Fallbasierte interaktive Fortbildung für Allgemeinmediziner und Internisten
Beschreibung
vor 16 Jahren
In der vorliegenden Studie wurde ein innovatives, interaktives
Fortbildungskonzept für Allgemeinmediziner und Internisten,
basierend auf dem theoretisch fundierten Konzept des Team-based
Learning, entwickelt und bezüglich Akzeptanz, Wissenserwerb und
objektivierbarer Verhaltensänderung der teilnehmenden Ärzte
evaluiert. Das Fortbildungskonzept kombiniert Expertenvorträge zu
relevanten Kernthemen mit fallbasierter Kleingruppenarbeit und
moderierter Diskussion. Es zeigte sich eine hohe Akzeptanz der
Teilnehmer. Besonders die Interaktivität und die Fallorientierung
wurden in der Evaluation als ausschlaggebend für die Teilnahme an
der Fortbildungsveranstaltung angegeben. Auch die Erwartung an die
Fortbildung, sowohl konkrete Entscheidungshilfen für die Praxis als
auch neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft zu erfahren, scheint
sich in diesem Fortbildungskonzept aus Expertenvorträgen zu
Kernthemen kombiniert mit fallbasierter Kleingruppenarbeit zu
erfüllen. Dies zeigte sich besonders in der Abschlussevaluation,
bei der die Teilnehmer angaben, dass sie die Fortbildung sehr
abwechslungsreich und lehrreich fanden. Sie äußerten, dass die
Fälle sie zum Mitdenken aktiviert hätten. Die in der
Eingangsevaluation angegebenen hohen Erwartungen an die Fortbildung
wurden bei der Mehrheit der Befragten erfüllt. Zudem nahmen viele
Ärzte an mehreren Veranstaltungen der Fortbildungsreihe teil.
Desweiteren führte das interaktive, fallorientierte
Fortbildungskonzept zu einem signifikanten Wissenszuwachs bei
Teilnehmern mit einem bereits gut ausgeprägten Vorwissen. Dabei
lagen die durchschnittlichen Werte im Vorwissenstest sehr hoch. Zum
höchsten relativen Wissenszuwachs kam es beim Thema Diabetes
mellitus (62,6% richtige Fragen im Nachwissenstest, 42,9%
Steigerung) und Schilddrüsenknoten (79,5% richtige Fragen im
Nachwissenstest, 42,1% Steigerung). Am niedrigsten lag er beim
Thema sekundäre Hypertonie (76,5% richtige Fragen im
Nachwissenstest, 40,7% Steigerung). Die Ärzte gaben selbst an, viel
gelernt zu haben und ihr Verhalten in der Praxis aufgrund des neu
erlangten Wissens ändern zu wollen. Bei der Analyse der Daten zum
Diagnose-, Leistungs- und Überweisungsverhalten der
Kassenärztlichen Vereinigung Bayern zeigte sich, dass die
teilnehmenden Ärzte der Fortbildung zum Thema Diabetes ihr
Verhalten in der Versorgung von Diabetikern (Mikroalbuminurietests,
Überweisung zur Funduskopie und zum Diabetologen) bis auf die
Wundversorgung im Sinne der Lernziele der Fortbildung tatsächlich
in der Praxis veränderten. Eine statistisch signifikante
Verhaltensänderung der Fortbildungsteilnehmer zeigte sich dabei in
Bezug auf die Überweisungsfrequenz von Patienten mit Diabetes
mellitus zum Diabetologen. Die Teilnehmer überwiesen nach der
Fortbildung 30,8% mehr Diabetes-Patienten zum Diabetologen. Eine
deutliche Steigerung der Überweisung zum Facharzt für
Augenheilkunde zur Funduskopie von 8,5% konnte ebenfalls gezeigt
werden. Diese Zunahme erreichte jedoch keine statistische
Signifikanz. Im Vergleich dazu nahm in diesen beiden untersuchten
Bereichen die Überweisungsfrequenz der Ärzte der Kontrollgruppe ab
(3%, n.s.). Bei der Analyse des Leistungsverhaltens der Ärzte der
Fortbildung Diabetes zeigte sich eine Zunahme der durchgeführten
Mikroalbuminurietests pro Diabetes-Patienten um 7,1%. Allerdings
konnte eine ähnliche Steigerung auch bei der Kontrollgruppe
nachgewiesen werden. Beim Fortbildungsthema Schilddrüsenknoten
zeigten sich bei der Auswertung der Daten keine wesentlichen
Verhaltensänderungen bzgl. der eigenen Durchführung der oder der
Überweisung zur weiteren Diagnostik (Schilddrüsensonographie,
-farbduplexsonographie, -szintigraphie) der Teilnehmer der
Fortbildung. Beim Thema sekundäre Hypertonie zeigte sich, dass die
Teilnehmer insgesamt sehr wenige Patienten mit dieser Erkrankung
behandeln bzw. die Diagnose außerordentlich selten stellen und auch
die entsprechenden Untersuchungen (Bestimmung des
Aldosteron-Renin-Quotienten, der Plasma-Metanephrine oder der Test
auf Katecholamine im Urin) fast nie durchführen. Deshalb konnte
keine statistische Auswertung erfolgen. Bei hoher Akzeptanz der
Teilnehmer stellt das vorliegende Fortbildungskonzept eine
praktikable Möglichkeit dar, einen signifikanten kurzfristigen
Wissenszuwachs und eine objektivierbare Verhaltensänderung bei
Allgemeinmedizinern und Internisten zu bewirken. Ob das
Fortbildungskonzept zu einem guten Langzeitbehalten und zu einer
Verbesserung der strukturierten Problemanalyse führt und in anderen
Bereichen der ärztlichen Fort- und Weiterbildung (z.B. Online)
eingesetzt werden kann, soll in weiteren Studien evaluiert werden.
Fortbildungskonzept für Allgemeinmediziner und Internisten,
basierend auf dem theoretisch fundierten Konzept des Team-based
Learning, entwickelt und bezüglich Akzeptanz, Wissenserwerb und
objektivierbarer Verhaltensänderung der teilnehmenden Ärzte
evaluiert. Das Fortbildungskonzept kombiniert Expertenvorträge zu
relevanten Kernthemen mit fallbasierter Kleingruppenarbeit und
moderierter Diskussion. Es zeigte sich eine hohe Akzeptanz der
Teilnehmer. Besonders die Interaktivität und die Fallorientierung
wurden in der Evaluation als ausschlaggebend für die Teilnahme an
der Fortbildungsveranstaltung angegeben. Auch die Erwartung an die
Fortbildung, sowohl konkrete Entscheidungshilfen für die Praxis als
auch neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft zu erfahren, scheint
sich in diesem Fortbildungskonzept aus Expertenvorträgen zu
Kernthemen kombiniert mit fallbasierter Kleingruppenarbeit zu
erfüllen. Dies zeigte sich besonders in der Abschlussevaluation,
bei der die Teilnehmer angaben, dass sie die Fortbildung sehr
abwechslungsreich und lehrreich fanden. Sie äußerten, dass die
Fälle sie zum Mitdenken aktiviert hätten. Die in der
Eingangsevaluation angegebenen hohen Erwartungen an die Fortbildung
wurden bei der Mehrheit der Befragten erfüllt. Zudem nahmen viele
Ärzte an mehreren Veranstaltungen der Fortbildungsreihe teil.
Desweiteren führte das interaktive, fallorientierte
Fortbildungskonzept zu einem signifikanten Wissenszuwachs bei
Teilnehmern mit einem bereits gut ausgeprägten Vorwissen. Dabei
lagen die durchschnittlichen Werte im Vorwissenstest sehr hoch. Zum
höchsten relativen Wissenszuwachs kam es beim Thema Diabetes
mellitus (62,6% richtige Fragen im Nachwissenstest, 42,9%
Steigerung) und Schilddrüsenknoten (79,5% richtige Fragen im
Nachwissenstest, 42,1% Steigerung). Am niedrigsten lag er beim
Thema sekundäre Hypertonie (76,5% richtige Fragen im
Nachwissenstest, 40,7% Steigerung). Die Ärzte gaben selbst an, viel
gelernt zu haben und ihr Verhalten in der Praxis aufgrund des neu
erlangten Wissens ändern zu wollen. Bei der Analyse der Daten zum
Diagnose-, Leistungs- und Überweisungsverhalten der
Kassenärztlichen Vereinigung Bayern zeigte sich, dass die
teilnehmenden Ärzte der Fortbildung zum Thema Diabetes ihr
Verhalten in der Versorgung von Diabetikern (Mikroalbuminurietests,
Überweisung zur Funduskopie und zum Diabetologen) bis auf die
Wundversorgung im Sinne der Lernziele der Fortbildung tatsächlich
in der Praxis veränderten. Eine statistisch signifikante
Verhaltensänderung der Fortbildungsteilnehmer zeigte sich dabei in
Bezug auf die Überweisungsfrequenz von Patienten mit Diabetes
mellitus zum Diabetologen. Die Teilnehmer überwiesen nach der
Fortbildung 30,8% mehr Diabetes-Patienten zum Diabetologen. Eine
deutliche Steigerung der Überweisung zum Facharzt für
Augenheilkunde zur Funduskopie von 8,5% konnte ebenfalls gezeigt
werden. Diese Zunahme erreichte jedoch keine statistische
Signifikanz. Im Vergleich dazu nahm in diesen beiden untersuchten
Bereichen die Überweisungsfrequenz der Ärzte der Kontrollgruppe ab
(3%, n.s.). Bei der Analyse des Leistungsverhaltens der Ärzte der
Fortbildung Diabetes zeigte sich eine Zunahme der durchgeführten
Mikroalbuminurietests pro Diabetes-Patienten um 7,1%. Allerdings
konnte eine ähnliche Steigerung auch bei der Kontrollgruppe
nachgewiesen werden. Beim Fortbildungsthema Schilddrüsenknoten
zeigten sich bei der Auswertung der Daten keine wesentlichen
Verhaltensänderungen bzgl. der eigenen Durchführung der oder der
Überweisung zur weiteren Diagnostik (Schilddrüsensonographie,
-farbduplexsonographie, -szintigraphie) der Teilnehmer der
Fortbildung. Beim Thema sekundäre Hypertonie zeigte sich, dass die
Teilnehmer insgesamt sehr wenige Patienten mit dieser Erkrankung
behandeln bzw. die Diagnose außerordentlich selten stellen und auch
die entsprechenden Untersuchungen (Bestimmung des
Aldosteron-Renin-Quotienten, der Plasma-Metanephrine oder der Test
auf Katecholamine im Urin) fast nie durchführen. Deshalb konnte
keine statistische Auswertung erfolgen. Bei hoher Akzeptanz der
Teilnehmer stellt das vorliegende Fortbildungskonzept eine
praktikable Möglichkeit dar, einen signifikanten kurzfristigen
Wissenszuwachs und eine objektivierbare Verhaltensänderung bei
Allgemeinmedizinern und Internisten zu bewirken. Ob das
Fortbildungskonzept zu einem guten Langzeitbehalten und zu einer
Verbesserung der strukturierten Problemanalyse führt und in anderen
Bereichen der ärztlichen Fort- und Weiterbildung (z.B. Online)
eingesetzt werden kann, soll in weiteren Studien evaluiert werden.
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