Episode 16: Sie haben mich oft mit Riemen

Episode 16: Sie haben mich oft mit Riemen

3 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 10 Monaten

Diese Episode in Ich-Form schließt direkt an die vorhergehende
an. Sie beschreibt, wie das Kind in der Pflegeeinrichtung
wiederholt mit Lederriemen an sein Bett gefesselt wurde, weil es
nicht artig gewesen sei. Der Ich-Erzähler beschreibt eine
Halluzination, in der kleine, zungenartige Männchen aus seinen
Ohren und seiner Nase kommen und ihm zurufen: „Du warst nicht
artig!“ Vergeblich, denn er ist ja festgebunden, versucht er sie
mit seinem Kopf zu zerdrücken und zum Schweigen zu bringen. Erst
in die Nase gesteckte Steinchen bringen die Männchen zum
Schweigen, aber der Erzähler hat das Gefühl, diese seien für
immer in ihm geblieben und verwachsen. Dieses weitere Bild dafür,
wie verinnerlicht das Schuldgefühl ist, betont
die Dimension der Entfremdung (der Stein als buchstäblicher
Fremd-Körper im Inneren) und der Ver-Steinerung, also der
Dissoziation vom eigenen Körper.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15