Ein Ökonom mit radikalen Ideen
24 Minuten
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vor 7 Jahren
Der NZZ-Redaktor Jürg Müller ist Co-Autor des ökonomischen Buches
«The End of Banking», das unter dem Pseudonym Jonathan McMillan
publiziert wurde. Die Publikation setzt sich kritisch mit dem
Bankenwesen, der Kreditschöpfung und dem Geldsystem auseinander.
Die Autoren beschäftigen sich mit den Boom-and-Bust-Zyklen, den
exzessiven Risiken, exorbitanten Managerentschädigungen und der
Too-big-to-fail-Problematik. Mit ihrer «systemic solvency rule»
lancieren sie eine radikale Reformidee, die noch über die
Forderungen der Vollgeldinitiative hinausgeht. Unter der Leitung
von Nico Leuenberger diskutiert Jakob Schaad mit Jürg Müller.
Die Informationstechnologien hätten die Art und Weise, wie wir
versucht haben, das Banking zu kontrollieren, zerstört – also das
Regulierungswerk, sagt der Autor. Deshalb schlage er im
Unterschied zur heutigen Bankenregulierung oder zur
Vollgeldinitiative vor, eine Solvenzregel einzuführen, die dazu
führen würde, dass systemische Risiken im Finanzsystem nicht mehr
eingegangen werden könnten.
Den Einwand von Jakob Schaad, die vorgeschlagene Lösung scheine
ihm äusserst radikal, beantwortet Müller mit dem Argument, wir
lebten in radikalen Zeiten. Die Informationstechnologien hätten
schon viele Branchen auf den Kopf gestellt, das gelte auch für
den Finanzsektor.
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