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Dini Mundart - Schnabelweid Archiv

50 Episoden
57 Minuten
Schlottert in «Schlottermilch» die Milch, liegt im «Gschneit» viel Schnee und was steckt hinter der Beleidigung «Muemeboose»? Unsere Mundartredaktion beantwortet Ihre Fragen. Auf folgende Fragen gibt es in dieser Sendung Antworten: Woher kommt der Flurname «Ifang»? Hat der Flurname «Krisental» etwas mit einer Krise zu tun oder was genau steckt dahinter? Was bedeutet der Ortsname «Lieli» und was verrät dieser über die Siedlungsgeschichte? Welche Geschichte steckt hinter dem Flurnamen «Schlottermilch»? Hat er tatsächlich etwas mit Milch zu tun? Was bedeutet der Flurname«Gschneit», wie im Kanton Bern gleich mehrere Weiler und Höfe heissen? Warum wird jemand als «Gali» beleidigt und was für ähnliche Schimpfwörter gibt es? «Muemeboose» ist eine abschätzige Bezeichnung für eine Frau, doch woher kommt der Begriff? Was bedeutet der Familienname «Galliker»?
57 Minuten
Wer möchte ich sein? Wo ist mein Platz? Und wie finde ich dorthin? Diesen Fragen spürt Dominic Oppliger in «Gschtüel» geschickt nach - vor den Kulissen der Kleinstadt Baden in den Nullerjahren. Was wäre eigentlich, wenn unsere Entwicklung nicht mit dem Erwachsenwerden aufhören würde? Diese Frage warf der Bäderarzt Prof. Pilzbarth auf. Er beschrieb die sogenannte Anthropolyse, eine Therapie, dank der Menschen sich in ein Tier ihrer Wahl weiterentwickeln konnten, um so zu werden, wie sie sich wohl fühlen, wie es ihrem Wesen entspricht. Prof. Pilzbarth und die Anthropolyse sind fiktiv - ein Projekt der Objektkünstlerin Margarethe Dubach und des Psychiaters Jürg Willi, das in den 1990er-Jahren im Badener Musée bizarre ausgestellt war. Diesem Professor Pilzbarth und seinen merkwürdigen Theorien begegnete auch der Aargauer Autor Dominic Oppliger, als er in den Nullerjahren als junger Mann nach Baden kam. Zuerst hatte er Mühe, in der Kleinstadt Anschluss zu finden. Aber als es auf dem Gstühl-Areal beim Bahnhof eine Zwischennutzung gab, fand er dort eine Raum, in dem er sich verwirklichen konnte. Diese beiden Erlebnisse verwebt Oppliger geschickt in seinem neuen Mundartroman «Gschtüel» - eine schöne, wenn bisweilen auch etwas gruslige Geschichte über die Suche nach dem, was und wo man sein möchte. André Perler hat sich mit Dominic Oppliger in Baden in einen Heissen Brunnen gesetzt - auch die Thermalbäder und Brunnen spielen eine wichtige Rolle im Roman - und mit ihm über seinen Roman und seine Erinnerung an das Baden der Nullerjahre gesprochen. Ausserdem in der Sendung: Der ehemalige Chefredaktor des Idiotikons Hans-Peter Schifferle klärt, auf welche körperliche Eigenschaft des ersten Namensträgers der Familienname Blunschi, respektive Bluntschli zurückgeht. Buch-Tipp: Dominic Oppliger: Gschtüel. Roman. Edition Gaggalariplatz, Arisverlag 2026 (ca. 100 Seiten).
57 Minuten
Unsere Mundartredaktion beantwortet Fragen aus dem Publikum rund um verschiedene Mundartwörter. Warum etwa sagen wir, nervöse Menschen hätten «d Stör», woher kommt das Wort «Fidibus», oder was heisst «glandere»? Auf folgende Fragen gibt es in dieser Sendung Antworten: · Woher kommt das Wort «Fidibus» für eine Anzündhilfe? · Warum nennt man Rosskastanien in gewissen Regionen «pudele»? · Was ist mit der alten Bezeichnung «drücketi Gicht» für eine Krankheit gemeint? · In der Region Bern sagt man manchmal, wenn man jemanden für verwirrt hält «Är het d Stör». Warum? · Junge Männer, die ihre Kräfte messen, «heerlen» auf Glarnerdeutsch: Was hat es mit diesem Ausdruck auf sich? · Was für eine Geschichte verbirgt sich hinter dem Verb «glandere» (für «schmeicheln»)? · Wie ist der Familienname Wattenhofer entstanden? Ausserdem stellen wir das Projekt «aanä» des Schweizer Künstlers Jul Dillier vor, der sich den Mundartgedichten seines Onkels Julian Dillier widmet und sie im Trio zu Musik werden lässt.
57 Minuten
Was ist typisch an Deutschschweizer Familiennamen? Wo finden sich die meisten Namen, die auf eine Geländeform zurückgehen? Wie viele Familiennamen sind aus einem Frauennamen entstanden? Auf solche Fragen findet man Antworten im neuen Standardwerk der Deutschschweizer Familiennamenforschung. Im September wird der dreibändige Familiennamenatlas der Deutschschweiz publiziert, als Resultat eines mehrjährigen universitären Forschungsprojekts. Zu den über 8'000 alteingesessenen Familiennamen der Deutschschweiz wurden reich kommentierte Karten erstellt, die zeigen, wie die Namen auf dem Gebiet der Deutschschweiz verteilt sind und was sprachlich und inhaltlich interessant an ihnen ist. Zum Beispiel, wie viel mehr Familiennamen mit einem männlichen Vornamen gebildet wurden (Petermann, Kobel, Jäggi etc.) im Vergleich zu solchen mit weiblichen Vornamen (Neeser, Itten) - und wo diese hauptsächlich vorkommen. Oder wie auffällig viele Familiennamen aus einem Übernamen entstanden sind, der auf ein körperliches Merkmal Bezug nimmt (Stirnimann, Hirni, Glutz, Hasenfratz, Schürch etc.). Der Familiennamenatlas der Deutschschweiz ist ein Fachbuch für Sprachwissenschaftler und Historikerinnen. Interessierte Laien werden sich darin aber auch zurecht finden und eine Fülle von spannenden Inhalten zu Deutschschweizer Familiennamen finden. In der Sendung spricht Mundartredaktor Markus Gasser mit Luise Kempf (Leitern des Projekts) und Martina Heer (Wissenschaftliche Mitarbeiterin).
57 Minuten
Familiennamen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, sind bei uns in der Schweiz seit rund 500 Jahren Tradition. Aus Beinamen, um gleichnamige Personen zu unterscheiden, wurden im Spätmittelalter Familiennamen. Fünf Motivationskategorien können bei den westeuropäischen Familiennamen unterschieden werden: Berufsnamen, Herkunftsnamen, Wohnstättennamen, Übernamen und Vaternamen. Diese Systematik kann man nicht nur in der Schweiz beobachten. Den Familiennamen Schmied gibt es fast in allen europäischen Sprachen: von Favre, über Ferrari und Kovač bis hin zu Demirci oder Haddād. André Perler und Nadia Zollinger tauchen in dieser Folge des «Dini Mundart»-Podcasts ein in die Geschichte und Systematik der Familiennamen. Was für Familiennamen heute entstehen würden, zeigen viele lustige Beispiele aus der Hörerschaft, von «Kevin Softwareler» bis «Christina Guldenfrei». Zudem gibt ein Zivilstandbeamter Auskunft über das aktuelle Namensrecht in der Schweiz und klärt die Frage, ob bei der Heirat neue Familiennamen kreiert werden dürfen. (Diese Podcast-Folge wurde 2025 erstmals gesendet.) Im zweiten Teil der Sendung erklärt der ehemalige Chefredaktor des Schweizerdeutschen Wörterbuchs Idiotikon, Hans-Peter Schifferle, worauf der Familienname Schneiter zurückgeht.
57 Minuten
Lara Stoll, Preisträgerin des Salzburger Stiers 2021, hat ein neues Buch veröffentlicht – das Drehbuch zu einer unverfilmten Mundart-Fernsehserie. Im Lara Stolls sechsteiliger Mini-Serie, die nun statt im Fernsehen zwischen zwei Buchdeckeln gelandet ist, geht es um Géraldine «Gunni» Hofer. Sie ist 34, versucht sich als Musikerin, schlägt sich als Moderatorin eines alternativen Radiosenders durch und ist mit dem Erwachsenenleben heillos überfordert – das ihr aktuell besonders übel mitspielt: Wohnung verloren, Beziehung beendet, Job auf der Kippe, und zu allem Übel liegt auch noch Gunnis geliebte Grossmutter im Sterben. Da erstaunt es schon fast nicht mehr, dass Lara Stolls Protagonistin auch noch von Panikattacken verfolgt wird. Inmitten dieses Lebens, das sie zunehmend überfordert, versucht Gunni, irgendwie zu bestehen – und beginnt immer stärker, allen etwas vorzuspielen. Sei es ihrem Psychiater, ihren Freunden, der Grossmutter oder auch sich selbst. Lara Stoll lässt uns aber nicht einfach einer Scheiternden zuschauen, sondern ihr ist (neben der Tatsache, dass es – typisch Stoll – viel absurde Situationskomik darin hat) nicht zuletzt ein rührendes Buch über Freundschaften und übers Abschiednehmen gelungen. In der Sendung spricht Lara Stoll darüber, was sie an der besonderen Form des Buchs als Drehbuch gereizt hat, welche Herausforderungen das Schreiben in Zürcher Dialekt für sie als Thurgauerin mit sich brachte, und wie viel echtes Leben in dieser filmisch erzählten Dramödie steckt. Ausserdem erklären wir zum Schluss der Mundartstunde die historischen und sprachlichen Hintergründe der Familiennamen Spring, Springer, Sprung und Sprunger.
57 Minuten
Unsere Mundartexperten beantworten Fragen zu Flur-, Berg- und Quartiernamen, zu einem rätoromanischen Jägergruss oder zur Herkunft der Wörter «pilgern» und «wallfahren». Auf folgende Fragen gibt es in dieser Sendung Antworten: Wie spricht man den Südkanton eigentlich aus? «Tessiin» oder doch «Téssin»? Könnten die beiden ähnlich tönenden und nahe gelegenen Flurnamen «Lebere» (Nunningen SO) und «Chläbere» (Reigoldswil BL) etwas miteinander zu tun haben? Woher kommen die beiden Wörter «pilgern» und «wallfahren»? Und was hat der Übername «Chatzestrecker» für die Luzerner damit zu tun? Was steckt hinter dem Flurnamen «Hatzchlaue» in Altwis LU? Woher hat das Berner «Lorrainequartier» seinen Namen? Und warum gibt es im Kanton Bern und in der Romandie noch mehrere weitere «Lorraine»? Was könnte der Bergname «Wildgärst» im östlichen Berner Oberland bedeuten? Warum wünschen Engadiner Jäger einander «in bocca d'luf», also «in den Rachen des Wolfs»? Wie kam es zum Flurnamen «Rappagugg», der im Churer Rheintal gleich zweimal vorkommt? Woher kommt der Familienname Roduner und was hat er ursprünglich bedeutet?
55 Minuten
Der Engelberger Musiker El Ritschi hat ein Doppelalbum mit einer Sammlung von «Apropos»-Radiokolumnen aus dem Regionaljournal Zentralschweiz und Solo-Liedern herausgegeben: gewitzt, manchmal kritisch, immer mit viel Liebe zur Sprache, zu den Menschen und ihren Geschichten. Seit 15 Jahren ist El Ritschi als singender und kommentierender Radiokolumnist für «Apropos» im SRF-RegionaIjournal Zentralschweiz tätig. In der Sendung sprechen wir ihm darüber, was ihn antreibt, und welche Fülle von Themen er aus seinem Engelberger Dialekt und seiner Heimatregion schöpft. Ausserdem erklären wir die sprachliche Geschichte hinter dem Familiennamen Brütsch, der ursprünglich wohl ein Übername für jemanden war, der auffällig barsch oder stolz auftrat.
57 Minuten
«Mampf», «glugglugg» und «jubilier!»: Nadia Zollinger und Markus Gasser von der SRF-Mundartredaktion vertiefen sich in die Sprache der Comics. Was ist so speziell daran und in welchem Verhältnis steht sie zur Alltagssprache? Eine zentrale Rolle spielt der sogenannte «Erikativ». Der Begriff erinnert an Erika Fuchs, die jahrzehntelang die Disney-Comic-Hefte ins Deutsche übertragen und damit die deutsche Schriftsprache mit neuen Elementen wie eben dem Erikativ bereichert hat. Damit sind Verbformen wie «seufz» oder «grübel» gemeint. Ausserdem wird die Geschichte der Comics besprochen mit seinen Vorformen in mittelalterlichen Heiligenbildern und bei Wilhelm Busch. Als bekennender Asterixianer analysiert Markus Gasser ausserdem die Vorzüge von Asterix auf Berndeutsch. Wer Inspiration sucht im Bereich Fluchen, kommt ebenfalls auf seine Kosten: Kapitän Haddock aus Tim und Struppi liefert kreatives Vokabular - «Hunderttausend heulende und jaulende Höllenhunde!» Wiederholung der Sendung vom 6.6.2024 Familiennamen Kegel und Keigel Der Familienname Kegel ist ein Übername zum mittelhochdeutschen Wort «kegel» für «Kegel, Pflock, Stock oä.» und bezeichnet eine kleine, rundliche Person. Der Name ist in Appenzell AI alteingessen. Daneben gibt es auch die Variante Keigel, in Füllinsdorf BL, Reiden und Ruswil LU vor 1800 als Bürgergeschlecht belegt.
55 Minuten
Am 14. August jährt sich der Geburtstag des Asterix-Autors René Goscinny zum 100. Mal. Von den mittlerweile 41 Abenteuern des listigen Galliers gibt es fast 100 Übersetzungen in über 30 deutsche Mundarten, unter anderem ins Berndeutsche und Aargauerdeutsche. Warum eigentlich und ist das gut? Die ersten Übersetzungen der Asterix-Bände ins Deutsche waren äusserst problematisch, wurden sie doch in eine unappetittlich deutschnationale Gesinnung übertragen. Erst, als Gudrun Penndorf 1965 die Übersetzungen übernahm, wurde Asterix das, womit Generationen von Kindern und Jugendlichen aufgewachsen sind. Seit den 90er-Jahren entstanden immer mehr Übersetzungen auf Mundart, auch auf Berndeutsch. Zum Beispiel die beiden Bände «Dr grooss Grabe» (1996) und «Asterix u Obelix uf Irrwäge» (1997, auf Hochdeutsch «Die Odyssee») vom Berner Autor Hansruedi Lerch. 2024 kam «Asterix der Aargallier» dazu, übersetzt vom Freiämter Musiker Jan SEVEN Dettwyler. Wie unterschiedlich solche Mundartübersetzungen herauskommen können, wie nah oder fern am (deutschen oder französischen) Vorbild sie sich bewegen, das sieht man an diesen Beispielen sehr schön. Mundartredaktor Markus Gasser erzählt die Übersetzungsgeschichte von «Asterix» mit Originaltönen von René Goscinny, Gudrun Penndorf und Seven - sowie mit reichlich Beispielen aus verschiedenen Geschichten und verschiedenen Übersetzungen. Die Familiennamen Rinderknecht und Gutknecht Martin Graf vom Schweizerischen Idiotikon erläutert, dass Rinderknecht ein Berufsname ist, der auf das gleichlautende altschweizerdeutsche Wort in der Bedeutung «Rinderhirt» zurückgeht. Da das Vieh früher grossenteils nicht in eingezäunten Weiden gehalten wurde, musste es von Hirten betreut werden. Gutknecht dagegen geht zurück auf die im Mittelhochdeutschen geläufige Fügung «guot knëht» im Sinne von «Ehrenmann, Held, Krieger». Es handelt sich also um einen Übernamen für einen besonders tapferen, edlen (jungen) Mann. Lesetipps - R. Goscinny, A. Uderzo: «Asterix redt Schwyzerdütsch». Enthält «Dr grooss Grabe» und «Asterix u Obelix uf Irrwäge», übersetzt von Hansruedi Lerch. Egmont Comic Collection 2025 - R. Goscinny, A. Uderzo: «Asterix der Aargallier», übersetzt von Jan SEVEN Dettwyler. Egmont Comic Collection 2024 - Jörg Fündling: Asterix. 100 Seiten. Reclam 2023
57 Minuten
In Redensarten wird oft der menschliche Körper in Szene gesetzt, etwa das Zahnfleisch, auf dem man läuft. Genauso beliebt sind auch Bilder aus der Technik, sei es der Reset-Knopf, den man drückt, oder der Akku, der leer ist. Dass Klugheit mit dem Kopf in Verbindung gebracht wird, erstaunt nicht. Wer etwas auf dem Kasten hat, der hats buchstäblich im Hirnkasten - also viel Verstand. Entsprechend wird kopflos, wer die Beherrschung verliert. Ein Pendant aus der Elektrotechnik dazu ist die Sicherung, die bei jemandem durchbrennt. Andere Sprachbilder kommen aus mittelalterlichen Lebenswelten, etwa der Pechvogel: Das war wirklich ein Vogel, der am Leim kleben blieb, den der Vogelfänger auf einen Ast geschmiert hat. So unschön, wie die Arschkarte gezeigt bekommen - die rote Karte des Schiedsrichters, die er auf der Gesässtasche zieht. In der Sendung werden jeweils verschiedene Redensarten aus verschiedenen Epochen und Lebensbereichen erläutert zu den Bedeutungen «von vorne anfangen», «die Beherrschung verlieren», «Pech haben», «viel wissen, viel können» und «erschöpft sein». Ausserdem erläutert Namenexperte Hanspeter Schifferle den Namen Hasenfratz, der wohl aus einem Übernamen mit der Bedeutung «Hasengesicht» entstanden ist.
57 Minuten
So haben Krieg, Rechtswesen und Kunst Redensarten geprägt. Die Kapitulation, die Aufgabe einer Seite hat schon so manchen Krieg beendet. Deshalb verwendet man auch im sonstigen Leben sprachliche Bilder aus dem Kriegswesen, um das Aufgeben zu umschreiben: «die Flinte ins Korn werfen», «die Segel streichen» oder «die weisse Fahne hissen». Auch das mittelalterliche Rechtswesen spiegelt sich in diversen Redewendungen, so etwa in «auf die lange Bank schieben» für «hinauszögern». Der mittelalterlichen Dichtung haben wir wohl «über den grünen Klee loben» zu verdanken - denn die Dichter priesen den Klee wie kaum etwas anderes. Und auf das Theater bezieht sich die Redensart «kein Blatt vor den Mund nehmen» für «ehrlich und direkt sein» - in Zeiten der Zensur hielten sich manche Schauspieler ein Blatt Papier vor das Gesicht, damit sie nicht erkannt und für allfällig heikle Aussagen zur Rechenschaft gezogen werden konnten. In dieser Sendung erfahren Sie die spannenden Geschichten rund um diese und weitere Redewendungen. Und ausserdem erklären wir, was der Familienname Vollenhals ursprünglich bedeutet haben könnte.
57 Minuten
Redensarten verraten uns viel über alte Traditionen und neue Technologien. Verschiedene Redensarten beziehen sich auf traditionelle Methoden von Handwerk – und an ihren moderneren Pendants lässt sich die Entwicklung der Gesellschaft und der Technologien mitverfolgen. Das zeigen wir in der heutigen Sendung anhand von vielen Beispielen für Redensarten zu den unterschiedlichsten Themen. Es geht um Gelegenheiten (erfolgreich genutzte, aber auch verpasste, die uns wie bei der Jagd das Wild «durch die Lappen gegangen» sind), um Störenfriede, die uns «dazwischenfunken», um Verrückte, die «nöd ganz gschöchlet» sind, aber auch um Sprachbilder dafür, wie wir uns heimlich davonmachen – und wie wir sterben. Zum Schluss der Sendung gehen wir ausserdem dem Familiennamen Aemisegger auf den Grund.
57 Minuten
Die grösste einzelne Quelle für Redewendungen ist die Bibel. Daran zeigt sich, wie sehr die Religion Sprachen und Vorstellungswelten geprägt hat. Wenn man jemanden belehrt, dann «liest man ihm die Leviten», und wenn man etwas plötzlich begreift, dann «fällt es einem wie Schuppen von den Augen» oder «es geht einem ein Licht auf». All diese Redewendungen stammen aus der Bibel oder beziehen sich auf die heilige Schrift des Christentums. Und religiöse Bezüge gibt es auch in den Redensarten «jemandem eine Gardinenpredigt halten», «jemanden abkanzeln» und sogar in der «Standpauke». Aber natürlich, längst nicht alle Redewendungen haben mit Religion zu tun. Sie bedienen sich etwa auch in der Küche («jemanden schmoren lassen», «mit jemandem ein Hühnchen zu rupfen haben») oder bei der Mode («öpperem d Chnöpf iitue» und «öpperem ds Möösch putze» – beides für 'zurechtweisen'. Mit «Möösch» ist das Messing gemeint, aus dem Uniformknöpfe gemacht sind). Erfahren Sie die Geschichten hinter diesen und weiteren Redensarten im zweiten Teil unserer Sommerserie. Zum Schluss der Sendung beleuchten wir noch die Herkunft des Familiennamens Wepfer, der auf ein altes Handwerk zurückgeht.
57 Minuten
Wir sprechen gern in bildhaften Redensarten. «Du bist auf dem falschen Dampfer» oder «Sie hat die Zügel in der Hand» oder «jetzt musst du einen Zahn zulegen!» Die Sprachbilder unserer Redensarten verändern sich mit den Lebenswelten unserer Alltagsumgebung. Wer früher auf dem Holzweg war, sitzt heute im falschen Film. Wer früher die Zügel in der Hand hielt, ist heute vielleicht der Babo im Haus. In der Sendung werden alte und neue Redensarten erläutert mit den Bedeutungen «sich beeilen», «sich irren», «sich gut verstehen» und «bestimmen, Chef sein». Was hat der Familienname Adank mit Dank zu tun? Familien namens Adank sind in Wartau SG, Fläsch und Luzein GR alteingesessen. Ihr Name ist ein Übername und geht zurück auf das Wort Dank und eine Vorsilbe, die die Abwesenheit des Genannten ausdrückt. Adank bedeutet also wörtlich «danklos» und bezeichnete ursprünglich wahrscheinlich einen undankbaren Menschen, allenfalls auch jemanden, der den ihm zustehenden Dank nicht bekam.
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