Dendritische Zellen in der Immuntherapie des Pankreaskarzinoms

Dendritische Zellen in der Immuntherapie des Pankreaskarzinoms

vor 20 Jahren
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Beschreibung

vor 20 Jahren
Dendritische Zellen können in ihrer Eigenschaft als
antigen-präsentierende Zellen adaptive Immunantworten induzieren.
In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass DC im Menschen
eine durch zytotoxische T-Zellen getragene Anti-Tumor-Immunantwort
induzieren können. Im Rahmen dieser klinischen Studien ist die
Frage nach der wirksamsten Tumor-Antigen-Präparation noch
unbeantwortet. In der vorliegenden Arbeit wurden DC mit
unterschiedlichen Antigenpräparationen der HLA-A2+
Pankreaskarzinom-Zelllinie Panc-1 gepulst und hinsichtlich ihrer
Kapazität verglichen, T-Zellen zu aktivieren. Unterschiedliche
Antigenpräparationen aus apoptotischem Tumormaterial wurden mit
nekrotischem Tumormaterial verglichen, da für phagozytiertes
apoptotisches Zellmaterial eine Kreuzpräsentation auf
MHC-I-Molekülen der DC beschrieben wird. Eine solche
Kreuzpräsentation könnte, so war das Ziel, zu einer gesteigerten
tumorspezifischen zellulären Immunantwort führen. Apoptotisches
Tumormaterial wurde durch die Behandlung der Tumorzellen mit
UV-B-Licht oder Hyperthermie gewonnen und entweder als
Zellsuspension oder als zellfreier Überstand (apoptotische
Körperchen) zur Pulsung der DC verwandt. Als Modell für
nekrotisches Tumormaterial diente durch Frier-Tau-Zyklen gewonnenes
Tumorzelllysat. Monozyten-abgeleitete DC von HLA-A2+ Spendern
wurden mit Tumorantigen gepulst, danach ausgereift und mit
autologen mononukleären Zellen des peripheren Blutes (PBMC)
kokultiviert. Nach drei Restimulationen im Abstand von jeweils
einer Woche, wurde die T-Zell-Aktivierung mittels einer
intrazellulären IFN-γ-Messung sowie Zytotoxizitätsassays bestimmt.
Im Vergleich mit Lysat induzierte das Pulsen der DC mit
apoptotischen Tumorzellen eine höhere Frequenz aktivierter
zytotoxischer T-Zellen und T-Helferzellen sowie eine größere
MHC-I-restringierte Tumorzelllyse. Es konnte dabei keine
Aktivierung von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) oder γ/δ
Zellen festgestellt werden. Wurden die DC mit ganzen apoptotischen
Tumorzellen gepulst zeigte sich eine noch ausgeprägtere
Tumorzelllyse. In diesem Fall jedoch konnte die lytische Aktivität
nur zum Teil durch MHC-I-blockierende Antikörper unterbunden
werden. Außerdem wurden die Kontrollzelllinien Kato-III und K562
ebenfalls lysiert. Beides sind Hinweise auf eine Beteiligung von
NK-Zellen an der Tumorzelllyse. In der Tat konnten intrazelluläre
IFN-γ-Färbungen neben einer Aktivierung von zytotoxischen T-Zellen
und T-Helferzellen auch eine Aktivierung von NK- und γ/δ T-Zellen
zeigen. Transwell-Kultivierungs-Experimente erbrachten daraufhin
den Nachweis, dass die festgestellte NK-Zell-Aktivierung abhängig
war von direktem Zell-zu-Zell Kontakt mit Tumorzellen und
gleichzeitiger Anwesenheit von DC-produziertem IL-12. Diese
Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Wahl der Antigenpräparation
eine entscheidende Determinante in der therapeutischen Initiation
einer Anti-Tumor-Immunantwort ist. Anti-Tumor-Vakzine, die aus DC
und apoptotischen Tumorzellen bestehen, könnten in vivo sowohl
Effektorzellen des adaptiven als auch des angeborenen Immunsystems
aktivieren.
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