Auf geht’s – der Reha-Podcast Folge 204 Neuro-Schere bei Kindern!

Auf geht’s – der Reha-Podcast Folge 204 Neuro-Schere bei Kindern!

Wieder ins Schulleben nach einem Schädel-Hirn-Trauma
8 Minuten

Beschreibung

vor 4 Jahren
Wie ist das eigentlich nach einem Schädelhirntrauma bei Kindern und
Jugendlichen? Worauf dürfen Eltern achten? Und wie können
Schulprobleme gelöst werden, die sich einstellen? Warum ist mein
Kind verändert? Reicht Nachhilfe aus, wenn es um die Schule geht?
Dies sind Fragen, die sich Eltern stellen, wenn ihr Kind ein
Schädelhirntrauma, oder kurz SHT, erlitten hat. Manchmal werden die
Folgen eines solchen SHT nicht gleich entdeckt. „Fritzchen“ kann ja
wieder sprechen, gehen und hüpfen. Somit ist ja alles in Ordnung!
Weit gefehlt. Es geht nicht darum, Ängste zu schüren. Dass was
viele betroffene Kinder das Leben schwer macht, sind die
unsichtbaren Folgen eines SHT. Dies können Probleme bei der
Sprachverarbeitung sein, das visuelle Wahrnehmen von Dingen ist ein
Problem, der Antrieb etwas zu tun ist gemindert. Oder verlangsamt
zu sein kann eine Folge sein. Kinder müssen flexibel sein. Sei es
in der Schule oder im Freundeskreis. Ist die Umstellfähigkeit
erschwert, macht dies Druck im Umfeld. Na ja, so ein bisschen
visuelle Wahrnehmung ist doch kein Problem! Wirklich nicht? Wenn
Fritzchen sich nicht mehr nach dem Sport anziehen kann, weil er die
Hosenbeine nicht mehr „trifft“, hat dies Folgen. Schnell kommt es
zu Spott und Hohn. Um nicht aufzufallen, wird Fritzchen dann zum
Klassenclown. „Ach das wächst sich doch wieder raus!“ war die
Aussage eines Neurologen, die Jörg Dommershausen anlässlich eines
Gespräches einmal hörte. Dem ist nicht so. Kinder entwickeln sich.
Dies wird in bestimmten Lebensphasen deutlich. Solche
Entwicklungsstadien sind zum Beispiel der Besuch des Kindergartens,
die Einschulung, die Eingliederung in die richtige Schulform, das
Finden eines Berufes und der spätere Einstieg in die
Berufsausbildung. Die Pubertät kann dann für Eltern eine
Herausforderung werden. Alles nach einem SHT auf diese besondere
hormonelle Situation zu schieben ist zu einfach. Dies wird
allerdings gerne von so manchem Fach- oder Hausarzt so praktiziert.
Jeder kann sich vorstellen, wenn Mischformen der oben genannten
Auswirkungen eines SHT vorliegen, dass es weder für die jungen
Menschen noch die Angehörigen leichter wird. Warum dann diese
Neuro-Schere bei SHT-Kindern? Die betroffenen Kinder entwickeln
sich in den vielen Lebensbereichen nicht so, wie Gleichaltrige. Die
Entwicklungsschere geht auseinander. Und dies hat oft Folgen.
SHT-Kinder versuchen auf den verschiedensten Wegen „normal“ zu
sein. Sie werden dann schnell zum Klassenclown, um sich Anerkennung
zu holen. Wie können betroffene Familien diese Situation für ihr
Kind lösen? Förderunterricht im herkömmlichen Sinne ist nicht
ausreichen, um Schulstoffprobleme zu wett zu machen. Das Gespräch
mit den Lehrkräften ist ein Weg. Neuropsychologische Therapie oder
Neuro-Ergotherapie (zum Beispiel als Hirnleistungstraining) sind
eine weitere Möglichkeit. Hilfe findet man, unter anderem bei der
Kinderneurologiehilfe, die bundesweit aufgestellt ist.
Sozialpädiatrische Zentren am Wohnort sind eine weitere
Anlaufstelle, solange die Betroffenen noch nicht 18 Jahre alt sind.

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