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2489 Episoden
33 Minuten
In unserer Serie Vergessen? hören Sie heute Gedichte und Balladen von Theodor Fontane. Uwe Kullnick liest Gedichte und Balladen aus der Zeit von 1840 – 1892 aus. Die Texte wurden der 4 bändigen Ausgabe „Theodor Fontane, Werke , Schriften und Briefe.“ Carl Hanser Verlag 1962 entnommen.
1 Stunde 3 Minuten
»Eine fast magische Erzählung über die erste Erfahrung mit dem Tod und das Aufblühen der allerersten Liebe. Die wunderbar kraftvolle, dunkle Naturpoesie hat mich sofort in das Buch gesogen und nicht mehr losgelassen.« Ewald Arenz, Autor von »Alte Sorten« und »Der große Sommer«

Ein bayerisches Dorf im Nachkriegsdeutschland: Als Zugezogener hat der 11-jährige Max es schwer, Freunde zu finden. Daher sind er und sein verträumter Bruder die idealen Opfer für eine Bande derber Dorfjungen. Und so schauen alle zu, wie Max’ Bruder eines Tages in die Enge getrieben wird, der Erste einen Stein wirft, dann ein Stein nach dem anderen fliegt. Der Junge stirbt. Auch Max hat zugesehen und aus Angst nicht geholfen. Von den Erwachsenen wird die Tat schnell als Unfall abgetan. Wieder ist Max, der mit niemandem über seine Einsamkeit und die Quälereien sprechen kann, mit seinen Gefühlen allein. Wie die anderen Kinder versteht auch Max die Erwachsenen nicht: die tüchtigen Mütter, die unnahbaren Väter, ihre unberechenbare Härte gegenüber den Kindern, ihr Schweigen, wenn es um die Vergangenheit geht, ihr Wegschauen bei Konflikten. Geplagt von seiner Schuld und dem Schmerz über den Verlust seines Bruders, flüchtet er sich in seine Streifzüge in die Umgebung des Dorfes, in seine Beobachtungen der Natur, deren Schönheit ihm Trost spendet. So wie die Molche. Seine Entdeckungen lenken Max ab, bis er schließlich doch zwei Freunde findet – und Marga. Gemeinsam beschließen sie, gegen die Bande vorzugehen.

Volker Widmann wurde 1952 geboren. Er ist Schriftsteller, Berater von sozialen Unternehmen und Veranstalter von Konzerten mit zeitgenössischer improvisierter Musik. Er lebt in Hebertshausen im Dachauer Hinterland.
1 Stunde 21 Minuten
Erstaunliches passiert unter Wasser: Das Meer leuchtet nachts geheimnisvoll, kleinste Organismen (das Plankton) haben die größte Macht, und Fische sind keineswegs stumm, sondern kommunizieren lauthals miteinander. Die Meeresbiologin Frauke Bagusche erzählt faszinierende Geschichten von den kleinsten und größten Lebewesen unserer Welt und erklärt, woher der Duft kommt, der unsere Strandspaziergänge erfüllt, was für das Leuchten verantwortlich ist, das wir nachts im Wasser bewundern können, und warum das Meer nicht nur unsere Gefühle, sondern auch unser Schicksal und das des ganzen Planeten lenkt. Dazu zieht sie die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ebenso heran wie ihre eigenen unmittelbaren Erfahrungen und ergründet so unsere innige Beziehung zum Meer: Denn egal ob wir in den Alpen, in Kiel oder Berlin sind – wir sind durch jeden Atemzug mit dem blauen Wunder verbunden. Sie erklärt auch, warum das Meer so dringend unsere Hilfe braucht, und stellt aktuelle Lösungsansätze und Forschungsergebnisse zur Rettung der Ozeane vor – mit einfachsten Maßnahmen für den Alltag können wir helfen, unsere Lebensgrundlage, das Meer, zu erhalten.

Dr. Frauke Bagusche, Jahrgang 1978, ist Meeresbiologin. Nach ihrer Promotion an der University of Southampton in England leitete sie meeresbiologische Stationen auf den Malediven und segelte 9500 Kilometer von der Karibik durch den Atlantik ins Mittelmeer, um auf die Vermüllung der Ozeane aufmerksam zu machen. Sie ist eine gefragte Rednerin und hält deutschlandweit Vorträge zu meeresbiologischen Themen. Der von ihr mitbegründete gemeinnützige Verein »The Blue Mind« ist mittlerweile in drei Bundesländern im Bildungsbereich mit Fokus auf Kinder und Jugendliche aktiv und verankert Meeresschutz auch im Inland. 2019 erschien bei Ludwig ihr Spiegelbestseller “Das blaue Wunder. Warum das Meer leuchtet, Fische singen und unsere Beziehung zum Meer so besonders ist ─ Erstaunliche Einblicke in eine geheimnisvolle Welt“. Frauke Bagusche lebt in Saarbrücken.
55 Minuten
Die 14. Welle mit Achim Bogdahn

Willkommen bei der vierzehnten Ausgabe der GlockenbachWelle. Alle streben danach, immer höher, schneller und weiterzukommen. In dieser Folge haben wir einen Mann zu Gast, der „nur halbhoch hinaus“ wollte und trotzdem etwas ganz Außergewöhnliches gemeistert hat. Und deshalb bleiben wir mit ihm unter anstatt über den Wolken und finden dennoch ganz viel Freiheit.

Die Runde in der Glockenbachbuchhandlung:

Pamela Scholz – Buchhändlerin der Glockenbachbuchhandlung

Steffi Sack – „Nur Lesen ist schöner“

Achim Bogdahn – Journalist, Rundfunkmoderator und Autor des Buches “Unter den Wolken“, im September 2022 erschienen bei Heyne Hardcore
1 Stunde 29 Minuten
Aufbruch in die Moderne. 1922 ist ein Jahr von unglaublicher schöpferischer Energie: ein Wunderjahr der modernen Literatur. Eine Fülle literarischer Werke erscheint, die den Gang der Weltliteratur verändern. In Paris wartet James Joyce voller Ungeduld auf die ersten Exemplare seines »Ulysses«. Virginia Woolf ist in London dabei, sich ihren eigenen Raum zu erschreiben. Rainer Maria Rilke vollendet, was er einst auf Schloss Duino begonnen hat. Katherine Mansfield steckt ihre ganze Kraft in ihre Short Stories. Und im englischen Seebad Margate findet T.S. Eliot radikale Töne für das widersprüchliche Lebensgefühl des noch jungen 20. Jahrhunderts. Quer durch Europa begleitet Norbert Hummelt diese Autoren und Autorinnen durch ein aufregendes Schaffensjahr und fängt dabei die spannungsgeladene politische Stimmung der Zeit ein.

Norbert Hummelt wurde 1962 in Neuss geboren und lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Für sein lyrisches Gesamtwerk wurde er 2021 mit dem Rainer-Malkowski-Preis ausgezeichnet. Zuvor hatte er u.a. den Hölty-Preis für Lyrik, den Rolf-Dieter-Brinkmann-Preis, den Mondseer Lyrikpreis sowie den Niederrheinischen Literaturpreis erhalten. Er übertrug T.S. Eliots Gedichtzyklen „Das öde Land“ und „Vier Quartette“ neu ins Deutsche und ist Herausgeber der Gedichte von W.B. Yeats. Bei Luchterhand erschienen zuletzt seine Gedichtbände »Fegefeuer« und »Sonnengesang«.
9 Minuten
eine Rezension von Karin S. Wozonig

Die letzte Ausgabe von diesem Jahr sowie von Herausgeber Karl-Markus Gauß ist ab jetzt erhältlich, mit Kulturbriefen von Georg Schnetzer, Ulrike Schmitzer, Ralf Höller und Wolfgang Sréter, Rezensionen von Neuerscheinungen österreichischer Autorinnen und Autoren sowie einer Übersicht aller Einträge des Österreichischen Alphabets der letzten 30 Jahre.

»Ich finde es durchaus ehrenwert und korrekt, Zitate zu erfinden. Ich mache das öfter«, heißt es in Clemens J. Setz’ »Gedankenspielen über die Wahrheit«. Wie genau nimmt es der Büchner-Preisträger hier nun mit der Wahrheit? Er wartet auf mit originellen Funden aus Literatur, Film und Geschichte. Es ist ein geistreich-fingerfertiges Herantasten an den Wahrheitsbegriff. Zugleich zeigt Setz, wie festes Wissen und (scheinbare) Wahrheiten ausgelegt oder in Frage gestellt werden können. Wie war eigentlich Grillparzers erste Begegnung mit dem Meer? Wie wahr sind Alfred Lord Tennysons Verse – naturwissenschaftlich betrachtet? Und was hat es mit dem Mandela-Effekt auf sich? »Wahrheit ist ein Begriff, mit dem die Menschen seit Jahrhunderten einander geißeln.«
1 Stunde 8 Minuten
Was tut man angesichts des drohenden Weltuntergangs?

Lässt man sich auf eine neue Liebe ein?

Bricht man zu einer letzten Reise auf?

Oder begeht man einen Mord?

Arno Wilhelm wurde 1988 in Karl-Marx-Stadt geboren, wuchs im Allgäu auf und lebt heute mit Frau und Kindern als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universität in Berlin. Er hat zwar bis heute kein Taufbecken aus der Nähe gesehen, dafür aber im bayerischen Religionsunterricht eine ausführliche katholische Grundausbildung durchlaufen. Arno Wilhelm ist Begründer der Lyrik-Lesebühne „Dichtungsring“ in Berlin-Neukölln. Seit 2009 tritt er als Poetry-Slammer auf. Mit seinen Texten war er beim ARTE Webslam und im Literaturautomaten Düsseldorf vertreten. Sein Gedicht „Moderne Kleingärtnervereine“ wurde von RTL als Poetryclip verfilmt. Er hat Gedichtbände wie „Ich wär gern ein Pandabär“ und den Roman „Jack Rodman ― die ganze Wahrheit“ veröffentlicht.
6 Minuten
Ein Tanz mit dem Absurden – Mit „Benzin“ entführt der katalanische Schriftsteller Quim Monzo Lesende in die Sur-Realität und zeichnet ein sarkastisches Bild der Kunstwelt

Benzin ist im Original bereits 1983 erschienen und jetzt von der Frankfurter Verlagsanstalt mit gehöriger Verzögerung aufgelegt worden. Der frühere Kriegsberichterstatter, Radiokommentator und Comiczeichner Quim Monzo zeigt schon in diesem frühen Roman seine unerschöpfliche Lust an absurden Entwicklungen und Konstellationen, an der von den Surrealisten zelebrierten Begegnung einer Nähmaschine und eines Regenschirms.
12 Minuten
Auch wenn Gedichte keinen Krieg verhindern oder beenden und keinen Frieden schaffen können, aber mit ihnen können wir unsere Sprachlosigkeit über das Schreckliche und Unfassbare überwinden. Gedichte zu diesen Themen hat es schon immer gegeben. In früheren Jahrhunderten wurde der Krieg in ihnen häufig verherrlicht, erst mit den Gräueln des Ersten Weltkrieges wurde die Kriegs-Lyrik zunehmend zur Antikriegs-Lyrik. Dennoch erhoben Dichter und Dichterinnen schon immer ihre mahnende Stimme, wie diese kleine Auswahl zeigt. So thematisierte der Barockdichter Andreas Gryphius (1616-1664) in seinem berühmten Sonett „Tränen des Vaterlandes“ aus dem Jahr 1636 die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges in einer bildhaften Sprache – von der zerstörten Stadt bis zur Hungersnot und der wütenden Pest
12 Minuten
In der Ausstellung „Axel Scheffler. Bilderwelten für Groß und Klein“ zeigt die Internationale Jugendbibliothek Bekanntes und weniger Bekanntes aus dem Atelier des Illustrators. Illustrationen, Skizzen, Vorarbeiten und freie Arbeiten geben einen Einblick in die Werkstatt eines außergewöhnlich produktiven und hintersinnigen Illustrators, der weit mehr als der Vater des Grüffelo ist. Zu sehen sind etwa 150 Illustrationen, darunter Originale und Skizzen zu den bekannten Büchern „Der Grüffelo“, „Das Grüffelokind“, „Stockmann“, „Schnecke und Wal“ und zu dem neusten, in Zusammenarbeit mit Julia Donaldson entstandenen Bilderbuch „Die Rüpelbande“.

Am 18. Dezember fand eine szenisch-musikalische Lesung des „Grüffelo“ mit Musikerinnen und Musikern des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in der Internationalen Jugendbibliothek statt, zu der Axel Scheffler mit Live-Zeichnungen beiträgt.
10 Minuten
eine Rezension von Nora Eckert

Jagd auf den Zeitgeist. Gerhard Stadelmaier lässt uns in „Deutsche Szenen“ wissen, was ihm so alles sauer aufstößt, und verliert sich gern in Kleinlichkeitskram

Gerhard Stadelmaier war lange Zeit Chef-Theaterkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und löste damals den kongenialen Georg Hensel ab. Er zählte bald zur Riege der „Großkritiker“, die es heute so wohl nicht mehr gibt, abgesehen davon, dass das naturgemäß (hier passt Thomas Bernhards Lieblingswort wie bestellt) eine rein männliche Veranstaltung war. Ja, seine Kritiken vermisse ich durchaus, aber noch mehr die Zeit, in der eine Theaterkritik im Essayformat erscheinen konnte, für die beispielsweise ein Benjamin Henrichs in der ZEIT berühmt-berüchtigt war. Das ZEIT-Feuilleton ist, nebenbei bemerkt, inzwischen so mickrig geworden, dass ich mir Mühe geben muss, es nicht versehentlich zu überblättern. Nicht dass ich mich damals auf Stadelmaiers Urteil hätte verlassen können, aber seine Wortschöpfungen waren oft die reinste Lust.
17 Minuten
Seit Jahren fungiert Prof. Dr. Hans-Georg Gradl, Professor für Exegese des Neuen Testaments an der Theologischen Fakultät Trier, als Leiter der jährlichen Veranstaltungsreihe Biblische Tage in der Katholischen Akademie in Bayern. Unter der Themenstellung “Wenn Steine sprechen könnten” unternimmt er einen augenzwinkernden Exkurs in die Welt der römischen Geschichten, in den Kosmos mündlich tradierter Legenden, die ihm während seiner Studienzeit an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom begegneten, als er sich mit Stadtführungen ein Zubrot verdiente.

Hans-Georg Gradl studierte von 1993 bis 1995 in Regensburg, bis 1998 in Rom mit Lizenziat 2001. Nach der Promotion 2004 und Lehrauftrag in Augsburg habilitierte er 2013 in München. 2009 wurde er zum Verwalter des Lehrstuhls für Exegese des Neuen Testaments an der Theologischen Fakultät Trier ernannt, wo er seit 2013 als ordentlicher Professor wirkt. Bis 2018 war er zudem Direktor des Emil-Frank-Instituts an der Universität Trier und an der Theologischen Fakultät Trier. Seine Forschungsschwerpunkte sind lukanisches Doppelwerk, frühjüdische und urchristliche Apokalyptik, Geschichte und Interpretation der Johannes-Offenbarung, Buch- bzw. Rollenmedium in der Antike und in der Johannesoffenbarung.
16 Minuten
„So forsch, so furchtlos“, so heißt es auf dem Klappentext, sei „in Spanien der größte Überraschungserfolg der letzten Jahre“ und seine Autorin „der neue Shootingstar der spanischsprachigen Literatur“. Vielleicht hat sich Andrea Abreu mit ihrem Erstling, im Original Panza de burro (2020, wörtlich „Eselsbauch“), eine mehr oder minder solide Position in der Literatur ihrer Heimatinsel Teneriffa erschrieben; ob der Hype um den Roman in den 19 Ländern, in denen Übersetzungen erschienen sind, andauern wird, sei dahingestellt.
10 Minuten
Dieses Jahr ist Hip-Hop 50 Jahre alt. Eine Publikation beschäftigt sich mit den österreichischen Ausformungen der globalen Kultur von Falco bis Money Boy und Yasmo. „Hip-Hop aus Österreich“ zeichnet die Geschichte und musikalische Entwicklung einer erstaunlich vielfältigen und erfolgreichen Szene nach.

Auch Musikrichtungen können Geburtstag haben. Im Fall von Hip-Hop hat man sich beispielsweise darauf geeinigt, dass seine Geburtsstunde im Jahr 1973 anzusiedeln ist. Manche legen sich sogar auf eine einzelne Party im New Yorker Sommer dieses Jahres fest. Damit feiert Hip-Hop, eine der einflussreichsten Jugendkulturen der Welt, ein großes Jubiläum: 2023 ist sie 50 Jahre alt.
25 Minuten
Der Balladenzyklus über Graf Eberhard den Greiner von Ulrich Müller

Ist denn im Schwabenlande verschollen aller Sang,

Wo einst so hell vom Staufen die Ritterharfe klang?

«Mit dieser rhetorischen Frage leitete Uhland 1815 seinen Balladenzyklus über den Grafen Eberhard den Greiner (1344–1392) ein. Uhland schrieb über diesen Grafen aus dem Hause Württemberg vier Balladen, die bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts weit verbreitet waren und das Geschichtsbild vieler Württemberger geprägt haben. Der am 26. April 1787 in Tübingen geborene Ludwig Uh–land stammte aus einer württembergischen Familie, die zur  »Ehrbarkeit« gehörte, »jener seit dem 16. Jahrhundert so genannten Gruppe von Würdenträgern und Respekts–personen, zumeist Beamten und Geistlichen, die den Landtag und die landständischen Ausschüsse dominier–ten.«

Ulrich Müller beschloss sein Studium der Geschichte, Germanistik und Politischen Wissenschaft in Tübingen, Göttingen und Heidelberg mit einer Promotion bei Prof. Decker-Hauff über ein landesgeschichtliches Thema. Er unterrichtete an verschiedenen Schulen, ab 1990 war er Fachleiter, später Professor, für Geschichte mit Gemeinschaftskunde am Staatlichen Seminar für Schulpädagogik (Berufliche Schulen) in Stuttgart. Neben fachdidaktischen Werken veröffentlichte er Bücher und Aufsätze zur neueren Geschichte der Stadt Schwäbisch Gmünd.