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Beschreibung
vor 6 Jahren
Hallo und herzlich willkommen beim r(H)einreden!
Meine letzte Episode drehte sich um das Auftragskarussell und
auch heute geht es wieder um "Drehungen", um negative Drehungen,
um das Gedankenkreisen. Wie kann die Beratung im Gehen, das Walk
& Talk, dagegen wirksam helfen?
Es ist ein paar Monate her, da fragte jemand auf Twitter offen in
der Timeline: "Was kann ich gegen das Grübeln machen?".
Ich erweitere mal die Frage hier um den Faktor: "Muss man denn
immer etwas gegen das Grübeln unternehmen?" Ist es nicht
wünschenswert, dass gerade im Zusammenhang mit einer Beratung
Klienten ins Nachdenken kommen? Sollten die Gedanken nicht immer
in Bewegung geraten - auch wenn es kreisende Gedanken sind? Nun
ja, wenn es einen Leidensdruck gibt, dann auf jeden Fall!
Grübeln oder Gedankenkreisen kann - wenn es außer Kontrolle gerät
- die Lebensqualität Deiner Klienten massiv einschränken. Auf den
Tweet hin erinnerte ich mich an meine Semester der klinischen
Psychologie im Studium und gab meine Antwort zum Besten:
"Such Dir einen "Grübelstuhl" & immer wenn Deine Gedanken zu
kreisen beginnen - setz Dich darauf - bestenfalls vor eine Wand.
Auf dem Stuhl sollst Du in aller Ausführlichkeit das Grübeln
genießen und ausleben - zu jeder Tageszeit! ABER an keinem
anderen Ort der Wohnung! TRY IT!"
Die Antwort war: "An keinem anderen Ort, als in der Wohnung? Oder
als keinen anderem Ort, als diesem Stuhl? Das letzte kann ich mir
gut vorstellen. Eine gute Idee!"
Der Sinn dieser Methode besteht meines Erachtens darin, den
Grübeler aus seiner Schleife herauszuholen. Er muss nun den Platz
zum Grübeln aufsuchen und das bedeutet wiederum einen gewissen
Aufwand. Außerdem bewirkt er so das genaue Gegenteil dessen, was
ich beim Walk & Talk anstrebe. Die außer Kontrolle geratenen
Bewegungen der Gedanken bringt Dein Klient zum Halten, wenn er
selber innehält. Das körperliche Anhalten, das ein geistiges
Innehalten mit sich bringt. Hier wirkt natürlich eine Entspannung
besonders gut. Ein entspannter Körper kann keinen Stress erleben!
Trotz der sinnvollen Beendigung einer Bewegung, bietet sich
meines Erachtens Walk & Talk trotzdem an, allein schon wegen
der entspannenden Einflüsse, die seitens der Natur auf Körper und
Geist einwirken. Auch wenn es nicht sofort zu einem
Beratungstermin Deines Klienten bei Dir auf "Deiner Walk &
Talk Insel" kommen kann, so kannst Du ihm als Methode den Gang in
den Garten, außer Haus, auf den Hof oder ähnliche Möglichkeiten
anbieten. Die beruhigende Wirkung der Natur ist sofort spürbar.
Dort kann er dann seinen "Grübel-Stuhl" finden. Eine Parkbank,
ein großer Stein oder eine schöne Wiese, auf der er sich
niederlassen kann. Mit der Entspannung kommt dann auch der
gewisse Abstand zur Thematik auf. Also, diese Methodik kannst Du
auch beim Walk & Talk mit Klienten im Modus des
Gedankenkreisens anbieten, wenn eigentlich eine Entschleunigung
angezeigt ist.
Irgendwann wird Deinem Klienten dann der Aufwand vielleicht doch
zu hoch erscheinen und er durchbricht seine Problemtrance mit der
Erkenntnis: Meinen Grübelstuhl zu besetzten, das ist reine
Zeitverschwendung!
Aber handelt es sich beim Grübeln wirklich um eine
Zeitverschwendung? Ist es so einfach abzustellen? Ist es nicht
vielmehr ein Zeichen von Intelligenz Deines Klienten? Immerhin
macht er sich ja überhaupt Gedanken.
Das pathologische, das krankhafte Grübeln, das ist leider nicht
so leicht abzuschalten. Bitte bedenke, ich bin kein Arzt und kein
Therapeut und ich tue hier auch nicht so als wäre ich ein
solcher! Ich berate Dich hier zum Walk & Talk, damit Du
selber als Berater und Coach Deine Klienten gut versorgen kannst.
Wenn Du als Therapeut aktiv bist, dann ist das hier für Dich
wahrscheinlich sowieso nichts Neues.
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