Unsere Angst zu Scheitern verschließt die Tür zum Erfolg

Unsere Angst zu Scheitern verschließt die Tür zum Erfolg

vor 7 Jahren
Warum auch Misserfolge Sinn machen und wie sie Dich weiterbringen
12 Minuten
Podcast
Podcaster
Lösungsimpulse für Dich, Dein Leben & Deine Beziehungen- Audiocoaching mit Herz & Verstand 

Beschreibung

vor 7 Jahren
In dieser Folge entführe ich Dich in die Abgründe des
Versagens. Du erfährst, warum es ganz normal ist, immer mal wieder
auf die Nase zu fallen und warum Du erst durch die schlimmsten
Bruchlandungen Deines Lebens Deine wertvollsten Fähigkeiten zur
Ausprägung bringst.

Versagen, scheitern, verlieren...- diese Wörter haben
beinahe magische Kräfte. Leider nicht im positiven Sinne.


Sie symbolisieren eine unserer größten Ängste, die Angst
nicht gut genug zu sein, schlechter abzuschneiden als andere und
deswegen weniger wertvoll zu sein. Die Angst, nicht
dazuzugehören. Sie lösen sofort Emotionen in uns aus, Ängste und
Erinnerungen an vergangene Misserfolge und eigenes Versagen. Und
das will wirklich niemand haben, schließlich leben wir in einer
Kultur der Gewinner.


Hast Du Dich auch schon mal wie ein Verlierer gefühlt? Ganz
klein, dumm und wertlos? Kennst Du das Gefühl, wenn sich Dein
Lebenstraum in Luft auslöst, Deine Beziehung zerbricht, Deinen
Job ein anderer bekommt oder Deine beste Freundin nichts mehr von
Dir wissen will? Weißt Du wie es ist, wenn plötzlich alles
verloren scheint? Scheitern ist manchmal wie ein Unwetter,
dass durch Dein Leben tobt- und manchmal ist es ein leise
schleichender Prozess. Und es ist immer eine Katastrophe. Nichts
für Feiglinge.


Wir leben in einer Gesellschaft, in der nur das Gewinnen
zählt. Wir sind ständig bemüht, so zu tun, als könnten wir alles
schaffen. Erfolgreich sein, das ist was zählt, das was uns
wirklich Anerkennung verschafft und die Wertschätzung unserer
Mitmenschen. Höher, weiter, schneller. Das ist, was zählt und was
uns Ansehen bringt.


Scheitern dagegen ist peinlich, mitleiderregend oder sogar
abstoßend. Eine Bruchlandung im eigenen Lebensentwurf, die
beweist, dass wir unfähig sind oder nicht hart genug für unser
Ziel gearbeitet haben. Der Misserfolg ist meist eine große
Enttäuschung für uns und andere, eine Kränkung des eigenen Ich.
Etwas, wofür wir ganz allein die Verantwortung tragen. Wenn wir
scheitern, verlieren wir an Wert, so glauben wir.


Wirklich?


Versagen ist menschlich, Misserfolg vorprogrammiert. Das
klingt erst einmal provokant und steht scheinbar ganz im
Gegensatz zu allem, was Erfolgsseminare, zahlreiche
Ratgeberbücher und selbsternannte Experten propagieren. Aber es
ist wahr. Denn das Leben ist nicht vorhersehbar. Unser Weg
besteht aus Versuch und Irrtum.


Wenn wir etwa wagen, uns einer Herausforderung stellen,
dann liegen die Optionen von Erfolg und Misserfolg immer dicht
beieinander. Die Chance zu scheitern ist eine natürliche
Begleiterscheinung unseres Strebens nach Entwicklung, ein
deutliches Zeichen unseres Willens zur Veränderung. Genau
genommen ist jeder Fehler den wir uns leisten, ein Beweis dafür
dass wir auf dem Weg sind.


Wir können das Spiel des Lebens nur spielen, wenn wir uns
auf das Risiko des Scheiterns einlassen, den Mut habe Neuland zu
betreten und Fehler zu machen. Wenn wir ein Ziel verfolgen,
müssen wir eine Realität akzeptieren, die die Möglichkeit des
Versagens genauso in sich trägt, wie die des Erfolgs. Es gibt
keine Sicherheit, auch wenn wir uns das noch so sehr wünschen. Es
gibt nur verschiedene Grade von Unsicherheit. Und wenn ich ganz
ehrlich bin, mir macht das auch manchmal Angst. Aber ich lerne
immer wieder zu akzeptieren, dass die Realität ist wie Sie
ist.


Was auch immer wir als Ziel ins Auge fassen, wir können es
 nur dann erreichen, wenn wir uns aus unserer Komfortzone
herausbewegen und auf die vertraute Sicherheit verzichten. Das
ist der Preis der Veränderung. Wir können uns immer wieder neu
entscheiden, ob wir Neuland entdecken wollen und uns dabei
vielleicht die Nase blutig schlagen- oder ob wir unser Leben in
den eingetretenen Bahnen verbringen wollen. Aber ehrlich, nicht
mal das bedeutet 100-prozentige Sicherheit.


Die Biographie vieler Menschen zeigt zudem, dass es Ihnen
erst aus dem Chaos des Scheiterns heraus möglich war, einen neuen
Lebensweg einzuschlagen. Wenn der große Plan nichts mehr ist, als
ein Haufen Scherben, dann kann es sein, dass wir zu großen
Wendungen fähig sind, dass uns ungeheure Kräfte erwachsen.


Oft sagen Klienten dann: „ Wenn ich von heute aus auf diese
schlimme Zeit zurückschaue, dann hatte alles doch irgendwie einen
Sinn. Sonst wäre ich nie an den Punkt gekommen, an dem ich heute
bin.“ Wenn wir beginnen, das Scheitern vom Status des Endgültigen
zu befreien, dann können wir sehen, dass es ein Wegweiser sein
kann oder ein Hinweis darauf, wie etwas nicht funktioniert. Ein
Zustand, der dazu einlädt, über neue Lösungsansätze und
Handlungsstrategien nachzudenken, alte Denkmuster über Bord zu
werfen.


So gesehen, machen Misserfolge sogar Sinn. Das Scheitern
eines Projektes ist nicht das Ende. Es ist nur das Ende eines
Versuchs, sich einem bestimmten Thema zu nähern. Es lohnt sich
immer, einen neuen Versuch zu wagen. Erfolg ist schließlich, wenn
man´s trotzdem macht!


 


In meiner Arbeit mit Klienten arbeite ich gerne mit
folgender Metapher: "Stellen Sie sich doch mal vor, wie Sie als
kleines Kind laufen gelernt haben. Mühsam haben Sie sich auf Ihre
wackligen Beinchen gestellt und haben versucht, Ihre ersten
Schritte in die Welt zu machen. Immer wieder sind Sie auf die
Nase gefallen, Sie waren enttäuscht und frustriert. Vielleicht
haben Sie sogar geweint. Aber Sie haben nicht aufgegeben. Sie
haben es immer wieder versucht. Und? Können Sie heute
laufen?"


Tja, so wie mit dem Laufen lernen geht es uns eigentlich
das ganze Leben über. Wir lernen durchzuhalten, wieder
aufzustehen, weiterzumachen. Es neu zu versuchen und vieles
andere mehr.


"Gehts Dir gut, oder lernst Du gerade etwas?"


Ich hab meine besten Lektionen beim Scheitern gelernt.
Nicht, dass ich etwa ein Fan davon wäre. Dennoch waren es meine
eigenen emotionalen Bruchlandungen, die mich immer wieder auf das
Thema Persönlichkeitsentwicklung gestoßen haben. Es waren meine
Beziehungskatastrophen, die in mir das Interesse an den
Zusammenhängen in Beziehungssystemen geweckt haben. Heute habe
ich diese Themen zum Beruf gemacht. Ich kenne vieles, was meine
Klienten erleben aus eigener Erfahrung. Das ist etwas anderes,
als Wissen aus Büchern zu saugen. Und das spüren meine Klienten.
Ohne mein eigenes Scheitern wäre das nie möglich gewesen.


Und was bedeutet das für Dich? Wer wärst Du ohne Dein
Scheitern? Mit Sicherheit nicht die Person, die Du heute bist.
Mit der folgenden kurzen Übungen kannst Du herausfinden, welche
wertvollen Schätze die Katastrophen Deines Lebens Dich haben
entdecken lassen.


Nimm Dir ein paar Minuten Zeit, ein Blatt Papier und einen
Stift. Überlege Dir drei Situationen in Deinem Leben, in denen Du
Deiner Meinung nach gescheitert bist, in denen Du wirklich am
Boden warst. Situationen, in denen Du nicht mehr weiter wusstest.
Schreib Sie links auf das Blatt untereinander.


Fertig?


Okay. Wie bist Du aus diesen Situationen wieder
rausgekommen? Wie hast Du sie überwunden? Denk genau nach, was
Dein Anteil daran war, was Du dazu beigetragen hast. Schreib das
neben die jeweilige Katastrophe in die Mitte des Blattes.


Gut.


Und nun das Beste: was hast Du aus der jeweiligen Situation
gelernt, was hast Du erkannt? Was war das, was Du daraus
mitgenommen hast? Was daran hat Dich weitergebracht? Welcher
Schatz hat sich für Dich herauskristallisiert, nachdem das Tal
überwunden war? Welchen Menschen hat das aus Dir gemacht? Wärst
Du dieselbe, wenn Dir das nicht passiert wäre?


Ich bin gespannt, welche verborgenen Kräfte Dein Scheitern
in Dir geweckt hat und wenn Du magst kannst Du Deine eigenen
Erfahrungen über die Kommentarfunktion mit mir teilen.


Ich freu mich auf Dich.


Herzlichst, Deine Claudia


 


 


 
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