Wissenschaftsradio Archiv
188 Episoden
37 Minuten
Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier im Talk über die Jugendkultur in Österreich und Deutschland, warum Österreich das Land mit den meisten Selbstdarstellern und Egoisten ist und was er zum "Schönheitswahn" unter jungen Leuten sagt. Außerdem: Der große "Schulhof-Check". So bewerten Jugendliche "Germany's next Topmodel", Facebook und Co.
39 Minuten
Wie gefährlich ist das Zika-Virus für Österreich? Sollten die Olympischen Sommerspiele in Brasilien wegen der Zika-Virus-Gefahr abgesagt werden? Antworten auf diese Fragen gibt Elisabeth Puchhammer-Stöckl, stellvertretender Vorstand der Abteilung für Virologie (Virenkunde) an der Medizinuni Wien.
41 Minuten
Zu Gast im Wissenschaftsradio ist Dieter Segert, der Leiter des Instituts für Politikwissenschaft an der Uni Wien. Er erklärt unter anderem, warum die Sowjetunion vor 25 Jahren zerfallen ist.
KritikerInnen werfen Dieter Segert immer wieder seine Zeit als Mitglied einer Basis-Gruppe der SED (Staatspartei) in der früheren DDR (Deutsche Demokratische Republik) vor. In der Gruppe arbeitete Segert an einer Erneuerung der DDR, die eine Diktatur darstellte. Für die BürgerInnen sollte es mehr Mitbestimmung und Freiheiten geben. Er stehe zu seiner Vergangenheit und betreibe kein Marketing, um sie zu „optimieren“, so Segert sinngemäß. Es gehe darum, wie sich ein Mensch in seinen Ansichten verändert hat und er habe heute eine andere Sicht auf die DDR. Er gesteht eigene Fehler ein und bekennt, dass der damalige DDR-Politiker Günther Schabowski versucht habe, die Arbeit der „Erneuerungsgruppe“ zu kontrollieren. Mangelnde Objektivität sei ihm von Studierenden noch nicht vorgeworfen worden.
In der DDR war nicht alles Unrecht, meint Segert. Sie sei auch eine Gesellschaft und mehr als ein Gebilde von politischen Einrichtungen gewesen. Er meint, dass es Alternativen (andere Möglichkeiten) im Gegensatz zur Zusammenführung von West- und Ostdeutschland geben hätte können. Etwa in der Form einer gewissen Entscheidungsfreiheit (Autonomie) für die DDR. Heuer jährt sich der Zerfall der Sowjetunion zum 25. Mal. Für die Sowjetunion war die DDR ein wichtiger Satellitenstaat, also ein Staat, der von der Sowjetunion abhängig war. Letztlich sei die Sowjetunion auch aus wirtschaftlichen Gründen zerfallen, erklärt Segert. Er sei damals in Moskau gewesen und habe mitbekommen, dass Lebensmittel wie Käse und Wurst nicht mehr gekauft werden können. – Ob Wladimir Putin, Präsident des wirtschaftlich kriselnden Russlands, die Sowjetunion wieder „aufbauen“ will, wie Dieter Segert die Rolle der politisch unter Druck stehenden Kanzlerin Angela Merkel (Anm.: CDU; bei den Landtagswahlen am 13. März in drei deutschen Bundesländern fuhr die CDU teils Verluste ein, in allen drei Bundesländern gab es einen Rechtsruck) in der Flüchtlingskrise sieht und ob er die vieldiskutierte Neuauflage der Hetzschrift „Mein Kampf“ sinnvoll findet, erfahren Sie im „Wissenschaftsradio“. Außerdem: Was Segert seinem schärfsten Kritiker entgegnet, der meint, Segert hätte für den von ihm kommunizierten „totalitären Schwachsinn“ an „keiner anderen Uni der Welt mit Ausnahme Nordkorea“ einen Lehrauftrag bekommen.
Foto: [PJS] via pixabay.com CC0
KritikerInnen werfen Dieter Segert immer wieder seine Zeit als Mitglied einer Basis-Gruppe der SED (Staatspartei) in der früheren DDR (Deutsche Demokratische Republik) vor. In der Gruppe arbeitete Segert an einer Erneuerung der DDR, die eine Diktatur darstellte. Für die BürgerInnen sollte es mehr Mitbestimmung und Freiheiten geben. Er stehe zu seiner Vergangenheit und betreibe kein Marketing, um sie zu „optimieren“, so Segert sinngemäß. Es gehe darum, wie sich ein Mensch in seinen Ansichten verändert hat und er habe heute eine andere Sicht auf die DDR. Er gesteht eigene Fehler ein und bekennt, dass der damalige DDR-Politiker Günther Schabowski versucht habe, die Arbeit der „Erneuerungsgruppe“ zu kontrollieren. Mangelnde Objektivität sei ihm von Studierenden noch nicht vorgeworfen worden.
In der DDR war nicht alles Unrecht, meint Segert. Sie sei auch eine Gesellschaft und mehr als ein Gebilde von politischen Einrichtungen gewesen. Er meint, dass es Alternativen (andere Möglichkeiten) im Gegensatz zur Zusammenführung von West- und Ostdeutschland geben hätte können. Etwa in der Form einer gewissen Entscheidungsfreiheit (Autonomie) für die DDR. Heuer jährt sich der Zerfall der Sowjetunion zum 25. Mal. Für die Sowjetunion war die DDR ein wichtiger Satellitenstaat, also ein Staat, der von der Sowjetunion abhängig war. Letztlich sei die Sowjetunion auch aus wirtschaftlichen Gründen zerfallen, erklärt Segert. Er sei damals in Moskau gewesen und habe mitbekommen, dass Lebensmittel wie Käse und Wurst nicht mehr gekauft werden können. – Ob Wladimir Putin, Präsident des wirtschaftlich kriselnden Russlands, die Sowjetunion wieder „aufbauen“ will, wie Dieter Segert die Rolle der politisch unter Druck stehenden Kanzlerin Angela Merkel (Anm.: CDU; bei den Landtagswahlen am 13. März in drei deutschen Bundesländern fuhr die CDU teils Verluste ein, in allen drei Bundesländern gab es einen Rechtsruck) in der Flüchtlingskrise sieht und ob er die vieldiskutierte Neuauflage der Hetzschrift „Mein Kampf“ sinnvoll findet, erfahren Sie im „Wissenschaftsradio“. Außerdem: Was Segert seinem schärfsten Kritiker entgegnet, der meint, Segert hätte für den von ihm kommunizierten „totalitären Schwachsinn“ an „keiner anderen Uni der Welt mit Ausnahme Nordkorea“ einen Lehrauftrag bekommen.
Foto: [PJS] via pixabay.com CC0
36 Minuten
Josef Weinbub, preisgekrönter Forscher an der Technischen Uni in Wien, und sein Team sind sehr gefordert: Firmen, die sie beauftragen, brauchen PC-Lösungen oft innerhalb kürzester Zeit. Wie elektronische Bauteile entstehen und was Josef Weinbub über das Urteil denkt, dass Facebook Daten nicht mehr in Amerika speichern darf.
Dass eine Firma aus den USA mit Josef Weinbub und seinem Team zusammenarbeitet, spricht für die hohe Qualität, die Weinbubs Labor an der Technischen Uni Wien (TU) liefert. Hier wird die Art, wie elektronische Bauteile funktionieren sollen, am Computer getestet, also simuliert. Vereinfacht dargestellt: Dies geschieht über eine Art „Gitterkonstruktion“ (Software), die mit Daten „gefüttert“ wird und nach einer Formel berechnet, was die beste Lösung ist, wie ein Bauteil arbeitet. Oft würden Firmen, darunter auch ein Unternehmen aus dem amerikanischen Mekka der Technik, dem Silicon Valley, Lösungen in kürzester Zeit benötigen. Manchmal ist nur zwölf Stunden Zeit. Der Wettbewerb ist enorm hart. Eine Herausforderung für Weinbub, der sich seine beiden Mitarbeiter auch im Hinblick auf ihre Stressresistenz ausgewählt hat. Heuer möchte Weinbub sein Team ausbauen.
2015 ist der Forscher am Institut für Mikroelektronik an der TU mit dem Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich ausgezeichnet worden. Weinbub, der sich viel mit Daten befasst, hat zum Thema Datensicherheit eine klare persönliche Meinung. Er ist nicht sicher, dass das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das besagt, dass Facebook Daten nicht mehr in Amerika speichern darf, eine Stärkung der User-Rechte darstellt. Für ihn ist es ein guter Beginn, dass die Daten vorerst in Europa bleiben. Die Terroranschläge in Paris und die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten haben den Ruf nach mehr Sicherheit und Kontrolle laut werden lassen. Dass von ihm mitentwickelte Bauteile in Softwares zur Überwachung von Menschen eingesetzt werden könnten, sei möglich, aber letztlich würden die AuftraggeberInnen entscheiden, was mit entwickelten Produkten geschieht.
Weinbub ist auch maßgeblich am „Google Summer Code“-Projekt beteiligt. Studierende können dabei an Open-Source-Projekten (offener Quellcode) und somit an Software-Lösungen für Google mitarbeiten. Als „Google-PraktikantInnen“ werden die Studierenden dabei auch entlohnt. Was Weinbub zur Kritik an Googles Marktmacht sagt und an welchem Projekt er noch mitarbeiten möchte, verrät er im Wissenschaftsradio.
Dass eine Firma aus den USA mit Josef Weinbub und seinem Team zusammenarbeitet, spricht für die hohe Qualität, die Weinbubs Labor an der Technischen Uni Wien (TU) liefert. Hier wird die Art, wie elektronische Bauteile funktionieren sollen, am Computer getestet, also simuliert. Vereinfacht dargestellt: Dies geschieht über eine Art „Gitterkonstruktion“ (Software), die mit Daten „gefüttert“ wird und nach einer Formel berechnet, was die beste Lösung ist, wie ein Bauteil arbeitet. Oft würden Firmen, darunter auch ein Unternehmen aus dem amerikanischen Mekka der Technik, dem Silicon Valley, Lösungen in kürzester Zeit benötigen. Manchmal ist nur zwölf Stunden Zeit. Der Wettbewerb ist enorm hart. Eine Herausforderung für Weinbub, der sich seine beiden Mitarbeiter auch im Hinblick auf ihre Stressresistenz ausgewählt hat. Heuer möchte Weinbub sein Team ausbauen.
2015 ist der Forscher am Institut für Mikroelektronik an der TU mit dem Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich ausgezeichnet worden. Weinbub, der sich viel mit Daten befasst, hat zum Thema Datensicherheit eine klare persönliche Meinung. Er ist nicht sicher, dass das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das besagt, dass Facebook Daten nicht mehr in Amerika speichern darf, eine Stärkung der User-Rechte darstellt. Für ihn ist es ein guter Beginn, dass die Daten vorerst in Europa bleiben. Die Terroranschläge in Paris und die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten haben den Ruf nach mehr Sicherheit und Kontrolle laut werden lassen. Dass von ihm mitentwickelte Bauteile in Softwares zur Überwachung von Menschen eingesetzt werden könnten, sei möglich, aber letztlich würden die AuftraggeberInnen entscheiden, was mit entwickelten Produkten geschieht.
Weinbub ist auch maßgeblich am „Google Summer Code“-Projekt beteiligt. Studierende können dabei an Open-Source-Projekten (offener Quellcode) und somit an Software-Lösungen für Google mitarbeiten. Als „Google-PraktikantInnen“ werden die Studierenden dabei auch entlohnt. Was Weinbub zur Kritik an Googles Marktmacht sagt und an welchem Projekt er noch mitarbeiten möchte, verrät er im Wissenschaftsradio.
36 Minuten
600.000 Fotos – diese unglaubliche Menge haben Helmut Lackner, Mitarbeiter am Technischen Museum Wien, und sein Team durchforstet, um eine Online-Foto-Schau aus den besten Bildern zu erstellen. Zum Start der neuen Formel-1-Saison erzählt Helmut Lackner im „Wissenschaftsradio“ über die Herausforderungen dieses Projekts und wie sich die Motorsport-Szene in Österreich entwickelt hat. Er verrät auch, wie er die aktuelle Wikipedia-Diskussion sieht.
Dröhnende Motoren und Stars wie Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Sebastian Vettel, die in ihren Formel-1-Wagen wieder auf den weltweiten Strecken Vollgas geben: Wenn am 20. März die neue Formel-1-Saison startet, werden wieder zahlreiche ZuseherInnen im Fernsehen die Rennen verfolgen. Um den Rennen mehr Spannung zu verleihen, wird heuer ein neues Reglement eingeführt: In drei Phasen soll nach jeweils 90 Sekunden der am schlechtesten klassierte Fahrer ausscheiden. Diese neue Regelung ist umstritten: Niki Lauda, Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzender, befindet, sie sei „für die Würscht'“. – Der Motorsport-Szene in Österreich haben sich Helmut Lackner, Mitarbeiter am Technischen Museum Wien, und sein Team im Rahmen eines aufwändigen Projektes gewidmet. Mehr als eine halbe Million Fotos zweier Fotografen – Dokumente des österreichischen Motorsport-Geschehens – wurden für eine Online-Foto-Schau innerhalb von zweieinhalb Jahren durchgesehen. 160.000 sind dafür ausgewählt worden.
Der Motorsport sei ein männliches Phänomen, so Lackner. Frauen müsse man „mit der Lupe suchen“. Letztlich sei man, was die Schau betreffe, auf eine Zahl von 15 Rennfahrerinnen gekommen. Etwa 350 Personen wurden mit Kurz-Biographien in die Foto-Schau aufgenommen, zudem recherchierten Lackner und sein Team Details zu wichtigen Motorsport-Veranstaltungen. Ihm persönlich gefallen die frühen Fotos von Rennsport-Legenden wie dem dreifachen Formel-1-Weltmeister Niki Lauda (s. oben) und Jochen Rindt am besten. Mit Hilfe eines Spezialgeräts aus Japan wurden die Analog-Fotos digital erfasst. Die Arbeiten erwiesen sich als sehr rechercheintensiv – auch auf Internetquellen wurde zurückgerufen. Was die aktuelle Diskussion um Wissensplattformen wie Wikipedia anbelangt, sieht Lackner vieles auch kritisch. Es habe Vorteile, dass vieles an Literatur rasch im Netz verfügbar sei, dennoch seien haptische Quellen (Bücher etc.) weiterhin unverzichtbar.
Einen großen Wandel gab es in Szene im Gefolge der Ölkrise 1973 und der Diskussion über schwere Unfälle im Motorsport, so Lackner. Viele Rennen seien daraufhin eingestellt worden. Als Alternative hätten dann Oldtimer-Rennen stattgefunden. ExpertInnen meinen, dass früher das Fahrvermögen des/der Einzelnen mehr gezählt habe, um Titel zu gewinnen, als heute, wo die Technik viel entscheidender ist. Es bleibt abzuwarten, welcher Formel-1-Star heuer den Weltmeister-Titel holen wird. – Wie es Helmut Lackner gelungen ist, die Fotorechte für das Internet zu bekommen, verrät er im „Wissenschaftsradio“. Und: Es gibt eine spannende Reportage aus dem ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum Wachau-Ring (Melk) zu hören. Fahrer Julian Hiebler erzählt über seinen Traum, 2017 an der österreichischen Drift-Challenge teilzunehmen, und gibt einen Tipp ab, wer der nächste Formel-1-Weltmeister wird.
Dröhnende Motoren und Stars wie Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Sebastian Vettel, die in ihren Formel-1-Wagen wieder auf den weltweiten Strecken Vollgas geben: Wenn am 20. März die neue Formel-1-Saison startet, werden wieder zahlreiche ZuseherInnen im Fernsehen die Rennen verfolgen. Um den Rennen mehr Spannung zu verleihen, wird heuer ein neues Reglement eingeführt: In drei Phasen soll nach jeweils 90 Sekunden der am schlechtesten klassierte Fahrer ausscheiden. Diese neue Regelung ist umstritten: Niki Lauda, Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzender, befindet, sie sei „für die Würscht'“. – Der Motorsport-Szene in Österreich haben sich Helmut Lackner, Mitarbeiter am Technischen Museum Wien, und sein Team im Rahmen eines aufwändigen Projektes gewidmet. Mehr als eine halbe Million Fotos zweier Fotografen – Dokumente des österreichischen Motorsport-Geschehens – wurden für eine Online-Foto-Schau innerhalb von zweieinhalb Jahren durchgesehen. 160.000 sind dafür ausgewählt worden.
Der Motorsport sei ein männliches Phänomen, so Lackner. Frauen müsse man „mit der Lupe suchen“. Letztlich sei man, was die Schau betreffe, auf eine Zahl von 15 Rennfahrerinnen gekommen. Etwa 350 Personen wurden mit Kurz-Biographien in die Foto-Schau aufgenommen, zudem recherchierten Lackner und sein Team Details zu wichtigen Motorsport-Veranstaltungen. Ihm persönlich gefallen die frühen Fotos von Rennsport-Legenden wie dem dreifachen Formel-1-Weltmeister Niki Lauda (s. oben) und Jochen Rindt am besten. Mit Hilfe eines Spezialgeräts aus Japan wurden die Analog-Fotos digital erfasst. Die Arbeiten erwiesen sich als sehr rechercheintensiv – auch auf Internetquellen wurde zurückgerufen. Was die aktuelle Diskussion um Wissensplattformen wie Wikipedia anbelangt, sieht Lackner vieles auch kritisch. Es habe Vorteile, dass vieles an Literatur rasch im Netz verfügbar sei, dennoch seien haptische Quellen (Bücher etc.) weiterhin unverzichtbar.
Einen großen Wandel gab es in Szene im Gefolge der Ölkrise 1973 und der Diskussion über schwere Unfälle im Motorsport, so Lackner. Viele Rennen seien daraufhin eingestellt worden. Als Alternative hätten dann Oldtimer-Rennen stattgefunden. ExpertInnen meinen, dass früher das Fahrvermögen des/der Einzelnen mehr gezählt habe, um Titel zu gewinnen, als heute, wo die Technik viel entscheidender ist. Es bleibt abzuwarten, welcher Formel-1-Star heuer den Weltmeister-Titel holen wird. – Wie es Helmut Lackner gelungen ist, die Fotorechte für das Internet zu bekommen, verrät er im „Wissenschaftsradio“. Und: Es gibt eine spannende Reportage aus dem ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum Wachau-Ring (Melk) zu hören. Fahrer Julian Hiebler erzählt über seinen Traum, 2017 an der österreichischen Drift-Challenge teilzunehmen, und gibt einen Tipp ab, wer der nächste Formel-1-Weltmeister wird.
36 Minuten
Wien als Hotspot für Wildtiere:
Zu Gast im Wissenschaftsradio sind Theresa Walter und Richard Zink, die am Institut für Wildtierkunde der Veterinärmedizinischen Uni (VetMed) in Wien arbeiten. Welche Herausforderungen die Beobachtungen von Stadtfüchsen und Mardern mit sich bringen und warum Menschen durch Füchse keine Gefahr droht.
Angeknabberte Schuhe vor der Balkontüre und spezielle Spuren in der Erde: Das können Anzeichen dafür sein, dass sich ein Rotfuchs in den eigenen Garten in der Stadt verirrt hat, sagt Theresa Walter. Sie und ihr Kollege Richard Zink forschen an der VetMed Wien, die u. a. auch TierärztInnen ausbildet, im Bereich der Wildtierbeobachtung. Wien zieht Wildtiere wie Marder, Fledermäuse und Füchse regelrecht an. Der Stadtfuchs sei ein Opportunist, so Walter. Er könne sich auch im städtischen Umfeld gut behaupten und finde auch die entsprechende Nahrung.
Angst vor einer Begegnung mit einem Fuchs brauche man nicht zu haben, erklärt Walter. Die Tollwut gebe es in Österreich seit einiger Zeit nicht mehr. Besonders interessant: Auch Waschbären wurden in Wien schon gesichtet. Möglicherweise stammen sie aus einer Zucht und seien ausgebrochen oder in privatem Besitz gewesen, so Richard Zink. Jede/r kann mit seinen eigenen Wildtier-Beobachtungen dazu beitragen, dass es neues Wissen über das Verhalten der Tiere gibt. Auf der Plattform www.stadtwildtiere.at können NutzerInnen über ihre Beobachtungen berichten und Fotos posten.
Besonders viele Sichtungen gebe es in den Wiener Bezirken Hietzing und Penzing, erläutert Theresa Walter. Freilich: Gerade Füchsen drohen in Städten auch Gefahren. Der Verkehr sei die Todesursache Nummer 1. Ob das vermehrte Auftauchen von Füchsen mit der Zerstörung der Natur durch den Menschen zu tun hat und was Theresa Walter und Richard Zink bei Wildtierbeobachtungen Spannendes erleben, erfahren Sie in der Sendung.
Foto: Pixabay / Public Domain CCO
Zu Gast im Wissenschaftsradio sind Theresa Walter und Richard Zink, die am Institut für Wildtierkunde der Veterinärmedizinischen Uni (VetMed) in Wien arbeiten. Welche Herausforderungen die Beobachtungen von Stadtfüchsen und Mardern mit sich bringen und warum Menschen durch Füchse keine Gefahr droht.
Angeknabberte Schuhe vor der Balkontüre und spezielle Spuren in der Erde: Das können Anzeichen dafür sein, dass sich ein Rotfuchs in den eigenen Garten in der Stadt verirrt hat, sagt Theresa Walter. Sie und ihr Kollege Richard Zink forschen an der VetMed Wien, die u. a. auch TierärztInnen ausbildet, im Bereich der Wildtierbeobachtung. Wien zieht Wildtiere wie Marder, Fledermäuse und Füchse regelrecht an. Der Stadtfuchs sei ein Opportunist, so Walter. Er könne sich auch im städtischen Umfeld gut behaupten und finde auch die entsprechende Nahrung.
Angst vor einer Begegnung mit einem Fuchs brauche man nicht zu haben, erklärt Walter. Die Tollwut gebe es in Österreich seit einiger Zeit nicht mehr. Besonders interessant: Auch Waschbären wurden in Wien schon gesichtet. Möglicherweise stammen sie aus einer Zucht und seien ausgebrochen oder in privatem Besitz gewesen, so Richard Zink. Jede/r kann mit seinen eigenen Wildtier-Beobachtungen dazu beitragen, dass es neues Wissen über das Verhalten der Tiere gibt. Auf der Plattform www.stadtwildtiere.at können NutzerInnen über ihre Beobachtungen berichten und Fotos posten.
Besonders viele Sichtungen gebe es in den Wiener Bezirken Hietzing und Penzing, erläutert Theresa Walter. Freilich: Gerade Füchsen drohen in Städten auch Gefahren. Der Verkehr sei die Todesursache Nummer 1. Ob das vermehrte Auftauchen von Füchsen mit der Zerstörung der Natur durch den Menschen zu tun hat und was Theresa Walter und Richard Zink bei Wildtierbeobachtungen Spannendes erleben, erfahren Sie in der Sendung.
Foto: Pixabay / Public Domain CCO
37 Minuten
„Auswanderung“ ist keine Lösung gegen Klimawandel:
Was hat der Weltklimagipfel in Paris gebracht? Was hat Österreich noch alles zu tun? Und was tun gegen Wetter-Extreme, die sich wie das Zika-Virus weltweit verbreiten? Diesen Fragen stellt sich Helga Kromp-Kolb, Klimaexpertin an der Uni für Bodenkultur in Wien, im „Wissenschaftsradio“.
Dass der Klimawandel nur eine „Verschwörung“ ist, wie es eine FPÖ-Politikerin auf Facebook dargelegt hat, will Helga Kromp-Kolb so nicht gelten lassen. Es sei erwiesen, dass die Menschen überwiegend diesen Wandel verursachen würden, so die Klimaexpertin von der Universität für Bodenkultur. Die Ergebnisse des Weltklimagipfels in Paris vor wenigen Wochen stimmen sie positiv. Ziel war es, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Und zwar über jenem Limit, dass es gab, bevor die Industrie weltweit richtig groß geworden ist. Bis zum Jahr 2030 soll Österreich seine Treibhaus-Ausstöße um die Hälfte verringert haben. Das sei praktisch „morgen“, so Kromp-Kolb. Vor allem im Bereich der Energiegewinnung gibt es noch viel zu tun. Nach wie vor wird zu viel auf fossile Energie (Gas, Öl, Kohle) gesetzt.
Westfrankreich und die britischen Inseln mussten heuer bereits widrigsten Wetterbedingungen trotzen. Starke Niederschläge bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h haben die Stromversorgung von Zehntausenden in beiden Ländern unterbrochen, viele Menschen wurden schwer verletzt. In Taiwan wiederum hat sich kürzlich ein schweres Erdbeben ereignet. In Japan hat es vor wenigen Wochen eisige Temperaturen und Tote gegeben. Weltweit nehmen Wetter-Extreme zu. In Österreich könnte die Pasterze, der Gletscher auf dem Großglockner, bis 2050 geschmolzen sein. Das erhöhe das Risiko von Steinschlägen und Muren, so Kromp-Kolb, da das im Eis eingeschlossene Geröll durch die Schmelze frei werde. Hier bedarf es dann Waldflächen mit robusten Bäumen, welche die Gefahr derartiger Naturphänomene etwas verringern können. Laut einer aktuellen IMAS-Umfrage haben je 60 Prozent der ÖsterreicherInnen Sorge, Opfer einer Naturkatastrophe oder eines Einbruchs zu werden. Um Daten über die Auswirkungen des Klimawandels zu sammeln, wurde kürzlich der Satellit „Sentinel 3-A“ ins All befördert; aus rund 800 Kilometern Höhe soll er als eine Art „Wächter“ die Ozeane im Blick haben und das Ansteigen des Meeresspiegels messen.
Vom/Von der neuen BundespräsidentIn erwartet sich Kromp-Kolb klare Worte zum Klimaschutz. Sie wisse noch nicht, wen sie wähle, werde die Entscheidung aber von der Klimapolitik des/der Kandidaten/Kandidatin abhängig machen. Dass kürzlich ein neuer „neunter“ Planet entdeckt worden ist, quittiert sie mit den Worten eines britischen Journalisten, der nach der Entdeckung von Wasser am Mars meinte: „Schön, dass es gefunden wurde. Aber die Marsianer suchen immer noch nach intelligentem Leben auf der Erde. Vergeblich.“ Vorrangig sei wichtig, etwas gegen die Folgen des Klimawandels zu tun. Das „Auswandern“ von Menschen auf den Mars oder das Leben in Raumschiffen im Fall, dass die Erde zum wüsten Planeten wird, sei keine Lösung. Wie Helga Kromp-Kolb die umstrittene Erlaubnis in Großbritannien sieht, mit Embryonen zu experimentieren (Stichwort „Designer-Babys“), und was sie sich vom neuen/von der neuen PräsidentIn in den USA, der/die heuer gewählt wird, in Sachen Klimaschutz erwartet, verrät sie im „Wissenschaftsradio“. Außerdem: Wie umweltfreundlich lebt eine Studierenden-WG in Wien? Ein Experte macht in der Sendung den großen Check.
Was hat der Weltklimagipfel in Paris gebracht? Was hat Österreich noch alles zu tun? Und was tun gegen Wetter-Extreme, die sich wie das Zika-Virus weltweit verbreiten? Diesen Fragen stellt sich Helga Kromp-Kolb, Klimaexpertin an der Uni für Bodenkultur in Wien, im „Wissenschaftsradio“.
Dass der Klimawandel nur eine „Verschwörung“ ist, wie es eine FPÖ-Politikerin auf Facebook dargelegt hat, will Helga Kromp-Kolb so nicht gelten lassen. Es sei erwiesen, dass die Menschen überwiegend diesen Wandel verursachen würden, so die Klimaexpertin von der Universität für Bodenkultur. Die Ergebnisse des Weltklimagipfels in Paris vor wenigen Wochen stimmen sie positiv. Ziel war es, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Und zwar über jenem Limit, dass es gab, bevor die Industrie weltweit richtig groß geworden ist. Bis zum Jahr 2030 soll Österreich seine Treibhaus-Ausstöße um die Hälfte verringert haben. Das sei praktisch „morgen“, so Kromp-Kolb. Vor allem im Bereich der Energiegewinnung gibt es noch viel zu tun. Nach wie vor wird zu viel auf fossile Energie (Gas, Öl, Kohle) gesetzt.
Westfrankreich und die britischen Inseln mussten heuer bereits widrigsten Wetterbedingungen trotzen. Starke Niederschläge bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h haben die Stromversorgung von Zehntausenden in beiden Ländern unterbrochen, viele Menschen wurden schwer verletzt. In Taiwan wiederum hat sich kürzlich ein schweres Erdbeben ereignet. In Japan hat es vor wenigen Wochen eisige Temperaturen und Tote gegeben. Weltweit nehmen Wetter-Extreme zu. In Österreich könnte die Pasterze, der Gletscher auf dem Großglockner, bis 2050 geschmolzen sein. Das erhöhe das Risiko von Steinschlägen und Muren, so Kromp-Kolb, da das im Eis eingeschlossene Geröll durch die Schmelze frei werde. Hier bedarf es dann Waldflächen mit robusten Bäumen, welche die Gefahr derartiger Naturphänomene etwas verringern können. Laut einer aktuellen IMAS-Umfrage haben je 60 Prozent der ÖsterreicherInnen Sorge, Opfer einer Naturkatastrophe oder eines Einbruchs zu werden. Um Daten über die Auswirkungen des Klimawandels zu sammeln, wurde kürzlich der Satellit „Sentinel 3-A“ ins All befördert; aus rund 800 Kilometern Höhe soll er als eine Art „Wächter“ die Ozeane im Blick haben und das Ansteigen des Meeresspiegels messen.
Vom/Von der neuen BundespräsidentIn erwartet sich Kromp-Kolb klare Worte zum Klimaschutz. Sie wisse noch nicht, wen sie wähle, werde die Entscheidung aber von der Klimapolitik des/der Kandidaten/Kandidatin abhängig machen. Dass kürzlich ein neuer „neunter“ Planet entdeckt worden ist, quittiert sie mit den Worten eines britischen Journalisten, der nach der Entdeckung von Wasser am Mars meinte: „Schön, dass es gefunden wurde. Aber die Marsianer suchen immer noch nach intelligentem Leben auf der Erde. Vergeblich.“ Vorrangig sei wichtig, etwas gegen die Folgen des Klimawandels zu tun. Das „Auswandern“ von Menschen auf den Mars oder das Leben in Raumschiffen im Fall, dass die Erde zum wüsten Planeten wird, sei keine Lösung. Wie Helga Kromp-Kolb die umstrittene Erlaubnis in Großbritannien sieht, mit Embryonen zu experimentieren (Stichwort „Designer-Babys“), und was sie sich vom neuen/von der neuen PräsidentIn in den USA, der/die heuer gewählt wird, in Sachen Klimaschutz erwartet, verrät sie im „Wissenschaftsradio“. Außerdem: Wie umweltfreundlich lebt eine Studierenden-WG in Wien? Ein Experte macht in der Sendung den großen Check.
27 Minuten
Georg Kranz, Forscher an der MedUni Wien, und sein Team konnten herausfinden, dass Testosteron dabei hilft, dass Medikamente gegen Depressionen besser wirken.
Warum die Untersuchungen dazu mit Transsexuellen gemacht wurden und was die Ursachen für Depressionen sind hört ihr in diesem Podcast.
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