«Der Realzinsvorteil entlastet Industrie und Gewerbe»

«Der Realzinsvorteil entlastet Industrie und Gewerbe»

9 Minuten

Beschreibung

vor 8 Jahren

Die Inflation bleibt in der Schweiz niedrig, obwohl die SNB seit
Jahren im Windschatten der EZB und des FED eine sehr expansive
Geldpolitik verfolgt. Immerhin ist sie nicht mehr negativ.


Es gibt noch mehr Licht am Horizont: In der Exportwirtschaft hat
sich die Stimmung merklich verbessert, denn mit der
Weltwirtschaft – und der Nachfrage nach Schweizer Produkten –
scheint es wieder aufwärts zu gehen.


Fabian Schnell rechnet trotzdem nicht mit einem baldigen
Kurswechsel in der Schweizer Geldpolitik – zu viele
Unsicherheiten gibt es noch in den USA, in der Eurozone und
anderswo. Und längst nicht alle Nachwehen der Finanz-,
Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise sind wirklich überstanden.
Generell sieht es so aus, als ob die SNB noch länger mit
Unsicherheiten zu kalkulieren hat.


Neuen Rufen nach einer Wechselkursuntergrenze für den Franken
erteilt Schnell aber eine Absage. In der jetzigen Lage wäre ein
solcher Schritt «reine Industriepolitik». Ein Mindestkurs für den
Euro könne aufgrund der hohen Kosten auch niemals von langer
Dauer sein.


Grundsätzlich hat die Schweiz seit dem Zusammenbruch des
Bretton-Woods-Systems sehr gute Erfahrungen mit flexiblen
Wechselkursen gemacht. Mit ihrer unabhängigen Geldpolitik konnte
die SNB im Vergleich zu anderen Ländern tiefere Inflationsraten
und stabileres Wirtschaftswachstum erwirken. Die tiefere Teuerung
war jeweils besonders hilfreich für Industrie-und Gewerbe: Sie
bescherte den Unternehmen einen nicht zu unterschätzenden
Realzinsvorteil.


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