Ostern GrabesUnruhe Mk 16,3

Ostern GrabesUnruhe Mk 16,3

2 Minuten

Beschreibung

vor 4 Jahren

Diese Woche habe ich die Teilnehmer eines Einkehrtages gefragt:
„Was ist Ihr Osterthema?“ Mehrere antworteten: „Dass die
Grabesruhe bald vorüber ist.“


„Grabesruhe“ heißt für manche, an so vielen wichtigen
Lebensvollzügen gehindert zu sein, dass sie das Gefühl haben,
lebendig begraben zu sein.


Aber Jesus wurde nicht lebendig sondern tot begraben. Es geht an
Ostern um mehr als um eine Veränderung unserer Lebensumstände. Es
geht um eine Veränderung unseres Umgangs mit unseren
Lebensumständen. Je weniger Macht Krankheit und Tod in unserem
Leben haben, um so freier sind wir auch in bestehender
Einschränkung.


Die meisten wollen aus dem Grab der Einschränkungen heraus. Aber
die Frauen wollen in das Grab Jesu hinein. Sie wollen den
Leichnam berühren, ihm einen letzten Liebesdienst tun und sich
dem Tod stellen.


„Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?“ (Mk
16,3b), fragen die Frauen. Sie fragen nach der Grenze zu dem
Toten und rühren zugleich an die Grenze des Todes – und damit des
menschlich Unüberwindlichen. Ostern beginnt, wo der Mensch nichts
mehr tun kann.


Neulich sah ich auf einem Plakat das Zitat eines Klimaaktivisten:
„Die größte Gefahr für unseren Planeten ist der Glaube, dass
jemand anderes ihn retten wird.“


Bestenfalls meint er: Wir selbst sollen tun, was wir können, um
die Schöpfung zu erhalten. Das ist wahr und wichtig. Aber können
wir einander und die Schöpfung vor dem Tod oder aus dem Tod
retten?


Schlimmstenfalls unterstellt er: Der Glaube an einen rettenden
Gott dispensiert die Menschen vom Klimaschutz und ist daher die
größte Gefahr für unseren Planeten. Und große Gefahren muss man
minimieren oder beseitigen.


Die größte Gefahr für die, die den Planeten in Händen zu halten
meinen, ist der Glaube, dass jemand anderes ihn retten wird.


Davon handelt Ostern. Ostern ist ein gefährliches Fest.


Fra' Georg Lengerke

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