Beziehungen Schweiz – USA nach der Wahl

Beziehungen Schweiz – USA nach der Wahl

13 Minuten

Beschreibung

vor 9 Jahren

Was bedeutet die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der
Vereinigten Staaten aus ökonomischer und wirtschaftspolitischer
Sicht? In einem Roundtable sprechen Peter Grünenfelder, Patrik
Schellenbauer und Fabian Schnell über die mittel- und
langfristigen Perspektiven für die Schweiz. Die EU wird für
unser stark exportorientiertes Land an Bedeutung gewinnen,
aber auch der Einfluss der asiatischen Länder dürfte zunehmen.


Falls die USA als zweitwichtigster Schweizer Exportmarkt neben
der EU eine isolationistische Politik betreiben sollten, wird das
für die Aussenwirtschaft der Schweiz zu einer neuen
Herausforderung. Und die erwartete Zinserhöhung der
US-Zentralbank Fed dürfte nach Trumps Wahl auf unbestimmte
Zeit verschoben werden, was für die Schweizerische Nationalbank
nicht von Vorteil ist. Im Avenir-Suisse-Roundtable erklärt Fabian
Schnell, die Unsicherheit auf den Finanzmärkten sei zurzeit gross
– und Unsicherheit wirke sich stets aufwertend auf den Schweizer
Franken aus. Für Patrik Schellenbauer wäre Alarmismus allerdings
fehl am Platz, auch wenn die Periode mit Negativzinsen
voraussichtlich länger dauern wird als bisher erwartet.


Positive Seiten könnte man allenfalls Trumps Ankündigung
abgewinnen, in den USA die Unternehmenssteuern zu senken, was
wachstumsfördernd wirkt. Allerdings sei das für den europäischen
Wirtschaftsraum nicht unbedingt eine gute Nachricht, denn Europa
würde dadurch als Unternehmensstandort für US-Firmen weniger
attraktiv. Ob es Trump hingegen gelingt, die Infrastruktur seines
Landes innert kurzer Zeit zu erneuern, wird angesichts des
Schuldenstandes der USA bezweifelt.


Sorgen bereitet auch die Erosion der politischen Kultur. Peter
Grünenfelder geht davon aus, dass die westlichen Demokratien vor
besonderen Herausforderungen stehen – insbesondere in Frankreich.
In der Schweiz gebe es zwar auch Populismus, aber die
Ausgangslage unterscheide sich aufgrund unserer halbdirekten
Demokratie erheblich von anderen westlichen Ländern: Initiativen
und Referenden würden den Puls der Bevölkerung regelmässig
messen, zudem habe der allgemeine Wohlstand in den letzten Jahren
zugenommen, betont der Direktor von Avenir Suisse.


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