Sterne für die Spitäler

Sterne für die Spitäler

19 Minuten

Beschreibung

vor 7 Jahren

Die steigenden Kosten im Gesundheitssystem beschäftigen alle:
Patienten, Spitäler, Krankenversicherungen und
Gesundheitspolitiker. Aber mit welchen Methoden könnte man das
Kostenwachstum bremsen? Andrea Rytz, CEO der Zürcher Schulthess
Klinik, und Jérôme Cosandey, Forschungsleiter Finanzierbare
Sozialpolitik, sehen verschiedene Ansatzpunkte:
Die Politik: Zu oft ist Gesundheitspolitik
Interessenspolitik. Etwa bei den kantonalen Spitallisten, die nicht
selten für Regionalpolitik instrumentalisiert werden. Viel
sinnvoller bei der Beurteilung von Spitalleistungen wären
allgemeine, in der ganzen Schweiz gültige und besser vergleichbare
Kriterien. Die Qualität: Muss es wirklich immer
die beste und teuerste Therapie sein? Mit den richtigen Anreizen
für die Patienten könnte sich ein 5-Sterne-System auch im
Spitalwesen durchsetzen. Die Schwerpunktsetzung:
Heute gibt es zu viele Spitäler, die alles anbieten. Mit einer
gezielten Spezialisierung der Anbieter wären neben
Effizienzgewinnen auch Qualitätssteigerungen möglich.

Andrea Rytz und Jérôme Cosandey waren sich in ihrem Gespräch
einig, dass die Spitäler nicht mehr, sondern bessere Regulierung
brauchen. Die eine einseitige Fokussierung auf Tarife bringe zu
wenig.
Mehr Wachstum heisse zudem nicht automatisch Kostenwachstum:
Vielen Probleme könnten auch durch weniger Bürokratie gelöst
werden: Etwa, wenn Ärzte sich besser austauschen und Patienten
spitalübergreifend behandeln könnten, weil sie einen
unkomplizierten Zugang zu den verschiedenen Institutionen
erhielten.
Die Branche hat noch viel Raum für Verbesserungen. Und vielleicht
kann auch die Zeit ein paar Wunden im Gesundheitssystem heilen.
Zum Beispiel, wenn der Druck der Patienten, die sich gegen die
Kosten wehren, grösser wird.


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