Präsidentin sie war) zur
Bundesbank. Dort zeichnete sie als Vizepräsidentin lange Zeit für
die Bereiche Finanzstabilität bzw. Statistik verantwortlich – die
Bankenaufsicht übernahm sie erst im April 2023, ein dreiviertel
Jahr vor ihrem Aufstieg zur Chefin des "Single Supervisory
Mechanism" der EZB. Ein möglicher Grund für Buchs öffentliche
Zurückhaltung: Während bei Enria anfangs der Verdacht mitschwang,
er könnte mit Blick auf die üppigen NPL-Bestände italienischer
Banken zu aufsichtlicher Nachsicht neigen, muss auch seine
Nachfolgerin den Eindruck vermeiden, die Interessen der Banken
ihres Heimatlands zu sehr im Blick zu haben – etwa, wenn es um die
europäische Einlagensicherung geht. Es fällt jedenfalls auf, dass
Buch, wenn sie bislang öffentlich in Erscheinung tritt, dies eher
in ausländischen Medien wie der "Financial Times" oder bei "Le
Monde" tut. Umso stolzer sind wir, dass wir Claudia Buch als Gast
für unseren kleinen Podcast haben gewinnen können. Wobei es an
spannenden Themen ja nicht mangelt, von der Konsolidierung des
europäischen Bankensektors (oder vom Versuch der Konsolidierung)
bis hin zur "Aufsicht light"-Debatte. === Hier die Links zu den im
Podcast erwähnten EZB/FSB-Papern: Zur Profitabilitätslücke zwischen
US-Banken und europäischen Instituten:
https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/scpops/ecb.op327~0d50b9136f.en.pdf
Zu den Effekten der "Too big to fail"-Effekten (FSB-Studie)
https://www.fsb.org/2021/03/evaluation-of-the-effects-of-too-big-to-fail-reforms-final-report/
Zu den aufsichtlichen Vorstellungen der EZB zu M&A im
Bankwesen:
https://www.bankingsupervision.europa.eu/press/pr/date/2021/html/ssm.pr210112~920b511a1c.en.html
== Fragen und Feedback zum Podcast: redaktion@finanz-szene.de oder
(auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian
Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg
Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street /
Shane Ivers - www.silvermansound.com
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