200321 Wolkige Liebe Hos 6,1-6

200321 Wolkige Liebe Hos 6,1-6

2 Minuten

Beschreibung

vor 5 Jahren
Denen, die sich auf Gott verlassen, ohne selbst verlässlich werden
zu wollen, sagt Gott beim Propheten Hosea: „Eure Liebe ist wie eine
Wolke am Morgen und wie der Tau, der bald vergeht.“ Die Wolke ist
ein vielschichtiges Bild für die Liebe. Sie ist jetzt da, aber
gleich nicht mehr. Sie sieht von weitem aus wie ein körperliches
Gebilde, von nahem ist sie nasse Luft und wabernder Nebel. Von
weitem wirkt sie frei und beweglich, in ihrer Nähe vernebelt sie
die Sicht und hemmt den Schritt. So, sagt Hosea, ist Eure Liebe:
jetzt noch da, aber gleich nicht mehr; von weitem fest, von nahem
wabernde Uneindeutigkeit; von weitem frei und beweglich, von nahem
benebelnd und lähmend. Solche Vergänglichkeit, Uneindeutigkeit und
Unverlässlichkeit kann sich ganz verschieden zeigen. Mancher ist
ein Freund in guten Zeiten und fehlt in Zeiten der Not (vgl. Sir
6,8). Jeder mag sich mal fragen, wer von den „Freunden“ ihm in der
gerade beginnenden Not noch nahe ist. Oder andersherum: wem er noch
nahe sein mag, wie er es vor Monaten noch versichert hat. Dann gibt
es eine Nähe und Zuwendung, die in Zeiten akuter Not da ist, zuhört
und hilft – und im grauen Alltag ihrer Wege geht und fehlt. Es ist
leichter einem akut hilfsbedürftigen Leidenden gut zu sein, als
über Jahre einer nervtötenden Nachbarin oder einem langweilig
werdenden Ehepartner. Lehre uns Deine Liebe, Herr, die hält, was
sie verspricht, die bleibt und mitgeht, die tags den Weg weist,
nachts die Dunkelheit erhellt und die stirbt, damit wir leben.
Bilde unser Herz nach Deinem Herzen, und lass nicht zu, dass unsere
Liebe wolkig wird. Amen. Fra' Georg Lengerke

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