SONDERAUSGABE: Wie digitalisiert man Offline-Events in Zeiten des Corona-Virus über Nacht? – Lisa Glass & Christoph Haß (PwC)
vor 6 Jahren
Plötzlich ist alles anders: Durch die rasante Verbreitung des
Corona-Virus mussten sich Unternehmen quasi über Nacht
digitalisieren. Sie mussten ihren Mitarbeitenden das Arbeiten im
Homeoffice gewähren, Offline-Events absagen und teilweise sogar
ganze ...
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Beschreibung
vor 6 Jahren
Plötzlich ist alles anders: Durch die rasante Verbreitung
des Corona-Virus mussten sich Unternehmen quasi über Nacht
digitalisieren. Sie mussten ihren Mitarbeitenden das Arbeiten im
Homeoffice gewähren, Offline-Events absagen und teilweise sogar
ganze Geschäftsmodelle überdenken.
Doch wie schafft man es, ein Unternehmen in kürzester
Zeit digital aufzustellen? Auf welche Herausforderungen muss man
sich einstellen? Welche Tipps sollte man beachten? Und: welche
Chancen kann die Krise bieten?
In unserer Corona-Sonderausgabe besprechen wir genau das
mit Lisa Glass und Christoph Haß von PwC. Sie sind für das Thema
digitale Transformation und Startups zuständig und betreuen die
Initiative „PwC NextLevel“ für den Raum Norddeutschland.
NextLevel bietet Startups verschiedene Programme, mit denen PwC
den Gründenden hilft, ihr Unternehmen auf die nächste Stufe zu
heben. So beispielsweise das Programm Scale, das Lisa und
Christoph initiiert haben.
Scale richtet sich an junge Firmen, die bereit sind für
die Skalierung. Die Unternehmen werden über einen gewissen
Zeitraum gecoacht, ihnen wird ein Mentor von PwC zur Seite
gestellt, es werden Master Classes und Insight Sessions
angeboten. Zudem bekommen die Startups Zugang zu Konzernen und
anderen etablierten Großkunden von PwC.
Absagen, aufschieben oder anpassen?
Vor allem die persönliche Vernetzung und der enge Austausch
spielen bei Scale eine zentrale Rolle. Genau diese Aspekte sind
aktuell jedoch aufgrund von Kontaktverboten und Ausgangssperren
besonders von den Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des
Corona-Virus betroffen. Entsprechend wurde zunächst debattiert,
ob es nicht das Beste wäre, das ganze Programm abzusagen oder auf
unbestimmte Zeit zu verschieben. Doch dann kamen Lisa und
Christoph zu einem anderen Schluss:
„Wir überlegten, dass es genau jetzt wichtig ist, weiter
Unterstützung anzubieten“, so Lisa. „Denn gerade jetzt, wo die
ganzen Messen und Events ausfallen, wird es für junge und
wachsende Unternehmen schwierig, neue Leeds zu generieren.“
Deshalb hat PwC kurzerhand eine „Digital Edition“ des
Scale-Programms ins Leben gerufen. Dabei werden nicht nur alle
Sessions und Mentorings digital durchgeführt. Auch das Curriculum
wurde an die besonderen Herausforderungen der Zeit angepasst. So
wurden beispielsweise Themenblöcke zur Beschaffung von
Fördermitteln oder zum Business Model Reviewing aufgenommen.
Die persönlichen Treffen und Netzwerkveranstaltungen sollen
unterdessen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
Nichtsdestotrotz wird das breite Klienten-Netzwerk von PwC auch
im Laufe des Programms gezielt aktiviert, um wichtige Kontakte
zwischen Startups und Investoren zu ermöglichen. Denn gerade für
junge, noch weitgehend unbekannte Firmen sei es in Krisenzeit wie
dieser eine enorme Herausforderung, mit potenziellen Investoren
in Kontakt zu kommen. Wer sich bisher keinen Namen gemacht habe,
habe es jetzt umso schwerer, erklärt Christoph. Genau deshalb sei
es für Gründer so hilfreich, mit PwC zusammenzuarbeiten. Denn sie
könnten von der Marke des Unternehmens profitieren.
Voraussetzungen für eine schnelle Umstellung
Dass PwC so rasch agieren und das Scale-Programm binnen weniger
Tage umstrukturieren konnte, kommt nicht von ungefähr. „Wir haben
sehr, sehr gute Voraussetzungen, was digitale Infrastruktur
angeht“, so Christoph. Auch das interne Wissen in Sachen
digitales Kollaborieren ist innerhalb der Firma in den letzten
Jahren stark ausgebaut worden. Und schließlich sind auch die
teilnehmenden Startups sehr agil und dynamisch. Da stelle das
remote Arbeiten kein Problem dar. Für einige Firmen ist das
Scale-Programm sogar gerade dadurch noch spannender geworden.
Denn durch die Umstellung auf ein rein digitales Konzept werden
nun auch Startups angesprochen, die nicht im direkten Hamburger
Umkreis ansässig sind und sich die weiten Fahrten und damit
verbundenen Kosten sparen können.
Für viele Mittelständler hingegen sind die neuen Anforderungen,
die über Nacht auf sie hereingebrochen sind, eine enorme
Belastung. Um künftig besser digital aufgestellt zu sein, sind
laut Christoph deshalb zwei Dinge zentral: Erstens sollte sich
Unternehmen darum kümmern, dass grundsätzlich die geeignete
Infrastruktur bereitsteht. Und zweitens sollten sich intern in
den Unternehmen digitale Sparringspartner etablieren. Dieses
Konzept hat sich auch bei PwC selbst bewährt: Hier begleiten
jüngere Kolleginnen und Kollegen die älteren Partnerinnen und
Partner über einen längeren Zeitraum und geben ihnen Einweisungen
in technische Innovationen und neue Prozesse.
Die wichtigsten Tipps für erfolgreiche digitale Workshops
Auch für das Abhalten von digitalen Workshops hat Christoph
einige konkrete Tipps. So könne es sinnvoll sein, verschiedene
digitale Räume parallel zu nutzen, sodass mehrere Sessions
innerhalb einer Videokonferenz besucht und auch zwischen ihnen
hin- und her gewechselt werden kann. Ein Tool, das derartiges
anbietet, ist etwa Zoom. Zudem sind laut Christoph sogenannte
Jamboards hilfreich: digitale Whiteboards, an die man virtuelle
Post-Its pinnen kann.
Weiterhin sei es wichtig, große Workshops auf mehrere kleine
Sessions aufzuteilen und eventuell sogar zwischendrin
„Hausaufgaben“ aufzugeben. Und schließlich sei entscheidend, dass
man verschiedene Tools und Services einfach mal teste, kombiniere
und gemeinsam mit den Teilnehmenden anwende. Denn, so Christoph,
auch die beste Technologie kann nur dann funktionieren, wenn sie
auch tatsächlich nutzbar gemacht wird.
Viel Spaß beim Zuhören!
Links aus dem Interview:
Lisa Glass bei XING
Christoph Haß bei XING
Das Scale-Programm von PwC
Ihr wollt wachsen und Euer Geschäftsmodell skalieren? Dann seid
Ihr beim Scale-Programm von NextLevel richtig!
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