Wohlstand für Alle Archiv
537 Episoden
28 Minuten
Wohlstand für Alle Es klingt zweifellos verlockend: Wer würde nicht gern mit 40 Jahren bereits in Rente gehen und ein gutes Leben genießen? Während Industrievertreter und konservative Politiker derzeit ein höheres Renteneintrittsalter und eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit fordern, versprechen die Frugalisten das genaue Gegenteil. Ziel des Frugalismus ist es, schnellstens finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen, um dann vom erwirtschafteten Vermögen bescheiden, aber gut leben zu können – über Zins- und Mieteinnahmen soll das möglich sein. Angewendet wird dabei die sogenannte 4-Prozent-Regel. Das heißt, verbraucht bzw. verkonsumiert werden sollen jährlich lediglich 4 Prozent des Vermögens. Damit dieses nicht immer weiter schwindet, soll das Geld gut angelegt sein. Ausgeblendet wird dabei jedoch, dass diese 4 Prozent auch von irgendwem – und zwar nicht von den Frugalisten – erwirtschaftet werden müssen. Zwar geißeln die Frugalisten den Überkonsum und die Überflussgesellschaft, allerdings sind auch die Anhänger dieses Minimalismus nichts anderes als kleine Rentierkapitalisten, die sich von den großen nur quantitativ unterscheiden. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz: Entworfen wird von den Frugalisten keineswegs eine Gesellschaft, in der wir alle weniger arbeiten müssen, stattdessen wird ein Individualismus propagiert, der es einigen Wenigen ermöglicht, aus dem „Hamsterrad“ auszusteigen. Solidarisch und progressiv ist dieses Konzept keineswegs, wie Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ aufzeigen. Literatur/Quellen: Florian Wagner: Rente mit 40: Finanzielle Freiheit und Glück durch Frugalismus, Econ. follow me.reports: "Reich durch sparen: Ab 35 nicht mehr arbeiten???", in: https://youtu.be/-1JrmQYKU3A. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
33 Minuten
Wohlstand für Alle Brutto ist nicht gleich Netto: Einkommen müssen in jedem Land versteuert werden, in Deutschland trifft das zumindest auf alle Einkommen zu, die über dem Steuerfreibetrag von 9984 Euro liegen. Danach steigt die steuerliche Belastung mit dem steigenden Einkommen an. Diese progressive Besteuerung soll jene stärker belasten, die es sich leisten können. Zudem werden Singles besonders stark zur Kasse gebeten, während Verheiratete und Menschen mit Kindern diverse steuerliche Vorteile haben. Das aktuelle System ist sehr kompliziert und es bedarf eines großen bürokratischen Aufwands. Hinzu kommen die Sozialleistungen des Staates, die ebenfalls Bürokratie erfordern und viele Leistungsberechtigte überfordern. Eine grundlegende Veränderung dieser Misere verspricht die negative Einkommensteuer, die unter anderem von dem Ökonomen Milton Friedman ausgearbeitet wurde. Aber auch linke Wirtschaftswissenschaftler und Politiker können diesem Steuermodell etwas abgewinnen, weil sich dadurch zum Beispiel effizient ein Bedingungsloses Grundeinkommen auszahlen ließe. Wegfallen würde mit einer negativen Einkommensteuer nicht nur ein erheblicher Verwaltungsaufwand, auch die Bürger könnten diese Form der Besteuerung als selbstermächtigend empfinden. Allerdings eignet sich das Modell auch, um einen sozialen Kahlschlag forcieren zu können. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“. Literatur: Peter Bofinger zur negativen Einkommensteuer: https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-aposder-staat-foerdert-die-falschen-jobsapos-8287.htm Milton und Rose Friedman: Chancen, die ich meine, Ullstein. Milton Friedman: Kapitalismus und Freiheit, Piper. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
36 Minuten
Wohlstand für Alle Der Kapitalismus hat mitunter illustre Apologeten, einer von ihnen ist Dr. Dr. Rainer Zitelmann. „I love capitalism“ prangt auf seinem T-Shirt, dabei hat der Lebensweg des Autors und Unternehmers eine bemerkenswerte Wendung genommen – tummelte sich Zitelmann in seiner Studentenzeit doch noch in linksradikalen Kreisen, die auch mit dem Maoismus liebäugelten. Nach seiner Konversion zu den Heilslehren des freien Marktes veröffentlichte er sage und schreibe 26 Bücher – immer angestimmt werden Lobgesänge auf den Kapitalismus. In seinem neuesten Werk „Die 10 Irrtümer der Antikapitalisten. Zur Kritik der Kapitalismuskritik“ argumentiert Zitelmann, auch wenn der Titel es anders vermuten lässt, überhaupt nicht theoretisch, allein knallharte Fakten sollen die linke Kapitalismuskritik widerlegen. Dass diese Fakten jedoch sehr ausgesucht sind und keineswegs „ideologiefrei“ herangezogen werden, sollte ebenso wenig wundern, wie das Lob rechter Journalisten für dieses wirre und intellektuell beeindruckend schlichte Werk. Trotzdem oder gerade deshalb landen Zitelmanns Werke meist weit oben in den Bestsellerlisten und auch in Talkshows ist der nationalliberale Autor ein gern gesehener Gast. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über Zitelmanns eigenartigen Thesen. WERBUNG: Alle Informationen zu Christian Barons "Schön ist die Nacht" findet ihr unter: https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/schoen-ist-die-nacht-9783546100267.html Literatur: Dr. Dr. Rainer Zitelmann: Die 10 Irrtümer der Antikapitalisten. Zur Kritik der Kapitalismuskritik, Finanzbuch Verlag. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
1 Stunde 2 Minuten
WfA-Literatur Fjodor Michailowitsch Dostojewskij gehört zweifellos zu den größten Romanciers des 19. Jahrhunderts. Werke wie „Verbrechen und Strafe“, „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ oder „Der Spieler“ zählen zur Weltliteratur. Der russische Autor, der oftmals aufgrund von Spielschulden zur Schriftstellerei angetrieben war, hat den psychologischen Roman zu ungeheuren Höhen geführt. In „Der Jüngling“ bzw. „Ein grüner Junge“, wie es Swetlana Geier mit ihrer preisgekrönten Übersetzung vorschlägt, strebt der Titelheld und zugleich Erzähler an, reich wie Rothschild zu werden. Mit einem ungewöhnlichen Sparplan und einer sich alle Lebensfreuden nehmenden Selbstdisziplinierung will der Protagonist, der der uneheliche Sohn eines Adligen ist, es schaffen, große Reichtümer anzusammeln. Diese „Idee“ jedoch verliert dieser junge Mann namens Arkadij Dolgorukij aus den Augen – er wird ein Spieler, ein unglücklich Verliebter, beinahe ein Ganove und Erpresser. Dostojewskij schildert zugleich, wie die Moskauer und Petersburger Gesellschaft dem Geld hinterherhetzt und konfrontiert den Leser sowohl mit sozialistischen als auch christlichen Weltbildern. Die Macht des Geldes ist es, die viele Figuren an den Rand des Abgrunds und manchmal darüber hinaus treibt; nur ein Einsiedler, Arkadijs offizieller Vater, scheint diese irdischen Bedürfnisse und Laster hinter sich gelassen zu haben. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“-Literatur. Literatur: Fjodor M. Dostojewskij: Ein grüner Junge. Übersetzt von Swetlana Geier, Fischer. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
36 Minuten
Wohlstand für Alle Das Bruttoinlandsprodukt ist noch immer der wichtigste Indikator, mit denen Länder ihre Wirtschaftsleistung ausdrücken. Jedoch sollte man das BIP keinesfalls mit der Lebensqualität oder dem allgemeinen Wohlstand verwechseln. Ein Land kann ein sehr hohes BIP haben, wie zum Beispiel die Vereinigten Staaten, dennoch kann die Lebensqualität niedrig sein. Viel Geld fließt dann in das Gesundheitssystem oder in Mieten, weil sich der Staat aus diesen Märkten zurückgezogen hat. Darauf macht der Degrowth-Theoretiker Jason Hickel aufmerksam, denn seine These lautet: Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 10.000 Dollar pro Jahr könnten wir ein zufriedenes Leben führen, wenn wir bereit sind, unsere Art des Wirtschaftens zu ändern und der Staat wieder mehr Aufgaben übernimmt. Hickel räumt aber auch auf mit vielen liberalen Träumen, wonach man durch CO2-Bepreisung und Innovationen schon bald einen grünen Kapitalismus erreicht habe. Dem sei nicht so, eine relative Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und CO2-Emissionen sei keineswegs ausreichend. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über einen weiteren Degrowth-Ansatz, der das Wirtschaftswachstum nicht per se abschaffen will, jedoch eine Abkehr vom BIP für dringend geboten hält. Werbung: Jens Liljestrand: Der Anfang von morgen. S. Fischer Verlag. Weitere Infos zum Buch: https://www.fischerverlage.de/buch/jens-liljestrand-der-anfang-von-morgen-9783103971903 Literatur: Jason Hickel: Weniger ist mehr. Warum der Kapitalismus den Planeten zerstört und wir ohne Wachstum glücklicher sind, Oekom. Jason Hickels Antwort auf Branko Milanovic: https://www.jasonhickel.org/blog/2017/11/19/why-branko-milanovic-is-wrong-about-de-growth. Informationen zum deutschen BIP 2019: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2020/BIP2019/pressebroschuere-bip.pdf;jsessionid=BD470EAD16E77351B6A7D112A53DB339.live732?__blob=publicationFile. Der „Corporate Therapy“-Podcast über Degrowth: https://corporate-therapy.com/62-post-growth-okonomie/. hr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
41 Minuten
WfA-Spezial 2018 hat Philippa Sigl-Glöckner das "Dezernat Zukunft" mitgegründet – einen Thinktank, der für eine moderne Finanzpolitik eintritt. Zuvor hat sie bereits bei einer Unternehmensberatung, der Weltbank sowie dem liberianischen Finanzministerium gearbeitet. Im Gespräch mit Ole spricht Philippa über Verhandlungen mit der Weltbank und dem IWF sowie über die Notwendigkeit einer finanzpolitischen Veränderung. Mehr Informationen zum Dezernat Zukunft findet ihr hier: https://www.dezernatzukunft.org/ Philippas Homepage: https://philippa-sigl-gloeckner.de/ Philippa auf Twitter: https://twitter.com/PhilippaSigl Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
29 Minuten
Wohlstand für Alle Die europäische Zentralbank hebt nicht nur die Zinsen an, sondern hat auch das Anleihekaufprogramm gestoppt. Einst wurde es vom ehemaligen EZB-Chef Mario Draghi ins Leben gerufen, um die krisengebeutelten Länder der Eurozone, wie zum Beispiel Griechenland und Italien, zu unterstützen. Keineswegs aber haben sich die Probleme in Luft aufgelöst, vielmehr gebiert jede Lösung ein wieder neues Problem, auf das die EZB reagieren muss. Ähnliches ist auch bei der FED in den USA zu beobachten. Die Diagnose des Soziologen Wolfgang Streeck, wonach sich die westlichen Staaten lediglich Zeit kaufen, um ein per se krisenhaftes System zu stützen, ist heute richtiger denn je. Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass die Zentralbank keine monetäre Staatsfinanzierung betreiben darf, es aber eigentlich tun muss. Um diese Auflage zu umgehen, müssen sich Christine Lagarde und ihre Kollegen immer neue Tricks ausdenken, um das System zu stabilisieren. Dieser Tage soll ein neues Instrument vorgestellt werden, um eine neue Eurokrise zu verhindern – bereits jetzt rumort es deshalb in der bürgerlich-liberalen Presse. Eigentlich müsste man das Mandat der EZB neu definieren, um den Handlungsspielraum zu vergrößern. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über die Macht der Zentralbanken und ihre Macht an den Repo-Märkten. Literatur: Wolfgang Streeck: Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus, Suhrkamp. Joscha Wullweber: Zentralbankkapitalismus. Transformationen des globalen Finanzsystems in Krisenzeiten, Suhrkamp. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
32 Minuten
Wohlstand für Alle Das Anleihekaufprogramm der EZB ist Anfang Juli ausgelaufen, nach und nach hebt die Zentralbank die Zinsen an, der nächste Zinsschritt könnte im September erfolgen. Die Federal Reserve Bank unter Jerome Powell geht noch drastischer bei der Zinsanhebung vor, zuletzt erhöhte man die Zinsen gleich um 75 Basispunkte, das sind immerhin 0,75 Prozent. Die Zentralbanken wollen so die Inflation in den Griff bekommen, Schützenhilfe bekommen sie dafür von der herrschenden Politik. Was aber geschieht hier eigentlich? Wenn die Zinsen steigen, werden Kredite für Unternehmen, aber auch für Häuslebauer erheblich teurer. Viele werden unter der Zinslast einknicken, Investitionen nicht tätigen oder Hausbaupläne vertagen. Außerdem kann mit einem Anstieg der Arbeitslosenrate gerechnet werden, aber genau das ist politisch gewollt – denn auch damit sinkt die Nachfrage in vielen Haushalten, wodurch wiederum die Preise fallen. Zugleich wird Gewerkschaften vonseiten der Politik signalisiert, dass nun nicht der richtige Zeitpunkt für Forderungen nach Lohnerhöhungen sei. Mit anderen Worten: Die Inflation wird auf Kosten derjenigen bekämpft, die hart arbeiten und Kredite abstottern müssen. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über die aktuelle Geld- und Zinspolitik. Literatur: David Ratner/Jae Sim:“Who Killed the Phillips Curve? A Murder Mystery”, in: https://www.federalreserve.gov/econres/feds/who-killed-the-phillips-curve-a-murder-mystery.htm. WERBUNG: Mehr Informationen über das OXI-Magazin findet ihr hier: https://oxiblog.de/ Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
28 Minuten
Wohlstand für Alle Das freundliche Lächeln der Bedienung im Restaurant, der interessierte Small Talk mit dem Barkeeper oder die herzliche Fürsorge in der Pflege – all das ist wichtige Gefühlsarbeit, die gerade in einer Dienstleistungsgesellschaft wie der unseren einen hohen Stellenwert haben müsste. Jahrzehntelang aber haben sich Wirtschaftswissenschaftler für Emotionsarbeit bzw. „emotional labor“, wie es im Englischen heißt, kaum interessiert. Erst in den 1980er-Jahren ändert sich das, nicht zuletzt wegen der soziologischen Pionierforschung von Arlie Russell Hochschild, der mit ihrem Buch „Das gekaufte Herz“ ein Bestseller gelang. Hochschild setzt sich in ihrer Untersuchung mit den Gefühlswelten von Flugbegleiterinnen auseinander. In qualitativen Interviews erzählen diese, welche emotionalen Anforderungen an sie gestellt werden. Heute spielt das Gefühlsmanagement eine immer wichtigere Rolle, jedoch gibt es in dem Diskurs selbstverständlich widerstreitende Interessen: Während die Unternehmerseite die Gefühle der Angestellten möglichst effizient ausbeuten will, klagen viele Angestellte wiederum darüber, dass der Job, für den sie ihre Affekte kontrollieren oder gezielt einsetzen müssen, zu einer Belastung werden kann. Manche sehnen sich danach, sich nicht länger mehr verstellen zu müssen – allerdings ist auch ein Ruf nach echten Gefühlen mit Vorsicht zu genießen. Manchmal kann eine gewisse Distanz und kann eine Vortäuschung von falschen Gefühlen befreiend sein und vor Verletzungen schützen. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über Emotionsarbeit. Literatur: Erving Goffman: Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag, Piper. Arlie Russell Hochschild: Das gekaufte Herz. Die Kommerzialisierung der Gefühle, Campus. Daniela Rastetter: Zum Lächeln verpflichtet. Emotionsarbeit im Dienstleistungsbereich, Campus. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
30 Minuten
Wohlstand für Alle Wird in deutschen Medien über die Finanzkrise von 2007/2008 gesprochen, geht es meist um die faulen Immobilienkredite und die dubiosen Geschäfte von amerikanischen Hedgefonds-Managern. Seltener stellt man sich die Frage, wie beispielsweise Hedgefonds-Manager überhaupt rasch an Liquidität gelangen, um ihre Geschäfte ausüben zu können. Hierbei spielen die Repo-Märkte eine entscheidende Rolle, die jedoch im medialen Diskurs unterbelichtet ist – nicht zuletzt, weil diese Finanzinstrumente etwas komplizierter sind. Repo (repurchase operation oder auch repurchase agreement) steht für Rückkaufvereinbarung. Eine solche wird geschlossen, wenn zum Beispiel ein Hedgefonds-Manager Wertpapiere an eine Bank verkauft, um schnell an Geld zu kommen, und verspricht, dieses bald mitsamt Zins zurückzuzahlen. Allerdings legt die Bank diese Wertpapiere nach dem Kauf nicht einfach in die Schublade, um sie dort zu verwahren, oft werden innerhalb des festgelegten Zeitraums von der Bank wiederum Geschäfte mit den Papieren betrieben. So entsteht ein instabiles System, das bemerkenswerterweise nicht durch die USA, sondern durch Europa ermöglicht wird. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“. Literatur: Adam Tooze: Crashed. Wie die Finanzkrise die Welt verändert hat, Pantheon. Gary B. Gorton, Andrew Metrick, Chase P. Ross: “Who ran on Repo?", in: https://www.aeaweb.org/articles?id=10.1257/pandp.20201100. Manmohan Singh, James Aitken: "The (Sizable) Role of Rehypothecation in the Shadow Banking System", in: https://www.imf.org/en/Publications/WP/Issues/2016/12/31/The-Sizable-Role-of-Rehypothecation-in-the-Shadow-Banking-System-24075. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
51 Minuten
Wohlstand für Alle - Literatur Die Entfremdung in der modernen Arbeitswelt und der gesellschaftliche Druck einer immer älter werdenden Gesellschaft stehen schon länger im Mittelpunkt der japanischen Gegenwartsliteratur. Die gefeierte Autorin Sayaka Murata ist eine wichtige Stimme ihrer Generation, die seit ihrem Roman „Die Ladenhüterin“ auch international Gehör findet. Auf nur 140 Seiten schildert sie die Geschichte einer jungen Frau, die in einem Konbini, wie die Convenience Stores in Japan genannt werden, zunächst nur einen Job annimmt, dann aber zur Verwunderung ihrer Familie, Freunde und Kollegen dabei bleibt: 18 Jahre ist sie jetzt schon Teil des Mini-Markts, der ihr eine Struktur und ein Zuhause bietet. Voll und ganz geht die Protagonistin in ihrer Existenz als Angestellte auf, mehr noch, sie ahmt ihre Kollegen nach, optimiert ihren Körper und ihre Bewegungsabläufe, um die ideale Mitarbeiterin zu sein. Mit einem Hang zum Absurden und mit vielen tragikomischen Untertönen erzählt Sayaka Murata eine symptomatische Geschichte über eine Existenzweise im Spätkapitalismus, die nicht mehr rebelliert und nichts mehr vom Leben erwartet. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“-Literatur. Literatur: Sayaka Murata: Die Ladenhüterin, Aufbau Verlag. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
37 Minuten
Wohlstand für Alle Die Kryptowährungen befinden sich weiterhin im freien Fall: Der Bitcoin lag Anfang der Woche bei unter 20.000 Euro, um Ripple und Ethereum ist es nicht besser bestellt. Kleinere Krypto-Coins sind oft noch miserabler dran, aber vor allem überrascht die Krypto-Szene, dass die Stablecoins, die ihrem Namen nach stabile Münzen sein sollen, keineswegs krisenfest sind. Die Coins sollen eigentlich eine Absicherung gegen hochvolatile Kryptowährungen sein, indem sie beispielsweise an Fiatwährungen wie Dollar oder Euro gekoppelt sind. Dies funktioniert jedoch nur, wenn jene Unternehmen, die die Stablecoins herausgeben, auch wirklich für alle Coins Dollars oder Euros hinterlegt haben. Dies jedoch scheint bei einigen Stablecoins nicht der Fall zu sein. Unmut und Verunsicherung machen sich deshalb breit, sodass viele Krypto-Anhänger derzeit nicht nur Bitcoin und Co., sondern auch vermeintlich stabile Coins in Fiatwährungen umtauschen. Auch die algorithmisch erzeugten Stablecoins sind kaum besser dran. Und außerdem gibt es noch solche, die durch verschiedene Kryptowährungen abgesichert sind, womit man offenbar darauf setzt, dass zwei Ertrinkende sich gegenseitig retten können. Es wird immer absurder – das aber scheint momentan auch der Krypto-Szene zu dämmern. Hinzu kommt, dass die Zentralbanken ihre lockere Geldpolitik vorläufig beenden. Auch das beschleunigt den Krypto-Crash. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“. Literatur: Maurice Höfgen: "Bitcoin: Game over?", in: https://mauricehoefgen.substack.com/p/bitcoin-crash-kurs-friedrich. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
37 Minuten
WfA-Spezial Der Durchschnittsdeutsche isst knapp 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr – ein Wert, der vor etwas mehr als zwei Jahrhunderten noch kaum denkbar erschienen wäre. Nicht immer war Fleisch ein derart verfügbares Lebensmittel. Wie es dazu werden konnte, weiß Christian Kassung, der Professor für Kulturtechniken und Wissensgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin ist. In seinem Buch "Fleisch. Die Geschichte einer Industrialisierung" untersucht er, wie das Berlin des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts seine Bevölkerung mit immer mehr Fleisch versorgte. Welche Technologien dabei genutzt wurden, welche Rolle der Staat spielte und wie der Konsum von Fleisch in der Großstadt aussah, erklärt Kassung im 27. WfA-Spezial mit Ole Nymoen. Literatur: Christian Kassung: Fleisch. Die Geschichte einer Industrialisierung, Brill. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
31 Minuten
Wohlstand für Alle In El Salvador sollte eigentlich im vergangenen Jahr eine finanzielle Revolution in Gang gesetzt werden: Präsident Nayib Bukele wollte sich durch die Einführung des Bitcoins als Landeswährung von der Dollar-Hegemonie lösen, internationale Investoren in das kleinste lateinamerikanische Land locken und nach dem Motto „Banking the unbanked“ seiner Bevölkerung zur finanziellen Teilhabe verhelfen. Schon damals war dieses Projekt – gelinde gesagt – umstritten, es löste auch Proteste in der Bevölkerung aus und sorgte für heftiges Kopfschütteln bei Ökonomen. Wie soll ein hochvolatiles Asset wie der Bitcoin als Währung taugen? – noch dazu in einem Land, das ohnehin Schwierigkeiten hat, die Wirtschaft anzukurbeln und Kredite zu bedienen. Nun ist der Bitcoin-Kurs radikal eingebrochen, Bukeles Investment hat sich im Wert halbiert und dennoch hält der populistische Präsident an seinem Irrweg fest. Der Internationale Währungsfonds fordert hingegen, dass El Salvador sich vom Bitcoin schnellstens wieder löst. Auch die versprochene Bitcoin-City, die zum Mekka für Krypto-Anhänger aus aller Welt werden sollte, gibt es bislang nur auf dem Papier. Die Salvadorianer werden, so viel steht jetzt schon fest, die Leidtragenden dieser Entwicklung sein. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“. Literatur: Gegenstandpunkt: "Die Einführung des Bitcoins in El Salvador. Klarstellungen zu dem gewagten Geld-Projekt des internetaffinen Präsidenten eines Landes ohne eigenes Geld", in: https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/einfuehrung-bitcoins-el-salvador. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
27 Minuten
Wohlstand für Alle In den 1970er-Jahren kommt die Rede von der „Dutch Disease“ auf, in den 1980er-Jahren beschäftigen sich die ersten Wirtschaftswissenschaftler mit diesem Phänomen: Wie kann es sein, lautet die Forschungsfrage, dass Länder, die viele Rohstoffe exportieren können, auf Dauer ärmer und nicht reicher werden? Müsste es nicht eigentlich umgekehrt sein? Diese Länder jedenfalls leiden an der Holländischen Krankheit, die so heißt, weil dieses Phänomen erstmals anhand der Niederlande analysiert wurde. Eigentlich konnten die Niederländer in den 1960er-Jahren aufatmen: Das Land wurde durch seine Erdgasvorkommen nicht nur energieunabhängig, sondern konnte sogar erfolgreich Erdgas exportieren. Zugleich aber nahm die Arbeitslosigkeit zu und die Tendenz zur Deindustrialisierung verstärkte sich. Ähnlich ergeht es den meisten Ländern, die über wertvolle Rohstoffe verfügen. Ein Grund für diese Entwicklung ist der Wechselkursmechanismus: Durch den Export von Ressourcen fließen die Devisen (meist Dollar) munter ins Land, das lässt die inländische Währung immer stärker werden, sodass andere Güter kaum noch exportiert werden und sogar die Binnenwirtschaft darunter leidet, da plötzlich Importe günstiger sind. Der Ökonom Joseph Stiglitz hat sich mit diesem Phänomen ebenfalls auseinandergesetzt und empfiehlt Ländern, die von der Holländischen Krankheit betroffen sind, die Einnahmen aus den Exporten im Ausland anzulegen. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über diese Zwickmühle der Globalisierung. Literatur: Joseph Stiglitz: Die Chancen der Globalisierung. Pantheon. Auftritte: Ole und Wolfgang in Düsseldorf: https://www.zakk.de/event-detail?event=11739 Ole in Lüneburg: https://www.leuphana.de/universitaet/termine/ansicht/2022/06/10/adorno-auf-instagram.html Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app