E006: Wie kann man sich mit der Digitalisierung arrangieren? – Christiane Brandes-Visbeck (Ahoi Consulting)

E006: Wie kann man sich mit der Digitalisierung arrangieren? – Christiane Brandes-Visbeck (Ahoi Consulting)

vor 8 Jahren
"Oh mein Gott, jetzt muss ich twittern und facebooken! Wie kann ich mein Team in diese Zeit mitnehmen? Welche Herausforderungen und welche Möglichkeiten habe ich dabei?" - Diese Fragen bespreche ich heute mit Christiane Brandes-Visbeck,
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Beschreibung

vor 8 Jahren

Oh mein Gott, jetzt muss ich twittern und facebooken – Wie kann
ich mein Team in diese Zeit mitnehmen? Welche Herausforderungen
und welche Möglichkeiten habe ich dabei?


Die Technik ist heute der Driver of Change. Es geht aber heute
nicht nur um Veränderung, sondern tatsächlich um Transformation.
Change heißt nur, ich verändere etwas. Zum Beispiel zieh ich mir
heute ein anderes Kleid an. Transformation bedeutet, dass ich
mich als Mensch nochmal überprüfen muss. Kann ich mit meinen
Glaubenssätzen und meinen Vorstellung, wie man leben sollte,
heute noch zurechtkommen?


Diese Fragen bespreche ich heute mit Christiane Brandes-Visbeck,
Inhaberin von Ahoi Consulting Ahoi Innovation. Christiane hilft
Menschen dabei, sich mit ihren Erfahrung und ihrer Expertise mit
der neuen Zeit zu arrangieren, damit sie Spass daran haben und
ihre Karriere befördern können.
Links aus dem Interview

Christiane Brandes-Visbeck

Ahoi Innovation

Digital Leadership Canvas

Barcamps in Deutschland

Canva
App für Grafiken

Buchtipp


Netzwerk schlägt Hierarchie: Neue Führung mit Digital
Leadership
Christiane Brandes-Visbeck, Ines Gensinger

Transkript

Nils: Wir finden heraus, was Digitalisierung im
echten Leben bedeutet. Ich bin heute zu Gast bei Christiane
Brandes-Visbeck, der Inhaberin von Ahoi Consulting. Christiane
berät Unternehmen im Rahmen der Digitalisierung mit dem
Schwerpunkt „Digital Leadership“ und mit der Frage, wie sich die
Führungskultur mit der Digitalisierung anpassen und verändern.
Christiane, vielen Dank, dass du dir Zeit für das Gespräch
nimmst. Auf geht’s! Christiane, erzähl mal. Wer bist du? Was hat
dich hierher geführt?


Christiane: Ich bin Christiane und ich habe in
den 90er Jahren nach dem Studium der
Kommunikationswissenschaften, Medienrecht und Germanistik als
Journalistin gearbeitet. Nach drei Berufsjahren war ich
Chefredakteurin und hatte nach drei Jahren das Ziel erreicht, das
ich normalerweise nach 20 Jahren hätte erreichen sollen.


Als Chefredakteurin habe ich in den 90er Jahre eine
Fernsehsendung verantwortet, die ein digitales Schnittgerät
hatte. Das war neu und wir hatten auf einmal als junge Redaktion
die Möglichkeit, anders zu produzieren, als damals üblich war.
Durch digitale Schnittgeräte musste man Filme nicht mehr von
Anfang bis Ende schneiden, sondern konnte in der Mitte etwas
herausnehmen oder einfügen. Man konnte auch Musik auf eine andere
Art und Weise unterlegen. Man hatte sehr viele Freiheiten in der
Gestaltung von Filmen. Wir konnten experimentieren und andere
Optiken entwickeln. Außerdem haben wir inhaltlich ernsthafte und
unterhaltende Themen zusammengeführt, was damals gar nicht ging.
Man hatte entweder Ernst und Nachrichten oder Unterhaltung. Doch
das war seicht und zutiefst routinemäßig.


Wir haben diese Transformation genutzt, um technisch Neues und
andere Inhalte zu produzieren. Dieses Erlebnis hat mich bis heute
geprägt. Ich wurde gezwungen, eine digitale Neuheit anzuwenden,
auf die ich ehrlicherweise keine Lust hatte. Nachdem ich mich
darauf eingestellt hatte, fand ich es aber total toll. Seitdem
habe ich in meinem gesamten Leben, in dem ich neun verschiedene
Berufe ausgeübt habe, immer wieder Interesse gezeigt an digitalen
Innovationen und an den beruflichen und privaten Auswirkungen.
Man kann seine Leben dadurch besser, schöner, toller und
interessanter machen.


Nils: Was ist 2017 daraus geworden?


Christiane: 2017 bin ich mit dem Thema „Digital
Leadership“ und „Content Strategy“ unterwegs. Das sind zwei
unterschiedliche Themen. Content Strategy kommt aus dem
Journalismus und der Kommunikationsrichtung. Als Unternehmen
überlegt man sich, wie man seine Inhalte einsetzt, damit sie in
der PR die Reputation des Unternehmens fördern oder ob man sie
als „Social Selling“ nutzt, um potenzielle Kunden, Leser oder
User zu finden.


Digital Leadership interessiert mich, weil wir im heutigen
Zeitalter der Digitalisierung nicht nur technische Veränderungen
einführen, sondern uns auch als Menschen auf diese neue Zeit
einstellen müssen. Gerade die Älteren und technisch nicht affinen
unter uns müssen umdenken. Unsere Aufgabe ist es nicht immer
Angst zu haben und nicht zu sagen „Oh Gott, jetzt muss ich
twittern, facebooken und mich auf neue Technologien einstellen
und wieder was neues lernen!“. Sondern wir sollten sagen: “ Oh,
großartig, jetzt guck ich mal, was kann ich damit machen. Wie
hilft es mir vielleicht neue Informationen zu kriegen? Wie kann
ich mich besser vernetzen und neue Leute kennenlernen, die mich
beruflich und privat weiterbringen?“ Und das mache ich heute. Ich
helfe Menschen dabei, sich mit ihren Erfahrung und ihrer
Expertise mit der neuen Zeit zu arrangieren, damit sie Spass
daran haben und ihre Karriere befördern können. Das Stichwort ist
„Digital Leadership als Karrierebooster“.


Nils: Da werden wir bestimmt spannende
Geschichten hören, was das konkret für einzelne Leute bedeuten
kann.
Was ist Digitalisierung?

Nils: Vorweg die Frage, was bedeutet
Digitalisierung für dich? Das ist die Frage, um die sich der
ganze Podcast dreht. Was bedeutet Digitalisierung in deinen
Augen?


Christiane: Digitalisierung bedeutet für mich,
dass man analoge Prozesse auf einmal schneller machen kann. Die
Schnelligkeit, die technisch möglich ist, ist einerseits schön,
weil wir jetzt schnell über Messenger miteinander sprechen
können. Früher habe ich noch mit Faxen gelebt. Ich hatte einen
Lebensgefährten in Amerika. Ich habe ihm ein Fax geschickt und
irgendwann hat er zurückgefaxt. Das war total modern. Andere
Leute haben telefoniert. Aber heute geht das alles simultan. Zum
einen ist das toll, aber auf der andere Seite ist man gestresst
und 24/7 online ist. Man muss sich Gedanken über Digital Detox
machen und auf einmal Verantwortung übernehmen. Wann möchte ich
digital unterwegs sein und wann gönne ich es mir eine Pause? Als
Mensch bin ich auf einmal anders gefordert. Ich muss mich selber
steuern und anderen Leuten sagen: „Ich bin jetzt offline und für
euch nicht erreichbar.“ Das sind die Themen, die mich besonders
beschäftigen.


Nils: Wenn du an die Kunden denkst, die du
berätst, gibt es da noch weitere Aspekte?


Christiane: Ja, es gibt zwei verschiedene
Kategorien. Das eine sind Menschen, die ganz weit von digitalen
Themen weg sind. Das sind häufig Journalisten und
Kommunikationsmenschen in Kommunikationsabteilungen der
Unternehmen, die sich endlich mit der Thematik auseinandersetzen
müssen. Warum Social Media? Warum ist Pressearbeit in Kombination
mit Social Media erfolgreicher? Dürfen wir weiterhin Pressetexte
schreiben? Ja, das ist auch okay. Aber, wie muss man das
begleiten, damit es in der heutigen Welt gut ankommt. Es ist die
Kombination von online und offline.


Andererseits habe ich auch Kunden, die in der technischen Branche
unterwegs sind. Ingenieure oder Finanzmenschen, die ganz stark
zahlen-orientiert oder technikgetrieben sind. Sie müssen sich auf
einmal auf die neue Zeit einstellen, weil sie festgestellt haben,
dass es viele neue Software-Möglichkeiten gibt und sie dadurch
global arbeiten müssen. Auf einmal haben sie Kollegen in Hong
Kong, Rumänien oder Südamerika, mit denen  sie zusammen an
einem Projekt arbeiten müssen. Da gibt es nicht nur sprachliche
Barrieren, sondern auch Kultur- und Kommunikationsbarrieren.
Selbst wenn alle Skypen und englische Präsentationen lesen
können, gibt es trotzdem viele neue Themen, die in der Führung
von Teams auf einmal eine Rolle spielen. Damit sind Techniker und
Ingenieure überfordert. Dort komme ich mit der Idee von Digital
Leadership ins Spiel. Ich zeige, wie man in dieser disruptiven
und innovativen Zeit mit Menschen umgehen kann, damit sie Lust
haben, weiterhin einen guten Job zu machen. Das Stichwort ist für
mich „soziale Kompetenz“.


Nils: Die Technik ist somit der Wegbereiter
dafür, dass alle anders arbeiten müssen und sich keiner auf dem
ausruhen kann, was Jahrzehnte lang funktioniert hat. Sondern sie
müssen sich anpassen. Die Technik treibt uns, aber ist in der
Digitalisierung nur die Spitze des Eisbergs. Eigentlich sind es
Menschen-Themen.


Christiane: Genau. Die Technik ist der Driver of
Change. Jetzt stellen wir aber fest, dass es nicht nur um
Veränderung geht, sondern tatsächlich um Transformation. Das ist
noch heftiger. Change heißt nur, ich verändere etwas. Zum
Beispiel zieh ich mir heute ein anderes Kleid an oder ich ändere
meinen Modestil. Transformation bedeutet, dass ich mich als
Mensch nochmal überprüfen muss. Kann ich mit meinen
Glaubenssätzen und meinen Vorstellung, wie man leben sollte,
heute noch zurechtkommen? Ist es zeitgemäß zu denken, dass alle
Leute, die ständig aufs Handy gucken internetsüchtig sind und
behandelt werden müssen? Ist es auf der anderen Seite ok, dass
Menschen beim ersten Date Smartphones neben sich liegen haben und
immer gucken, ob sie eine Message bekommen? Mich interessieren
diese sozial gesellschaftlichen und menschlichen Auswirkungen von
Technologie und wie wir damit umgehen.


Mich interessiert auch die generationsübergreifende Thematik.
Manchmal erlebe ich einen Hass auf andere Generationen. Die Alten
gegen die Jungen. Die wertorientierte Generation Y, die ihre
Grenzen kennt und dann meine Generation X, die es gewohnt ist
Verträge zu erfüllen und das zu tun, was ihnen gesagt wird. Sie
sind stolz, ihr Arbeitspensum zu schaffen, auch wenn es noch so
hoch ist. Da entstehen CLINCHES. Die ganz junge Generation Z, die
nur so hoch springt, wie sie muss und nur dann Dinge macht, wenn
sie daraus einen persönlichen Vorteil ziehen kann. Wir haben hier
sehr viele kulturelle Themen, die durch die schnelle
Transformation viel anstrengender werden, als wenn wir im
gleichbleibenden Setting wären. Wenn wir immer noch das Setting
aus den Siebzigern hätten, könnten wir allen Generationen, was
gut oder nicht so gut funktioniert. Aber heute leben wir
in einer ständigen Veränderung. Auf einmal wissen wir nicht, was
funktioniert und was nicht oder was richtig und was falsch
ist.


Deshalb haben wir aus meiner Sicht diese gesellschaftlichen
Probleme. Plötzlich ist politisch auch viel los. Die Rechte und
Linke stoßen aufeinander. Starke Männer bekommen wieder viel
Macht auf eine Art und Weise, die für mich gar nicht erträglich
ist. Das liegt daran, dass derjenige, der die Technologie gut
nutzt und sich traut über Grenzen zu gehen, leider vorne ist. Das
möchte ich ändern.
Welche Probleme haben die Menschen mit Digitalisierung?

Nils: Kannst du Cluster benennen? Ich stelle mir
vor, dass bestimmte Themen bei vielen Kunden immer wieder
aufkommen. Das Grundproblem ist für alle gleich. Es gibt mehr
Technologie, die mehr Bereiche unseres Lebens beschleunigt.
Wahrscheinlich wird ein Maschinenbauer, der spezielle Drehteile
herstellt, andere Probleme haben, als ein Journalist. Gibt es
auch übergreifende Probleme?


Christiane: Ja, für mich ist es immer das
gleiche Problem. Gerade in Deutschland, Made in Germany; wir sind
sehr qualitätsbewusst und legen viel Wert auf unsere Ausbildung
und deren Dokumentation. Die Wege müssen ordentlich sein; erst
Schule, dann Studium und das Ganze durch Zeugnisse belegt. Jetzt
sind wir in einer Zeit in der, der Macher und Entrepreneur, der
sich traut Fehler zu machen und daraus zu lernen, möglicherweise
viel erfolgreicher ist, als die Person, die alles richtig gemacht
hat. Sauber zur Schule, ordentliches Abi, Studium durchgezogen,
eifrig gelernt, dann beruflich die Karriereschritte, wie es sich
gehört, einem nach dem anderen absolviert hat. Dieser Mensch ist
möglicherweise nicht so erfolgreich, wie die jungen oder auch
alten Wilden, die außerhalb der Zeit sind. Das sind die Gründer
und Entrepreneure und das macht die Gesellschaft schwierig.
Sowohl der Ingenieur, als auch der Redakteur kommen damit nicht
gut zu Recht, da sie an das geordnete deutsche Wesen glauben,
danach erzogen wurde und das auch gut finden.


Nils: Ist das denn besser? Das Neue?


Christiane: Ich finde nichts besser oder
schlechter.
Kann man Menschen helfen, mit der Digitalisierung leichter
umzugehen?

Christiane: Man muss sich als Mensch
überlegen: Kann ich mir von dem Neuen etwas abgucken, was mein
Leben bereichert? Gibt es Dinge, die ich nicht leben möchte? Ich
erlebe das in meinem Coaching-Umfeld. Ich habe mit vielen
Führungskräften zu tun, die Angst vor der Digitalisierung haben.
Das geben sie natürlich nicht zu.


Es gibt immer einen, der sich verkriecht. Den nenne ich „Chef aus
der Hölle“. Der sitzt in seinem Büros; die Tür ist zu; er
kommuniziert maximal über E-Mail und geht nicht aus dem Büro
heraus. Er redet nicht mit seinen Mitarbeitern und weiß nicht was
Sache ist. Er verkriecht sich, weil er Angst vor dem Neuen hat
und davor, dem nicht entsprechen zu können, seinen Job zu
verlieren und sich zu blamieren.


Dann gibt es die Menschen, die Angst haben, indem sie dagegen
anwettern. Wutbürger, für die alles schrecklich ist und früher
besser war. Sie möchten die D-Mark zurück und damals, als es noch
nicht so schnell ging, war besser. Dann gibt es die Dritten, die
sagen: „Ja, ich habe Angst. Das mag ich nicht zugeben, aber ich
gucke mal. Ich möchte mitmachen. Eigentlich finde ich es auch
ganz geil und habe Lust auf die neue Zeit.“ Diesen Menschen kann
ich gut helfen. Die Menschen, die ein bisschen technologieaffin
sind, kriege ich meistens über Apps. Denen zeige ich eine coole
App, die ein Problem löst, das sie haben und noch nicht kannten.
Wenn sie über das Smartphone oder eine coole App spielerisch
Zugang zu diesem Thema haben, dann sind die Leute total
begeistern und lernen etwas Neues. Canva funktioniert auch gut.
Das ist ein Programm, mit dem man tolle Grafiken erstellen kann
und dann twittern oder auf Facebook posten kann. Das ist dann das
Gadget-Thema. Mein Haus, mein Schiff, meine Frau und meine coole
App. Dann haben sie den Zugang zur neuen Zeit. Man muss nur
herausfinden, was es ist.


Nils: Und die beiden anderen Typen?


Christiane: Ja, mit denen tue ich mir schwer.
Wenn ich Leute zum Thema Innovation berate, werde ich immer
gefragt, was man mit denen macht, die nicht mit wollen. Mein Tipp
ist, sie in Ruhe zu lassen. Die gucken, ob ihr erfolgreich seid.
In dem Moment, in dem sich euer Team besser versteht, ihr bessere
Ergebnisse erzielt, Lob von der Geschäftsleitung bekommt und
somit erfolgreich seid, werden sie Lust haben mitzumachen. Ihr
müsst sie fragen, ob sie Lust haben mitzumachen oder, noch
besser, ihre Expertise anfragen.Die Person, die nur im Office
sitzt und sich nicht traut, kann irgendetwas gut. Das Team soll
dann ihre Expertise anfragen und ihr zeigen, dass sie im Team
gebraucht wird. In der Regel kommen die Leute. Wenn sie nicht
kommen, dann werden sie früher oder später kündigen, weil sie
nicht in die neue Zeit passen.


Die Wutbürger sind, aus meiner Erfahrung, nur wütend, weil sie
nicht gesehen werden. Man sollte ihnen eine Plattform geben. Ein
Standard, der trotzdem Spaß macht ist ein BarCamp oder ein
Hackathon. Wenn ein wütender Mensch dazu eingeladen wird, dort
über ein Thema zu erzählen, dass er oder sie gut kennt, wenn sie
das präsentieren dürfen und sich trauen, dann fühlen sie sich so
großartig, dass ein Teil ihrer Wut weg geht. Sie werden gesehen,
anerkannt und bekommen Wertschätzung, von der sie nicht mehr
dachten, dass es sie gibt. In manchen Unternehmen erlebe ich das
auch, über das „New-Work“ Thema. Chefs sitzen nicht mehr in
Einzelbüros, sondern alle sind zusammen auf der Fläche. Da die
Chefs mit den Mitarbeitern in einem Büro sitzen, haben sie auf
einmal einen anderen Zugang. Ein Micromanager-Chef wird manchmal
entspannter, weil er nicht mehr kontrollieren muss, ob die
Mitarbeiter alles richtig machen, weil man sowieso in einem Büro
sitzt. Auf einmal bekommen die Mitarbeiter mehr Freiheit und
können auf Augenhöhe reagieren. Es gibt viele Wege, die man
ausprobieren kann. Ich würde immer mit denen anfangen, die Lust
haben. Ich würde die motivieren, die offen sind und die anderen
im Blick behalten, aber nicht zwingen. Das bringt gar nichts.
Das Digital Leadership Canvas hilft, sich in der neuen Zeit zu
positionieren

Nils: Vor uns auf dem Tisch liegt ein Canvas,
ein Digital-Leadership-Canvas, dass du entwickelt hast und wir
auch verlinken werden. Kann man mit diesem Werkzeug herausfinden,
wie und wo man Digital Leadership Change angehen kann, wenn man
das möchte?


Christiane: Ja, genau. Ich habe oft mit Menschen
zu tun, die keine Lust auf diese neue, digitale Zeit haben. Sie
wissen nicht, wo ihre Position ist und wie sie im Unternehmen mit
dem digitalen Transformationsauftrag umgehen sollen. Oder sie
wollen das gerne, aber wissen nicht, wie sie ihren Chefs und
Kollegen erzählen, dass es ganz toll ist.


Dafür habe ich diese Canvas entwickelt, da die Leute oft nicht
wissen, was sie tun sollen. Der erste Schritt ist nicht vorhanden
und bei dieser Canvas fange ich damit an, dass ich erstmal sage:
„Du oder das Team überlegt euch, wie eure Vision der Führung im
digitalen Zeitalter aussieht. Wie will ich dann sein? Wie will
ich mich selbst führen? Wie möchte ich mit meinen Kollegen oder
Mitarbeitern umgehen? Welche Werte sind für uns entscheidend?


Wenn ich diese Fragen beantwortet habe, kann ich gucken, ob ein
gemeinsames Wertesystem vorhanden ist. Was kann ich schon? Was
sind meine Management- und Leadership Skills? Welche inspirativen
Persönlichkeitsmerkmale habe ich, die Menschen motivieren, gerne
das zu tun, was ich möchte?


Dann kann ich gucken, welche digitalen Skills habe ich, die mir
helfen in dieser neuen Zeit zurecht zu kommen. Dann schaue ich
mir an: Wer ist in meinem Netzwerk? Wen kenne ich? Warum kennen
die Leute mich? Warum finden sie mich gut und wollen in meiner
Nähe sein?


Wenn man das alles reflektiert hat, dann hat man sich in dieser
neuen Zeit positioniert. Dann kann man für sich alleine oder im
Team herausbekommen, was noch besser werden kann und was unsere
Herausforderungen sind. Welche Lösungen sind vorstellbar? Wenn
man sich das alles in dieser Canvas aufgeschrieben hat, dann hat
man einen Plan. Dann kann man im Team sagen, wir machen einmal im
Monat Freitags einen zweistündigen Workshop, um die
Herausforderungen abzuarbeiten. Wenn wir Lösungen brauchen,
können wir sagen, wir brauchen das Budget oder diese Ressource
oder Ähnliches, damit wir das besser hinbekommen.


Dann gibt es noch das letzte Feld, das Erfolgsbarometer. Ich
finde es sehr wichtig, dass man Erfolge anerkennt und feiert.
Eine unser Problematiken im Unternehmen ist, dass Mitarbeiter
sich oft nicht gesehen fühlen. Studien zeigen jedes Jahr, dass
Mitarbeiter nicht gesehen werden, Chefs sie schlecht behandeln
und nicht loben. Sie bekommen kein Feedback und werden als
Ressource missbraucht. Dieses  Erfolgsbarometer soll
Menschen helfen zu reflektieren, was Erfolg ist und wie wir ihn
feiern. Für mich ist Erfolg schon positiv zu denken und nicht zu
sagen (so ein Bullshit-Bingo): „haben wir immer schon gemacht“
oder „geht nicht“ oder „da musst du woanders hingehen.“ Man kann
sich lustige Dinge ausdenken, wenn man noch keine hardcore
Erfolge feiern kann. Das hilft einem anzuerkennen, dass man
weiter gekommen ist, anders denkt und anders miteinander umgeht.
Deshalb ist mir das Erfolgsbarometer besonders wichtig. Es lohnt
sich, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.


Nils: Ich bin ein Fan von den Canvas, seit das
Business Model-Canvas vor ein paar Jahren erschienen ist. Ich
finde es super, weil es jeder verwenden kann. Das Businessmodell
brauch ich, wenn ich ein Start-Up gründen oder mein eigenes
Geschäft hinterfragen will, aber das hier kann, meiner Meinung
nach, jeder benutzen.


Christiane: Das ist auch meine Erfahrung. Ich
war im Mai auf der Media-Convention. Das ist die Medienkonferenz
die parallel zur Republica in Berlin stattfindet. Ich wurde
eingeladen, einen Workshop zu dieser Canvas zu halten und das
Thema Führung im digitalen Zeitalter vorzustellen. Für diesen
kleinen Canvas-Workshop waren 40 Leute vorgesehen. Ich hatte 40
Canva und Stifte mit. Doch es waren weit über 80 Leute in diesem
Raum. Es war total überfüllt. Viele Leute sind weg gegangen und
es wurde tierisch viel darüber getwittert. Das war genau
dasselbe. Die Leute haben gesagt: „Hey, das kann ich unabhängig
von meiner Position im Unternehmen oder wie wichtig ich bin, gut
nutzen. Es hilft mir, mich in dieser neuen digitalen Zeit zu
positionieren und Zugang zu meinen Kollegen zu finden.“


Deshalb mag ich auch dieses Feld „Wie sehen die anderen mich?“ so
gerne, weil ich in den Workshops Geschenke machen kann. Die Leute
füllen ihre Kenntnisse selber aus und hinterher sag ich: „Jetzt
kommen wir zu Feld fünf. Jetzt sagen die anderen bitte, was sie
an diesem Kollegen, dessen Kenntnisse wir gerade besprechen, toll
finden.“ Dann dürfen sie Post-its schenken, auf denen etwas
draufsteht. Dieses Feld ist das Herz-Öffnungsfeld. Nach diesem
Feld sind die Leute offen für den Change, den die digitale Zeit
von ihnen erwartet. Es geht alles übers Herz. Das ist meine
Erfahrung. Leute transformieren sich nur, wenn man sie
darin wertschätzt und sie sieht.


Nils: Das finde ich total cool. Ich hab das
mehrfach in Retrospektiven gemacht. Wenn wir Software entwickeln
und auf die große Meilensteine der letzten Wochen zurückblicken,
schreibt jeder im Team einem anderen einen Dankbarkeitszettel.


Christiane: Genau, das ist das selbe Konzept.


Nils: Das öffnet die Runde.


Christiane: Ja. Ich mache diese Canvas auch mit
Ingenieuren. Das sind gestandene Menschen zwischen 25 und 65 und
größtenteils Männer. Die lachen mich schon mal aus, wenn ich die
Digital-Leadership-Canvas auf Papier mitbringe. „Ich denke, wir
reden hier von Digitalisierung.“ Bei diesen bunten Zetteln sind
alle erstmal skeptisch, aber hinterher sind sie begeistert. Auf
einmal fangen sie an, sich mit den Werten des Unternehmens
auseinander zu setzen. Was verbindet sie und in welchem Geist
wurde die Firma gegründet? Der Gründergeist ist heute noch da und
das verbindet sie. Auf einmal fangen sie an, sich über das Thema
des Trainings Gedanken zu machen. Bei mir geht es immer um
Führung auf Distanz, Fehlerkultur oder Softskill-Themen, aber
dafür ist die Leadership-Canvas ist gut, um sich dem Neuen
gegenüber zu öffnen.


Nils: Ich werde sie bestimmt einsetzen.


Christiane: Dankeschön.


Nils: Direkt im Anschluss dazu, demnächst soll
dein Buch erscheinen, in dem das Canvas auch besprochen wird.


Christiane: Ja, genau. Ich wollte, die digitale
Transformation und das Führen in der digitalen Zeit nicht nur als
Idee des Umdenkens vorstellen, sondern etwas praktisches
mitliefern, das Menschen anwenden können. Das Buch heißt
„Netzwerk schlägt Hierarchie – Neuere Führung mit Digital
Leadership“, und erscheint wahrscheinlich Mitte September.


Für mich geht es darum, den Menschen, die sich damit
auseinandersetzen wollen oder müssen, die erste Hürde zu nehmen.
Niederschwellig möchte ich sagen: „Jeder kriegt das hin. Es liegt
an euch. Habt ihr euch darüber Gedanken gemacht?“ Dann stelle ich
ein paar Konzepte vor. Effectuation ist mir sehr wichtig oder zu
lernen, Ressourcen schonend zu arbeiten. Nicht mehr so wie
früher: „Ich nehm den Job an, wenn ich eine Assistentin, ein Auto
und drei neue Mitarbeiter bekomme und die zwei, die ich habe,
sollen entlassen werden.“ Das ging früher. Heute geht das nicht
mehr.


Man muss lernen realistisch umzudenken und die Möglichkeiten, die
da sind, nutzen. Ich nenne es das „Tim Mälzer Prinzip“, als
Beispiel: Ich koche unter Zeitdruck. Kühlschrank auf,
Vorratskammer auf, die drei wichtigsten Lebensmittel, auf die ich
Lust habe, gebe ich bei Chefkoch ein. Diverse Rezepte werden
ausgespuckt und was mir am besten gefällt, nehme ich. Das
adaptiere ich zu meinen Möglichkeiten und dann koche ich dieses
Gericht. So funktioniert digitale Führung für mich. Aus
dem was ich habe, mache ich das Beste. Das Leben ist
kein Ponyhof. Ich hab jetzt dieses Team mit diesen Vorteilen und
diesen Macken, die ertrage ich einfach und wir machen das Beste
daraus. Dann werden wir ein Winning Team. Darum geht es in diesem
Buch.


Nils: Ich bin total gespannt. Ich denke, in
Zeiten von Fachkräftemangel ist das der einzige Weg, der
vielversprechend ist.


Christiane: Genau, unter den vielen Jobs in
meinem Leben, war ich auch „Bereichsleiterin Personal und
Kommunikation“ bei einer mittelständigen Bank. Das erste Mal in
meinem Leben wurde ich ernsthaft mit dem Thema Personalmanagement
in der Theorie konfrontiert. Ich hab immer Personal entwickelt,
aber ich war nicht in dem Management-Thema zu Hause. Dort habe
ich gespürt, wie das Thema Stellenbeschreibung und die ganzen
Recruiting-Prozesse, auch durch Software aufgegeben, das
behindern.


Oft hat man nicht die richtigen Leute gefunden, weil man nicht
die richtigen Fragen gestellt hat, die falschen Leute Erstauswahl
gemacht haben oder die Beschreibung immer männlich formuliert
waren. Es ist sehr schwierig ein diverses Team hinzubekommen,
wenn man sofort Vorurteile gegenüber Menschen hat, die anders
aussehen. In dieser Position ist mir vieles klar geworden und ich
habe angefangen, mich mit dem Thema „Wie findet man die richtigen
Mitarbeiter?“ zu beschäftigen. Ich wollte auch eine App, „Job
Digger“, dafür entwickeln. Das war ein Start-Up Projekte, das ich
eine Zeit lang gemacht habe. Leider wurde es nicht finanziert und
wir haben damit aufgehört. So bin ich auf dieses Thema
„Mitarbeiter führen, Menschen entwickeln, Führung im digitalen
Zeitalter“ gekommen. Für mich ist es wichtig, dass die richtigen
Menschen für die passenden Positionen gefunden werden und dieses
missmatchen endlich aufhört.
Wo ist die Digitalisierung in der Gesellschaft schon angekommen
und wo besteht noch Handlungsbedarf?

Nils: Die nächste Frage ist ein Sprung, aber
vielleicht passt es trotzdem. Du hast als Journalistin angefangen
und unterschiedliche Stationen erlebt. Wenn du zurückblickst und
auch durch die Brille deiner Kunden guckst, welche Bereiche sind
gut digitalisiert und was sind Ecken in unserer Gesellschaft, wo
wir ganz am Anfang stehen? Wo ist noch der größte
Handlungsbedarf?


Christiane: Unter wirtschaftlichen Aspekten
betrachtet, ist allgemein bekannt, dass dort am ehesten
digitalisiert wird, wo der Druck am größten ist. Wo sich
verändert werden muss, weil Wachstum sonst nicht mehr möglich ist
oder weil nicht ausreichend viel Geld verdient wird, um die
angestellten Mitarbeiter zu beschäftigen.


Nummer eins ist die Automobil- und Automobilzulieferbranche. Die
sind sehr stark digitalisiert. Ob sie immer das richtige Mindset
haben, ist sehr unterschiedlich, aber sie haben den Druck. Sie
müssen das machen, ob sie wollen oder nicht. Die zweite heftig
betroffene Branche ist in meinen Augen die Finanzbranche. Ich war
bei einer Bank. Ich weiß, wie weit sie es nicht schaffen, Kunden
glücklich zu machen. Das Thema „User Experience“ war bei einer
Bank nie das Thema. „Nein, sie können heute keinen Termin
bekommen.“ – „Ja, ich hab mir aber heute frei genommen.“ – „Ja,
trotzdem heute aber nicht.“ – Das war Bankwesen früher. Da ist
der Druck extrem hoch und es wird viel digitalisiert, Prozesse
werden optimiert und verschnellert.


Aber man kann auch unterschiedliche Wege nutzen, um als Kunde
zufrieden zu sein. Das finde ich sehr interessant. Mein liebster
Bereich ist nunmal die Medienlandschaft. Die hat sehr lange
gebraucht, sich mit dem Thema Digitalisierung und digitale
Transformation auseinander zu setzen. Das fand ich immer Schade.
Ich wollte immer gerne mit Medien arbeiten, aber sie haben sich
nicht für das Thema interessiert. Letztes Jahr wurde ich zum
ersten Mal eingeladen, einen Vortrag und Workshop zu halten über
Führung im digitalen Zeitalter und Mindset. „Wie ist das, wenn
ich das Geschäftsmodell ändere? Wie gehe ich mit Mitarbeitern
um?“


Die Medien fangen jetzt damit an und darüber bin ich sehr
glücklich. Da ist der Druck groß, weil die alten Geschäftsmodell
nur noch bedingt gut funktionieren. Bei den älteren Generationen
ja, aber alles was jung ist, möchte anders bedient werden. Sie
haben es schwer, weil die neuen digitalen Geschäftsmodelle
finanziell noch nicht so erfolgreich sind, wie die anderen. Der
Springer Verlag zeigt aber gerade, dass man auch digital Geld
verdienen kann. Ich hoffe, dass da mehr Drive reinkommt.


Medizin ist jetzt ein ganz großer Bereich. Philips ist dabei,
sich neu aufzustellen. Ich habe Leute in meinem Umfeld, die jetzt
in Medizin-Start-Ups arbeiten. Das wird auch noch spannend.


Nils: Da fällt mir gleich eine Anschlussfrage
ein. Du hast gesagt, im Journalismus-Bereich wollen die älteren
Leute Medien auf eine herkömmliche Weise konsumieren und die
Jüngeren nicht. Das stellt die Medienfirmen vor die
Herausforderung, dass sie beides machen müssen. Siehst du das
auch in anderen Bereichen?


Christiane: Ja, das sehe ich in vielen
Bereichen. Ich sehe viele mittelständische Unternehmen mit
200-300 Mitarbeiter, die dieses zweigleisige Modell fahren.
Einerseits das Klassische, weil sie das können und die Kunden da
sind. Auch wenn die Umsatzzahlen latent zurückgehen, sind sie
immer noch ok. Wenn sie klug sind, fahren sie auch das digitale
Modell. Dann sagen sie: „Wir experimentieren und haben ein
anderes Mindset. Fehler sind erstmal in Ordnung, solange wir
daraus lernen. Wir müssen noch nicht viel Geld verdienen. Wir
haben eine neue Firmenkultur. Wir lassen andere Kommunikations-
und Entwicklungswege zu.“


Kürzlich habe ich mit einer Unternehmerin gesprochen, die sehr
erfolgreich ist. Sie sagte zu mir: „Ich glaube, jetzt sind bei
mir beide Wege ganz gut. Wie führe ich sie zusammen?“ Das ist für
mich die nächste große Frage in der Businesswelt. Wie kriege ich
die beiden Welten zusammen? Oder muss ich sie zusammen bekommen?
Das werden die Zukunftsfragen sein.


Nils: Spannend. An diesem Punkt in unserem
Gespräch finde ich das offensichtlich, aber für mich ist die
Frage neu.
Was ist das größte Problem, das du im Rahmen der
Digitalisierung angehen wirst?

Nils: Dann kommen wir zu den drei
Abschlussfragen, die ich immer stelle. Was ist das größte
Problem, dass du konkret im Rahmen der Digitalisierung angehen
wirst? Sei es für dich selbst oder deine Clienten?


Christiane: Das wird im weitesten Sinne das
Thema „Führen im digitalen Zeitalter“ sein. Zum einen klassische
Führung, aber auch das Thema der Selbstführung. Ich merke bei mir
selber, dass ich beruflich Transformationen erlebe, weil ich so
viele verschiedene Jobs hatte und ich mich durch die
Digitalisierung beruflich stark verändert habe. Für mich
ist die Frage, inwieweit hält ein Mensch es aus, sich immer
weiter zu transformieren? Ist das zumutbar und machbar oder ist
es irgendwann genug? Welche Konsequenzen hat das für
mich, mein Leben und meinen Broterwerb? Das ist meine private
Frage. Im Beruflichen wird mich das Thema „Führung von
Unternehmen, Menschen und Prozessgestaltung für die neuen Zeit“,
beschäftigen.
Hilfreiche Quellen zum Thema Digitalisierung

Nils: Wenn du jemandem eine Quelle empfehlen
solltest, der sich für das Thema Digitalisierung interessiert,
dann kommt dein Buch natürlich zu allererst?


Christiane: Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin
nicht so die Theoretikerin. Du hast erzählt, du hörst viele
Podcasts. Ich spreche viel mit Menschen. Ich lese viele Blogs und
Zeitungsartikel. Ich lese gelegentlich Bücher, aber nicht so
gerne. Für mich sind die größten Quellen Events, bei denen man
sich austauschen kann. Barcamps, Hackathons, Medienkongresse und
überall da, wo man Vorträge hören und mit Menschen sprechen kann.
Idealerweise sind viele Veranstaltungen in der Lage die Vorträge
oder Paneldiskussionen aufzuzeichnen. Vieles kann man später
nachhören oder nachsehen. Ich interessiere mich für den
lebendigen Austausch. Deshalb sage ich auch immer allen Leuten,
die sich für diese neue Zeit interessieren, geht auf einen Mag
Barcamp oder zu einem Hackathon. Guckt euch an, wie es ist, wenn
man in kurzer Zeit ein Problem lösen will mit Menschen, die man
vorher noch nicht kannte. Guckt euch an, wieviel Spaß das macht.
Wenn ihr den Spirit „Wir kriegen das gemeinsam hin“ miterlebt,
verändert es das eigene berufliche Leben und die Wahrnehmung im
Privaten, von dem was eine Rolle spielt oder was Erfolg sein
kann. Das wären meine Empfehlungen.


Nils: Das kann ich nur bestätigen. Wen würdest
du gerne in Zukunft in diesem Podcast hören?


Christiane: Ach, da gibt es so viele Leute.


Nils: Gerne auch mehrere.


Christiane: Ich möchte keine Namen nennen, das
fände ich nicht nett. Ich habe gerade einen Fachartikel über
digitale Führung im Mittelstand geschrieben und festgestellt,
dass es unglaublich schwer war, Menschen zu finden, die bereit
und in der Lage waren (oder denen gestattet wurde) zu erzählen,
wie sie die digitale Transformation vorantreiben, unterstützen,
begleiten und erleben. Mich interessieren solche
Erfahrungsberichte. Wie haben wir das gemacht? Was hat gut
funktioniert und was nicht? Ich glaube ehrlicherweise nicht an
Rezepte. Ich glaube nicht, dass man sagen soll A,B,C,D und dann
funktioniert das. Je mehr unterschiedliche Beispiele man hört und
Erfahrungen man machen kann, desto mehr Vorstellungskraft hat man
von der digitalen Transformation. Dann würden mir mehr Leute
glauben, wenn ich sage: „Es gibt kein falsch, es gibt nur passend
oder unpassend.“ Deshalb würde ich es gut finden, wenn du mehr
Cases machen würdest von Menschen, die tatsächlich im Unternehmen
oder als Berater unterwegs sind und sich aktiv für den Wandel
einsetzen und was sie für Erfahrungen machen.


Nils: Eine Geschichte habe ich Ende Juli
gebracht, das Interview mit „Wer liefert was“.


Christiane: Ja, das muss ich mir anhören.


Nils: Das war die erste sehr konkrete Geschichte
in der Richtung. Ich werde weitere suchen.


Christiane: Ich kann dir später auch noch Namen
nennen.


Nils: Okay, vielen Dank. Dann war unser
Interview für heute.


Christiane: Danke Nils. Es hat mir Spaß gemacht.


Nils: Das war unser Interview mit Christiane
Brandes-Visbeck von Ahoi Consulting. Vielen Dank für das Gespräch
und für das Interesse. Bis zum nächsten Mal.


Der Beitrag E006: Wie kann man sich mit der Digitalisierung
arrangieren? – Christiane Brandes-Visbeck (Ahoi Consulting)
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E006: Wie kann man sich mit der Digitalisierung arrangieren? – Christiane Brandes-Visbeck (Ahoi Consulting)
E006: Wie kann man sich mit der Digitalisierung arrangieren? – Christiane Brandes-Visbeck (Ahoi Consulting)

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