Etablierung eines neuen Rekombinations-Meßsystems und Nachweis der Störung homologer Rekombination in Atm- und Rad51C-defizienten Säugerzell-Mutanten
vor 23 Jahren
Beschreibung
vor 23 Jahren
In der vorliegenden Arbeit wurde ein neuer Vektor (pGrec) zur
Messung der homologen Rekombination (HR) in mitotischen
Säugerzellen kloniert und etabliert. pGrec enthält eine HR-Kassette
mit zwei Allelen des GFP (green fluorescent protein)-Gens, die
durch differentielle Mutagenese inaktiviert wurden. Diese Allele
können nur durch HR zu einem Wildtyp-Allel rekonstituiert werden,
dessen zelluläre Expression mittels Fluoreszenz-Mikroskopie und
Durchflusszytometrie nachweisbar ist. Die Detektion mittels
Durchflusszytometer erlaubt es, seltene GFP+-Zellen zu isolieren
und als rekombinante Subklone zur weiteren molekularbiologischen,
biochemischen und zellulären Analyse zu etablieren. Das
pGrec-HR-Meßsystem wurde an zwei isogenen Zellpärchen angewendet.
Nach chromosomaler Integration in die Nager-Zelllinien V79B und
deren mutierte Variante CL-V4B (Rad51C(-/-) (Godthelp et al.,
2002)) konnte die vermutete Störung der HR in den
Rad51C-defizienten CL-V4B-Zellen (Masson et al., 2001; Takata et
al., 2001; French et al., 2002; Godthelp et al., 2002) eindeutig
nachgewiesen werden: Im Vergleich zur Wildtyp-Zelllinie V79B ist
die intrachromosomale Rekombinationsfrequenz der HR-Kassette in der
Rad51C-Mutante statistisch signifikant erniedrigt (6-fach). Ebenso
scheint die Rate der homologen Rekombination in
Fluktuations-Analysen reduziert zu sein (2,7-fach). Somit konnte
erstmalig direkt eine Beteiligung von Rad51C an HR gezeigt werden,
deren Störung mit der Mutagenüberempfindlichkeit (MMS) und
chromosomalen Instabilität von CL-V4B-Zellen korreliert.
Kultivierte Zellen von A-T-Patienten sind charakterisiert durch
chromosomale Hyper-Rekombination (Meyn, 1993; Luo et al., 1996).
Das pGrec-System wurde in AT-Zellen auf seine Anwendbarkeit zur
Messung extrachromosomaler Rekombination getestet, um ungleiche
Einflüsse der Chromatinstruktur an einem spezifischen
Integrationsort zu umgehen. Das Zellpärchen AT-pEBS (Atm(-/-),
transfiziert mit leerem Kontroll-Vektor) und AT-YZ (Atm(-/-), ATM
ektopisch komplementiert (Ziv et al., 1997)) wurde mit der für
humane Zellen episomalen Version des pGrec-Vektors transfiziert.
Die Rekombinationsrate in zwei untersuchten Subklonen der
AT-pEBS-Zelllinie war im Vergleich zu zwei AT-YZ-Subklonen
statistisch signifikant erhöht (34 - 43-fach). Somit wäre erstmals
eine Hyperrekombination von AT-Zellen auch in episomalen Loci
gezeigt. Die Bestimmung der Rekombinationsfrequenz ergab jedoch,
dass diese in der Gesamtpopulation ATM-komplementierter AT-Zellen
erhöht zu sein scheint (6-fach). Mögliche Gründe für die
unterschiedlichen Ergebnisse, die mit verschiedenen experimentellen
Ansätzen in den AT-Zelllinien erhalten wurden, werden diskutiert.
Das pGrec-System ist als leicht modifizierbarer Vektor konzipiert
und somit prinzipiell in allen Säugerzellen anwendbar. Insgesamt
stellt pGrec also ein sehr sensitives und nützliches Werkzeug zur
Charakterisierung von HR auf molekular-biologischer, biochemischer
und zellulärer Ebene dar.
Messung der homologen Rekombination (HR) in mitotischen
Säugerzellen kloniert und etabliert. pGrec enthält eine HR-Kassette
mit zwei Allelen des GFP (green fluorescent protein)-Gens, die
durch differentielle Mutagenese inaktiviert wurden. Diese Allele
können nur durch HR zu einem Wildtyp-Allel rekonstituiert werden,
dessen zelluläre Expression mittels Fluoreszenz-Mikroskopie und
Durchflusszytometrie nachweisbar ist. Die Detektion mittels
Durchflusszytometer erlaubt es, seltene GFP+-Zellen zu isolieren
und als rekombinante Subklone zur weiteren molekularbiologischen,
biochemischen und zellulären Analyse zu etablieren. Das
pGrec-HR-Meßsystem wurde an zwei isogenen Zellpärchen angewendet.
Nach chromosomaler Integration in die Nager-Zelllinien V79B und
deren mutierte Variante CL-V4B (Rad51C(-/-) (Godthelp et al.,
2002)) konnte die vermutete Störung der HR in den
Rad51C-defizienten CL-V4B-Zellen (Masson et al., 2001; Takata et
al., 2001; French et al., 2002; Godthelp et al., 2002) eindeutig
nachgewiesen werden: Im Vergleich zur Wildtyp-Zelllinie V79B ist
die intrachromosomale Rekombinationsfrequenz der HR-Kassette in der
Rad51C-Mutante statistisch signifikant erniedrigt (6-fach). Ebenso
scheint die Rate der homologen Rekombination in
Fluktuations-Analysen reduziert zu sein (2,7-fach). Somit konnte
erstmalig direkt eine Beteiligung von Rad51C an HR gezeigt werden,
deren Störung mit der Mutagenüberempfindlichkeit (MMS) und
chromosomalen Instabilität von CL-V4B-Zellen korreliert.
Kultivierte Zellen von A-T-Patienten sind charakterisiert durch
chromosomale Hyper-Rekombination (Meyn, 1993; Luo et al., 1996).
Das pGrec-System wurde in AT-Zellen auf seine Anwendbarkeit zur
Messung extrachromosomaler Rekombination getestet, um ungleiche
Einflüsse der Chromatinstruktur an einem spezifischen
Integrationsort zu umgehen. Das Zellpärchen AT-pEBS (Atm(-/-),
transfiziert mit leerem Kontroll-Vektor) und AT-YZ (Atm(-/-), ATM
ektopisch komplementiert (Ziv et al., 1997)) wurde mit der für
humane Zellen episomalen Version des pGrec-Vektors transfiziert.
Die Rekombinationsrate in zwei untersuchten Subklonen der
AT-pEBS-Zelllinie war im Vergleich zu zwei AT-YZ-Subklonen
statistisch signifikant erhöht (34 - 43-fach). Somit wäre erstmals
eine Hyperrekombination von AT-Zellen auch in episomalen Loci
gezeigt. Die Bestimmung der Rekombinationsfrequenz ergab jedoch,
dass diese in der Gesamtpopulation ATM-komplementierter AT-Zellen
erhöht zu sein scheint (6-fach). Mögliche Gründe für die
unterschiedlichen Ergebnisse, die mit verschiedenen experimentellen
Ansätzen in den AT-Zelllinien erhalten wurden, werden diskutiert.
Das pGrec-System ist als leicht modifizierbarer Vektor konzipiert
und somit prinzipiell in allen Säugerzellen anwendbar. Insgesamt
stellt pGrec also ein sehr sensitives und nützliches Werkzeug zur
Charakterisierung von HR auf molekular-biologischer, biochemischer
und zellulärer Ebene dar.
Weitere Episoden
vor 21 Jahren
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.