Die Kunst über Ängste zu schreiben und dadurch die Angst zu nehmen.
(Deutsche Episode) Daniel Schreiber schreibt Bücher, die einen
sensiblen Punkt berühren. Er schreibt über seine eigenen
Erfahrungen, doch sind dies Erfahrungen, die wir alle irgendwie
teilen. In seinen letzten drei Büchern
- 'Nüchtern', 'Zuhause', and 'Allein' - berührt
er Ängste, die wir kennen, die wir aber gelernt haben zu umsegeln,
er schreibt über sein eigenes Leben, aber erinnert uns an unser
eigenes. Jedes Wort, das er wählt, sagt die Wahrheit, sehr direkt,
geradeaus, das fühlt man, und dadurch kreiert er, auf eine Art, die
schwer zu beschreiben ist, eine zerbrechliche Schönheit. Es ist die
Schönheit der Zusammengehörigkeit, dass wir alle da gemeinsam drin
stecken und nicht alleine sind, dass wir nicht die Einzigen sind,
die kämpfen und dass wir unsere Kämpfe teilen und darüber offen
reden können. Es klingt fast zu lieblich, aber trotz des Schmerzes,
der in seinen Büchern präsent ist, ist auch so viel Wärme da. Wie
im echten Leben. Es ist wie deine Lieblingstasse, sie hat Risse und
Sprünge, du hast sie wieder zusammengeklebt, aber wenn du morgens
deinen Tee daraus trinkst und die unebene Fläche fühlst, dann
denkst du nicht an den Schmerz, als sie gebrochen ist. Jeder Riss
macht sie vertrauter, macht sie mehr zu einem Teil von dir, von
deiner Geschichte, und wer du bist. Du lernst, diese Risse zu
lieben. Daniel schafft es, genau dieses Gefühl zu transportieren.
Jeder Bruch in uns macht uns zu der Person, die wir sind. Und was
hat Essen damit zu tun? Daniels Augen funkeln, wenn er von dem
Garten seiner Mutter in einem kleinen Dorf in
Mecklenburg-Vorpommern spricht, wo er aufgewachsen ist. Wenn er
davon erzählt, einen Eimer randvoll mit Obst und Gemüse zu füllen
und die Ernte dann mit nach Hause in seine Berliner Küche zu
nehmen, jedesmal wenn er seine Eltern besucht. Das Kochen seiner
Mutter und ihre Rezepte - manche hält sie bis heute unter
Verschluss - war der Nährboden für Daniels Liebe zum Kochen. Eine
Liebe, die ihm gezeigt hat, dass es sogar in den dunkelsten Zeiten
noch ein Licht gibt. Essen und Literatur waren wichtig im Haus
seiner Eltern und wurden zu seinen Gefährten auf seiner eigenen
Reise. Durch sein Literaturstudium in Berlin und New York kam er
mit dem schwirrenden Leben der Großstadt in Kontakt, was ihm
geholfen hat, seine Identität als junger Mann zu formen. Sein
ursprünglicher Traum einer akademischen Karriere verblasste und
stattdessen arbeitete er für Zeitungen und Magazine. Er schrieb
eine gefeierte Susan Sontag Biographie, gefolgt von drei Büchern,
in denen er seine eigenen Erfahrungen in einen wissenschaftlichen,
psychologischen und philosophischen Kontext einwebt. Egal wie
turbulent sein Leben manchmal war, Daniel hat immer den Weg zur
Küche gesucht und gefunden, und damit auch einen Weg zu sich
selbst. Seine Arbeit als Privatkoch für Familien und Events in
Manhattan und den Hamptons hat sein Selbstvertrauen als Koch
gestärkt und seine Neugier geweckt. Indem er sich durch eine
Vielzahl an Kochbüchern gekocht und mit Rezepten experimentiert
hat, hat sich Daniel zu einer Person gewandelt, die das beste
Rezept für wirklich jedes Gericht kennt. Daniel hat sein heiß
geliebtes Rezept für Sauerteigwaffeln mit Pflaumen-Apfel-Marmelade
mit mir geteilt. Der englische Text und alle Rezepte meiner Podcast
Gäste sind auf meikepeters.com unter 'Meet in Your Kitchen' zu
finden. INSTAGRAM: https://www.instagram.com/meetinmykitchenpodcast
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