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Wissenschaftsradio Archiv

188 Episoden
43 Minuten
In Österreich sind Frauen besonders gefährdet Opfer von Gewalt zu werden. Um das zu ändern, müssen wir über Männer sprechen.

Es sind die Männer, über die wir reden müssen. 90 Prozent der Gewalttäter in Beziehungen in Österreich sind Männer. Über 80 Prozent der Opfer Frauen. Wieso verletzen Männer immer wieder ihre Partnerinnen oder Ex-Partnerinnen? 

In dieser Folge vom Wissenschaftsradio sprechen Michel Mehle und Robin Aydinonat über Gewalt bei Männern. Gesprächspartner sind Harald Burgauner, Leiter der Männerberatungsstelle "Männerwelten" in Salzburg und Marion Neunkirchner, Soziologin beim Forschungsinstitut für gesellschaftliche Sicherheit VICESSE in Wien.

Was sind individuelle und gesellschaftliche Voraussetzungen für Gewalt bei Männern und was lässt sich dagegen tun? 
34 Minuten
Bis zu 11 Monate verbringen manche Tiere im Winterschlaf. Was gemütlich klingt, ist eine körperliche Meisterleistung.

Eicheln, Haselnüsse und Kastanien in rauhen Mengen. Im Oktober fressen Siebenschläfer alles, was fett macht. Das Gewicht der kleinen Nager kann in einem Jahr von hauchzarten drei Gramm bis auf sumoringerhafte 80 Gramm ansteigen. Dabei zählt jede Nuss. Denn Winterschlaf ist, entgegen seines Namens, eine anstrengende Sache.

Claudia Bieber vom Institut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien verfolgt den Winterschlaf der Siebenschläfer seit vielen Jahren. Sie weiß, wie Siebenschläfer monatelang ohne Nahrungsaufnahme auskommen und untersucht welche Auswirkungen dieser Extremzustand auf ihr Gedächtnis nimmt. Grundlagenforschung, die eines Tages auch für interstellare Reisen interessant sein könnte.

Foto: Thomas Suchanek/Vetmeduni Vienna
33 Minuten
Pilze sind die ersten wo neues Leben entsteht und altes vergeht. Im Wissenschaftsradio sprechen wir über ihre Rolle im Ökosystem Wald und die schmackhaftesten Sorten um Wien.

Ohne Pilze könnte kein neuer Baum im Wald hochkommen. Die sogenannten Saprobionten zerlegen totes Holz und schaffen damit Platz für neues Leben. Gleichzeitig gibt es Pilze, die in Symbiose mit lebenden Bäumen gehen. Sie "tauschen" Nährstoffe gegen Zucker oder schützen die Pflanze vor Krankheitserregern. Pilze haben eine essentielle Rolle für das Ökosystem Wald. Welche, das erforscht Hermann Voglmayr von der Universität Wien. Im Wissenschaftsradio nimmt er uns mit in die Welt der Pilze, beantwortet wichtige Fragen und nennt uns wichtige Arten, die wir im Oktober um Wien finden können.
27 Minuten
Wien wird 2050 so heiß sein wie die Stadt Skopje in Nordmazedonien. Um das zu verhindern, wird sich die Stadt an den Klimawandel anpassen. Doch die Möglichkeiten sind begrenzt.

Städte sind wie Backöfen. Bebaute Strukturen und asphaltierte Flächen reflektieren die Wärme. In einer Stadt kann daher im Sommer schon einmal zehn Grad wärmer sein als am Land. Mit zunehmenden Temperaturen wird das zum Problem: "Bis 2050 sehen wir eine Verdopplung der tropischen Nächte in Wien", sagt Tanja Tötzer, Researcher am Center for Energy des AIT - Austrian Institute of Technology. Das bedeutet, dass es zwei Monate lang in Wien keine kühle Nacht mehr geben wird.

Aber: Es gibt Möglichkeiten die Auswirken des Klimawandels abzuschwächen. Städte und Gemeinden wollen klimaresilient werden. Wieweit das gehen könnte, klären wir in diesem Podcast mit Wissenschafterin Tanja Tötzer.

https://soundcloud.com/radioradieschen/wiens-heise-zukunft-im-klimawandel/s-J1oYQMzbZCY
27 Minuten
Till Schweiger findet es entsetzlich Kinder gegen Corona zu impfen. Da liegt er falsch, sagt Epidemiologin Eva Schernhammer.

Für manche Eltern ist es eine schwere Entscheidung. Soll ich meine Kinder impfen lassen oder nicht? Für Epidemiologin Eva Schernhammer von der MedUni Wien sind die Tatsachen klar. Das Risiko für Long-Covid ist 1.000 Mal höher als eine Herzmuskelentzündung nach einer Impfung.

Im Wissenschaftsradio spricht die Leiterin für Epidemiologie über oft vergessene Fakten über Corona und wann die Epidemie wirklich als beendet erklärt werden kann.

 
46 Minuten
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Aber darf man in der Wissenschaft noch etwas wagen, ohne die Karriere zu gefährden? Drei ForscherInnen erzählen.

Ille Gebeshuber war 30 Jahre alt und frischgebackene Doktorin der technischen Wissenschaften, als ihre Haustiere ihren Forschungsgegenstand gefressen haben. Linksdrehende Wiener Unterwasserschnecken aus der Lobau mögen Kieselalgen. Doch anstatt ihre Sachen zu packen und ihren Post-Doc an der Universität von Santa Barbara, Kalifornien gesenkten Hauptes zu verlassen, schaute sie noch einmal genauer hin. Ein paar Kieselalgen hatten ihre Haustiere überlebt. Und diese eigneten sich besser für weitere Untersuchungen. Es ist seitdem Gebeshubers Motto, dass sich aus jeder noch so aussichtslosen Situation etwas gewinnen lässt.

Allerdings machen es Impact-Punkte, Publikationsdruck und Platzmangel an Universitäten schwer "zufällige" Entdeckungen zu machen oder gar große Risiken einzugehen. Wo ist es möglich? Und wo darf man trotzdem nicht scheitern? Simulationsforscher Niki Popper, Physikerin Ille Gebeshuber und INiTS-CEO Irene Fialka erzählen.
29 Minuten
Eine Studie in den USA zeigt, dass queere Wissenschafter*innen noch oft diskriminiert werden. Wie sieht das in Österreich aus?

Wenn Lisa Glaser mit einer Partnerin die Straße hinuntergeht, schaut sie dann und wann über die Schulter. Wie viele Menschen sind hier in der Umgebung? Wäre es besser die Hände jetzt loszulassen? Es sind diese Gedanken, die klar machen, wie wenig normal queer in der Gesellschaft noch ist.

In ihrer Arbeit am Institut für Physik ist das weitgehend anders. "Meine Kolleg*innen wissen, dass ich queer bin". Allerdings, mit jedem Schritt, den sich ein Mensch vom Bild der Norm im Kopf der Gesellschaft wegbewegt, desto schwieriger wird es. "Jede Kleinigkeit für sich ist kein großes Problem", sagt Glaser. "Aber die Kleinigkeiten summieren sich."

Wie ist es als queere Wissenschafter*in in Österreich? Ihr hört es im Podcast.
35 Minuten
In der Nacht lassen Milliarden Einzeller das Wasser zwischen den Rudern leuchten und Milliarden Sterne den Himmel über den Köpfen der Crew. Ansonsten ist es so dunkel und so still, dass man glaubt in einem Paralleluniversum zu treiben. Die Österreicherin Ciara Burns ist mit einem 12-köpfigen Team über den Atlantik gerudert. 5.000 Kilometer - 42 Tage lang. Was sie erlebt und gesehen hat, stellt vieles in ihrem bisherigen Leben in den Schatten. Im Wissenschaftsradio spricht sie über extreme Leistungen und die fragile Unendlichkeit des Ozeans.
24 Minuten
Algorithmen spionieren und diskriminieren. Doch es geht auch anders. Die Uni Wien forscht an Algorithmen, die die Privatsphäre schützen.

Monika Henzinger hat die Forschungsabteilung von Google aufgebaut. Damals sollte sie ihre NutzerInnen so gut wie möglich kennen, um den Algorithmus zu verbessern. Heute ist das anders. An der Universität Wien erforscht sie, wie Algorithmen die Privatsphäre schützen können. Ihre Forschung könnte den Datenschutz für Millionen Menschen verbessern.
25 Minuten
Seit 20 Jahren hoffen Physiker auf einen Riss in der gängigen Theorie. Das Experiment am Fermilab eröffnet einen Blick dahinter.

Es sind sehr kleine Bereiche, die die Teilchenphysik betrachtet. 1019 m hat etwa ein Elektron. Lange glaubte man, dass dann erst einmal sehr lange nichts kommt. Doch neue Experimente am Fermilab bei Chicago und am Teilchenbeschleuniger CERN zeigen, dass da noch etwas sein könnte. Was es ist, darüber spricht Physiktheoretiker Anton Rebhan von der TU Wien im Wissenschaftsradio.
30 Minuten
Sinologen forschen zu China. Um möglichst unabhängig zu bleiben, müssen sie oft auf kreative Wege ausweichen. Ein Forscher erzählt.

Der deutsche Wissenschafter Adrian Zenz hat die sogenannten Umerziehungslager in Xinjiang quasi im Alleingang aufgedeckt. Dafür darf er und seine Familie die Volksrepublik China nicht mehr besuchen. WissenschafterInnen die sich kritisch mit Vorgängen in China befassen müssen oft mit Konsequenzen rechnen. Das macht die Arbeit für ChinawissenschafterInnen, Sinologen, besonders schwierig. Vor allem, wenn chinesische KollegInnen involviert sind. Sascha Klotzbücher, Sinologe an der Universität Wien, spricht im Wissenschaftsradio über die Gefahr der Selbstzensur und Wege Forschung unabhängig zu betreiben.
35 Minuten
Sieben EU-Staaten werben für Atomkraft im Kampf gegen die Klimakrise. Österreich wird hier mitdiskutieren müssen.

Frankreich, Polen, Tschechien, die Slowakei. In Europa gibt es eine ganze Hand voll Länder, die die Klimawende mit Atomstrom schaffen wollen. Was macht Kernenergie zur nachhaltigen Energieform? Nikolaus Müllner von der Universität für Bodenkultur und Sigrid Stagl von der Wirtschaftsuniversität über Potenziale und Gefahren der Kernenergie.
31 Minuten
Junge WissenschafterInnen aus Österreich machen große Forschung. Vier vielversprechende Kandidaten messen sich in dieser Ausgabe vom Wissenschaftsradio.

Wenn ein Auto über Kopfsteinpflaster donnert, wenn Salmonellen den Körper befallen, wenn zwei Atome eine instabile Verbindung eingehen - dann entsteht ein Problem. Vier JungwissenschafterInnen aus Wien haben sich diesen Problemen gewidmet und einen Lösungsweg gefunden. Im Wissenschaftsradio pitchen sie ihren Lösungsweg. Wer kann seine Forschung am verständlichsten präsentieren, sodass auch Laien sie verstehen? Die Pitch-Challenge auf Radio NJOY 91.3.
27 Minuten
Das Buch "Die Schwerkraft ist kein Bauchgefühl" von Florian Aigner soll erklären wie Wissenschaft arbeitet. Was kann sie leisten und was nicht?

Michael Whitty ist 47 als er einen 5G-Masten anzündet. Im Internet hat er gelesen, dass 5G das Coronavirus verbreiten würde. Jetzt muss der dreifache Familienvater für drei Jahre ins Gefängnis.Vor Gericht bereut er seine Tat sagt aber, dass er damals aus Überzeugung gehandelt habe.

Kann man sich gegen jeden Irrglauben schützen? Nein, sagt Wissenschafter Florian Aigner. Aber man kann es zumindest versuchen. Wo nützt uns dabei die Wissenschaft? Und wo führt sie uns hinters Licht? Sein neues Buch: "Die Schwerkraft ist kein Bauchgefühl" soll uns eine Hilfe sein.
26 Minuten
Das Coronavirus kann man nachbauen. Ergebnis ist ein möglicher Impfstoff, der sicherer sein soll als andere. An der BOKU läuft ein erster Versuch.

Es ist ein bisschen wie Lego. Protein für Protein wird eine Kugel sequenziert - darauf die charakteristischen "Spike"-Proteine des Sars-Cov-2. Und das alles kommt dann in unsere Nase. Am Institut für "Synthetische Bioarchitekturen" an der Universität für Bodenkultur (BOKU) wird das Coronavirus nachgebaut. Die Bausteine sind teilweise andere als beim Virus. Unser Körper soll sie trotzdem erkennen. Bei einer Infektion mit dem echten "Corona", kann er dann schneller reagieren.

Dieser Impfstoff ist anders als die anderen. Denn er ist komplett synthetisch hergestellt. Möglich macht das die Genetik und ein Grundbaustein der Nanotechnologie: Das S-Layer-Protein. Wir reisen in die Welt der Nanometer und sehen uns an wie man ein "braves" Virus baut.
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