Beginn der Grundsatzdebatte über die Zukunft der patriarchalen Gesellschaft mit Claudia von Werlhoff

Beginn der Grundsatzdebatte über die Zukunft der patriarchalen Gesellschaft mit Claudia von Werlhoff

1 Stunde 12 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr
Die Universität ist praktisch tot, die Wissenschaft verkauft. Sie
definiert sich inzwischen als das, was Geld einbringt. Die
neoliberale Verdummung und Verwahr(heits)losung seit der “Reform”
der Universitäten hat in wenigen Jahren den letzten lebendigen
Bereichen innerhalb der Wissenschaft begonnen den Garaus zu machen.
An diesem Ort geschieht fast nichts mehr außer der
Geschäftemacherei und dem (Selbst)Betrug. Daher wende ich mich mit
meiner Arbeit als Wissenschaftlerin an eine außeruniversitäre
Öffentlichkeit, möglichst die eines radikalen Künstlertums. Dieses
ist im Prinzip der/die einzig verbliebene Verbündete, wenn es denn
noch existiert. Mit radikalem Künstlertum meine ich ein
“politisches”, so wie ich meine Wissenschaft im engeren wie
weiteren Sinne als “politische” verstehe. Denn ein solches
Politisches wäre das jetzt Notwendige und das gleichzeitig
Gemeinsame. Aber dieses “Politische” ist nicht das des politischen
Systems und seiner Parteien, sondern ein Politisches, das der
Wahrheit über den Zustand unserer Gesellschaft(en), Zivilisation
und Natur verpflichtet ist. Denn es gibt diese Wahrheit und sie
sieht furchtbar aus. Ihr wagt eigentlich niemand ins Gesicht zu
sehen, am allerwenigsten die übliche Politik und Wissenschaft. So
sieht man weg, weil man sich nicht verantwortlich fühlt, weil man
den Kopf in den Sand steckt, weil man meint, die eigene Haut doch
noch retten zu können, weil man dafür bezahlt wird, wegzusehen oder
weil man gar nicht versteht, was eigentlich vor sich geht. Das
Ausmaß dessen, was heute weltweit stattfindet, entzieht sich
ohnehin der normalen Vorstellungskraft. Schließlich gibt es bisher
in der Tat weder eine anerkannte politische, noch eine anerkannte
wissenschaftliche Erklärung für den so besonderen Zustand der
Gegenwart in allen ihren Dimensionen, denn keine bleibt außen vor.
So ist in dem Moment, wo die moderne westliche Zivilisation per
“Globalisierung” ihren “Siegeszug” in aller Welt und in allen
Bereichen des Lebens antritt, auch gleichzeitig ihr Ende nahe. Für
den angeblichen Siegeszug gab es noch eine Erklärung, war er doch
die Bestätigung der letzten “Großen Erzählung”, der Theorie der
“Moderne”. Aber für das nahende Ende der Moderne und ihren “freien
Fall” in jeder Hinsicht hat man keine Erklärung. Im Gegenteil, das
herrschende Fachidioten- und Spezialistentum verweigert sich einer
solchen ausdrücklich, ja diffamiert jeden Versuch in diese
Richtung. Was nicht sein darf, das nicht sein kann.

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