Fossilien-Weltreise – Deutschland
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vor 8 Monaten
Hallo zusammen, hier ist Mumus Wunderwelt!
Die Reise durch die Welt der Fossilien beginnt gleich, wir
werden um die Welt reisen, um die wichtigsten
Fossilienformationen zu erkunden und die bedeutendsten sowie
besonderen Fossilien kennenzulernen.
Heute stellen wir euch eine Region vor, die Teil des
Heiligen Römischen Reiches war – ein Bundesstaat. Weiß jemand,
welches Land das ist?
Nicht so einfach, oder? Hier ist ein kleiner Hinweis: Es
ist das Land, in dem die Mutterkonzerne von BMW und Benz zu Hause
sind.
Na, wisst ihr jetzt, welches Land das ist?
Genau – Deutschland!
Heute lernen wir ganz viele verschiedene prähistorische
Lebewesen kennen: Insekten, Säugetiere, Flugsaurier, Dinosaurier
und sogar ein Lebewesen, das beweist, dass Dinosaurier die
Vorfahren der Vögel sind.
Seid ihr bereit? Dann los geht’s! Let’s Go!
Gib mir fünf Minuten, und ich nehme dich mit in eine
Dinosaurierwelt.
Zuerst reisen wir ins mittelalterliche Deutschland. Damals
war diese Region eine Ansammlung vieler kleiner Staaten, die alle
Teil eines monarchischen Reiches waren, das als Heiliges
Römisches Reich bekannt ist. Heute gibt es in Deutschland noch
viele mittelalterliche Bauwerke, die perfekt erhalten sind, wie
zum Beispiel die Burg Hohenzollern auf einem Berg oder die Stadt
Rothenburg ob der Tauber, die das komplette mittelalterliche
Flair bewahrt hat. Sie sind wahre Schätze dieser Zeit.
Jetzt besuchen wir ein paar Fossilienformationen, die von
der Eozän-Zeit bis zum Trias reichen.
Kommen wir zur Messel-Grube in Mitteldeutschland. Die
Messel-Grube stammt aus dem Eozän vor etwa 50 Millionen Jahren.
Hier wurden unglaublich viele Fossilien von Tieren und Pflanzen
gefunden, darunter Säugetiere, Vögel, Reptilien, Fische und
Insekten. In den meisten Fällen findet man nur Teile von
Skeletten, aber in der Messel-Grube wurden viele Fossilien
vollständig erhalten – mit Knochen, Federn, Haaren und sogar
Hautabdrücken.
Ich stelle euch eine riesige Ameise vor: Während des Eozäns
gab es eine besonders große Ameisenart, die sogenannte
Titanen-Ameise oder Titanomyrma. Diese wurde in Europa und
Nordamerika gefunden, und ein vollständiges Fossil wurde in der
Messel-Grube entdeckt. Wie groß war die ausgestorbene
Titanen-Ameise? Die Königin – also die Ameisenmutter – konnte bis
zu sechs Zentimeter lang werden, und die Arbeiterameisen, die
Nahrung sammeln und die Brut versorgen, waren etwa fünf
Zentimeter lang. Ist das nicht riesig?
In derselben Schicht wurde auch eine Art gefunden, die
Insekten, kleine Reptilien und kleine Säugetiere fraß: die
Langnasen-Springmaus. Diese war von Kopf bis Schwanz etwa 60 bis
90 Zentimeter lang, maximal 50 Zentimeter hoch, hatte kurze Arme,
extrem kräftige Beine und eine lange Schnauze. Stellt euch eine
Mini-Version eines Kängurus vor! Warum ist die
Langnasen-Springmaus ausgestorben? Am Ende des Eozäns wurde das
Klima kälter, und sie konnte sich nicht anpassen.
Nach dem Eozän – zack, zack, zack – kommen wir zum
Solnhofener Steinbruch in Bayern. Hier stelle ich euch zwei
Lebewesen aus dem Jura vor. Wisst ihr, woher der Name „Jura“
kommt? Er stammt von den Jurabergen, die an der Grenze zwischen
Deutschland, Frankreich und der Schweiz liegen. In den Felswänden
der Juraberge findet man viele Meeresfossilien aus dieser Zeit,
die uns zeigen, wie das Leben im Ozean damals aussah.
Zurück zum Solnhofener Steinbruch: Hier wurde ein
sensationelles Fossil entdeckt – der „Archaeopteryx“. Er beweist,
dass Vögel von Dinosauriern abstammen. Ja, ihr habt richtig
gehört: Die Vögel um uns herum sind entfernte Verwandte der
Dinosaurier!
Seit den Anfängen der Naturgeschichte haben Wissenschaftler
die Beziehung zwischen Dinosauriern und Vögeln untersucht. Obwohl
Biologen über die Evolution lange debattierten, lieferte der
Archaeopteryx einen entscheidenden Beweis. Der Name kommt aus dem
Lateinischen und bedeutet „ursprünglicher Vogel“. Er lebte vor
etwa 150 Millionen Jahren im Jura und gilt als Vorfahre der
modernen Vögel.
1861 wurde sein Fossil im Solnhofener Steinbruch in Bayern
gefunden. Es ist so besonders, weil es Merkmale von Dinosauriern
und Vögeln vereint: einen langen Schwanz und scharfe Zähne wie
ein Dinosaurier, aber Federn und Flügel wie ein Vogel.
Diese Mischung macht den Archaeopteryx zu einem
einzigartigen Lebewesen. Er bestätigt die erstaunliche Theorie,
dass Vögel direkte Nachfahren der Dinosaurier sind! Die eleganten
Vögel, die heute am Himmel fliegen, sind mit den urzeitlichen
Dinosauriern verwandt. Diese Entdeckung schockierte die
Wissenschaft und wurde zu einem Meilenstein in der Erforschung
der Evolution.
Es gibt zwei berühmte Exemplare des Archaeopteryx: das
Berliner Exemplar und das Londoner Exemplar, die im
Naturkundemuseum Berlin und im Natural History Museum in London
ausgestellt sind. Wenn ihr die Chance habt, schaut sie euch an –
sie sind echt cool!
Im selben Steinbruch wurde auch ein weiteres spannendes
Fossil entdeckt: der „Uralte Flughandsaurier“. Dieser Flugsaurier
aus dem Jura war nicht besonders groß – etwa so groß wie zwei
Hände!
Als Paläontologen ihn fanden, dachten sie zunächst, er sei
ein Wasserbewohner, weil seine Klauenstruktur wie zum Paddeln
aussah, ähnlich wie bei einer Ente. Erst 20 bis 30 Jahre später
stellte sich heraus, dass er tatsächlich flog.
Zum Schluss reisen wir noch weiter zurück ins Trias, vor
etwa 250 Millionen Jahren, zur Trentsch-Formation in Deutschland.
Dort wurde ein superalter Dinosaurier entdeckt: der
Liliensternus. Dieser fleischfressende Dinosaurier war vom Kopf
bis zum Schwanz etwa 5,5 Meter lang und wog vermutlich zwischen
120 und 150 Kilogramm. Paläontologen vermuten, dass er auch
pflanzenfressende Dinosaurier fraß. Wisst ihr, welche
pflanzenfressenden Dinosaurier es im Trias gab? Genau –
Plateosaurier!
Habt ihr euch die fünf vorgestellten Lebewesen gemerkt? Das
sind: die bis zu sechs Zentimeter lange Titanen-Ameise, die wie
ein Mini-Känguru aussehende Langnasen-Springmaus, der
Archaeopteryx, der beweist, dass Vögel von Dinosauriern
abstammen, der kleine Flughandsaurier mit einer Spannweite von
zwei Händen und der uralte Dinosaurier Liliensternus.
Das war unsere Fossilien-Weltreise für heute! Bis zum
nächsten Mal – Mumus Wunderwelt sagt Tschüss!
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