Im Namen des Heimatschutzes

Im Namen des Heimatschutzes

10 Minuten

Beschreibung

vor 8 Jahren

Protektionistische Ideen sind weltweit im Kommen. Nicht anders
verhält es sich im Schweizer Agrarsektor. Doch wie viel
Abschottung im Namen des Heimatschutzes verträgt es? Die Schweiz
war nie autark hinsichtlich Lebensmittelversorgung. Sie sei auf
Freihandel angewiesen, betont Patrick Dümmler. Im Podcast nimmt
der Avenir-Suisse-Experte einige protektionistische Massnahmen
unter die Lupe und identifiziert eine Wahrnehmungsverzerrung in
Bezug auf die ökologische Produktion von Lebensmitteln.


Seit 2009 hat die Schweiz 19 Massnahmen in Kraft gesetzt,
die den wirtschaftlichen Austausch einschränken. Das neue
Swissness-Gesetz von 2017 ist ein Beispiel dafür. Statt «Swiss
Made» steht seit 2017 bei Lebensmitteln das «Swiss-Grown-Prinzip»
im Vordergrund, was die inländische Landwirtschaft
begünstigt.


Befürworter einer solchen Politik zugunsten der
Landwirtschaft und zulasten der Konsumenten fokussieren auf zwei
Themen: Versorgungssicherheit und ökologische Produktion. Doch
die Vorstellung einer möglichst autarken Versorgung der Schweiz
ist unrealistisch, selbst in den Kriegsjahren fand ein
limitierter Austausch von Lebensmitteln mit dem Ausland
statt.


Auch das Argument, mit mehr inländischer Produktion werde
die Ökologie gefördert, hält einer kritischen Untersuchung nicht
stand. Regionale Produkte weisen nicht per se eine bessere
Ökobilanz auf als solche, die aus aus dem Ausland importiert
sind. Die massive Werbung von landwirtschaftlichen
Vermarktungsorganisationen und Detailhändlern zugunsten von
regionalen Produkten erschweren einen breiten, kritischen und
faktenbasierten Dialog. Das Marketing führt zu einer Verklärung
der inländischen Lebensmittelproduktion und weckt indirekt
Abschottungssehnsüchte bei der Bevölkerung. Dabei wären mit
«Swiss Made» und Qualität auch bei Lebensmitteln im Ausland
Absatzerfolge möglich. Dies bedingt jedoch eine Öffnung des
Agrarmarktes für Importe und Exporte.


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Suisse.

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