E78: Wozu braucht es den Menschen in einer durchdigitalisierten Welt? – Sven Enger (Autor, Speaker und Experte für Digitalisierung)
vor 5 Jahren
So ziemlich jeder Bereich des privaten, gesellschaftlichen und
wirtschaftlichen Lebens ist vom digitalen Wandel betroffen. Das
nehmen viele Menschen als Bedrohung wahr. Sie betrachten die neuen
digitalen Lösungen als Konkurrenz und haben Angst vor der ...
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Podcaster
Beschreibung
vor 5 Jahren
So ziemlich jeder Bereich des privaten,
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens ist
vom digitalen Wandel betroffen. Das nehmen viele
Menschen als Bedrohung wahr. Sie betrachten die neuen
digitalen Lösungen als Konkurrenz und haben Angst vor
der Zukunft.
Wichtig ist deshalb laut Sven Enger, sich
intensiv mit der Digitalisierung und ihrem Nutzen zu
befassen und sich nach der eigenen Rolle in unserer
zunehmend durchtechnologisierten Welt zu
fragen.
Enger ist Keynotespeaker, Autor und
Impulsgeber für Digitalisierung. Einen besonderen
Fokus in seinen Vorträgen und Büchern legt er auf die
Frage, wie der digitale Wandel unsere Gesellschaft
transformieren wird. Darum und um die Frage, welche
Auswirkungen die immer stärker um sich greifende
Technologisierung auf unser Selbstverständnis hat,
geht es auch in dieser Podcast-Episode.
Digitalisierung als „innere Haltung“
Die Digitalisierung verändert Wirtschaft und
Arbeitswelt fundamental. Dieser Wandel fordert von
Unternehmen und Organisationen ein radikales Umdenken
und neue Herangehensweisen. Aktuell „wird zwar
unglaublich viel über das Thema Digitalisierung
gesprochen“, so Enger. Gleichzeitig werde aber „recht
wenig nachgedacht und vor allen Dingen abgeglichen.“
Viele Unternehmen würden glauben, dass
Digitalisierung wie eine To-do-Liste sei, die man
einfach Schritt für Schritt abarbeiten könne, und am
Ende sei man dann „digital“. Bevor man aber überhaupt
mit der Digitalisierung beginne, sollte man sich
jedoch die Frage stellen, was man überhaupt damit
erreichen möchte.
Für Enger steht deshalb fest: „Digitalisierung ist
keine Aufgabe, die ich einmalig abhake.“ Vielmehr sei
es eine innere Haltung: eine innere Haltung, die man
zu sich selbst oder auch zum jeweiligen Unternehmen
entwickeln müsse und die einen dann ein Leben lang
begleiten werde.
Sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen,
erfordert laut Enger sehr viel Mut. Man müsse sich
trauen, einfach mal loszulaufen und ruhig auch mal
ein Stück weiter zu gehen als andere. Das sei zwar
durchaus mit Risiken verbunden, könne aber auch große
Chancen bieten.
Viele Menschen scheuen sich jedoch noch immer davor,
sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen. Denn
oft ist der digitale Wandel ein stark angstbesetztes
Thema. Enger nennt hierfür das Paradebeispiel
Künstliche Intelligenz: Viele würden sie als
Bedrohung wahrnehmen, aus der Angst heraus, die
Roboter könnten irgendwann intelligenter werden als
wir Menschen. Enger sieht das pragmatisch. Er geht
davon aus, dass KI wahrscheinlich heute schon viel
weiter ist als die menschliche Intelligenz und wir
diesen Wettbewerb nur verlieren können. Sein lockerer
Tipp als Speaker lautet daher: „Machen Sie sich nicht
so viel Sorgen um die Künstliche Intelligenz. Ich
würde mir viel mehr Sorgen machen um die biologische
Intelligenz.“
Die entscheidende Frage
Laut Enger sei es das Beste, zu akzeptieren, dass
sich KI viel schneller und dynamischer entwickelt und
sie zudem deutlich rationalere und rein sachbezogene
Entscheidungen treffen kann als wir. Die
entscheidende Frage laute deshalb: Was macht uns
Menschen dann noch aus? Und damit zusammenhängend:
Wie definieren wir uns? Was sind wir eigentlich?
Um diese Fragen beantworten zu können, lädt Enger zu
einem Gedankenexperiment ein: Was wäre, wenn die
Roboter, Maschinen und smarten Geräte, die permanent
intelligenter und produktiver werden, plötzlich
anfangen würden, Fragen zu stellen? Was wäre, wenn
sie uns Menschen und unser Treiben beobachten würden?
Und was, wenn sie dann darüber nachdenken würden,
wozu es eigentlich den Menschen braucht? Was würden
wir ihnen darauf antworten?
Es lohnt sich, diese andere Perspektive einmal
einzunehmen und dann wirklich in sich zu gehen, um
herauszufinden, was es ist, das uns als Menschen
auszeichnet und abhebt. Denn, davon ist Enger
überzeugt, wir alle wollen etwas Sinnhaftes tun, uns
gebraucht fühlen und das Gefühl haben, einen
produktiven Beitrag in der Gesellschaft leisten zu
können. Dass die Frage nach der Sinnhaftigkeit und
dem Zweck der Existenz immer drängender werde, sehe
man beispielsweise auch daran, dass psychische
Krankheiten in der Weltgesellschaft exponentiell
zunähmen.
Unser USP
Zwar könnte und sollte jeder die Frage, was den
Menschen ausmacht, für sich selbst beantworten. Die
meisten jedoch hätten darauf bislang nur
unzulängliche Antworten. Für Enger selbst sind die
herausragenden Merkmale der Spezies Mensch neben der
Kreativität vor allem, „dass wir Gefühle haben, dass
wir eine Intuition haben, dass wir ein Herz haben“.
Über diese Aspekte werde allerdings in den seltensten
Fällen gesprochen. Insbesondere Menschen, die sehr
stark im Kontext von Wirtschaft oder Politik
unterwegs seien, hätten einen oftmals sehr
einseitigen Blick, der diese weichen Faktoren
komplett ausklammere. Erwähne man sie dennoch, werde
man sehr schnell in die „spirituell-esoterische Ecke“
gestellt. Enger selbst macht das durchaus Sorgen,
denn: „Ich glaube tatsächlich daran, dass die Spezies
Mensch mit ihren Gefühlen, mit ihrer Veranlagung, mit
ihrer Fähigkeit, Dinge zu entwickeln, Dinge gemeinsam
zu gestalten, mehr kann, als einfach nur fokussiert
in eine Richtung zu rennen.“
Für Enger steht fest: Die Digitalisierung ist vor
allem auch eine gesellschaftliche Herausforderung.
Und die Frage danach, wie wir uns die Gesellschaft
und das Zusammenleben im Rahmen der Digitalisierung
eigentlich vorstellen, müsse unbedingt beantwortet
werden. Allerdings nicht von einzelnen Menschen oder
Interessengruppen, sondern interdisziplinär. Und zwar
indem sich Menschen aus den unterschiedlichsten
Richtungen, aus der Politik, der Wirtschaft, der
Kirche, des Sports und der Kunst zusammensetzen, um
gemeinsam gangbare Wege zu finden.
Links aus dem InterviewSven Enger online
samwaikiki.de
Design, Strategie, Kommunikation
svenenger.com
Keynote Speaker, Autor und Unternehmer
Profil bei LinkedIn
Bücher
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durchdigitalisierten Welt? – Sven Enger (Autor, Speaker und
Experte für Digitalisierung) erschien zuerst auf
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