Beschreibung
vor 20 Jahren
Eine genetische Komponente in der Ätiologie der Schizophrenie gilt
durch genetische epidemiologische Studien als gesichert. In dieser
Arbeit wurde eine Reihe von Kandidatengenstudien im
Fall-Kontroll-Design durchgeführt. Basierend auf den zahlreichen
Hinweisen auf eine Beteiligung des Immunsystems an der Ätiogenese
und Pathophysiologie der Schizophrenie und speziell basierend auf
der Hypothese zur Imbalance des Th1/Th2-Gleichgewichtes bei
schizophrenen Patienten wählten wir als Kandidatengene solche aus,
die für Zytokine kodieren, denen eine herausragende Rolle in der
Th1/Th2-Balance und/oder in der antiviralen Abwehrreaktion des
Körpers zukommt. Zudem untersuchten wir das für das
Adhäsionsmolekül ICAM-1 kodierende Gen, nachdem eigene
Voruntersuchungen auf eine veränderte Expression dieses
Adhäsionsmoleküls bei schizophrenen Patienten hingewiesen hatten.
In diesem Zusammenhang bestimmten wir erneut die sICAM-1
Serumkonzentration in einer Subgruppe von 70 schizophrenen
Patienten und 129 gesunden Kontrollen und untersuchten die mögliche
Assoziation mit dem ICAM-1 Genotyp. Insgesamt wurden 263
schizophrene Patienten und 275 gesunde Kontrollpersonen
hinsichtlich der folgenden Kandidatengene untersucht: • IL-2 T-G
SNP auf Position –330 in der Promotorregion (Chromosom 4q26-q27);
IL-2 ist ein typisches Th1-Zytokin. • IL-6 G-A SNP auf Position
–174 in der Promotorregion (Chromosom 7p21); IL-6 ist ein typisches
Th2-Zytokin. • TNF-alpha G-A SNP auf Position –308 in der
Promotorregion (Chromosom 6p21.3); TNF-alpha ist maßgeblich an der
antiviralen Immunabwehr beteiligt. • ICAM-1 G-A auf Position 241
und A-G auf Position 469 in der kodierenden Region des Gens
(Chromosom 19p13.3-p13.2); ICAM-1 ist wie oben beschrieben ein
Adhäsionsmolekül. Bei der Untersuchung des T330G SNP des IL-2 Gens
zeigte sich ein signifikant häufigeres Auftreten des homozygoten
T-Allels bei schizophrenen Patienten als bei gesunden
Kontrollpersonen (²=8,016; df=2; p=0,018). Die Untersuchung des
G174A SNP in der Promotorregion des für IL-6 kodierenden Gens, des
G308A Polymorphismus des TNF-α Gens, des A241G SNP sowie des A469G
SNP des ICAM-1 Gens erbrachten keine signifikanten Unterschiede.
Der Befund zum IL-2 –330 T-G SNP bestätigt die Hypothese, dass
Polymorphismen in Genen die für Immunfaktoren kodieren, mit
Schizophrenie assoziiert sind. Zudem sprechen die Ergebnisse zum
TNF-alpha -308 G-A SNP und zum ICAM-1 241 G-A SNP für
unterschiedliche (immun-)genetische Risikofaktoren bei männlichen
und weiblichen schizophrenen Patienten. Unsere bereits publizierten
Vorbefunde von erniedrigten Serumkonzentrationen von sICAM-1 bei
schizophrenen Patienten ließen sich bestätigen. Zudem konnten wir
unsere Arbeitshypothese, dass die erniedrigten sICAM-1
Konzentrationen bei schizophrenen Patienten auf einer genetischen
Disposition im ICAM-1 Gen beruhen, nicht bestätigen. Es müssen also
andere Faktoren, wie zum Beispiel ein krankheits-assoziierter
Faktor bei schizophrenen Patienten, die erniedrigten
Konzentrationen verursachen. In diesem Zusammenhang könnte das
Überwiegen der Th2-artigen Immunabwehr die Ursache für die
reduzierten sICAM-1 Konzentrationen bei Schizophrenie darstellen
Die signifikant erniedrigte sICAM-1 Serumkonzentration bei gesunden
Kontrollen, die das polymorphe A-Allel aufweisen, geben einen
ersten Hinweis auf die Funktionalität des Polymorphismus
durch genetische epidemiologische Studien als gesichert. In dieser
Arbeit wurde eine Reihe von Kandidatengenstudien im
Fall-Kontroll-Design durchgeführt. Basierend auf den zahlreichen
Hinweisen auf eine Beteiligung des Immunsystems an der Ätiogenese
und Pathophysiologie der Schizophrenie und speziell basierend auf
der Hypothese zur Imbalance des Th1/Th2-Gleichgewichtes bei
schizophrenen Patienten wählten wir als Kandidatengene solche aus,
die für Zytokine kodieren, denen eine herausragende Rolle in der
Th1/Th2-Balance und/oder in der antiviralen Abwehrreaktion des
Körpers zukommt. Zudem untersuchten wir das für das
Adhäsionsmolekül ICAM-1 kodierende Gen, nachdem eigene
Voruntersuchungen auf eine veränderte Expression dieses
Adhäsionsmoleküls bei schizophrenen Patienten hingewiesen hatten.
In diesem Zusammenhang bestimmten wir erneut die sICAM-1
Serumkonzentration in einer Subgruppe von 70 schizophrenen
Patienten und 129 gesunden Kontrollen und untersuchten die mögliche
Assoziation mit dem ICAM-1 Genotyp. Insgesamt wurden 263
schizophrene Patienten und 275 gesunde Kontrollpersonen
hinsichtlich der folgenden Kandidatengene untersucht: • IL-2 T-G
SNP auf Position –330 in der Promotorregion (Chromosom 4q26-q27);
IL-2 ist ein typisches Th1-Zytokin. • IL-6 G-A SNP auf Position
–174 in der Promotorregion (Chromosom 7p21); IL-6 ist ein typisches
Th2-Zytokin. • TNF-alpha G-A SNP auf Position –308 in der
Promotorregion (Chromosom 6p21.3); TNF-alpha ist maßgeblich an der
antiviralen Immunabwehr beteiligt. • ICAM-1 G-A auf Position 241
und A-G auf Position 469 in der kodierenden Region des Gens
(Chromosom 19p13.3-p13.2); ICAM-1 ist wie oben beschrieben ein
Adhäsionsmolekül. Bei der Untersuchung des T330G SNP des IL-2 Gens
zeigte sich ein signifikant häufigeres Auftreten des homozygoten
T-Allels bei schizophrenen Patienten als bei gesunden
Kontrollpersonen (²=8,016; df=2; p=0,018). Die Untersuchung des
G174A SNP in der Promotorregion des für IL-6 kodierenden Gens, des
G308A Polymorphismus des TNF-α Gens, des A241G SNP sowie des A469G
SNP des ICAM-1 Gens erbrachten keine signifikanten Unterschiede.
Der Befund zum IL-2 –330 T-G SNP bestätigt die Hypothese, dass
Polymorphismen in Genen die für Immunfaktoren kodieren, mit
Schizophrenie assoziiert sind. Zudem sprechen die Ergebnisse zum
TNF-alpha -308 G-A SNP und zum ICAM-1 241 G-A SNP für
unterschiedliche (immun-)genetische Risikofaktoren bei männlichen
und weiblichen schizophrenen Patienten. Unsere bereits publizierten
Vorbefunde von erniedrigten Serumkonzentrationen von sICAM-1 bei
schizophrenen Patienten ließen sich bestätigen. Zudem konnten wir
unsere Arbeitshypothese, dass die erniedrigten sICAM-1
Konzentrationen bei schizophrenen Patienten auf einer genetischen
Disposition im ICAM-1 Gen beruhen, nicht bestätigen. Es müssen also
andere Faktoren, wie zum Beispiel ein krankheits-assoziierter
Faktor bei schizophrenen Patienten, die erniedrigten
Konzentrationen verursachen. In diesem Zusammenhang könnte das
Überwiegen der Th2-artigen Immunabwehr die Ursache für die
reduzierten sICAM-1 Konzentrationen bei Schizophrenie darstellen
Die signifikant erniedrigte sICAM-1 Serumkonzentration bei gesunden
Kontrollen, die das polymorphe A-Allel aufweisen, geben einen
ersten Hinweis auf die Funktionalität des Polymorphismus
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