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27 Minuten
Der Basler Autor Alain Claude Sulzer bringt uns das Theater als Lebensweise näher. Und der Zürcher Filmemacher und Schriftsteller Micha Lewinsky erzählt vom Älterwerden und davon, was bleibt, wenn jugendliche Ideale auf die Realität treffen. Ein bedeutender Regisseur und Intendant eines Berliner Thaters stirbt auf tragische Weise. Jetzt treffen sich seine früheren Mitstreiterinnen und Mitstreiter zur Trauerfeier. Alain Claude Sulzers Theaterroman erzählt im Wesentlichen die Biografien der verschiedenen Theaterleute auf dieser Feier. Der Roman überzeugt mitunter dadurch, dass der Autor sehr genau weiss, wovon er spricht, sagt SRF-Literaturredaktor Michael Luisier. Konkret heisst das, dass Alain Claude Sulzer das Theater als das beschreibt, was es tatsächlich ist: eine Lebensweise. Zürich in den 1990er-Jahren: besetzte Häuser, illegale Bars und für viele junge Leute das Gefühl, die Welt neu erfinden zu können. In seinem neuen Roman «Freunde von früher» blickt der Filmemacher und Schriftsteller Micha Lewinsky auf diese Zeit zurück und erzählt die Geschichte von Béla, der auf einmal die Chance hat, zusammen mit seinen alten WG-Kameraden, ein Haus zu kaufen. Ein unterhaltsamer Roman über das Älterwerden und vom Altern jugendlicher Ideale, meint SRF-Literaturredaktorin Jennifer Khakshouri. Buchhinweise: Alain Claude Sulzer. Szenenwechsel. 255 Seiten. Galiani Berlin, 2026. Micha Lewinsky. Freunde von Früher. 272 Seiten. Diogenes, 2026.
23 Minuten
Von Lügen und Liebe: «Die zweitgrösste Liebe» von Ruth-Maria Thomas und «Alles Liebe» von Ronja von Rönne, dies die beiden Romane dieser Ausgabe von «Literaturclub Buchtipps». Er: grossgeworden mit Au-pairs und Austern. Sie: Aufgewachsen in Ostdeutschland als Tochter einer alleinerziehenden Mutter, die Tag für Tag im Altenheim malochen musste. Als die beiden einander begegnen, funkt es sofort. Aber kann eine Beziehung halten, wenn die Startbedingungen ins Leben dermassen unterschiedlich waren? Diese Frage lotet die deutsche Autorin Ruth-Maria Thomas in ihrem Roman «Die zweitgrösste Liebe» aus. 300 Seiten mit knackigen Sexszenen, Beschreibungen behaglicher Liebesmomente sowie mit Diskussionen ums Geld. Literaturredaktorin Katja Schönherr ist begeistert von diesem Buch. Ronja von Rönnes Figuren sehnen sich nach Aufmerksamkeit und Nähe. Ihr Mittel zum Zweck sind immer dreistere Lügengeschichten. Die deutsche Autorin führt in ihrem neuen Roman «Alles Liebe» vor, wie weit Menschen für etwas Zuneigung gehen – und seziert nebenbei gesellschaftliche Konzepte von Lüge, Wahrheit und Liebe. Simon Leuthold hat das Buch grosses Vergnügen bereitet, nicht zuletzt wegen des moralischen Glatteises, auf das ihn die Autorin beim Lesen geführt hat. Buchhinweise: Ruth-Maria Thomas. Die zweitgrösste Liebe. 304 Seiten. dtv, 2026. Ronja von Rönne. Alles Liebe. 240 Seiten. dtv, 2026.
22 Minuten
Die Schweizer Autorin Yael Inokai wartet mit ihrem ersten Krimi auf. Und der Schweizer Autor Alex Capus erzählt eine wahre Schmugglergeschichte. Yael Inokai, 37 Jahre alt, stammt aus Basel und lebt seit vielen Jahren in Berlin. Dort spielt auch ihr neuer, ihr nunmehr vierter Roman – der Krimi «Die Auster». Die Handlung: Dr. Joachim Bronstett, schwerreicher Geschäftsführer eines Luxus-Kaufhauses, wird eines Morgens tot in seiner Villa aufgefunden, und zwar von seiner Putzfrau. Doch anstatt die Polizei zu rufen, tut sie, was sie immer tut: Sie putzt. Überaus gründlich…SRF-Literaturredaktorin Katja Schönherr ist angetan von Yael Inokais erstem Krimi, zumal dieser auch die Schere zwischen Arm und Reich thematisiert. Es sind gleich zwei Geschichten, die der Oltner Schriftsteller Alex Capus in seinem neuen Roman «Querfeldein» erzählt. Zum einen eine wahre «Asterix-Geschichte», in der sich ein Dorf im Kanton Schaffhausen an der deutschen Grenze gegen einen Übergriff der Nazis wehrt. Zum anderen die fiktive Geschichte eines Wirtes in demselben Dorf, der sich der Aufgabe gestellt hat, sein Leben so zu leben, wie es ihm entspricht. Ein feiner und lebensnaher Roman über Familie, Respekt und Zusammenhalt, sagt Literaturredaktor Michael Luisier. Buchhinweise: Yael Inokai. Die Auster. 220 Seiten. Hanser Berlin, 2026. Alex Capus. Querfeldein. 288 Seiten. Hanser, 2026.
22 Minuten
Zwei literarische Stimmen sind zu entdecken: Der Genfer Autor und bildende Künstler Jérémie Gindre, der Frauen beschreibt, die buchstäblich am Rande des Abgrunds stehen. Und die Debütantin Lilli Tollkien mit ihrem Roman über eine Kindheit in einer Berliner Männer-Kommune der 1980er-Jahre. «Tombola» erzählt von Frauen, die einen Schritt aus dem Alltag wagen und dabei konfrontiert werden mit einer Natur und einer Männerwelt, die sie latent bedrohen. Zita wandert mutterseelenallein in den savoyischen Alpen durch Nebel und Schnee - Absturz vorprogrammiert. Saskia besucht nach Jahren ihren cholerischen Vater - Eskalation unumgänglich. Jedesmal passiert dann aber das Unerwartete. Über sieben Erzählungen hält uns der Genfer Autor und bildende Künstler Jérémie Gindre den Spiegel unserer (negativen) Erwartungen vor Augen. Ein ungewöhnliches, sprachlich virtuoses Leseerlebnis zwischen Reiseführer und Abenteuerroman, findet Literaturredaktor Markus Gasser. «Mit beiden Händen den Himmel stützen» ist das Debüt der deutschen Autorin Lilli Tollkien. Und zwar ein «Debüt von grösster Wucht», wie SRF-Literaturredaktorin Katja Schönherr findet, die das Buch auch als «atemlos und temporeich» bezeichnet. In dem Roman geht es um das Mädchen Lale. Es wächst in den 1980ern in einer Berliner Männer-Kommune auf, in der Partys gefeiert und Revolutionen geplant werden. Vor allem aber wird getrunken, gekifft und gefeiert. Lale darf wach bleiben, solange sie will, Süssigkeiten essen und ewig fernsehen. Doch sie sehnt sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, während ihre eigenen (körperlichen) Grenzen immer wieder übertreten werden. Buchhinweise: Jérémie Gindre. Tombola. Aus dem Französischen von Ruth Gantert und Steven Wyss. 200 Seiten. Die Brotsuppe, 2026. Lilli Tollkien. Mit beiden Händen den Himmel stützen. 255 Seiten. Aufbau, 2026. Wiederholung der Sendung Literaturclub Buchtipps vom 17.03.2026
30 Minuten
Der italienische Bestsellerautor Roberto Saviano erzählt in seinem neuen Roman von Liebe, Mafia und Tod. Und die österreichische Autorin und Soziologin Birgit Birnbacher widmet sich in ihrem neuen Roman dem Thema ADHS. Vor zwanzig Jahren zeigte Roberto Saviano als Investigativjournalist mit seinem Weltbestseller «Gomorrha» die Strukturen und Machenschaften der Camorra auf. Seit dann haben seine Arbeit und sein Erfolg als Autor einen hohen Preis: Saviano lebt unter ständigem Polizeischutz. Nun legt er einen neuen Roman vor. In «Meine Liebe stirbt nicht» erzählt er von Liebe, Mafia und Tod und zwar auf eine Weise, die Saviano-Fans mitreisst, findet Jennifer Khakshouri. Sie empfiehlt das Buch. Wie geht man um mit einem Kind mit ADHS? Wie wehrt man sich gegen Zuschreibungen? Und vor allem: Welche Chancen bietet der «Wildwuchs im Denken» für die Gesellschaft? Die Schriftstellerin und studierte Soziologin Birgit Birnbacher hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und mit «Sie wollen uns erzählen» einen bedeutenden Beitrag zu einem aktuellen Thema geleistet. Inhaltlich wie literarisch findet Literaturredaktor Michael Luisier. Buchhinweise: Roberto Saviano. Meine Liebe stirbt nicht. Aus dem Italienischen von Anna und Wolf Leube. 400 Seiten. Hanser, 2026. Birgit Birnbacher. Sie wollen uns erzählen. 224 Seiten. Zsolnay, 2026. Wiederholung der Sendung Literaturclub Buchtipps vom 13.01.2026
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Über diesen Podcast

SRF Literatur bietet Orientierung im Bücherdschungel und intelligente Unterhaltung für Leseratten und Bücherwürmer. Zweimal pro Monat legen Redaktorinnen und Redaktoren des Literaturteams diejenigen Bücher auf den Literaturstammtisch, die man unbedingt lesen sollte. Vorgestellt werden aktuelle belletristische Werke aus der Schweiz und aus aller Welt.
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