Die Macherinnen des georgischen Dokumentarfilms

Die Macherinnen des georgischen Dokumentarfilms

23 Minuten

Beschreibung

vor 8 Jahren
Während weltweit Frauen in allen Bereichen der Filmindustrie selten
vorkommen, sind es vor allem Regisseurinnen aus Georgien, deren
Geschichten mit der „Neuen Georgischen Welle“ erfolgreich auf
Europäische Leinwände und Internationale Filmfestivals kommen.
Besonders paradox mag dieser Erfolg in Anbetracht der
pseudo-patriarchalen Gesellschaft und des wachsenden Einflusses der
Christlichen Orthodoxen Kirche im Land scheinen. Unter dem Titel
„Female Gazes from Georgia - Contemporary Documentaries“ hat die
Heinrich-Böll-Stiftung anlässlich des diesjährigen
deutsch-georgischen Freundschaftsjahres eine Filmreihe von zehn
georgischen Dokumentarfilmen zusammengestellt und ist mit ihnen
durch fünf deutsche Städte getourt. In Berlin, Leipzig, Hamburg,
Cottbus und Dresden konnte man sowohl im Rahmen von Filmfestivals
als auch im normalen Programmbereich Vorstellungen aus der
Filmreihe sehen und anschließend in Publikumsgesprächen mit einigen
der angereisten Filmemacherinnen sprechen. Die gleichnamige
Podiumsdiskussion schaut aus der Perspektive von Georgischen
Filmemacherinnen auf das aktuelle Georgien und diskutiert ihre
Hoffnungen, Gefahren und persönlichen Einsichten bezüglich des
nationalen Wandels, der seit 1989 von statten geht. In welcher
Weise reflektieren ihre Arbeiten und der Georgische Dokumentarfilm
generell den aktuellen Status des Landes, das auf der Suche nach
einem eigenen Platz zwischen Ost und West sein Selbstbild möglichst
modern verortet? Nino Lejava, Leiterin der Heinrich-Böll-Stiftung
im Südkaukasus, zur Filmauswahl: „Unser Schwerpunkt den wir "Female
Gazes" genannt haben, sollte eben nicht so verstanden werden dass
wir nur den weiblichen Blick zeigen und glorifizieren wollen,
sondern dass wir eben diese Unterschiede und Vielfältigkeit - eine
ganze Palette der Öffentlichkeit vorstellen wollen. Und wenn man
von Unterschieden spricht: da ist dieses Beobachtende, nicht
Dominante, man mischt sich nicht ein, sondern beobachtet bestimmte
Ereignisse in dem jeweiligen Ort mit einer gewissen, wenn nicht
Sympathie aber Anteilnahme. Und das ist glaube ich auch das
Besondere diese Behutsamkeit dieser Filmproduktionen, die eventuell
auch sehr kritische Verhältnisse darstellen aber nicht immer
rechthaberisch zeigen, wo es lang gehen soll.“ Die Filmreihe
präsentierte Dokumentarfilme aus Georgien, Dörte Fiedler war auf
dem DOK Leipzig dabei und hat mit einigen Regisseurinnen
gesprochen. Foto: (c) Salomé Jashi

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