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Menschen aus 46DREI Archiv

16 Episoden
1 Stunde 15 Minuten
Was macht eigentlich ein Erster Stadtrat? Welche Verantwortung steckt hinter diesem Amt und wie viele Aufgaben übernimmt die Stadtverwaltung, damit das Leben in Bocholt funktioniert?

In dieser Folge von „Menschen aus #46DREI“ ist Björn Volmering zu Gast. Als Erster Stadtrat der Stadt Bocholt gibt er gemeinsam mit Jens Grotstabel einen Einblick in seinen Weg ins Amt, seine tägliche Arbeit und die Herausforderungen, die Bocholt bewegen. Für Björn ist sein Job nach wie vor ein Traumjob. Gleichzeitig begegnet er seiner Aufgabe mit großer Demut, denn er wurde politisch gewählt und damit beauftragt, Verantwortung für die Menschen in seiner Stadt zu übernehmen.

Im Gespräch geht es durch seine vielfältigen Fachbereiche: von öffentlicher Ordnung, Recht und Vergabe über Kultur und Bildung bis hin zu Soziales, Integration, Jugend und Familie, Schule und Sport, Feuerwehr und Demografie. Dabei wird deutlich, wie eng diese Themen miteinander verbunden sind und wie viel hinter den Kulissen organisiert, entschieden und abgestimmt werden muss.

Wie viele Institutionen müssen zusammenarbeiten, damit ein Heimspiel des 1. FC Bocholt stattfinden kann? Welche Verantwortung tragen Hauptamt und Ehrenamt bei der Feuerwehr? Und was bedeutet es, wenn der Feuer und Rettungsdienst „35 mal am Tag unterwegs und das 365 Tage im Jahr“ ist? Auch Gewalt gegen Einsatzkräfte und die Frage nach möglichen Ursachen kommen zur Sprache.

Wir sprechen über die Chancen und Folgen von Social Media für Kinder und Jugendliche, über iPads an Schulen und darüber, wie Bildungsangebote der VHS, der Jungen Uni und der Stadtbibliothek möglichst vielen Menschen offenstehen können. Es geht um gesellschaftlichen Wandel, fehlende Treffpunkte für Jugendliche und die Frage, wie eine Stadt auf neue Bedürfnisse reagieren muss.

Dabei zieht sich ein Gedanke durch das gesamte Gespräch: „Menschen leben nicht in Fachbereichen, sondern in einem Sozialraum den wir nicht isoliert betrachten dürfen.“ Das zeigt sich auch bei Themen wie dem Fildekenbad, für deren Lösung unterschiedliche Perspektiven und gemeinsame Ansätze gefragt sind. „Scheuklappendenken ist bei den Herausforderungen die man hat, der völlig falsche Ansatz.“

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Miteinander in Bocholt. Welche Bedeutung hat das ehrenamtliche Engagement? Wie funktioniert das Zusammenspiel von Politik und Verwaltung? Und warum lohnt es sich, eine Rats oder Ausschusssitzung einmal selbst zu besuchen? Björn erklärt, wie demokratische Entscheidungen zustande kommen, warum Mehrheiten akzeptiert werden müssen und wie Bürger*innen ihre Anliegen ins Rathaus tragen können.

Zum Schluss wird es persönlich. Wir sprechen über den Wechsel an der Spitze der Stadt, die Zusammenarbeit mit einem neuen Bürgermeister und die Herausforderung, Beruf und Familienleben miteinander zu vereinbaren. Eine Balance, die jeden Tag neu gefunden werden muss.

Ein inhaltlich vielseitiges Gespräch über die Menschen, die Bocholt gestalten, über Verantwortung und demokratische Zusammenarbeit. Und über einen Ersten Stadtrat, für den sein Amt weit mehr ist als ein Beruf: Es ist eine Berufung.
58 Minuten
In dieser Episode ist Juana Bleker zu Gast. Sie ist Unternehmerin, engagierte Ehrenamtlerin und seit vielen Jahren eine wichtige Stimme für Frauen im Handwerk. Als 1. Vorsitzende des Landesverbandes UnternehmerFrauen im Handwerk in NRW ist sie dabei weit über Bocholt hinaus unterwegs und setzt sich dafür ein, dass Frauen im Handwerk gehört und vor allem gesehen werden.

Jens Grotstabel spricht mit ihr über ihren persönlichen Weg. 2006 machte sich Juana mit einem Büroservice selbstständig, bereits ein Jahr später begann ihr Engagement im Vorstand der UnternehmerFrauen im Handwerk. Seit 2013 verantwortet sie die Vor- und Weiterbildungen für die Mitglieder, seit 2021 steht sie an der Spitze des Landesverbandes in NRW. Ein Verband, der Frauen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenbringt.

Dabei geht es um weit mehr als Veranstaltungen und Netzwerke. Juana erzählt, warum es für Frauen noch immer nicht selbstverständlich ist, den Weg ins Handwerk zu finden, welche Rolle Eltern und Vorbilder dabei spielen und warum der Fachkräftemangel langsam etwas verändert. „Wir wollen Frauen im Handwerk sichtbar machen“ ist dabei mehr als ein Satz. Juana ist überzeugt: „Wir Frauen können alle 130 Berufe bedienen, die das Handwerk bietet.“

Auch politisch bringt sie diese Perspektive ein. Für Juana ist es wichtig, Wirtschaftsministerien erzählen zu können, was Frauen im Handwerk tatsächlich bewegt. Gleichzeitig spricht sie über Unternehmensnachfolge und darüber, warum Frauen gerade bei diesem Thema ein wichtiger Baustein für die Zukunft des Handwerks sein können.

Und dann ist da noch Juana selbst. Hauptberuflich führt sie Bleker Haustechnik in Bocholt. Dazu kommen ihre Aufgaben im UFH, die Zusammenarbeit mit der WFG Kreis Borken und zahlreiche Termine quer durch NRW. Außerdem engagiert sie sich als ehrenamtliche Richterin am Finanzgericht Münster und im Verwaltungsrat des Bundes der Steuerzahler NRW. Manchmal so intensiv, dass für Ihre Heimat Bocholt kaum noch Zeit bleibt. Und trotzdem bleibt ihr Antrieb klar: „Ohne das Ehrenamt könnte das Handwerk nicht leben.“

Im Gespräch geht es aber auch um die ganz alltägliche Bedeutung des Handwerks. Juana bringt es auf einen einfachen Punkt: „Guck Dir Dein Haus, Deine Wohnung, Dein Auto an. Das ist alles Handwerk.“ Gerade bei Sanierung und Klimaschutz wird deutlich, wie wichtig Handwerksbetriebe für die Zukunft sind.

Eine Folge über eine Frau, die viel bewegt, Verantwortung übernimmt und sich nicht damit zufriedengibt, dass Frauen im Handwerk irgendwo mitgedacht werden. Sondern darüber spricht, dass sie sichtbar sein müssen. Und über einen Menschen, der zeigt, wie viel möglich ist, wenn Unternehmertum und Ehrenamt zusammenkommen.
46 Minuten
In dieser Episode ist Stephan Janßen zu Gast, Schornsteinfegermeister, Gebäudeenergieberater im Handwerk, Unternehmer und Familienmensch aus Bocholt.

Jens Grotstabel spricht mit ihm über einen Beruf, der deutlich vielseitiger ist, als viele denken. Natürlich geht es um Schornsteine, Kehren und die Arbeiten, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind. Aber auch um Energieeffizienz, Sanierung, Elektromobilität, Ausbildung und die Frage, wie wir unsere Häuser fit für die Zukunft machen.

Stephan betreut rund 500 Haushalte und erlebt dabei immer wieder, wie unterschiedlich Menschen und Häuser sein können. Langweilig wird es dabei nie. Manchmal geht es bei einem Besuch längst nicht mehr nur um den Schornstein. „Manche Menschen sind froh, dass sie durch uns überhaupt mal wieder etwas Leben im Haus haben.“

Ein großes Thema ist die Energieeffizienz von Bestandsgebäuden. „Jeder 2. Energieausweis den ich mache ist im roten Bereich.“ Stephan zeigt auf, wo häufig Potenzial liegt und warum schon kleine Maßnahmen einen Unterschied machen können. Sein Grundsatz dabei: „Es ist die Energie am günstigsten, die ich erst gar nicht benötige.“ Gemeinsam sprechen Jens und Stephan auch über unabhängige Energieberatung, Fördermöglichkeiten sowie Fassaden und Dachbegrünungen, die nicht nur beim Energiesparen helfen, sondern auch gegen Hitze unterstützen können.

Doch die Folge erzählt vor allem von Stephan selbst. Von der Entscheidung für die Selbstständigkeit, von Verantwortung und davon, wie sich Unternehmertum und Familie miteinander verbinden lassen. Die Selbstständigkeit mit Familie sei „ein Brett“, aber machbar. Ohne die Unterstützung seiner Frau wäre vieles allerdings deutlich schwieriger.

Auch Ausbildung ist für Stephan ein wichtiges Thema. Er bildet selbst aus und sieht darin nicht nur eine Möglichkeit, Nachwuchs für das Handwerk zu gewinnen, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Wer Schornsteinfeger*in werden möchte, sollte keine Höhenangst haben und im besten Fall immer freundlich sein.

Zwischendurch geht es mit dem Lastenrad durch Bocholt, um Bauchfett, E Autos und die ersten Erfahrungen mit längeren Fahrten und Urlauben. Und natürlich kommt auch der Humor nicht zu kurz. Auf die Frage, ob er lieber in ein neues oder ein älteres Haus geht, gibt es eine Antwort, die ziemlich viel über Stephan verrät: Es kommt auf die Bewohner an.

Eine persönliche Folge über Handwerk zwischen Tradition und Zukunft, über Energie, Selbstständigkeit und Familie. Vor allem aber über einen Menschen, der seinen Beruf mit Leidenschaft macht, gerne ausbildet und eine ziemlich entspannte Haltung zum Leben hat: „Ich rege mich nie über Sachen auf, die ich selbst nicht ändern kann.“
50 Minuten
In dieser Episode ist Jule Wanders zu Gast, Fachbereichsleitung Kultur und Bildung bei der Stadt Bocholt. Sie ist für mehr als 100 Kolleg*innen verantwortlich und spricht mit Jens Grotstabel über Kultur, Bildung und die vielen Veränderungen, die Bocholt gerade bewegen.

Jule liebt ihren Job. Und ihre eigene Geschichte passt dazu: „Ich hatte genetisch fast keine Chance, etwas anderes zu studieren als Musik.“ Im Gespräch erzählt sie, warum Kultur für sie vor allem Begegnung bedeutet und warum es manchmal auch darum geht, einfach etwas auszuprobieren: „Der Künstler, der ist cool. Ob der im Kubaai stehen könnte? Mal gucken, wie teuer der ist.“

Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich um das Lernwerk. Ein riesiges Projekt, das ein Mehrwert für die gesamte Bocholter Bevölkerung sein soll. Rund 1.000 Menschen sind an einem Donnerstag im Haus. „Wenn man hier durch das Haus geht ist niemand, der guckt, als müsste er zum Zahnarzt gehen.“ Der Weg dorthin war fordernd und anstrengend, aber für Jule jede Mühe wert.

Auch auf dem Kubaai Areal ist immer etwas los. Mit dem Appendix ist ein neuer Raum entstanden, in dem Künstler*innen ihre Arbeiten zeigen können. Gleichzeitig soll Kultur nicht nur an zentralen Orten stattfinden. Auch die Stadtteile und Quartiere gehören für Jule ganz selbstverständlich dazu. Eine mobile Bühne soll künftig zusätzliche Möglichkeiten schaffen, Musik und Theater direkt zu den Menschen zu bringen.

Es geht außerdem um die Zukunft des Stadttheaters, den geplanten Neustart mit neuer Technik und Bühne im Jahr 2028 und um die Frage, was mit Stadtmuseum und Stadtarchiv im Herzen Bocholts entstehen soll. Für Jule ist klar: „Das Stadtarchiv ist das Gedächtnis der Stadt Bocholt.“

Eine Folge über Kultur, neue Räume und eine Stadt im Wandel. Und über eine Frau, die nach 30 Jahren bei der Stadt vor allem eines gelernt hat: „Was man lernt ist Geduld in Prozessen.“
1 Stunde 10 Minuten
In dieser Episode von „Menschen aus #46DREI“ sitzen Annette Grümer-Weyers und Gisbert Bresser gemeinsam am Tisch – die Fraktionsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU in Bocholt.

Im Mittelpunkt steht diesmal weniger die reine Politik, sondern die Menschen dahinter. Ihre Wege, ihre Erfahrungen und die Frage, wie viel persönliches Engagement es braucht, um Kommunalpolitik auf diesem Niveau neben dem Privatleben bzw. dem Beruf zu stemmen.

Annette Grümer-Weyers ist eher zufällig in die Rolle der Fraktionsvorsitzenden hineingewachsen, nachdem Michael Jansen die Position aus beruflichen Gründen abgeben musste. Ihr eigener Lebensweg ist geprägt von vielen Stationen. Sie hat als Lehrerin in unterschiedlichen Ländern gearbeitet und ihre Kinder in Finnland großgezogen. Besonders wichtig ist ihr die Arbeit mit jungen Menschen, auch dann, wenn es dabei mal zu Reibung oder klaren Differenzen kommt.

Gisbert Bresser war bereits in der vergangenen Legislatur Fraktionsvorsitzender. Sein beruflicher Hintergrund liegt in der Betriebswirtschaft und im Handel. Mit unternehmerischem Denken und persönlichem Risiko hat er selbst ein Unternehmen aktiv umgestaltet und kennt daher sowohl wirtschaftliche als auch organisatorische Herausforderungen aus der Praxis.

Im Gespräch geht es außerdem darum, wie sehr sich Kommunalpolitik und Privatleben gegenseitig beeinflussen. In einem ruhigem Gespräch lassen sich komplexe Themen, wie die Sanierung des Rathauses, oft ganz anders erklären als zwischen Tür und Angel im politischen Alltag.

Ein besonderer Schwerpunkt der Folge ist die Zusammenarbeit zwischen CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Bocholt. Der Weg zu einer gemeinsamen Linie war nicht selbstverständlich und hat auch privat Spuren hinterlassen. Gleichzeitig zeigt sich, der menschliche Faktor spielt eine entscheidende Rolle. Aus gegenseitigem Respekt ist eine Arbeitsatmosphäre entstanden, die konstruktive Politik möglich macht.

Gerade bei den jüngeren Parteimitgliedern war der Annäherungsprozess nicht immer einfach. Und doch bleibt genau das eine der zentralen Aufgaben, unterschiedliche Positionen zusammenzubringen, Konflikte auszuhalten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Als gelebte Demokratie in Bocholt.

Anhand konkreter Themen wie dem Nordring oder der Diskussion um eine mögliche zweite Gesamtschule wird deutlich, wie unterschiedlich politische Ansätze sein können und wie wichtig es ist, trotzdem gemeinsame Wege zu finden.

Heute gilt, keine Partei erreicht mehr allein eine absolute Mehrheit. Kompromisse sind daher keine Ausnahme, sondern Alltag. Entscheidend ist dabei das gemeinsame Ziel, den besten Weg für die Stadt zu finden, getragen von Vertrauen.

Zu den großen gemeinsamen Vorhaben zählt sowohl die Beseitigung des Sanierungsstaus an Bocholter Schulen als auch die Weiterentwicklung der Innenstadt hin zu einem echten Lebensmittelpunkt, den sich viele Bürgerinnen und Bürger wünschen. Auch das Rathaus spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Hauptgebäude soll und wird bis Ende 2027 fertiggestellt werden.
1 Stunde 14 Minuten
In dieser Episode ist Thomas Kerkhoff zu Gast, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Bocholt und heute Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Borken. Jens Grotstabel spricht mit ihm über fünf intensive Jahre im Bürgermeisteramt, den schnellen Abschied aus dem Rathaus und darüber, wie herausfordernd es ist, innerhalb von nur vier Wochen loszulassen von Menschen, mit denen man über Jahre eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet hat.

Thomas gibt einen offenen Einblick in den Alltag eines Bürgermeisters: über 1.000 Mitarbeitende in der Verwaltung, verteilt auf viele unterschiedliche Aufgabenbereiche und die Erkenntnis, dass Nähe und offene Kommunikation wichtig sind, man aber nicht jede einzelne Person persönlich kennen kann. Als einen seiner persönlichen Erfolge beschreibt er den strukturellen und strategischen Umbau der Verwaltung, von dem die Stadt Bocholt nachhaltig profitieren wird.

Ein zentrales Thema ist die Digitalisierung der Verwaltung und der Schulen, eine große Herausforderung, die in seiner Amtszeit angestoßen und erfolgreich umgesetzt wurde. Auch die Sanierung der Schulen wurde auf den Weg gebracht und muss nun konsequent weitergeführt werden. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob eine Umstrukturierung hin zu einem Generalunternehmer die Stadt langfristig entlasten kann. Und wenn gefühlt alles gleichzeitig dringend ist: Wie setzt man eigentlich die richtigen Prioritäten?

Besonders wichtig ist Thomas die Rolle der ehrenamtlichen Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitiker. Sie bringen Nähe, sehen die kleinen Dinge im Alltag und tragen entscheidend dazu bei, dass Kommunalpolitik funktioniert. Politik bedeutet für ihn nicht, sich über Schlagzeilen aufzuregen, sondern sich inhaltlich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehört auch, im Rat allen Stadtverordneten ihr Rederecht einzuräumen, denn jede und jeder ist gewählt und hat dieses Recht. Demokratie lebt von Diskussion.

Im Gespräch geht es außerdem um moderne Ratsarbeit, digitale Ratssitzungen im neuen Rathaus und die dauerhafte Aufgabe, Politik familienfreundlicher zu gestalten. Rückblickend sagt Thomas offen, dass er, wenn er heute anders entscheiden könnte, noch mehr Zeit in Kommunikation nach außen und in fraktionsübergreifende Gespräche investieren würde.

Sehr persönlich wird es bei den schönsten und schwierigsten Momenten im Amt, bei der Bedeutung der Innenstadt als Ort der Gemeinschaft, etwa bei großen Veranstaltungen wie dem Bocholter Citylauf und beim Spagat zwischen Familienleben und Bürgermeisteramt. Dieses Amt, so sagt er, lässt sich nicht mit einer klassischen 40-Stunden-Woche vergleichen: Viele Abend- und Wochenendtermine gehören dazu. Umso wertvoller ist die Zeit, die jetzt wieder für die Familie da ist.

Ganz besondere Momente waren für ihn die Ehrungen von Menschen für ihr Engagement. Augenblicke, die zeigen, was eine Stadt im Innersten zusammenhält. Ein Satz von Dieter Hübers ist ihm dabei besonders im Gedächtnis geblieben: „Passen Sie auf unser Bocholt auf.“ Diese Worte möchte er auch an den neuen Bürgermeister Christian Mangen weitergeben.

Zum Abschluss richtet sich der Blick nach vorn, auf seine neue Aufgabe als Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Borken. Über 5.000 Handwerksbetriebe im Kreis Borken sind ein enormer Wirtschaftsfaktor für die Region. Themen wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen und genau hier unterstützt die Kreishandwerkerschaft mit rund 100 Mitarbeitenden, Beratung, Netzwerken bis in die Bundespolitik und konkreter Hilfe im unternehmerischen Alltag. Künstliche Intelligenz kann das Handwerk unterstützen, wird handwerkliche Leistung aber nicht ersetzen. Entscheidend bleibt die Kompetenz, Ergebnisse zu prüfen und Verantwortung zu übernehmen.

Eine Folge über Abschied und Neubeginn, über Verantwortung in Politik und Wirtschaft für ein starkes Handwerk mit Zukunft im Kreis Borken.
58 Minuten
In dieser Episode sitzt Jens Grotstabel mit der Geschichtenerzählerin und freien Rednerin Ruth Sondermann aus Bocholt zusammen. Ruth nimmt uns mit auf ihren Weg zum professionellen Erzählen – und macht dabei schnell klar: Erzählen ist nicht Vorlesen. Eine Geschichte muss man sich zu eigen machen, sie fühlen, formen und im Moment entstehen lassen.

Ruth beschreibt dieses ganz besondere Gefühl, wenn man vor über hundert Menschen steht und versucht, sie mit einer Geschichte abzuholen. Wenn Zuhörer still werden, sich einlassen und für einen Moment alles andere ausblenden, entsteht etwas, das schwer in Worte zu fassen ist – ein gemeinsamer, besonderer Moment.

Im Gespräch erzählt Ruth, wie sie eher beiläufig und ganz unbewusst durch eine Freundin den ersten Schritt in die Selbstständigkeit gemacht hat. Heute gestaltet sie mit großer Verantwortung Trau- und Trauerreden – Formate, die sehr nah am Menschen sind und sensibel vorbereitet werden müssen. Ein stabiles Grundgerüst ist dabei unverzichtbar, doch vieles entsteht spontan, angepasst an die Menschen, die gerade vor ihr sitzen.

Ein zentrales Thema ist die Sprache. Sie verbindet Menschen, entwickelt sich ständig weiter und ist eines der wichtigsten Werkzeuge unserer Gesellschaft. Kommunikation ist für Ruth immer auch Erzählen – und genau das steckt an. Zusammensitzen, zuhören, Geschichten teilen: Das ist Kommunikation in ihrer reinsten Form.

Besonders am Herzen liegt ihr die Arbeit mit Kindern. Ihnen Freude an Sprache zu vermitteln, ist für Ruth essenziell. Kunst und Kultur spielen dabei eine wichtige Rolle, genauso wie der zweite Bildungsweg, der Kindern und Jugendlichen neue Chancen eröffnen kann – vorausgesetzt, jemand weckt Begeisterung. Denn: Nur wer für etwas brennt, kann andere wirklich mitnehmen.

Auch über Verantwortung wird gesprochen – insbesondere bei Hochzeiten und Trauerfeiern. Beide Anlässe haben einen gemeinsamen Ursprung: Liebe. Ruth beschreibt, wie groß die Verantwortung als Rednerin ist, Menschen in diesen Momenten zu begleiten und ihnen Raum für Abschied, Erinnerung und Verbindung zu geben.

Darüber hinaus geht es um Netzwerke in der Selbstständigkeit, um den Kulturort alte Molkerei, der Künstler zusammenbringt und für Bocholt wichtig ist, sowie um die Chancen einer lebendigen, lebhaften Innenstadt. Zum Abschluss wird es sehr lokal: Warum zur Bocholter Kirmes alle – egal wo sie inzwischen leben – wieder nach Hause kommen und gemeinsam feiern.

Eine Folge über Geschichten, Sprache und die Kraft besonderer Momente.
1 Stunde 1 Minute
In dieser Episode sind wir zu Gast in der kleinen Wurstmanufaktur von Berthold Renzel in Rhede. Berthold ist nicht nur Inhaber des Betriebs, sondern auch Vorsitzender des landwirtschaftlichen Stadtverbandes Bocholt (LSB) – und jemand, der Landwirtschaft ganzheitlich denkt. Im Gespräch mit Jens Grotstabel geht es um die Aufgaben des LSB, um politische Rahmenbedingungen und vor allem um die Frage, wie Landwirtschaft, Energiewende und gesellschaftliche Erwartungen zusammengebracht werden können.

Berthold macht deutlich: Die Landwirtschaft ist nicht grundsätzlich gegen Solarstrom oder erneuerbare Energien. Photovoltaik gehört für ihn auf Dächer, Parkplätze oder versiegelte Flächen – nicht auf Böden, auf denen Nahrung produziert wird. Gerade dort, wo Solarstrom entsteht, könnten Elektroautos direkt geladen werden, etwa auf Firmengeländen oder Parkplätzen. Ergänzt wird dieses Bild durch Biogasanlagen, die laut Berthold besonders in der dunklen Jahreszeit eine wichtige Rolle spielen. Biogas ist für ihn die optimale Ergänzung zu Solar-, Wind- und Wasserkraft – vor allem, weil Landwirte seit jeher in Kreisläufen denken. Dazu gehören auch die Ausscheidungen von Nutztieren.

Ein weiteres Thema: regionale Wertschöpfung. Berthold erzählt, wie anspruchsvoll der Anbau von Braugerste für das eigene Bier ist – und wie aus einer Idee ein Produkt wurde, das Landwirtschaft, Handwerk und Region verbindet. Es geht um Qualität, Identität und darum, Wertschöpfung in der Region zu halten. Auch Biodiversität spielt dabei eine Rolle: Ackerrandstreifen, Sonnenblumenflächen oder soziale Projekte zeigen, dass Landwirtschaft mehr ist als reine Ertragsmaximierung.

Kritisch wird es beim Blick auf internationale Handelsabkommen. Das Mercosur-Abkommen setzt die heimische Landwirtschaft massiv unter Druck – finanziell, aber auch qualitativ. Berthold erklärt, warum Produkte aus Südamerika mit niedrigeren Umwelt- und Tierwohlstandards hierzulande konkurrieren dürfen und weshalb dort Pflanzenschutzmittel erlaubt sind, die bei uns seit Jahrzehnten verboten sind.

Auch gesellschaftliche Debatten kommen zur Sprache: Warum werden Klimaproteste anders wahrgenommen als Proteste zum Agrardiesel? Für Berthold ist klar, dass das Recht auf Demonstration für viele Themen genutzt werden sollte – denn Probleme gibt es genug. Gleichzeitig zeigt er, wie innovativ Landwirtschaft heute bereits ist: kleinere Elektrogeräte, Hackroboter, die Beikraut von Nutzpflanzen unterscheiden können. Bei großen Traktoren stößt Elektromobilität aktuell noch an Grenzen – vor allem wegen der langen Laufzeiten.

Ein zentrales Anliegen bleibt der Verbraucher. Wer sich mehr mit der Herkunft von Lebensmitteln beschäftigt, unterstützt automatisch die ansässige Landwirtschaft. Berthold spricht offen über vegane und vegetarische Ernährung als wirtschaftlichen Faktor, über Qualitätsunterschiede bei Lebensmitteln wie Butter und Margarine – und darüber, warum Qualität auch ihren Preis hat. Er selbst setzt auf natürliches Essen statt hochverarbeiteter Produkte.

Hofläden sieht Berthold als wichtigen Ort des Austauschs. Hier entstehen Gespräche, Verständnis und Nähe. Das erfolgreichste Produkt in seinem Laden? Der Mittagstisch im Glas – frisch gekocht, schnell warm gemacht, ehrlich und nicht hochverarbeitet. Dazu kommen regionale Besonderheiten wie Lupinenkaffee und ein Sortiment, bei dem jedes Produkt eine Geschichte erzählt.

Am Ende wird es persönlich. Für Berthold ist das Wichtigste, abends ruhig einschlafen zu können. Große Klagen liegen ihm fern – in Bocholt habe man eigentlich alles, was man braucht. Oder wie er selbst sagt:

„Der Tag hat 24 Stunden – und wenn wir mittags durcharbeiten, auch noch ’ne Stunde mehr.“

Eine Folge über Verantwortung, Haltung und die klare Einladung: Versucht da zu kaufen, wo es produziert wird.
1 Stunde
In dieser Episode sind wir in der Etage 3 in Bocholt zu Gast und sprechen mit Stefan Horak, dem Gründer von 1a Zzzleep und Unternehmer mit einer sehr persönlichen Geschichte. Im Gespräch mit Jens Grotstabel geht es um Schlafgesundheit, Selbstständigkeit und die Frage, wie moderne Arbeitswelten unsere Innenstädte verändern können.

Stefan erzählt offen von seinen eigenen Schlafproblemen, die letztlich der Auslöser für die Entwicklung seiner Schlafmaske waren. Dabei wird schnell klar: Schlafgesundheit ist ein riesiges Thema – und viele Menschen wissen gar nicht, wie viele Hilfsmittel und Möglichkeiten es gibt, den eigenen Schlaf nachhaltig zu verbessern. Besonders der Tiefschlaf spielt dabei eine zentrale Rolle, denn er ist nur bei absoluter Dunkelheit möglich. Evolutorisch ist der Mensch darauf programmiert, selbst kleinste Lichtquellen wahrzunehmen – und wird dadurch aus dem Tiefschlaf geholt.

Im Gespräch geht es auch um klare Abgrenzungen: Bei Schlafapnoe helfen keine Lifestyle-Tipps mehr, sondern nur Sauerstoffversorgung und der Gang zu spezialisierten Ärztinnen und Ärzten. Stefan zeigt auf, wie groß der Markt inzwischen ist – allein 2024 lag das Volumen der Schlafgesundheitsbranche bei über 50 Milliarden Euro.

Neben Technik und Produkten spricht Stefan aber vor allem über einfache, natürliche Wege zu besserem Schlaf: ein warmes Bad, ein Fußbad, bewusste Abendroutinen – und vor allem das Weglassen des Handys vor dem Einschlafen. Eine besondere Geschichte erzählt er rund um eine blubbernde Trinkflasche, die ihn auf die Idee brachte, Duftstoffe in eine Schlafmaske zu integrieren, um das Einschlafen zu erleichtern und den Tiefschlaf zu fördern. Denn genau dieser Tiefschlaf kann dabei helfen, Erkrankungen wie Alzheimer vorzubeugen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist Stefans unternehmerischer Weg. Er berichtet von einer privaten Veränderung, die so nicht geplant war – und letztlich den Schritt in die Selbstständigkeit ausgelöst hat. Offen spricht er auch über die Schattenseiten: darüber, wie enttäuschend es sein kann, viel Zeit, Herzblut und Geld in Social Media zu investieren, ohne sofort den gewünschten Erfolg zu sehen.

Warum er sich bewusst für einen Arbeitsplatz im CoWorking Space der Etage 3 entschieden hat, erklärt Stefan ebenfalls: um unter Menschen zu sein, Netzwerke aufzubauen, neue Impulse zu bekommen – und mitten im Zentrum von Bocholt zu arbeiten. Gerade wenn konzentriertes Arbeiten zuhause aus unterschiedlichsten Gründen nicht möglich ist, bieten CoWorking Spaces eine echte Alternative. Hier arbeiten Menschen aus Bocholt für Unternehmen in anderen Städten und Ländern – eine Entwicklung, die durch Corona grundlegend beschleunigt wurde.

Auch im Bereich New Learning spielen CoWorking Spaces eine immer größere Rolle. Netzwerken ist dabei für Stefan essenziell, denn niemand lernt jemals aus – neue Perspektiven und Impulse sind der Schlüssel für persönliches und berufliches Wachstum. Gleichzeitig verändert der Onlinehandel das Verhalten der Menschen massiv. Um Innenstädte als gesellschaftliche Zentren lebendig zu halten, braucht es neue Nutzungen wie CoWorking, Begegnungsräume und moderne Arbeitsmodelle.

Eine Folge über Schlaf, Gesundheit und Unternehmertum – und darüber, wie neue Arbeitsformen dazu beitragen können, unsere Innenstädte auch in Zukunft lebendig zu halten.
59 Minuten
In dieser Episode ist Lif Greta Licht zu Gast – Vorsitzende von Bocholt bleibt bunt, engagierte Demokratin und eine Frau, die klare Haltung zeigt, auch wenn es unbequem wird. Jens Grotstabel spricht mit ihr über zivilgesellschaftliches Engagement, über Mut zur Sichtbarkeit und darüber, warum Demokratie kein Selbstläufer ist.

Ein Thema des Gesprächs ist die große Demonstration im Januar 2024, bei der rund 8.500 Menschen in Bocholt gemeinsam ein starkes Zeichen gegen Rechtsextremismus und für Vielfalt gesetzt haben. Lif schildert sehr persönlich, wie sie diesen Tag erlebt hat – zwischen Gänsehautmomenten, Verantwortung und der Erkenntnis, wie groß der Wunsch vieler Menschen nach Austausch und Haltung ist.

Doch eine Demo allein reicht nicht. Deshalb geht es auch darum, was aktuell geplant ist, um Menschen weiter zu mobilisieren: Stammtische für Gleichgesinnte, offene Gesprächsräume und niedrigschwellige Angebote für all jene, die diese Themen nicht mehr auf Familienfeiern diskutieren können oder wollen. Dabei wird deutlich, wie schwierig es geworden ist, demokratisches Engagement zu zeigen, ohne vorschnell als „linksextrem“ abgestempelt zu werden.

Lif spricht offen darüber, was es bedeutet, wenn solche Zuschreibungen Angst machen – bis hin zur Sorge um den eigenen Beruf. Klar wird dabei: Wer sich für die Gesellschaft einsetzt, darf keine Angst um seinen Job haben müssen. Demokratie lebt von Menschen, die sich einbringen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der erste Bocholter CSD und die Bedeutung des Vereins Bocholt Pride für eine offene Stadtgesellschaft. Es geht um Sichtbarkeit, um Solidarität und um die Überzeugung, dass jeder Mensch leben und lieben darf, wie er oder sie möchte – und dass diese Freiheit immer wieder verteidigt werden muss.

Auch Bildung und Nachwuchs kommen zur Sprache: Warum findet eine VHS-Veranstaltung zur Demokratieförderung 2024 nicht statt, obwohl gerade junge Menschen Halt, Orientierung und Räume für Austausch brauchen? Und wie passt das zu dem Anspruch, demokratisches Engagement zu stärken?

Neben dem politischen Engagement lernen wir Lif auch beruflich kennen. Sie erklärt ihren Weg zur staatlich anerkannten Erzieherin, erzählt von der Arbeit mit U3-Kindern und davon, wie viel Freude es macht, Kinder für die kleinen Wunder des Alltags zu begeistern – zum Beispiel, wenn ein Schmetterling vorbeifliegt. Gleichzeitig spricht sie über die enormen Belastungen in Kitas während der Corona-Zeit und über den weiterhin massiven Personalmangel in Erziehung und Pflege, trotz spannender und sinnstiftender Berufswege.

Abschließend geht es um ihre Motivation, sich als festes Ausschussmitglied im Schulausschuss des Kreises Bocholt einzubringen – und um die große Frage, wie politisches Engagement mit Privat- und Berufsleben vereinbar sein kann. Denn nur wenn das gelingt, können Menschen aus allen Alters- und Lebensbereichen für politische Arbeit gewonnen werden.

Eine Folge über Haltung, Verantwortung und die Überzeugung, dass Engagement sich lohnt – gerade jetzt.
53 Minuten
In dieser Episode ist Daniel Groß-Holtick zu Gast – Geschäftsführer der Bädergalerie in Bocholt. Gemeinsam mit Jens Grotstabel spricht er über seinen Weg in die Selbstständigkeit und darüber, wie aus einer Abteilung der Firma Elsinghorst ein eigenständiges Unternehmen entstanden ist. Ein Schritt, der Mut gebraucht hat – vor allem, weil Daniel zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 24 Jahre alt war. Viel zu verlieren hatte er damals aus seiner Sicht nicht. Heute ist er froh, dass er sich getraut hat.

Daniel erzählt von den Anfängen der Bädergalerie, den Herausforderungen beim Aufbau einer eigenen Marke und davon, warum der Name im Zusammenhang mit Heizungen zunächst erklärungsbedürftig war. Schnell wird deutlich, dass es ihm nicht nur um Produkte geht, sondern um ganzheitliche Lösungen, ehrliche Beratung und langfristiges Denken – gerade in einem Handwerk, das sich stark im Wandel befindet.

Ein zentrales Thema der Folge ist der Umzug auf die Industriestraße während der Corona-Pandemie. Ein riesiger Kraftakt für das gesamte Team, geprägt von Unsicherheit, organisatorischen Herausforderungen und gleichzeitig dem festen Willen, weiter nach vorne zu gehen. Rückblickend ein mutiger Schritt, der die Bädergalerie nachhaltig geprägt hat.

Inhaltlich geht es auch um Energie, Effizienz und viele Vorurteile. Daniel spricht offen darüber, warum die Leistungsfähigkeit von Wärmepumpen – besonders in Altbauten – häufig unterschätzt und schlecht geredet wird. Er erklärt, ab wann eine Wärmepumpe wirklich effizient arbeitet, welche Voraussetzungen wichtig sind und warum differenzierte Betrachtung wichtiger ist als pauschale Aussagen.

Ein weiterer spannender Aspekt des Gesprächs führt ins Badezimmer – genauer gesagt zu modernen WC- und Sanitärlösungen. Daniel erklärt die Unterschiede zwischen japanischen und deutschen Toilettenkonzepten und warum diese nicht nur ein Komfort- oder Wellness-Thema sind, sondern auch im Bereich Pflege, Selbstständigkeit und Lebensqualität eine immer größere Rolle spielen.

Abseits des Berufs findet Daniel seinen Ausgleich beim Padel-Tennis. Er spricht darüber, wo der Sport aktuell steht, warum die Digitalisierung ein echter Game-Changer ist und weshalb Padel Tennis in den Niederlanden deutlich weiter verbreitet ist als bei uns in Deutschland. Und ganz nebenbei stellt sich die Frage, wann es endlich eine öffentliche Padel-Halle in Bocholt gibt – damit auch die Bocholter im Online-Ranking weiter nach oben klettern können.

Eine Folge über mutige Entscheidungen, unternehmerisches Denken und moderne Handwerksbetriebe – und darüber, wie wichtig es ist, neue Wege zu gehen, auch wenn der Zeitpunkt herausfordernd erscheint.
47 Minuten
In dieser Episode ist Christian Mangen zu Gast – amtierender Bürgermeister der Stadt Bocholt. Im Gespräch mit Jens Grotstabel geht es um moderne Führung, politische Zusammenarbeit und die Frage, wie man Verantwortung trägt, ohne dabei die eigene Familie aus dem Blick zu verlieren.

Christian Mangen spricht offen über seine Arbeit im Rathaus und darüber, warum Vertrauen für ihn ein zentraler Führungswert ist: "Der Verwaltungsvorstand arbeitet effizienter, wenn er Gestaltungsfreiheit hat – und genau diese Freiheit gebe ich diesem."

Die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat beschreibt er als konstruktiv und lösungsorientiert. Viele Projekte seien bereits angestoßen, andere gut vorbereitet – jetzt gehe es darum, sie gemeinsam für Bocholt umzusetzen.

Ein wichtiges Thema der Folge ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – auch im Amt des Bürgermeisters. Christian Mangen macht deutlich, dass er Vater für seine Tochter sein möchte und fest davon überzeugt ist, dass ihn das nicht zu einem schlechteren Bürgermeister macht.

Auch seine Frau hat einen eigenen Beruf und feste Termine – Verantwortung bedeutet für ihn daher auch, Prioritäten fair zu teilen und nicht automatisch die eigenen Termine über alles zu stellen.

Der Blick auf Bocholt selbst spielt eine große Rolle: Ob beim Spaziergang entlang der Aa, durch die Innenstadt oder im täglichen Unterwegssein zu Fuß – so nimmt er die Stadt bewusst wahr.

Dabei geht es auch um Themen wie Hochwasserschutz: Sowohl der Aa-See als auch die Bocholter Aa erfüllen eine wichtige Funktion für die Sicherheit der Stadt.

Politische Teilhabe ist ihm ein echtes Anliegen. Jede Bürgerin und jeder Bürger, den man politisch mitnimmt, sei ein Wert für sich – deshalb plädiert er dafür, Ratssitzungen auch online zugänglich zu machen. Transparenz und Zugänglichkeit stärken das Vertrauen in die Kommunalpolitik.

Mit Respekt blickt Christian Mangen auf seinen Vorgänger Thomas Kerkhoff zurück. Ein fleißiger Bürgermeister, der viel Zeit und Energie – oft auf Kosten der eigenen Familie – in das Amt investiert hat. Vieles, was heute umgesetzt wird, sei von ihm vorbereitet worden und bringe Bocholt nachhaltig nach vorne.

Abseits des Rathauses zeigt sich der Bürgermeister nahbar: Er kocht gerne, isst gerne und ist sportlich unterwegs. Beim Bocholter Citylauf 2026 geht er über die 10-Kilometer-Distanz an den Start – mit dem klaren Ziel, unter 60 Minuten zu bleiben.

Zum Abschluss richtet sich der Blick nach vorne: Bocholt müsse grenzüberschreitend stärker als Marke sichtbar werden. Ein Spaziergang an der Aa und durch die Innenstadt – genau diese Mischung mache Bocholt aus und zeige, wofür die Stadt steht.

Eine Folge über Führung mit Haltung, politische Verantwortung und darüber, wie man eine Stadt nicht nur verwaltet, sondern wirklich lebt.
1 Stunde 2 Minuten
In dieser Episode ist Birgit Unland zu Gast – und diesmal wird es bewusst etwas technischer.

Gemeinsam mit Jens Grotstabel spricht sie über die Digitalisierung von Unternehmen und Kommunen und darüber, warum dieser Wandel weit mehr ist als ein reines IT-Projekt. Denn Veränderung in der IT ist immer auch ein menschliches und finanzielles Thema:

Es geht um Menschen, um Arbeitsweisen, um Vertrauen – und natürlich um Investitionen, die gut durchdacht sein wollen.

Ein zentrales Fokusthema dabei ist die Informationssicherheit, also der Schutz der eigenen Daten und Informationen. Digitale Angriffe auf Unternehmen finden mittlerweile täglich statt, und genau deshalb wird Sicherheit zur Grundvoraussetzung jeder erfolgreichen Digitalisierung.

Birgit macht in der Folge klar: Einen schlechten analogen Prozess einfach zu digitalisieren, macht ihn nicht besser – sondern nur digitalisiert schlecht. Prozesse müssen an der Wurzel hinterfragt und verändert werden, bevor man sie digital abbildet.

Gleichzeitig ist Digitalisierung etwas Positives: Unternehmen und Kommunen wollen sich selbst challengen, effizienter werden und besser arbeiten. Voraussetzung dafür ist jedoch ein solider Sicherheitsstandard, der Schutz vor Angriffen von außen bietet.

Gerade hier sieht Birgit einen echten Wettbewerbsvorteil für Deutschland, denn kaum irgendwo ist Informationssicherheit so umfassend verankert.

Außerdem sprechen die beiden über Teamarbeit in der IT – ohne Trennung in männlich oder weiblich, sondern mit Fokus auf Qualifikation und Leistung.

Ein weiterer Blick geht auf Social Media: Während der Umsatz in Europa generiert wird, wird er in den USA gebündelt. Was das für gesellschaftliche und politische Entwicklungen bedeutet, insbesondere mit Blick auf die USA, Russland und die Ukraine, wird ebenso diskutiert wie die Frage, wie wir mit Online-Schlagzeilen umgehen sollten.

Birgits Appell zum Schluss: wieder mehr persönliche Begegnungen, mehr kritisches Hinterfragen und ein bewussterer Umgang mit dem, was uns digital täglich begegnet.
49 Minuten
In dieser Episode ist Sven Liebrand zu Gast – Gastronom aus Leidenschaft und Kopf hinter dem Huckleberry’s in Bocholt, einem Ort, der für viele längst mehr ist als nur ein Café oder Restaurant. Jens Grotstabel spricht mit ihm über die Entstehung des Huckleberry’s, darüber, wie aus einer Idee ein Treffpunkt mit Charakter wurde – und warum Atmosphäre, Haltung und echtes Interesse am Gast oft wichtiger sind als große Gesten.

Sven erzählt außerdem von einer der herausforderndsten Zeiten für die Branche: der Corona-Phase. Statt Stillstand entstand Neues – mit „Huck you II“ setzte er ein Zeichen für Mut, Kreativität und Durchhaltevermögen in einer Phase, in der viele Betriebe ums Überleben kämpften. Dabei wird deutlich, wie er Gastronomie versteht: nicht als Bühne für Übertreibung, sondern als ehrliches Handwerk. Für ihn darf es eben auch mal das Einfache sein – denn auch ein schlichtes Brötchen mit guter Garnitur kann richtig lecker sein, wenn Qualität und Liebe zum Detail stimmen.

Was einen wirklich guten Gastronomiebetrieb ausmacht? Für Sven ist das keine Frage von Trends, sondern von Aufmerksamkeit: Wer vier Tage hintereinander da war, dessen Kaffee sollte man kennen. Es geht um Beziehung, um Wiedererkennen, um das Gefühl, nicht irgendein Gast zu sein. Ein weiterer wichtiger Punkt im Gespräch: die enorme Bedeutung niederländischer Gäste für die Bocholter Gastronomie – wirtschaftlich, aber auch kulturell prägend für die Stadt.

Darüber hinaus blickt Sven über den Tellerrand hinaus. Er teilt seine Ideen und Impulse für eine mögliche Neuausrichtung des Wochenmarktes und spricht darüber, wie Veranstaltungen wie der erste Bocholter CSD spürbar Leben, Vielfalt und neue Energie in die Innenstadt gebracht haben.

Eine Folge über Gastronomie als Begegnungsort, über Unternehmergeist in Krisenzeiten – und darüber, wie gute Betriebe dazu beitragen, dass Innenstädte lebendig bleiben.
1 Stunde
In dieser Episode ist Hildegard van Acken aus Bocholt zu Gast – 1. Vorsitzende des Förderverein Fähre e. V. in Rhede. Gemeinsam mit Jens spricht sie über ein Thema, das oft im Verborgenen bleibt, aber mitten in unsere Gesellschaft gehört: psychische Gesundheit.

Im Gespräch erklärt Hildegard, wofür der Name „Fähre“ steht – als Symbol für die begleitende Unterstützung vom Ufer der Erkrankung hinüber zum Ufer der Stabilisierung, Integration und Gesundung. Seit vielen Jahren bietet der Förderverein Menschen mit seelischen Erkrankungen, sowie deren Angehörigen und Dritten, Angebote zur Unterstützung an. Dabei geht es um mehr als Betreuung: um gezielte Begleitung auf dem oft steinigen Weg zurück in soziale und berufliche Teilhabe.

Doch das Gespräch bleibt nicht nur in diesem Bereich. Jens und Hildegard schlagen einen roten Faden zur Bocholter Innenstadt und zum lokalen Handel: Welche Rolle spielen Begegnung, Sichtbarkeit und Teilhabe für eine lebendige Stadt? Und können sich Angebote wie die der Fähre und eine starke Innenstadt gegenseitig unterstützen?

Eine Folge über Menschlichkeit, Verantwortung und die Frage, wie aus Unterstützung echte Perspektiven entstehen können.
Menschen aus 46DREI

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Stimmen, Geschichten und Ideen aus Bocholt