E81: Was müssen wir heute wirklich lernen? – Karile Klug (Haba Digitalwerkstatt)

E81: Was müssen wir heute wirklich lernen? – Karile Klug (Haba Digitalwerkstatt)

vor 5 Jahren
Können Roboter denken? Gibt es das Internet auch im Weltraum? Und wo wohnt eigentlich Alexa? Kinder stellen solche Fragen – und die HABA Digitalwerkstatt hilft ihnen dabei, sich den Antworten darauf eigenständig zu nähern.
0
0 0

Beschreibung

vor 5 Jahren

Können Roboter denken? Gibt es das Internet auch im
Weltraum? Und wo wohnt eigentlich Alexa? Kinder stellen solche
Fragen – und die HABA Digitalwerkstatt hilft ihnen dabei, sich
den Antworten darauf eigenständig zu nähern.


Die Digitalwerkstatt versteht sich selbst als einen
kreativen Bildungs- und Erfahrungsraum, in dem Kinder zwischen 6
und 12 Jahren die digitale Welt spielerisch entdecken können und
wichtige Kompetenzen im Umgang mit neuen Technologien
entwickeln.​ Zudem werden Online- und Offline-Workshops für
Familien, Lehrkräfte, Erzieher_innen und Unternehmen
angeboten.


Ziel ist es laut der Unternehmenswebseite, „dass alle
Kinder in Deutschland an unserer digitalisierten Gesellschaft
teilhaben können – unabhängig von schulischen Angeboten, dem
Know-how der Familien, individuellen Stärken oder etwaigen
Beeinträchtigungen.“


Im Interview mit Nils berichtet Karile Klug,
Geschäftsführerin der HABA Digitalwerkstatt, über das Konzept
dahinter und erklärt, welche Dinge Kinder heute wirklich lernen
sollten und warum es gar nicht schlimm ist, wenn Lehrer_innen
auch nicht immer Antworten auf alle Fragen haben.
Zusammenarbeit mit Schulen als wesentliches Element

„Wir kümmern uns um Zukunftskompetenzen von Kinder, vermitteln
Medienwissen und helfen ihnen dabei, erste
Programmier-Erfahrungen zu sammeln“, bringt Klug die Aufgaben der
HABA Digitalwerkstatt auf den Punkt. Die Zusammenarbeit mit
Schulen sei dabei ein wesentliches Element. Gleichzeitig habe die
Digitalwerkstatt einen entscheidenden Vorteil gegenüber Schulen:
Sie habe den Raum und die Freiheit, das Beste aus der Tech-Welt
ausprobieren zu können, ohne dabei immer einen „langfristigen
Blick“ behalten zu müssen, wie es etwa bei Schulen der Fall sei.
Auch die Schulen profitierten aber letztlich von dieser Freiheit,
denn die Ergebnisse würde die Digitalwerkstatt nutzen, um mit den
Bildungseinrichtungen zu kooperieren. Das geschehe beispielsweise
anhand von Lehrerfortbildungen oder Workshops an Schulen.
Digitalisierung als Prozess

Gefragt danach, was Digitalisierung für sie ist, hat Klug eine
klare Antwort: Viele würden unter Digitalisierung eine sehr
extreme Position verstehen. Entweder sei etwas analog oder es sei
digital. Etwas dazwischen gebe es dann nicht. Klug hält diese
binäre Interpretation für schwierig. Sie versteht Digitalisierung
vielmehr als einen Prozess, den wir als Gesellschaft beschreiten,
um neue Fähigkeiten zu erwerben und zu adaptieren. Es sei aber
ein Prozess, der durchaus Verbesserungspotenzial habe. Und genau
darauf – auf die Verbesserung der Digitalisierung – sollte
deshalb ein besonderes Augenmerk gelegt werden.
Auch Lehrerkräfte dürfen Dinge nicht wissen

Dass wir uns alle gemeinsam in dem Prozess der Digitalisierung
befinden, muss sich laut Klug auch in unseren
Bildungseinrichtungen widerspiegeln. Früher sei Wissen von
Generation zu Generation weitergegeben worden. Heute jedoch
greife dieses Modell nicht mehr vollständig. Denn gerade in
technologischen Belangen fehle der Elterngeneration oft das
Wissen – schlicht deshalb, weil es bestimmte Technologien bisher
noch nicht gab. Aus diesem Grund sei auch die Idee von der
Lehrkraft, die „alles weiß und den Kindern erzählt, wie etwas zu
machen ist“, veraltet.


Vielmehr müsse es heute zum Standard werden, dass Lehrerinnen und
Lehrer gemeinsam mit den Kindern lernen können, und die Idee des
lebenslangen Lernens müsse wirklich gelebt werden. Zudem solle
nicht mehr die reine Informationsvermittlung im Zentrum stehen.
Stattdessen sollten die Lehrer_innen ihren Fokus darauflegen, den
Kindern beizubringen, wie man lernt und sich an neue Bedingungen
und Anforderungen anpasst.
Besinnung auf das Positive

Grundsätzlich würde die Digitalisierung so viele Chancen
eröffnen, dass es wichtig sei, den Blick auf das Positive zu
richten. Zwar würden die neuen technischen Möglichkeiten auch
Gefahren bergen. Letztlich sei Digitalisierung aber immer das,
was man daraus mache. Und die bisherige Entwicklung habe gezeigt,
dass die unterschiedlichsten Bereiche enorme Fortschritte gemacht
hätten und immer noch machten. Neben dem medizinischen Bereich
hebt Klug dabei vor allem den Bereich Voice hervor, ein Gebiet,
mit dem sie sich seit vielen Jahren intensiv beschäftigt.


Voice – also Sprache – sei die wohl „natürlichste Form der
Kommunikation“, die wir „fast gar nicht lernen müssen.“ Und wenn
wir es schaffen, in Zukunft mit Maschinen auf diese natürliche
Art zu kommunizieren, dann kann das laut Klug das sehr viel bei
der Handhabung von Maschinen vereinfachen und auch hinsichtlich
Effizienz und Produktivität vieles verbessern.


Klugs Fazit in Sachen Digitalisierung lautet deshalb: Wir müssen
als Gesellschaft unsere Entscheidungen bewusst treffen und
insgesamt noch viel mehr lernen. Dann wird die Digitalisierung
auch weiterhin eine positive Wirkung und einen positiven Impact
auf uns alle haben.
Links aus dem Interview Karile Klug online

Twitter

LinkedIn

XING

Arbeit: Website HABA Digitalwerkstatt
Wir machen Kinder digital stark

Filmtipp

Her (2013) – Filmbeschreibung  & Trailer

Webtipps

Azeem Azhar’s weekly guide to the future
Das wöchentliche Lesen von Exponential View ist eine mentale
Übung, um die Gegenwart aus einer multidisziplinären
Perspektive von Wirtschaft, Technologie, Philosophie und
Wirtschaft zu verstehen, um die Zukunft zu erklären.

Alain De Botton – School of life-Channel auf Youtube

Esther Perel – Therapist, Author and Speaker

Little Humans

Buchtipp


The Power of Habit – Why We Do What We Do in Life and
Business
Charles Duhigg

Zu diesem Gespräch passende Episoden & Tipps von Wege der
Digitalisierung

E030: Wie bringen wir Wissen über Digitalisierung in die
Schulen? – Diana und Philipp Knodel (AppCamps)

E48: Wie verändert Digitalisierung unser Lernen und unser
Denken? (Teil 1/2) – Lisa Rosa (Landesinstitut für Lehrerbildung)

E49: Wie verändert Digitalisierung unser Lernen und unser
Denken? (Teil 2/2) – Lisa Rosa (Landesinstitut für Lehrerbildung)



Der Beitrag E81: Was müssen wir heute wirklich lernen? – Karile
Klug (Haba Digitalwerkstatt) erschien zuerst auf
SoftwareForFuture Podcast.
15
15
Episode teilen
E81: Was müssen wir heute wirklich lernen? – Karile Klug (Haba Digitalwerkstatt)
E81: Was müssen wir heute wirklich lernen? – Karile Klug (Haba Digitalwerkstatt)

Close