«Es geht darum, den Bauern eine Perspektive zu geben»

«Es geht darum, den Bauern eine Perspektive zu geben»

14 Minuten

Beschreibung

vor 7 Jahren

Vor wenigen Wochen hat Avenir Suisse mit der Studie «Eine
Agrarpolitik mit Zukunft» eine Zehn-Punkte-Strategie für die
langfristige Reform der Schweizer Landwirtschaft präsentiert.
«Absurd» und «unrealistisch» waren noch die freundlicheren Worte,
mit denen der Schweizer Bauernverband auf die Vorschläge der
Denkfabrik damals antwortete.


Im Gespräch mit Nicole Dreifus verteidigen die beiden
Studienautoren Patrick Dümmler und Noémie Roten ihren Standpunkt.
Der Status quo mache aktuell niemanden zufrieden: weder die
Konsumenten, die hohe Preise für die Nahrungsmittel zahlen, noch
die Bauern, die trotz hohen Arbeitseinsatzes kaum Rendite
erwirtschaften. Dass auch die Bevölkerung die
Landwirtschaftspolitik zunehmend kritisch sieht, zeige die
wachsende Zahl politischer Initiativen in diesem Bereich. Neben
den (erwarteten) kritischen Reaktionen haben die Autoren auch
positives Feedback erhalten, von besorgten Bürgern oder von
Leuten, die sich mit der Agrarpolitik befassen. Gut aufgenommen
wurde auch das «Privilegienregister der Schweizer
Landwirtschaft», mit dem Avenir Suisse Licht in den
landwirtschaftlichen Subventionsdschungel bringt und das in den
nächsten Jahren laufend aktualisiert werden soll.


Das ausserordentlich grosse Echo zeige vor allem eines: Die
Studie hat einen wunden Punkt getroffen. Die weitverbreitete
Unzufriedenheit mit der Schweizer Agrarpolitik sei umso
bedenklicher, wenn man ihre gesamten volkswirtschaftlichen Kosten
in Betracht ziehe. Diese betragen nämlich, wie die Studie zeigte,
nicht weniger als 20 Mrd. Fr.


Mit dem Reformprogramm sollen die Subventionen in die
Landwirtschaft gezielter fliessen und auch gleich lange Spiesse
für die Bauern innerhalb der Wirtschaft geschaffen werden – also
gegenüber dem Gewerbe und der Industrie. Warum etwa erhalten
Bauern die  Treibstoffsteuern rückerstattet, nicht aber ein
Malerbetrieb? Deregulierung und Wettbewerb könnten die
Innovationskraft, die in diesem Sektor schlummert, wecken. Davon
profitiert am Schluss die ganze Volkswirtschaft, nicht zuletzt
die Bauern selbst.


Dass Grenzöffnung und weniger Subventionen oft sehr positive
Auswirkungen haben, zeige das Beispiel Österreich, das sich seit
1995 innerhalb der EU zu einem Feinkostladen für den gesamten
EU-Binnenmarkt entwickelt hat. Es wäre durchaus auch eine Chance
für die Schweizer Bauern, wenn sie an diesem grossen europäischen
Markt teilhaben könnten.


The post «Es geht darum, den Bauern eine Perspektive zu geben»
appeared first on Avenir Suisse.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15