Viel Aufwand für wenig Ertrag: 40'000 Delegierte aus 200 Staaten
haben an der Klimakonferenz in Sharm el-Sheikh zwei Wochen lang
verhandelt und gestritten – und ein enttäuschendes Ergebnis
erzielt. Mit einem Fonds sollen die Folgen des Klimawandels in
ärmeren Ländern abgefedert werden, aber bei der Bekämpfung der
Ursachen – also beim Ausstieg aus fossilen Energieträgern – konnte
man sich nicht einigen. Im Gespräch mit Marc Lehmann betont Avenir
Suisse-Forschungsleiter Lukas Rühli, dass die Angebotsseite bei den
Versprechen zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen sowieso meist
vergessen gehe. Länder mit fossilen Vorkommen planten bis 2040
keine Reduktion ihrer Förderquoten – und was gefördert werde, wer
auch verbrannt, so Rühlis Fazit. Drum seien erneuerbare Energien
durch Innovationen so attraktiv zu machen, damit Öl, Gas und Kohle
im Boden blieben. Untergangsszenarien von Aktivisten erteilt der
Ökonom eine klare Absage.Neuer Podcast: Think dänk!Der Denkfabrik
beim Denken zuhörenAvenir Suisse lanciert ein neues Podcast-Format:
Think dänk! Das englisch-schweizerdeutsche Wortspiel soll nicht nur
zum Hören anregen, sondern auch zum Mitdenken auffordern. Wie
funktioniert ein Think-Tank, auf welche Themen legt er sich fest,
welche Fragen stellt er?Die Gespräche werden von Marc Lehmann
moderiert; er ist seit 1. Oktober für die Kommunikation von Avenir
Suisse verantwortlich. Davor hat der Berner das «Tagesgespräch» von
Radio SRF geleitet und mit Fachpersonen und Akteuren jeweils ein
aktuelles Thema vertieft diskutiert. Nun richtet er den Fokus auf
die breite Themenpalette von Avenir Suisse.Zum Start fünf Fragen an
Marc Lehmann:Warum ein neues Podcast-Format?Podcast boomt. Die
Generation «Kopfhörer» hat Audio wieder entdeckt, der Ton läuft dem
Bild gerade den Rang ab. Für eine Denkfabrik eignet sich ein
Hörformat hervorragend, denn hier wird Wissen produziert, gescheite
Leute denken über Themen nach, die uns alle beschäftigen. Also muss
man dieses Wissen abholen und in die Diskussion einbringen. Eine
Hörsituation kann ausserdem sehr intim sein, man kann sich gut auf
den Inhalt konzentrieren und sich in ein Thema vertiefen. So ist
die Chance gross, dass auch wirklich etwas haften bleibt.In welcher
Form?Wir wählen die Gesprächsform, weil das Gespräch etwas
Natürliches ist. Es ist seit Menschengedenken da, schafft Nähe und
Vertrauen. Die Forscherin berichtet von ihrer Arbeit und den
Erkenntnissen, die sie gewinnt; der Forscher ordnet in einem kurzen
Q&A einen Sachverhalt ein – oder wir führen eine ausführliche
Debatte, durchaus zu einer kontroversen Thematik und auch mit
Köpfen von aussen.Und mit welchem Inhalt?Wo kann man mehr Substanz
abholen als in einer Denkfabrik, wo gedacht, recherchiert,
geforscht, diskutiert, kritisiert, entwickelt und bewertet wird?
Inhaltlich gibt ein Think-Tank sehr viel her. Wir fragen: Mit
welchen Themen beschäftigen wir uns – und warum? Welche Fragen
stellen wir, auf welche Quellen stützen wir uns, wie werten wir die
Daten aus? Wie interpretieren wir die Fakten, welchen
Handlungsbedarf erkennen wir und welche Lösungsvorschläge leiten
wir daraus ab? Transparenz schafft Vertrauen.Wer sind die
Gesprächsgäste?Avenir Suisse produziert viel Hirnschmalz, unsere
Expertinnen und Experten sind medial gefragt. Also liegt es nahe,
ihnen beim Denken zuzuhören. Aber Forschende wollen herausgefordert
werden, und so nehmen wir gerne auch mal externe Stimmen von
Machern und Expertinnen hinzu. Denn niemand ist im Besitz der
Wahrheit, auch wir nicht, doch wir haben gute Argumente.Wie will
sich der Podcast vom ohnehin breiten Angebot abheben?Es ist
richtig, im deutschsprachigen Raum buhlen etwa 80'000 Podcasts um
Publikum. Deshalb wollen wir den Leuten nicht mit Blabla die Zeit
stehlen, sondern Mehrwert bieten. Wir wollen Ideen und Gedanken
jenseits des Mainstreams formulieren. Ideen, die überraschen und
einen Beitrag zur öffentlichen Debatte leisten. Ideen, die
vielleicht auch mal quer sind und zum Denken anregen. Der Titel –
Think dänk! – ist nämlich durchaus auch als Aufforderung ans
Publikum zu verstehen.Lust, dem Think Tank beim Denken zuzuhören?
Der Podcast «Think dänk!» wird im Zwei-Wochen-Rhythmus jeweils
mittwochs publiziert, alternierend mit dem neuen Video-Format
«Denkanstoss» . Er kann auf allen gängigen Podcast-Plattformen
oder auf unserer Homepage abonniert werden.
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