mit Trung Hoàng Lê
Karl Marx schrieb einmal, dass die bürgerliche Ideologie es liebt, zu historisieren. Nicht anders verhält es sich, wenn der neoliberale westliche Kapitalismus sich damit brüstet, wie human und progressiv die gegenwärtigen Bestrafungsorgane im Vergleich zur Gewalt- wie auch Henkerjustiz anderer Epochen sei. Dieser Selbstbeweihräucherung tun auch Skandale wie der Fall Siegburg und andere brutale Vorfälle in Jugendgefängnissen keinen Abbruch. Im Gegenteil, die Grundstruktur steht gar nicht zur Debatte, diese muss nur "verbessert" werden durch mehr Personal und die Abschaffung von 4-Mann-Zellen. Der heutige Film "Picco" (2010), der sich unter anderem an dem realen Fall Siegburg orientiert, hat sich zum Ziel gesetzt, diese faulen Kompromisse mit der unerbittlichen Kraft des Bildes zu zerschmettern, indem er uns Szenen im Jugendvollzug ins Gedächtnis brennt, die wir nicht vergessen werden und auch nicht vergessen sollten. Auf welche Weise der Film dies tut und wie er dabei zugleich die Institution Gefängnis samt seiner sozialen Dynamik zu analysieren vermag, bespreche ich mit dem ehemaligen Psychologen im Jugendvollzug, Philosophen und systemischen Therapeuten, Coach und Supervisor Trung Hoàng Lê. Viel Spaß!
Trungs Vita:
https://www.sfu-berlin.de/de/person/hoang-le-trung/
Mein Letterboxd:
https://letterboxd.com/Patrick_K/
Mein Instagram:
https://www.instagram.com/patrickkittlr/
*Dieser Podcast verwendet Bild- und Tonmaterial. Dieses Material wird nicht kommerziell genutzt. Alle rechte verbleiben bei den Inhaber*innen.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.