E54: Wie funktioniert die Digitalisierung von KMUs in ländlichen Regionen? – Kurt Salman (freiberuflicher Berater für Digitalisierung)
vor 6 Jahren
Für den deutschen Mittelstand ist die Digitalisierung eine der
aktuell größten Herausforderungen. Das gilt auch und gerade für
KMUs in ländlich geprägten Regionen fernab der großen Metropolen.
Genau diesen Unternehmen hilft Kurt Salman.
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vor 6 Jahren
Für den deutschen Mittelstand ist die Digitalisierung
eine der aktuell größten Herausforderungen. Das gilt auch und
gerade für KMUs in ländlich geprägten Regionen fernab der großen
Metropolen. Genau diesen Unternehmen hilft Kurt Salman. Er stammt
aus der Oberpfalz und ist freiberuflicher Berater für
Digitalisierung. Als solcher unterstützt er KMUs aus seiner
Region, wenn es um Themen wie Industrie 4.0, New Business
Development oder Innovation Management geht. Im Interview mit
Nils berichtet er von den größten Herausforderungen, denen sich
Mittelständler in Sachen Digitalisierung stellen müssen, und
erklärt, wie Networking und das Finden von geeigneten Partnern
auch in ländlichen Regionen funktionieren kann.
Die drei entscheidenden Aspekte der Digitalisierung
Um die Digitalisierung von Unternehmen erfolgreich zu gestalten,
sind laut Salman drei Aspekte entscheidend: Mindset, Technologie
und Geschwindigkeit. Nur wer das richtige, agile Mindset
mitbringe und neue Technologien richtig einsetze, könne im
Zeitalter der Digitalisierung erfolgreich sein. Beides nütze aber
nichts, wenn die Geschwindigkeit nicht stimme: „Man kann ein noch
so tolles Mindset haben, man kann sehr gute Technologien
einsetzen – aber die Challenge ist die Geschwindigkeit“, erklärt
Salman. Die entscheidenden Frage lautet dementsprechend: Wie
schnell können wir forschen, entwickeln, umsetzen, testen,
probieren, suchen? Erst wenn hier eine gewisse Geschwindigkeit
erreicht sei, könne es sich ein Unternehmen leisten, auch hin und
wieder Fehler zu machen.
Digitalisierung ist nicht gleich Home Office
Während die drei genannten Aspekte für Salman ganz entscheidend
mit der Digitalisierung zusammenhängen, haben andere Faktoren
eine weit weniger wichtige Bedeutung. So etwa das Thema „Home
Office“. Das orts- und zeitunabhängige Arbeiten sei zwar ein
Aspekt, der im Zuge der Digitalisierung durchaus bei einigen
Unternehmen eingeführt werde. Es gebe aber zahlreiche Beispiele,
in denen das Home Office trotz Digitalisierung nicht oder
zumindest noch nicht möglich sei, etwa in konservativen Betrieben
mit Schichtarbeit.
Entscheidend sei hier wie auch in anderen Unternehmen, dass man
alle Mitarbeiter mitnimmt und ein Klima schafft, das jeden
Kollegen zufriedenstellt. Das könne zur Folge haben, dass alle
Kollegen solange vor Ort im Unternehmen anwesend sein müssen, bis
eine Home-Office-Lösung für alle Mitarbeiter gefunden worden ist.
Gerechtigkeit ist hierbei also das entscheidende Schlagwort.
Gleichzeitig ist eine solche Lösung nicht als Ultima Ratio
anzusehen, sondern als eine vorläufige Maßnahme. Wichtig sei,
dass das Unternehmen weiter forsche und ausprobiere, um auf diese
Weise vielleicht doch noch Mittel und Wege zu finden,
Home-Office-Möglichkeiten oder andere Ausgleichsmaßnahmen für
alle Mitarbeiter zu schaffen.
Der erste Schritt zur Digitalisierung: Erkennen, dass man
handeln muss
Eine der größten Herausforderungen mit Blick auf die
Digitalisierung ist laut Salman zunächst einmal die grundlegende
Erkenntnis, dass eine Digitalisierung des eigenen Unternehmens
überhaupt notwendig ist. Denn viele Unternehmer würden keinen
Grund für eine Digitalisierung sehen, solange ihre Auftragsbücher
voll seien. Dabei übersehen sie laut Salman jedoch, dass die
digitale Transformation ganze Geschäftsmodelle in nur wenigen
Jahren obsolet werden lassen kann. Wichtig sei deshalb, in Zahlen
nachzuweisen, wie sich Branchen und Geschäftsfelder in den
kommenden Jahren entwickeln werden und die Unternehmer auf diese
Weise zum Handeln zu bringen.
Investieren und Vertrauen als zentrale Hürden
Die zweite zentrale Herausforderung ist Salman zufolge das
Investieren und damit verknüpft auch das Thema „Vertrauen“. Denn
neue IT ist nicht nur teuer. Man investiert auch in eine bloße
Idee und in eine Person, die man zuvor in der Regel nicht kennt,
in der Hoffnung, dass diese Person die eigene Idee „richtig“
umsetzen werde. Es müsse also ein enormer Kosten- und vor allem
Vertrauensvorschuss seitens der Unternehmen geleistet werden.
Networking und Akquise in ländlichen Regionen
Die dritte große Herausforderung, der sich Unternehmen
gegenübersehen, ist das Thema „Vernetzung“, also die Frage, wie
ein Unternehmer die geeigneten Partner findet, um die
Digitalisierung voranzutreiben. Insbesondere für Mittelständler
in ländlichen Regionen kann das eine enorme Hürde darstellen. Im
Interview gibt Salman Tipps, wie er das Problem aus seiner Sicht
– also von der anderen Seite aus – angeht und sich selbst als
Sparringspartner und Berater im Bereich Digitalisierung
positioniert.
Um Öffentlichkeit zu erzeugen und Unternehmer auf das Potenzial
der Digitalisierung aufmerksam zu machen, plant er beispielsweise
einen Podcast, der sich speziell an Mittelständler in der
Oberpfalz richtet. Bei diesem sollen unter anderem
Fördermöglichkeiten besprochen, aber auch KMU-Paradebeispiele
vorgestellt werden, die durch die Digitalisierung einen enormen
Sprung nach vorne gemacht haben. Die Idee dahinter: Es soll
gezeigt werden, wie riesig die Möglichkeiten sind, die durch die
Digitalisierung geschaffen werden können. Und es soll
veranschaulichen: Wenn die das schaffen, können wir das auch!
Zudem sei es wichtig, Unternehmen zu Vorträgen einzuladen und sie
gegebenenfalls auch direkt vor Ort zu besuchen. So könne schnell
analysiert werden, wo Digitalisierungspotenziale liegen. Das
Ganze könne zudem mit Fördermöglichkeiten und Investoren
verbunden werden, indem aufgezeigt wird, welche
Wachstumsmöglichkeiten in dem gegebenen Unternehmen mit Hilfe der
Digitalisierung stecken. Auf diese Weise, so Salmans Kalkül,
könne die Geschwindigkeit des Veränderungsprozesses noch einmal
drastisch gesteigert werden. Und das ist, wie Salman immer wieder
betont, ja letztlich der wesentliche Faktor, wenn es um die
erfolgreiche Digitalisierung von Unternehmen geht.
Viel Spaß beim Zuhören!
Links aus dem Interview:
Kurt Salman (Webseite)
Kurt Salman bei linkedIn
Kurt Salman bei Xing
Kurt Salman bei Twitter
Robert C. Martin: „The clean coder“ (Buch)
Harward Business Magazin
medium.com
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ländlichen Regionen? – Kurt Salman (freiberuflicher Berater für
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