E60: Warum wird der Mensch mit zunehmender Digitalisierung immer wichtiger? – Sascha Adam (Selbstständig)

E60: Warum wird der Mensch mit zunehmender Digitalisierung immer wichtiger? – Sascha Adam (Selbstständig)

vor 6 Jahren
Je digitaler unsere Welt wird, desto wichtiger ist der Mensch – davon ist Sascha Adam überzeugt. Adam ist selbstständiger Sparringspartner und Interimsmanager für digitale Transformationsprozesse. Als solcher begleitet er Unternehmen bei der Digitalisi...
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Beschreibung

vor 6 Jahren







Je digitaler unsere Welt wird, desto
wichtiger ist der Mensch – davon ist Sascha Adam
überzeugt. Adam ist selbstständiger Sparringspartner
und Interimsmanager für digitale
Transformationsprozesse. Als solcher begleitet er
Unternehmen bei der Digitalisierung und findet
gemeinsam mit ihnen Lösungen für die damit
einhergehenden Herausforderungen. Im Interview mit
Nils erläutert er die drei Phasen der Digitalisierung
und erklärt, warum der Mensch zunehmend an Bedeutung
gewinnt.
Drei Phasen der Digitalisierung

Adam gliedert die Digitalisierung in drei Phasen. Die
erste Phase habe vor rund 10 bis 15 Jahren begonnen.
Damals sei es vor allem um Themen wie große
CRM-Systeme und SAP gegangen. Im Zentrum standen die
Automatisierung von Prozessen mithilfe von
Standardsoftware mit dem Ziel der
Effizienzsteigerung.


Vor etwa 5 bis 7 Jahren hat dann laut Adam die zweite
Phase der Digitalisierung, die digitale
Transformation, eingesetzt. Unter Transformation
versteht Adam einen Paradigmenwechsel, bei dem das
eigene Denken und der eigene Blickwinkel komplett
verändert werden: „Wir müssen heute ganz anders auf
die Herausforderungen und Lösungen gucken als
früher“, meint Adam und veranschaulicht das am
Beispiel neuer Geschäftsmodelle: „Ich kann viele
Schulungen machen zur Plattformökonomie oder zu
heutigen Abo-Modellen. Alles schön und gut. Aber das
Entscheidende ist, wirklich zu verinnerlichen, dass
wir nicht an einzelnen Stellschrauben drehen, sondern
dass sich das gesamte System daran anpassen muss.“ Es
gehe darum, wirklich aus unserer Komfortzone
herauszugehen, das eigene Ego zurückzunehmen und zu
verstehen, dass wir tatsächlich jeden Tag Neues
dazulernen.


Die dritte, gerade anbrechende Phase der
Digitalisierung schließlich sei die Phase der
Automatisierung im Zuge von Machine Learning,
Künstlicher Intelligenz und IoT: „Systeme werden
immer mehr in der Lage sein, Dinge selbstständig,
autonom abwickeln zu können“, so Adam. Im Zuge dieser
Übernahme von Prozessen durch Algorithmen wird sich
die Art und Weise, wie wir mit Maschinen
interagieren, noch einmal dramatisch wandeln. „Diese
Algorithmen werden teilweise Entscheidungen treffen
für Prozesse, für die wir verantwortlich sind“,
erläutert Adam. Entsprechend müsse man ein enormes
Vertrauen in die Algorithmen haben. „Denn“, so Adam,
„ich kann mit so einem Algorithmus nicht wirklich
kommunizieren.“
Der Mensch im Mittelpunkt

Wichtig zu betonen ist Adam, dass die digitale
Transformation ein hochindividueller Prozess ist. Es
gehe immer darum, genau zu schauen, wo ein
Unternehmen und die Menschen, die darin arbeiten,
gerade stehen, und dann die (neuen) Prozesse genau
darauf abzustimmen. Zudem sei es essenziell, die
Menschen wirklich zu integrieren: „Es geht nicht
darum, einfach eine neue Software einzusetzen. Es ist
immer die Frage, wie du es tust“, ist Adam überzeugt.
Das bedeutet laut Adam auch, dass man bestimmte
Entscheidungen nicht ohne Rücksicht auf Verluste
durchziehen sollte. Wichtiger sei es hingegen, die
Menschen zu befähigen, Dinge selbstständig
voranzutreiben und mitzuwachsen, sie zu „enabeln“.


Gleichzeitig stellt Adam klar, dass diese
Transformationsprozesse keineswegs immer reibungslos
ablaufen: „Das ist kein Change-Programm, sondern hat
oft auch mit Konflikten zu tun.“ Da gehe es oft
emotional zu, weil man plötzlich merke, dass man mit
dem bisherigen Denken nicht weiterkomme – und das sei
kein schönes Gefühl.
Das Positivbeispiel Microsoft

Die digitale Transformation und der damit
einhergehende Kulturwandel stellt viele Unternehmen
vor große Herausforderungen. Ein Unternehmen, dass
diese Herausforderungen mit Bravour gemeistert hat,
ist Adam zufolge Microsoft. Unter der autokratischen
Führung von Steve Ballmer habe der Konzern viele
strategische Fehlentscheidungen getroffen. Satya
Nadella habe es dann innerhalb von nur zwei Jahren
geschafft, Microsoft zu transformieren und
zukunftsfähig zu machen: „Er hat es geschafft, das
Unternehmen und seine Kultur in Richtung Cloud zu
führen, indem er die Software für alle Endgeräte und
Betriebssysteme geöffnet hat“, bringt es Adam auf den
Punkt. Für die Kunden sei das logisch gewesen, für
ein Unternehmen wie Microsoft aber ein riesiger
Schritt.


Viel Spaß beim Zuhören!
Links aus dem Interview

Sascha Adam bei XING
Sascha Adam bei LinkedIn
Sascha Adams XING-Coaching-Profil
Website Sascha Adam
Buchtipp


Hit Refresh: Wie Microsoft sich neu
erfunden hat und die Zukunft
verändert
Satya Nadella, Jill Tracie Nichols, Greg Shaw









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