Entwicklung und Evaluierung eines Trainings zur Steigerung der ganzheitlichen Gesundheit für die Generation „Plus“

Entwicklung und Evaluierung eines Trainings zur Steigerung der ganzheitlichen Gesundheit für die Generation „Plus“

Beschreibung

vor 12 Jahren
Zusammenfassung: Ziel: Der Zweck dieser Pilot-Studie war, eine
Gesundheitsintervention für gesunde, ältere Menschen, die ihre
Gesundheit und Leistungsfähigkeit erhalten oder verbessern wollen,
zu entwickeln und diese Intervention mit herkömmlichen
Gesundheitsprogrammen in ihrer Wirkung, Effektstärke und
Nachhaltigkeit zu vergleichen. Gesundheit sollte dabei in einer
ganzheitlichen Sicht im Sinne des bio-psycho-sozialen Modells
konzeptionalisiert und evaluiert werden. Studiendesign: Es wurde
eine explorative Untersuchung mit einem drei Gruppenplan und drei
Messzeitpunkten über sechs Monate durchgeführt. Insgesamt nahmen N
= 69 gesunde Personen im Alter von 50 bis 65 Jahren teil. Der
wöchentliche Trainingsaufwand umfasste für jede Gruppe ca. 4
Stunden pro Woche, die unterschiedlich gestaltet wurden. Die
Teilnehmer der ersten Gruppe (SP1: N = 26) absolvierten ein rein
körperliches Fitnesstraining mit entsprechenden Kraft-, Ausdauer-,
Beweglichkeits- und Koordinationsübungen über 4 Stunden / Woche.
Bei der zweiten Gruppe (SP2: N = 20) wurde das körperliche Training
auf 2 Stunden / Woche reduziert, zusätzlich aber eine ebenfalls
zwei Stunden / Woche umfassende achtsamkeitsbasierte Intervention
(MBSR nach Kabat-Zinn) durchgeführt. Die dritte Gruppe (SP3: N =
23) absolvierte ein ganzheitliches Training, das zu 2 Stunden /
Woche aus körperlichen Training und zu 2 Stunden / Woche aus einem
mentalen, emotionalen und motivational-volitionalen Training sowie
einem Achtsamkeitstraining bestand. Die ersten acht Wochen fand
eine intensive, strukturierte Seminarphase mit insgesamt 26 Stunden
Gruppeninterventionsdauer und zusätzlich vorgeschriebenen
Trainingseinheiten statt. In den anschließenden vier Monaten
konnten die Teilnehmer ihre Trainingseinheiten nach freiem Ermessen
planen. Zur Veränderung der körperlichen Gesundheit wurde
Blutdruck, Herzfrequenz, Herzratenvariabilität, Bauchumfang,
Ausdauer- und Krafttest sowie bei ausgewählten Teilnehmern auch
eine fMRT-Untersuchung des Gehirns durchgeführt, während
psycho-soziale Gesundheitsparameter mit Fragebogeninstrumenten wie
Fragebogen zum allgemeinen habituellen Wohlbefinden (FAHW), Sense
of Coherence Scale (SOC), Perceived Stress Questionnaire (PSQ),
Überdruss-Skala, Fragebogen zur Erfassung von Ressourcen und
Selbstmanagementfähigkeiten (FERUS spezifisch Selbstwirksamkeit und
Coping) erhoben wurden. Methodik: Die Signifikanzprüfung zwischen
den Teilstichproben erfolgte aufgrund der geringen Stichprobengröße
nichtparametrisch mittels Friedman-Test (Chi2), zur Abschätzung der
Relevanz wurden zusätzlich Effektstärken auf der Basis von
Cohen-d-Tests errechnet. Um Veränderungen im Zeitvergleich zu
analysieren kamen Varianzanalysen mit Messwiederholung (SPSS) zur
Anwendung, eine Signifikanzbestimmung erfolgte über den
Greenhouse-Geisser-F-Wert und Post-Hoc-Vergleiche wurden Bonferroni
korrigiert. Die Innersubjekteffektstärken wurden mittels partiellen
Eta-Quadrat berechnet. Anschließend wurde eine bivariate
Korrelationsanalyse durchgeführt und die Signifikanz nach Pearson
zweiseitig geprüft. Die gefundenen Zusammenhänge wurden
abschließend mit einer linearen Regressionsanalyse analysiert.
Ergebnisse: Die Hypothese, dass Bewegung und körperliches Training
positiv auf Gesundheit wirken, konnte in dieser Studie für die
Parameter Bauchumfang (SP1 p=.01 F=7; SP2 p=.01 F=6.1; SP3 p=.00
F=12,6) und Kraftleistungsfähigkeit (SP1 p=.00 F=32; SP2 p=.00
F=14.2; SP3 p=.00 F=21.4) in allen drei Gruppen belegt werden,
während ein signifikanter Zusammenhang mit Ausdauer (SP3 p=.00
F=12.7) nur für die ganzheitliche Gruppe bestätigt werden konnte.
Für die Messungen von Blutdruck, Herzratenvariabilität und
Herzfrequenz konnten graduelle Verbesserungen festgestellt werden,
die allerdings nicht das Signifikanzniveau erreichten. Die
Auswertung der Fragebogendaten ergab beim FAHW (Gesamtwert (SP1
p=.03 F=4.2; SP2 p=.00 F=15.2; SP3 p=.00 F=22.1) und körperliches
Wohlbefinden (SP1 p=.01 F=6; SP2 p=.00 F=12.1; SP3 p=.00 F=15.6))
eine signifikante Verbesserung für alle drei Gruppen. In den
Aspekten psychische (SP2 p=.00 F=16.2; SP3 p=.00 F=21.7) und
soziale (SP2 p=.05 F=3.9; SP3 p=.01 F=6.8) Gesundheit des FAHW,
sowie beim SOC (SP2 p=.00 F=9.5; SP3 p=.00 F=7), PSQ (SP2 p=.00
F=15.4; SP3 p=.00 F=24.3), FERUS-Coping (SP2 p=.00 F=8.4; SP3 p=.00
F=8.1) und dem Überdrussfragebogen (SP2 p=.00 F=21.8; SP3 p=.00
F=23.3) konnten durch ein körperliches- und ein
achtsamkeitsbasiertes Training (SP2) sowie ein ganzheitliches
Training (SP3) signifikante Verbesserungen erzielt werden,
wohingegen bei „nur“ körperlichem Training (SP1) lediglich eine
tendenzielle Verbesserung zu beobachten war. Der Aspekt
Selbstwirksamkeit (SP3 p=.00 F=12,6) konnte nur in der
ganzheitlichen Gruppe signifikant gesteigert werden. Die fMRT
Messung fand nur bei SP2 und SP3 statt, wobei in beiden Gruppen
eine signifikant erweiterte metabolische Aktivierung des Precuneus
(SP2 p

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15