«Ein Tabu muss man brechen»
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vor 8 Jahren
Die Schweizer Gesellschaft ist mit ihrer Haltung zum Thema
Altersvorsorge zutiefst widersprüchlich: Obwohl die
Lebenserwartung eine der höchsten weltweit ist und laufend
steigt, bleibt ein höheres Rentenalter ein Tabu.
Quasi das politische Kind dieses Zustands ist die
Abstimmungsvorlage «Altersvorsorge 2020». Diese enthält ein
ganzes Sammelsurium von Massnahmen, die jedoch in ihrer Summe nur
an der Oberfläche kratzen und mit denen es unterm Strich nicht
gelungen ist, die Renten langfristig zu sichern. Im Gegenteil
werden mit dem geplanten AHV-Ausbau die jüngeren Generationen
überproportional belastet. Nicht zuletzt deshalb sei es für die
Jungen enorm wichtig, dass sich persönlich für das Thema
Altersvorsorge interessierten, auch wenn die eigene Rente noch in
der Ferne liege.
Im Gespräch mit Nicole Dreyfus erklären Jérome Cosandey,
Forschungsleiter Finanzierbare Sozialpolitik bei Avenir Suisse,
und die Vertreter von Avenir Jeunesse, Salomè Vogt und Fabio
Wüst, wie die Finanzierbarkeit der Renten auf Dauer gewährleistet
werden könnte. Eine der wichtigsten Massnahmen ist aus ihrer
Sicht die Koppelung des Rentenalters an die Lebenserwartung. Im
Interesse der Arbeitnehmer wäre auch ein sanfter Übergang in die
Pensionierung durch die allmähliche Reduktion des Pensums.
Bei der nächsten Reform der Altersvorsorge müsse zudem der
gesellschaftliche Wandel stärker berücksichtigt werden. Auch die
Arbeitswelt ist im Umbruch, und schon bald könnten mehrere
Teilzeitjobs anstatt einer einzigen Anstellung nicht mehr die
Ausnahme, sondern die Regel sein. Die Vorsorgewerke, allen voran
die zweite Säule, müssen dieser Entwicklung Rechnung tragen.
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