Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Literatur Radio Hörbahn Archiv

2489 Episoden
55 Minuten
Die Entwicklung des Christentums erzählt auch die Geschichte des Umgangs mit der Spannung zwischen Glauben und Wissen: die Geschichte der religiösen Bildung. Mit der diesjährigen Kooperationsveranstaltung mit Welt und Umwelt der Bibel will die Katholische Akademie in Bayern diese Geschichte nacherzählen und nachvollziehen. Über drei Tage verteilt wurde dabei nicht nur das frühe Christentum in den Blick genommen, sondern auch ein Weg gebahnt von der arabischen Gelehrtentradition der Jahrtausendwende über das Mittelalter Meister Eckharts mitten ins Herz der europäischen Aufklärung, wo sich der Streit um die rechte Vereinbarkeit von Wissen und Glauben am Phänomen der Kunst neu entzündet. Doch wie verhält sich dazu etwa der Künstler Thomas Mann, der religiöse Bildung mit ironischer Distanz verknüpft?

Siehe auch „zur debate“

Dr. Dirk Heißerer ist Vorsitzender des Thomas Mann Forums München e. V. Der vollständige Titel seines Vortrags lautet: „Was ist das?“ oder von „Gottes Gemütsart“ – Religiöse Bildung in den Romanen Thomas Manns.
28 Minuten
Tagebuch einer Invasion ist eine Chronik der Ereignisse in den letzten Wochen vor Beginn des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine bis in den Juli des Jahres 2022 hinein.

Andrej Kurkow schildert in Tagebuch einer Invasion eindrücklich den Wandel und die Höhen und Tiefen, die die Ukraine, die Ukrainer:innen und der Autor mit seiner Familie durchgemacht haben. Zugleich erfahren die Lesenden viel über die historischen Dimensionen dieses Krieges, die weit in die ukrainisch-russische Geschichte zurückreichen. Für sein Werk erhielt Andrej Kurkow den Geschwister-Scholl-Preis 2022 der Stadt München

Andrej Kurkow ist einer der bekanntesten ukrainischen Schriftsteller. Geboren 1961 in St. Petersburg (Leningrad, UdSSR), lebt er seit frühester Kindheit in Kiew. Er schreibt auf Russisch. Seine Romane zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie das Gestern und das Heute miteinander verbinden und so den Lesenden die Gelegenheit eröffnen, sich mit der Geschichte der Ukraine und der Sowjetunion und ihrer eigenen persönlichen auseinanderzusetzen. In Auswahl seien hier „Die Kartographie der Freiheit“ (Haymon Verlag 2018) und „Der wahrhaftige Volkskontrolleur“ (Haymon Verlag 2011) genannt.

Aufzeichnung Steven Lundström
22 Minuten
Eine spannende Zeitreise, die Anton und Fanni in die Epoche des Osmanischen Reiches unternehmen. Und alles beginnt mit einer merkwürdigen, bauchigen, blauen Flasche, spannend erzählt und wunderbar illustriert von Ute Krause.

Ute Krause schreibt und illustriert Kinderbücher und zählt zu den bekanntesten Kinderbuchautorinnen und -Illustratorinnen im deutschsprachigen Raum. Wir verdanken ihr u.a. die Kinderbuchreihen Die Muskeltiere – auch als Selbstlesebücher, Minus-Drei und Minus Drei und die wilde Lucy. Die Autorin ist weitgereist. Nicht (nur) im herkömmlichen Sinne: Bedingt durch den Beruf ihres Vaters als Entwicklungshelfer finden sich u.a. Stationen in Türkei, Nigeria, Zypern, Indien und den Vereinigten Staaten. Und dies spiegeln ihre Texte und Illustrationen wider. Für ihr Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet.
1 Stunde 19 Minuten
Eine deutsch-britische »Affäre« vor dem aufregenden Hintergrund der Swinging Sixties steht im Zentrum dieses Buchs. Es geht um Teenager-Gefühle, -Sehnsüchte und -Missverständnisse in einer Handlung, die zwischen Deutschland und England hin und her pendelt, während an beiden Schauplätzen, wenn auch auf verschiedene Weise, der Pop seinen Siegeszug vollführt. Rasch verändern sich die Einstellungen der jungen Leute, und Tiny Stricker zeigt die Konflikte, die sich daraus ergeben, aber mehr noch die Euphorie, das Glückserlebnis und die Aufbruchstimmung dieser Jahre. Natürlich spielen auch einige Popsongs und die Empfindungen dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Bereits in Büchern wie »Soultime«, »Trip Generation« und »Unterwegs nach Essaouira« hat Tiny Stricker authentisch das Lebensgefühl der Zeit um 1968 zum Ausdruck gebracht. »London, Pop und frühe Liebe« ist der direkte Vorläufer dazu.

Tiny Stricker besuchte das Musische Gymnasium in Lauingen (Donau). Nach dem Abitur 1968 überführte er einen Mercedes nach Täbris. Über die Fahrt und den Aufenthalt im Iran berichtete er in seinem Buch Ein Mercedes für Täbris. 1969 reiste er nach Indien und arbeitete einige Zeit im Hafen von Chittagong in Bangladesch. Unterwegs entstand der Reise-Roman Trip Generation, der 1970 beim Maro-Verlag erschien und bei der Mainzer Minipressen-Messe zum Alternativbuch des Jahres gewählt wurde. 1970/71 wirkte Stricker als Sänger bei der Musikgruppe Siloah mit, die damals die LP Siloah herausbrachte. Seine Erfahrungen mit der Band hat er in dem Buch Unterwegs nach Essaouira verarbeitet. Tiny Stricker gilt als einer der Pioniere der deutschen Pop-Literatur. Vor allem der Roman Trip Generation wurde stilprägend für das Genre der Roadnovel in Deutschland. Seine Bücher wurden mit den Werken von Jack Kerouac, aber auch mit den Filmen von Jim Jarmusch verglichen. Tiny Stricker studierte in München Anglistik/Amerikanistik und Germanistik. Nach dem Studium ging er 1975 für zwei Jahre als Lektor nach England, arbeitete anschließend als Lehrer in Bayern und ab 1980 beim Goethe-Institut.
5 Minuten
Bernhard Setzwein

Sprecher Uwe Kullnick
26 Minuten
Interview mit Kirsten Boie

Eine spannende Detektivgeschichte rund um eine rasante Einbrecherjagd, die Spannung, Humor und aktuelle soziale Themen verbindet; wunderbar erzählt von Kirsten Boie.

Bei Fee Ranzmeier, Jamie-Lees reicher Freundin, wird eingebrochen! Da versteht es sich von selbst, dass Jamie-Lee sofort in die Ermittlungen einsteigt. Als die beiden Freundinnen dann Mesut und Valentin kennenlernen, ist das Team komplett und die Einbrecherjagd kann beginnen. Die vier Spürnasen nehmen das ganze Umfeld der Familie Ranzmeier unter die Lupe. Und wer hätte das gedacht: Sowohl der Chauffeur als auch der Bodyguard haben mächtig Dreck am Stecken. Und so werden die Ermittlungen sogar richtig gefährlich …

Kirsten Boie hat hier meisterhaft zwei Figuren aus zwei ihrer Kinderkrimis zu einer tollen Geschichte verwoben und bringt dabei spielerisch wichtige Anliegen mit ein.

Kirsten Boie ist eine der renommiertesten, erfolgreichsten und vielseitigsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Sie wurde 1950 in Hamburg geboren, studierte dort Germanistik und Anglistik. Inzwischen sind von Kirsten Boie weit mehr als hundert Bücher erschienen und in zahlreiche Sprachen übersetzt worden, die von ihrer enormen literarischen Vielseitigkeit, großem Einfühlungsvermögen, vor allem aber von ihrem sozialen Engagement Zeugnis geben. 2007 wurde Kirsten Boie für ihr Gesamtwerk mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet. Für ihr Engagement für die deutsche Kinder- und Jugendliteratur wurde ihr 2019 die Hamburger Ehrenbürgerwürde verliehen.

Aufzeichnung Steven Lundström
51 Minuten
Der Erzbischof von Canterbury besuchte 1974 die DDR. Diese weitgehend unbekannte Episode aus der Zeit der deutschen Teilung verdient Beachtung: John Arnold berichtet als Zeitzeuge von den Verhältnissen in der DDR und wie die anglikanischen Gäste aus dem Vereinigten Königreich damit umgingen. Arnolds persönlicher Blick auf die Ereignisse rund um den Besuch von Michael Ramsey im Osten Deutschlands ist gleichermaßen spannend wie berührend.

Dr. John Arnold, geb. 1933 in London, ist Träger des „Most Excellent Order of the British Empire“ OBE. Er studierte Französisch, Deutsch, Russisch und Theologie, wirkte nach einer wissenschaftlichen Tätigkeit als Dean of Rochester und Dean of Durham. Im Rahmen seiner diplomatischen Aufgaben begleitete er The Most Reverend and Right Honourable Michael Ramsey, Archbishop of Canterbury 1961 – 1974, bei seinem Besuch in der DDR. Er liest in der Katholischen Akademie in Bayern bei der Ökumenepreisverleihung 2001 aus seinen Erinnerungen.
38 Minuten
Literatur Radio Hörbahn stellt dieses Buch in besonderer Weise vor. Können die Menschen in einer Diktatur tatsächlich glücklich an einem Badestrand liegen? Frisch verliebt durch die Straßen schlendern, in ein Café oder ins Kino gehen? Können sie ausgelassen tanzen, lachen und zufrieden sein, Fußball spielen und in den Urlaub fahren, eine Familie gründen und ihre Zukunft planen? Solche Vorstellungen scheinen auf den ersten Blick nicht zu unserem Bild vom »Dritten Reich« zu passen.

Formal ist das Buch chronologisch nach den Monaten des Jahres 1923 gegliedert. Unsere 12 Sendungen werden durch das ganze Jahr führen. Jeweils am 15. des Monats erscheinen die entsprechenden Kapitel. Unsere Serie schließt am 15. Dezember 2023 mit dem Dezember 1939.

Dr. Tillmann Bendikowski, geb. 1965, ist Journalist und promovierter Historiker. Als Gründer und Leiter der Medienagentur Geschichte in Hamburg schreibt er Beiträge für Printmedien und Hörfunk und betreut die wissenschaftliche Realisierung von Forschungsprojekten und historischen Ausstellungen. Seit März 2020 ist er als Kommentator im NDR Fernsehen zu sehen, wo er in der Reihe “DAS! historisch” Geschichte zum Sprechen bringt. Bei C. Bertelsmann erschienen zuletzt »Ein Jahr im Mittelalter« (2019), »1870/71: Der Mythos von der deutschen Einheit« (2020) und »Hitlerwetter. Das ganz normale Leben in der Diktatur: Die Deutschen und das Dritte Reich 1938/39«
41 Minuten
Interview mit Roswitha Budeus-Budde und Marlene Zöhrer

Der Bücherschauklassiker mit tollen Lesetipps ist zu Gast im Literaturhaus: Die 100 besten Kinder- und Jugendbücher des Jahres, souverän und unterhaltsam präsentiert.

Schon seit Jahren sind diese Buchempfehlungen für viele ein unschätzbarer Ratgeber: die schönsten, besten und interessantesten Buchtipps des aktuellen Jahres werden von den drei Kinder- und Jugendbuchexpertinnen Roswitha Budeus-Budde, Marlene Zöhrer und Hilde Elisabeth Menzel aus den Neuerscheinungen der Verlage ausgewählt und kompetent und unterhaltsam vorgestellt – ein Muss für alle Lesefans!

Aufzeichnung Steven Lundström
57 Minuten
Ein Debütroman über Identität, Migration, Außenseitertum, Weiblichkeit und die Frage nach dem Sein. Ksenia ist Russin, sie ist Deutsche, sie ist Jüdin, sie ist unter Zeugen Jehovas aufgewachsen, sie ist eine junge Frau, Mutter, Schriftstellerin und Wissenschaftlerin – das alles ist sie und gleichzeitig ist sie nichts davon. Bei der Erforschung des eigenen Identitätspluralismus sammelt sie Ebay-Anzeigen, die das Wort »russisch« enthalten, notiert Gespräche von Arbeitskolleg:innen, korrigiert Stellenaushänge, beobachtet russische Mütter in der Stadt und israelische Verwandte auf Facebook, besucht arabische Läden, diskutiert mit einem Logopäden, dolmetscht in einer Psychotherapie für Flüchtlinge, erinnert sich immer wieder an einen traumatischen kindlichen Zustand von Orientierungslosigkeit und Fremdbestimmung, betastet misstrauisch ihren Körper und fragt sich nach einer Definition und dem Wert des eigenen Daseins. Ein schonungsloses Romandebüt in Form einer Prosacollage voll bissigem Humor und sezierenden Alltags- wie Selbstbeobachtungen.

SLATA ROSCHAL, geboren 1992 in Sankt Petersburg, ist eine deutsche Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise, darunter den Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern und das Arbeitsstipendium des Freistaates Bayern. Bereits erschienen sind ihre Lyrikbände Wir verzichten auf das gelobte Land (Reinecke & Voß, 2019) und Wir tauschen Ansichten und Ängste wie weiche warme Tiere aus (Hochroth Verlag, 2021). Aktuell promoviert sie an der LMU München in der Slawistik. 153 Formen des Nichtseins ist ihr Romandebüt.
12 Minuten
Die letzte Ausgabe von diesem Jahr sowie von Herausgeber Karl-Markus Gauß ist ab jetzt erhältlich, mit Kulturbriefen von Georg Schnetzer, Ulrike Schmitzer, Ralf Höller und Wolfgang Sréter, Rezensionen von Neuerscheinungen österreichischer Autorinnen und Autoren sowie einer Übersicht aller Einträge des Österreichischen Alphabets der letzten 30 Jahre.

Luise ist klug, Luise ist unabhängig, Luise ist eine Insel. Als Meeresbiologin hat Luise sich einen exzellenten Ruf erarbeitet, ihr Spezialgebiet: die Meerwalnuss, eine geisterhaft illuminierte Qualle im Dunkel der Ozeane. Als Luise für ein Projekt mit einem renommierten Tierpark nach Graz reisen soll, zögert sie nicht lang. Doch Graz, das ist auch ihre Heimatstadt, das ist die Wohnung ihres abwesenden und plötzlich erkrankten Vaters. Und das ist die Geschichte einer jahrelangen Sprachlosigkeit und Fremdheit zwischen ihnen.

Soghaft und strömend erzählt Marie Gamillscheg von der allmählichen Befreiung aus den Zwängen der eigenen Kindheit, des eigenen Körpers und aus den Gesetzen, die andere für einen gemacht haben. Es ist zugleich der Versuch, die Unmöglichkeit einer Beziehung zu erfassen: zwischen Mensch und Tier, Mann und Frau, Vater und Tochter.
4 Minuten
Tiny Stricker besuchte das Musische Gymnasium in Lauingen (Donau). Nach dem Abitur 1968 überführte er einen Mercedes nach Täbris. Über die Fahrt und den Aufenthalt im Iran berichtete er in seinem Buch Ein Mercedes für Täbris. 1969 reiste er nach Indien und arbeitete einige Zeit im Hafen von Chittagong in Bangladesch. Unterwegs entstand der Reise-Roman Trip Generation, der 1970 beim Maro-Verlag erschien und bei der Mainzer Minipressen-Messe zum Alternativbuch des Jahres gewählt wurde. 1970/71 wirkte Stricker als Sänger bei der Musikgruppe Siloah mit, die damals die LP Siloah herausbrachte. Seine Erfahrungen mit der Band hat er in dem Buch Unterwegs nach Essaouira verarbeitet. Tiny Stricker gilt als einer der Pioniere der deutschen Pop-Literatur. Vor allem der Roman Trip Generation wurde stilprägend für das Genre der Roadnovel in Deutschland. Seine Bücher wurden mit den Werken von Jack Kerouac, aber auch mit den Filmen von Jim Jarmusch verglichen. Tiny Stricker studierte in München Anglistik/Amerikanistik und Germanistik. Nach dem Studium ging er 1975 für zwei Jahre als Lektor nach England, arbeitete anschließend als Lehrer in Bayern und ab 1980 beim Goethe-Institut.
33 Minuten
Hitlerwetter – Einleitung + Friede auf Erden (Auszug) – von Tillmann Bendikowski 1/12

Literatur Radio Hörbahn stellt dieses Buch in besonderer Weise vor. Können die Menschen in einer Diktatur tatsächlich glücklich an einem Badestrand liegen? Frisch verliebt durch die Straßen schlendern, in ein Café oder ins Kino gehen? Können sie ausgelassen tanzen, lachen und zufrieden sein, Fußball spielen und in den Urlaub fahren, eine Familie gründen und ihre Zukunft planen? Solche Vorstellungen scheinen auf den ersten Blick nicht zu unserem Bild vom »Dritten Reich« zu passen.

Formal ist das Buch chronologisch nach den Monaten des Jahres 1923 gegliedert. Unsere 12 Sendungen werden durch das ganze Jahr führen. Jeweils am 15. des Monats erscheinen die entsprechenden Kapitel. Unsere Serie schließt am 15. Dezember 2023 mit dem Dezember 1939.