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  4. «Es geht darum, den Bauern eine Perspektive zu geben»
Vor wenigen Wochen hat Avenir Suisse mit der Studie «Eine
Agrarpolitik mit Zukunft» eine Zehn-Punkte-Strategie für die
langfristige Reform der Schweizer Landwirtschaft präsentiert.
«Absurd» und «unrealistisch» waren noch die freundlicheren Worte,
mit denen der Schweizer Bauernverband auf die Vorschläge der
Denkfabrik damals antwortete. Im Gespräch mit Nicole Dreifus
verteidigen die beiden Studienautoren Patrick Dümmler und Noémie
Roten ihren Standpunkt. Der Status quo mache aktuell niemanden
zufrieden: weder die Konsumenten, die hohe Preise für die
Nahrungsmittel zahlen, noch die Bauern, die trotz hohen
Arbeitseinsatzes kaum Rendite erwirtschaften. Dass auch die
Bevölkerung die Landwirtschaftspolitik zunehmend kritisch sieht,
zeige die wachsende Zahl politischer Initiativen in diesem Bereich.
Neben den (erwarteten) kritischen Reaktionen haben die Autoren auch
positives Feedback erhalten, von besorgten Bürgern oder von Leuten,
die sich mit der Agrarpolitik befassen. Gut aufgenommen wurde auch
das «Privilegienregister der Schweizer Landwirtschaft», mit dem
Avenir Suisse Licht in den landwirtschaftlichen
Subventionsdschungel bringt und das in den nächsten Jahren laufend
aktualisiert werden soll. Das ausserordentlich grosse Echo zeige
vor allem eines: Die Studie hat einen wunden Punkt getroffen. Die
weitverbreitete Unzufriedenheit mit der Schweizer Agrarpolitik sei
umso bedenklicher, wenn man ihre gesamten volkswirtschaftlichen
Kosten in Betracht ziehe. Diese betragen nämlich, wie die Studie
zeigte, nicht weniger als 20 Mrd. Fr. Mit dem Reformprogramm sollen
die Subventionen in die Landwirtschaft gezielter fliessen und auch
gleich lange Spiesse für die Bauern innerhalb der Wirtschaft
geschaffen werden – also gegenüber dem Gewerbe und der Industrie.
Warum etwa erhalten Bauern die  Treibstoffsteuern
rückerstattet, nicht aber ein Malerbetrieb? Deregulierung und
Wettbewerb könnten die Innovationskraft, die in diesem Sektor
schlummert, wecken. Davon profitiert am Schluss die ganze
Volkswirtschaft, nicht zuletzt die Bauern selbst. Dass Grenzöffnung
und weniger Subventionen oft sehr positive Auswirkungen haben,
zeige das Beispiel Österreich, das sich seit 1995 innerhalb der EU
zu einem Feinkostladen für den gesamten EU-Binnenmarkt entwickelt
hat. Es wäre durchaus auch eine Chance für die Schweizer Bauern,
wenn sie an diesem grossen europäischen Markt teilhaben könnten.
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„«Es geht darum, den Bauern eine Perspektive zu geben»“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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