E55: Wie wird die Zusammenarbeit mit Freelancern zum Erfolg? – Daniel Barke (WorkGenius)
vor 6 Jahren
Das digitale Zeitalter ist auch die Ära des Freelancing: Orts- und
zeitunabhängig zu arbeiten ist heute einfacher denn je.
Selbstbestimmung und Flexibilität gehören längst zu den zentralen
Aspekten, wenn es um die Frage nach einer erfüllenden Tätigkeit...
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 6 Jahren
Das digitale Zeitalter ist auch die Ära des Freelancing:
Orts- und zeitunabhängig zu arbeiten ist heute einfacher denn je.
Selbstbestimmung und Flexibilität gehören längst zu den zentralen
Aspekten, wenn es um die Frage nach einer erfüllenden Tätigkeit
geht. Gleichzeitig schätzen immer mehr Unternehmen die Vorteile,
die eine flexible Workforce aus externen Mitarbeitern mit sich
bringt.
Daniel Barke und Marlon Litz-Rosenzweig haben die Zeichen der
Zeit früh erkannt und mit WorkGenius eine Freelancing-Plattform
der besonderen Art entwickelt. Denn WorkGenius bringt Unternehmen
und Freelancer nicht nur zusammen, sondern unterstützt auch bei
dem gesamten Prozess der Zusammenarbeit. Zu den Kunden zählen
dabei sowohl kleine und mittelständische Unternehmen als auch
international agierende Konzerne. Der Freelancer-Pool beträgt
rund 400.000 Menschen aus Europa und Nordeuropa – Tendenz
steigend.
Im Interview mit Nils erklärt WorkGenius-Gründer und
-Geschäftsführer Daniel Barke, was seine Plattform anders macht
als andere Freelancer-Plattformen, woran die Zusammenarbeit mit
externen Mitarbeitern bei so vielen Unternehmen scheitert – und
wie man es besser machen kann.
WorkGenuis: Mehr als eine Freelancing-Plattform
Wenn von Freelancing-Plattformen die Rede ist, kommen schnell
Namen wie Fiverr oder Upwork auf. Bei diesen und ähnlichen
Plattformen können Freelancer und Kreative ihre Dienste anbieten
und sich auf Ausschreibungen und Projekte von Unternehmen
bewerben. Auch bei WorkGenius geht es darum, Freelancer und
Unternehmen zusammen zu bringen.
WorkGenius bietet aber noch mehr. Durch die Kombination von
künstlicher und menschlicher Intelligenz hilft das Unternehmen
anderen Firmen dabei, den gesamten Prozess der Zusammenarbeit mit
externen Mitarbeitern zu vereinfachen und einen reibungslosen und
erfolgreichen Ablauf zu ermöglichen. WorkGenius übernimmt bei
Bedarf nicht nur eine Vorauswahl geeigneter Bewerber und das
eigentliche – sehr stark technologisch getriebene – Matchmaking,
sondern auch die Kommunikation und die bürokratische Abwicklung
von der Bezahlung bis zur Compliance.
Gerade für große Unternehmen, die mit einer Vielzahl von
Freelancern zusammenarbeiten, ist eine solche Unterstützung laut
Barke zentral. Wer nur hin und wieder einen externen Mitarbeiter
für kleinere Projekte benötige, der könne sicherlich gut mit
einer klassischen Freelancer-Plattform arbeiten. Wer aber darüber
nachdenkt, die externen Ressourcen stark auszuweiten und
regelmäßig mit vielen verschiedenen Freelancern
zusammenzuarbeiten, der könne das kaum über eine herkömmliche
Freelancer-Plattform abwickeln.
„Wenn ich mir vorstelle, hundert Leute einzeln über entsprechende
Plattformen zu beschäftigen, verliere ich mich so stark in dem
Overhead, dass es am Ende keinen Sinn mehr macht, die flexiblen
Ressourcen zu nutzen“, erklärt Barke. Und weiter: „Flexible
Ressourcen müssen wirklich flexibel sein. Es bringt nichts, wenn
ich einen Freelancer suche, der zwei Wochen für mich arbeitet,
ich aber vier Wochen brauche, um ihn zu finden und zu briefen.“
Klare Prozesse für die Suche nach externen Arbeitskräften
Gerade bei der Suche nach guten externen Mitarbeitern spielt die
Digitalisierung eine entscheidende Rolle, ist Barke überzeugt.
Digitalisierung ist für ihn letztlich „ein Aufbrechen von
bestehenden Strukturen“. Bezogen auf die Zukunft des Arbeitens
bedeute das beispielsweise, dass Unternehmen eben nicht mehr die
komplette Workforce bei sich intern auf dem Bürostuhl sitzen
haben müssen. Im Gegenteil: Eine Erweiterung der Ressourcen durch
unabhängig arbeitende Freelancer sei für viele Unternehmen
nachhaltiger und sinnvoller.
Digitalisierung im HR-Bereich heißt für Barke deshalb auch, dass
insbesondere bei der Suche nach externen Mitarbeitern neue,
digitale Prozesse geschaffen werden. Denn während es bei der
Auswahl von internen Mitarbeitern bereits standardisierte, zum
Teil sehr aufwändige Selektionsprozesse gibt, die darauf
abzielen, die besten Bewerber ins Unternehmen zu holen, sind
Barke zufolge kaum Prozesse vorhanden, die sich um Freelancer
oder flexible Ressourcen kümmern.
Freelancing als Arbeitsform der Zukunft
„Das ist häufig ein Thema, dass nicht zentral über HR läuft,
sondern das die einzelnen Bereiche selbst angehen“, erläutert
Barke. Nicht selten würden Aufgaben dann an Freunde oder Bekannte
verteilt – ein Vorgehen, das mit Blick auf die Vergabe von
internen Stellen unvorstellbar wäre. Und auch bei der Suche nach
geeigneten Externen sei eine solche Praxis nicht zielführend, da
zunehmend mehr Projekte über Freelancer laufen:
„Unternehmen müssen aufpassen“, ist Barke überzeugt. In den USA
seien beispielsweise bereits heute 40 Prozent der Workforce
freiberuflich aktiv. Auch in Europa werde das irgendwann der Fall
sein. „Und wenn ich als Unternehmen meine Prozesse darauf nicht
ausgerichtet habe, dann kriege ich natürlich irgendwann ein
Riesenproblem.“
Mehrwert auch für Freelancer
Genauso wichtig wie die Unterstützung der Unternehmen ist Barke,
dass die Freelancer, die sich auf WorkGenius anmelden, mit der
Plattform zufrieden sind. „Unser Produkt muss für beide Seiten
eine Daseinsberechtigung haben“, so Barke, „denn nur so können
auch wir letztlich unseren Teil damit verdienen.“
Für Freelancer bietet die Plattform auf ganz unterschiedliche
Weise einen Mehrwert. Einer der wichtigsten Aspekte: Die
Freelancer müssen sich nicht um die Kundenakquise kümmern und
lange Angebote schreiben, auf die sie eventuell nie eine
Rückmeldung erhalten. Außerdem gibt WorkGenius den Freelancern
eine gewisse Planungssicherheit, was das monatliche Einkommen
betrifft. Das schafft die Plattform einerseits, indem jedem
Freelancer garantiert wird, dass der Verdienst innerhalb von 24
Stunden nach Auftragsabschluss auf seinem Konto ist. Andererseits
informiert WorkGenius die Freelancer über Projekte, die den
bisherigen Projekten ähneln, und rechnet das Auftragsvolumen aus,
das die Freelancer mit den zusätzlichen Projekten in den nächsten
Wochen verdienen könnten.
Feste Preise gegen das Preisdumping
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der den Freelancern zugutekommt
und WorkGenius von vielen anderen Freelancer-Plattformen abhebt,
ist die Preistransparenz beziehungsweise das Festsetzen der
Preise.
Während auf anderen Marktplätzen oft ein starker Preiskampf
herrscht und Dienstleistungen zu geradezu unethisch niedrigen
Preisen angeboten werden, gibt es auf WorkGenius standardisierte
Preise, die anhand verschiedener Daten berechnet werden. Zwar
gibt es unterschiedliche Preisstufen. Diese bemessen sich aber
ausschließlich an dem jeweiligen Qualitäts- und Erfahrungslevel
der Freelancer. Darüber hinaus ist es den Freelancern nicht
möglich, von den vorgegebenen Preisen abzuweichen.
Das Briefing entscheidet über den Erfolg
Der Hintergedanke: Auf WorkGenius soll ein Preiskampf ganz
bewusst vermieden werden. Denn gerade in Deutschland würde das
Thema externe Ressourcen häufig immer noch mit dem Outsourcing an
billige Arbeitskräfte in Niedriglohnländern verknüpft werden.
Diese gedankliche Verknüpfung wollen die Gründer der Plattform
auflösen, indem sie den Unternehmen klar sagen: „Wir geben dir
die besten Leute, aber die besten Leute haben auch ihren Preis.“
Und noch in einem weiteren wichtigen Punkt unterstützt WorkGenius
die Freelancer und erleichtert ihnen ihre Arbeit. Nämlich wenn es
um das Thema Kommunikation und Briefing geht. Im Büroalltag seien
viele es oft nicht gewohnt, akkurat zu briefen, weil sie ihr
Briefing jederzeit nachjustieren und wichtige Details später noch
zurufen können, erläutert Barke. Wenn man aber jemanden remote
briefe, werde es wesentlich wichtiger, gleich zu Beginn akkurat
zu sein, weil das Konkretisieren im Nachgang schwieriger sei. Das
Problem sei dabei dann aber nicht das eigentliche Arbeiten auf
Remote-Basis, sondern die Kommunikation.
Deshalb unterstützt WorkGenius auch in Sachen Briefing und sorgt
dafür, dass mit dem Einsatz von Briefing-Generatoren und
Briefing-Checks eine Auftragsbeschreibung entsteht, die alle
wesentlichen Informationen enthält, damit der Freelancer das
Projekt erfolgreich ausführen kann, ohne dass unnötige Briefing-
und Korrekturschleifen entstehen.
Übrigens: Die Gründer von WorkGenius sind so von ihrem Produkt
überzeugt, dass sie ihre Plattform auch selbst immer wieder
nutzen, um Freelancer für eigene Projekte zu finden – oder wie es
Barke ausdrückt: „Wir essen unser eigenes Essen.“ Das hat gleich
zwei Vorteile: Zum einen können sie so auf ihren eigenen riesigen
Pool an Fachkräften zurückgreifen. Zum anderen werden sie als
Tester des eigenen Produkts schneller auf Pain Points aufmerksam
und können eventuelle Hürden und Probleme schneller beheben.
Viel Spaß beim Zuhören!
Links aus dem Interview:
Daniel Barke bei Twitter
Daniel Barke bei LinkedIn
Daniel Barke bei XING
WorkGenius
TED: Idea worth spreading
Der Beitrag E55: Wie wird die Zusammenarbeit mit Freelancern zum
Erfolg? – Daniel Barke (WorkGenius) erschien zuerst auf
SoftwareForFuture Podcast.
Weitere Episoden
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.