E82: Welche Chancen bietet Automatisierung in der Logistik? – Maximilian Schaefer (InstaFreight)

E82: Welche Chancen bietet Automatisierung in der Logistik? – Maximilian Schaefer (InstaFreight)

vor 5 Jahren
Einfache Lösungen für komplexe Probleme – das ist das Versprechen von InstaFreight. Die Vision der digitalen Spedition, die auf Geschäftskunden spezialisiert ist: Logistik ins digitale Zeitalter zu transportieren und der führende Anbieter für Straßenfr...
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Beschreibung

vor 5 Jahren

Einfache Lösungen für komplexe Probleme – das ist das
Versprechen von InstaFreight. Die Vision der digitalen Spedition,
die auf Geschäftskunden spezialisiert ist: Logistik ins digitale
Zeitalter zu transportieren und der führende Anbieter für
Straßenfracht in Europa zu werden.


Im Interview mit Nils erklärt der Mitgründer und
Geschäftsführer Maximilian Schaefer, was InstaFreight gegenüber
den Wettbewerbern auszeichnet, wie die Digitalisierung die
Logistikbranche schon sehr bald verändern könnte und was sich
deutsche Unternehmen von den Amerikanern in Sachen
Innovationsmanagement abgucken können.
Digitalisierung als Teil der DNA

InstaFreight macht zunächst einmal das gleiche Geschäft wie viele
andere Speditionen: Das Unternehmen organisiert das Sourcing,
beschafft Lkws und wickelt Transporte ab. Damit ist InstaFreight
vergleichbar mit großen Playern wie DHL Freight oder DB Schenker.
Der riesige Unterschied ist aber laut Schaefer, dass InstaFreight
nie versucht habe, eine digitale Software auf bestehende Prozesse
aufzusetzen. Stattdessen hätten sie von Beginn an als Firma ganz
individuelle Softwarelösungen entwickelt und sich seit von Tag
eins gefragt, welche derzeitigen händischen Prozesse
digitalisiert und technisch skalierbar gemacht werden können.


„Digitalisierung“, so bringt es Schaefer auf den Punkt, „heißt
nicht einfach nur, dass ich mir eine Software kaufe, sondern es
ist ein Selbstverständnis.“ Entsprechend erklärt der CEO
selbstbewusst: „Digitalisierung ist Teil unserer DNA.“ Und mit
diesem Mindset, davon ist er überzeugt, hätten sie einen riesigen
Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Playern in der Branche, die
Probleme vielfach noch „sehr, sehr händisch“ lösen würden.
Nicht weniger Arbeit, aber andere

Neben Menschen, einer gemeinsamen Vision und klaren Strukturen,
Prozessen und Zielen ist die Automatisierung für Schaefer eine
ganz wesentliche Säule von Unternehmen. Denn die durch die
Digitalisierung ermöglichte Automatisierung eröffne die einmalige
Chance, Menschen für Sachen einzusetzen, die sie gut können, und
die repetitive Dinge den Computern zu überlassen. Dadurch könnten
sich die Menschen auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren:
„Nämlich persönliche Beziehungen mit anderen knüpfen, kreativ
sein, Lösungen finden.“


Dass Arbeitsplätze hierzulande durch Digitalisierung verloren
gehen könnten, glaubt Schaefer nicht: „Wir sind ja in Deutschland
Gott sei Dank in der Situation, dass wir einen Fachkräftemangel
haben. Dass wir grundsätzlich in einer boomenden Wirtschaft sind.
Und dass wir Leute auch aus dem Ausland holen, weil unsere eigene
Wirtschaft einfach schneller wächst als die Bevölkerung.“
Mit voller Kraft auf die Welle zulaufen

Trotzdem ist er sich sicher, dass es zu großen Änderungen kommen
wird: „Arbeitsplätze werden definitiv anders eingesetzt werden“,
so Schaefer. Das sei aber erstmal kein Grund zur Sorge. Wir
müssten einfach mal Mut haben, offener sein für Neues und uns ein
Beispiel an den Amerikanern nehmen, die deutlich risikoaffiner
seien als wir Deutschen. Vor allem müssten wir offensiv mit den
Veränderungen umgehen.


Konkret bedeute das: die Mitarbeiter vernünftig schulen, ihnen
die Angst nehmen und sie mit auf den Weg nehmen. Eine andere
Lösung als diese gebe es ohnehin nicht. Denn wenn wir als
Wirtschaftsstandort nicht reagieren, davon ist Schaefer
überzeugt, wird es das Ausland tun – und dann werden mit
Sicherheit Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut und die
Industrie ins Ausland abwandern.


Für diesen Umgang mit der Digitalisierung zieht Schaefer gerne
ein anschauliches Bild heran. Es sei so als stünde man in der
Brandung und eine riesige Welle käme auf einen zu. In dieser
Situation hätte man zwei Möglichkeiten: Man könne reglos dastehen
und sich von der Welle umhauen lassen. Oder man könne mit aller
Kraft darauf zulaufen.


Die Digitalisierung sei wie so eine Welle: Man könne nicht vor
ihr weglaufen oder einfach reglos stehenbleiben. Denn die Welle
sei größer als die deutsche Wirtschaft. Sie sei ein weltweites
Thema. Die einzige Möglichkeit ist es, darauf zuzugehen und so
die Chance zu haben, sie aktiv mitgestalten zu können.
Xxx

Was die Logistikbranche konkret betrifft, hält Schaefer das Thema
autonomes Fahren für eines der entscheidenden Zukunftsthemen.
Seiner Einschätzung nach könne man sich das Ganze künftig als
eine Art „Bahnhof-System“ vorstellen: Ein Fahrer setzt einen
Trailer an einem bestimmten Startpunkt ab, etwa in Antwerpen. Von
da aus fährt ein Truck autonom auf einer festgelegten Trasse zum
nächsten Bahnhof, etwa München. Dort angekommen, übernimmt wieder
ein menschlicher Fahrer den letzten Rest der Strecke.


Auf diese Weise könnte ein Großteil der Strecke und damit ein
Großteil der reinen Fahrtzeit automatisiert werden. Das habe laut
Schaefer zahlreiche Vorteile: Es ist sicherer. Es ist
produktiver, weil ein autonomes Fahrzeug ohne Probleme 24 Stunden
durchfahren kann. Es ist deutlich kostengünstiger. Und es ist
ökologischer, weil man entlang der Trassen gezielt Tankstellen
bauen und genau steuern kann werden, wann welche Trucks eine
Tankstelle anfahren. So können Staus und Wartezeiten vermieden
werden.


Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, bräuchte es
allerdings gerade hier in Europa grenzübergreifende Lösungen
sowie ein gut ausgebautes 5G-Netz. Sind diese Voraussetzungen
erfüllt, hätte eine derartige Lösung erhebliche Vorteile auch
gegenüber dem Schienengüterverkehr. Auf der Schiene wird es
nämlich Schaefers Ansicht nach vorerst keinen vergleichbaren
Einsatz für autonome Fahrzeuge geben.


Bei der Schiene sei nicht nur die Qualität „absolut
unberechenbar“. Auch was die Transportdauer betreffe, könne der
Schienengüterverkehr nicht mit Truck-Lösungen mithalten: „Wenn
etwas Unvorhergesehenes passiert, kann ein Güterwaggon ohne
weiteres Mal drei, vier Tage stehenbleiben, weil der
Personenverkehr immer Vorrang gegenüber dem Güterverkehr hat“,
erläutert Schaefer. Für die Lieferketten, die wir heute haben,
etwa just-in-time, könne die Schiene daher eigentlich nur für
C-Güter in der Produktion eingesetzt werden.
Partner auf den Weg mitnehmen

Gefragt nach den Herausforderungen, die das eigene Unternehmen
aktuell am meisten beschäftigt, ist Schaefer eindeutig: „Die
größte Herausforderung ist es tatsächlich, unsere Kunden, unsere
Partner auf den Weg mitzunehmen.“ Zwar sei Digitalisierung Teil
der DNA von InstaFreight – das heiße aber eben nicht, dass es
auch Teil der DNA der Partnerunternehmen sei.


Deshalb gehe es sehr stark darum, den Beteiligten die Ängste zu
nehmen und beispielsweise dem 55-jährigen Lkw-Fahrer, der seit 20
Jahren seine Touren fährt, plausibel zu machen, dass er nun eine
App nutzen soll. „Das sind große Veränderungsprozesse, die wir
ansteuern“, so Schaefer. Und dafür müssten die eigenen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr gut geschult werden. Dann
werde auch diese Herausforderung zu meistern sein.
Links aus dem Interview Maximilian Schaefer online

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Arbeit: Instafreight.de – Ihre Digitale Spedition

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Zu diesem Gespräch passende Episoden & Tipps von Wege der
Digitalisierung

E58: Wie funktioniert Digitalisierung in der Logistikbranche?
– Marc Meier (Fr. Meyer’s Sohn)

E40: Wie hilft die Digitalisierung eigentlich in der
Logistik? – Karim Youssef (Eurogate)



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