Geschichte(n) hören Archiv
547 Episoden
1 Stunde 29 Minuten
David Feest (Göttingen) und Elena Zubkova (Moskau) diskutierten im Rahmen der Veranstaltung über den Stalinismus im Baltikum. Die singuläre Erfahrung der zweifachen stalinistischen Herrschaftsimplementierung in den baltischen Staaten spielte dabei ebenso eine Rolle, wie die umkämpfte Erinnerung an diese Zeit.
1 Stunde 56 Minuten
Der Schriftsteller Thomas Mann bezeichnete den Antikommunismus 1943 als die "Grundtorheit unserer Epoche". Dieses viel zitierte Diktum erklärt sich aus den Zeitumständen. Es blendet jedoch den totalitären, antiemanzipatorischen und antidemokratischen Charakter aus, für die die kommunistische Bewegung damals längst stand. Die Bandbreite der Ablehnung des Kommunismus reichte dabei stets von militantem, antidemokratischem Antikommunismus bis hin zur demokratisch motivierten, nicht selten auch linken Kommunismuskritik. Das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2011 leuchtet die historischen Pfade und Organisationsformen des Antikommunismus im 20. Jahrhundert aus. Das Podiumsgespräch knüpfte am Jahrbuch an und schlug den Bogen von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Es diskutierten: Jan Korte, Prof. Dr. Gesine Schwan, Dr. Krisztián Ungváry, Prof. Dr. Andreas Wirsching. Moderation: Harald Asel. Impulsvortrag Prof. Dr. Bernd Faulenbach
1 Stunde 48 Minuten
Erkrankungen von Häftlingen waren für das Ministerium für Staatssicherheit eine unerwünschte Störung seiner Ermittlungstätigkeit. Das sogenannte Haftkrankenhaus auf dem Gelände der Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen hatte daher die vorrangige Aufgabe, erkrankte Gefangene wieder prozesstauglich zu machen. Das Buch von Tobias Voigt und Peter Erler beantwortet Fragen wie: Wer waren die Inhaftierten, wer die Mediziner und Pfleger, die dort im Auftrag des MfS tätig waren? Welche Krankheiten und Gebrechen wurden behandelt, welche Behandlungsmethoden und Arzneimittel angewandt? Und wie vertrug sich die enge Zusammenarbeit von Medizinern und Vernehmern mit dem Eid des Hippokrates? Gespräch mit: Tobias Voigt (Politikwissenschaftler und Autor), Prof Dr. med. Volker Hess (Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin), Dr. med. Marc Lehmann (Ärztlicher Direktor des Justizvollzugskrankenhauses Berlin), Dieter Hötger (Fluchthelfer und Tunnelbauer). Moderation: Helmuth Frauendorfer (stellvertr. Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen)
1 Stunde 35 Minuten
Das endgültige Ende des Stalinismus kam mit dem Volksaufstand in Ungarn im Herbst 1956. Der prominente ungarische Historiker Krisztian Ungváry zeichnete in seinem Vortrag die Entwicklungen nach, die zu diesem Ereignis führten. Dabei wurden unterschiedliche Funktionen und Logiken des Terrors diskutiert.
2 Stunden 28 Minuten
Immer wieder war es der Initiative und dem vehementen Engagement einzelner Personen zu danken, dass eine Aufarbeitung der Vergangenheit im gesamtdeutschen Sport angestoßen wurde. Die Veranstaltung reflektierte das Spannungsverhältnis zwischen persönlicher Verantwortung und struktureller Einbindung und zog eine erste Bilanz von gut 20 Jahren Aufarbeitung im Sport. Vortrag: Dr. Jutta Braun. Es diskutierten: Brigitte Berendonk, Andreas Krieger, Dr. Hans-Georg Moldenhauer, Manfred Freiherr von Richthofen. Moderation: Michael Barsuhn
1 Stunde 9 Minuten
Am 24. November 1961 nahm in Salzgitter die Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen für DDR-Unrecht ihre Arbeit auf. Bis zu ihrer Schließung 1992 wurden über 40.000 Aktenordner angelegt, in denen das Unrecht des SED-Regimes gesammelt wurde. Nach der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung dienten die Akten aus Salzgitter als Grundlage für die strafrechtliche Aufarbeitung des Unrechts in der SED-Diktatur. Die Unterlagen halfen ebenso bei der Rehabilitierung der Opfer. Auf der Veranstaltung wurde eine Bilanz gezogen und nachgefragt, inwieweit die Zentrale Erfassungsstelle und ihre Akten die an sie gestellten Erwartungen erfüllen konnten. Podiumsgespräch mit Gerhard Glogowski, Dr. Michael Hollmann, Dr. Michael Ploenus und Professor Dr. Johannes Weberling, moderiert von Henning Noske.
1 Stunde 7 Minuten
Frauen im Widerstand ist ein wenig bekanntes und untersuchtes Thema bei der Aufarbeitung von Diktaturen. Die Bundesstiftung Aufarbeitung richtete mit dieser Veranstaltung die Aufmerksamkeit auf eine Generation von Frauen, die speziell seit 1968 Widerstand gegen kommunistische Diktaturen geleistet hat. Es wurden zwei Akteurinnen in den Mittelpunkt gerückt, deren Schicksal für viele steht: Gabriele Stötzer und Dr. Sibylle Plogstedt. Beide wurden aufgrund ihres politischen Engagements in der DDR bzw. in der Tschechoslowakei eingesperrt.
1 Stunde 30 Minuten
Der polnische Historiker Piotr Madajczyk (Warschau) sprach in seinem Vortrag über den stalinistischen Terror in der Volksrepublik Polen. Spätestens mit der Vereinigung von Kommunisten und Sozialisten im Dezember 1948 waren die letzten Hindernisse auf dem Weg zur Diktatur beseitigt. Unter ihrem Generalsekretär Bolesław Bierut, der selbst Gegenstand eines pompösen Personenkultes wurde, überzogen die Kommunisten das Land mit Terror und Gewalt.
1 Stunde 46 Minuten
Wie kam es, dass die Verheißungen des Kommunismus in Zumutungen und Terror umschlugen, als sie in die Realität umgesetzt wurden? Der amerikanische Historiker Eric Weitz (Universität Minnesota), der mit seiner Arbeit über das 20. Jahrhundert als Jahrhundert des Genozids auch über akademische Kreise hinaus bekannt geworden ist, ging dieser Frage in seinem Vortrag nach.
1 Stunde 18 Minuten
In dem Film "Die Vergessenen. Tod, wo andere Urlaub machen" arbeiten die beiden Filmemacher Freya Klier und Andreas Kuno Richter das Schicksal der DDR-BürgerInnen auf, die versuchten über Bulgarien in den Westen zu fliehen. Das Podiumsgespräch mit Freya Klier und dem Zeitzeugen Michael Proksch kreiste vor allem um die psychische Belastung, die sowohl die Betroffenen als auch die Filmemacher während der Recherchen und Produktion erlebten. Es griff aber auch die mangelnde Aufarbeitung in Bulgarien sowie die Verarbeitung des Themas in Deutschland auf. Moderation: Markus Heidmeier.
52 Minuten
Als Aktion »Festigung« bezeichneten die Machthaber in der DDR die Zwangsumsiedlung von Tausenden unliebsamen Bürgern aus dem Grenzgebiet zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1961 nur wenige Wochen nach dem Mauerbau. Im Podiumsgespräch berichteten die Zeitzeugen Ernst O. Schönemann und Uwe-Heiko Scholz, die in ihrer Jugend Anfang der 60er-Jahre mit ihren Familien zwangsausgesiedelt worden waren, von ihren Erfahrungen und Erinnerungen. Moderation: Dr. Jens Hüttmann (Bundesstiftung Aufarbeitung)
38 Minuten
Still und heimlich wurden leer stehende Wohnungen besetzt, wilde Untermietverträge abgeschlossen, Räumungsaufforderungen ignoriert. Das war nicht nur für Künstler und Studenten oft die einzige Möglichkeit, eine Wohnung zu bekommen. Zwei Bücher des Historikers Udo Grashoff erzählen anhand von unterhaltsamen und auch weniger lustigen Beispielen die Geschichte des illegalen Wohnens in der DDR. An der Podiumsdiskussion wirkten mit: Dr. Udo Grashoff (Historiker), Maix Mayer (Künstler, hat in Rostock und Leipzig schwarz gewohnt) und Prof. Dr. Dieter Rink (Kulturwissenschaftler, hat in Leipzig schwarz gewohnt). Moderation: Prof. Dr. Günther Heydemann (Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung Dresden)
13 Minuten
Am 15. September 2011 fand im und mit dem ARD-Hauptstadtstudio die 8. Zeitgeschichtliche Sommernacht statt, in deren Rahmen die Preisträger des diesjährigen Wettbewerbes geschichts-codes 2011 "FREIHEIT!" und ihre Beiträge vorgestellt wurden. Dr. Nobert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages und Schirmherr des diesjährigen Wettbewerbes, hielt die Festrede. Weitere Mitschnitte, z.B. die Laudatio auf die Preisträger oder das Schlusswort, finden Sie unter dem angegebenen Link.
1 Stunde 56 Minuten
Rund 180 Wissenschaftler, Zeitzeugen und Politiker diskutierten während der Tagung auf der Grundlage des neuesten Forschungsstandes darüber, wie Recht und Justiz als Instrumente der Machtsicherung der SED-Diktatur heute eingeordnet und bewertet werden müssen. Zugleich wurde damit die Transformation des Unrechtsstaates DDR zum Rechtsstaat nach 1989/90 ebenso in den Blick genommen wie die Frage, was das Völkerrecht und Völkerstrafrecht gegenüber Diktaturen bewirken kann. Teil 1: Begrüßung und Podiumsdiskussion "War die DDR ein Unrechtsstaat?" / Teil 2 bis Teil 7 finden Sie unter dem angegebenen Link.
1 Stunde 31 Minuten
Neun Monate vor dem Mauerfall starb Chris Gueffroy. Er wurde an der Berliner Mauer auf der Flucht erschossen. Der damals 21-jährige Gueffroy ist das letzte Todesopfer des unmenschlichen Grenzregimes der SED-Diktatur. Wer war Chris Gueffroy? Warum wollte er nicht mehr in der DDR leben? Was trieb ihn und seinen Freund Christian Gaudian dazu, ihr Leben an der Berliner Mauer aufs Spiel zu setzen? Karin Gueffroy, die Mutter, erinnert sich 21 Jahre nach seinem Tod an ihren Sohn, an sein Leben in der DDR, an seine Träume und kleinen Fluchten. Erstmals berichten seine Mutter und engste Freunde über ihr Leben mit Chris Gueffroy. Nach der Filmpräsentation sprachen auf dem Podium: Karin Gueffroy, Chris' Mutter, Klaus Salge und Dr. Maria Nooke von der Gedenkstätte Berliner Mauer, Moderation: Sven Felix Kellerhoff.