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  4. «Ein Tabu muss man brechen»
Die Schweizer Gesellschaft ist mit ihrer Haltung zum Thema
Altersvorsorge zutiefst widersprüchlich: Obwohl die Lebenserwartung
eine der höchsten weltweit ist und laufend steigt, bleibt ein
höheres Rentenalter ein Tabu. Quasi das politische Kind dieses
Zustands ist die Abstimmungsvorlage «Altersvorsorge 2020». Diese
enthält ein ganzes Sammelsurium von Massnahmen, die jedoch in ihrer
Summe nur an der Oberfläche kratzen und mit denen es unterm Strich
nicht gelungen ist, die Renten langfristig zu sichern. Im Gegenteil
werden mit dem geplanten AHV-Ausbau die jüngeren Generationen
überproportional belastet. Nicht zuletzt deshalb sei es für die
Jungen enorm wichtig, dass sich persönlich für das Thema
Altersvorsorge interessierten, auch wenn die eigene Rente noch in
der Ferne liege. Im Gespräch mit Nicole Dreyfus erklären Jérome
Cosandey, Forschungsleiter Finanzierbare Sozialpolitik bei Avenir
Suisse, und die Vertreter von Avenir Jeunesse, Salomè Vogt und
Fabio Wüst, wie die Finanzierbarkeit der Renten auf Dauer
gewährleistet werden könnte. Eine der wichtigsten Massnahmen ist
aus ihrer Sicht die Koppelung des Rentenalters an die
Lebenserwartung. Im Interesse der Arbeitnehmer wäre auch ein
sanfter Übergang in die Pensionierung durch die allmähliche
Reduktion des Pensums. Bei der nächsten Reform der Altersvorsorge
müsse zudem der gesellschaftliche Wandel stärker berücksichtigt
werden. Auch die Arbeitswelt ist im Umbruch, und schon bald könnten
mehrere Teilzeitjobs anstatt einer einzigen Anstellung nicht mehr
die Ausnahme, sondern die Regel sein. Die Vorsorgewerke, allen
voran die zweite Säule, müssen dieser Entwicklung Rechnung tragen.
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„«Ein Tabu muss man brechen»“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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