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  3. Puls der Transformation - Der GQMG Interviewpodcast Podcast

Episoden

26 Minuten
Indikationsqualität meets Shared Decision Making

Patientensicherheit ist kein Thema für einen einzelnen Aktionstag, sondern muss jeden Tag in der Versorgungspraxis gelebt werden. In dieser Episode von „Puls der Transformation“ sprechen wir mit Prof. Dr. Jochen Schmitt, Direktor des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) am Universitätsklinikum Dresden und Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, sowie mit Dr. Stefanie Deckert, Leiterin des Fachbereichs Qualitäts- und Patientensicherheitsforschung am UKD. Gemeinsam diskutieren wir das Innovationsfonds-Projekt „Value Based TKR – Value‑based Total Knee Replacement“ und die Entwicklung einer digitalen, individualisierten Entscheidungshilfe für den Kniegelenkersatz.

Kernaussagen der Episode

* Value Based Healthcare: Versorgung soll sich an patientenrelevanten Outcomes und Kosten orientieren – gerade bei elektiven Eingriffen wie Kniegelenkersatz.

* Indikationsqualität: Klare, evidenzbasierte Kriterien und eine S2K‑Leitlinie helfen, Über- und Unterversorgung bei Knieendoprothesen zu vermeiden.

* Digitales EKE‑Tool: Eine individualisierte Entscheidungshilfe bündelt Beschwerden, Ziele und medizinische Daten und macht Leitlinienkriterien im Indikationsgespräch sichtbar.

* Shared Decision Making: Patient:innen sehen ihre Situation im Vergleich zu anderen und entscheiden gemeinsam mit Ärzt:innen fundierter für oder gegen den Eingriff.

* Evidenz: In einer Studie mit über 1.000 Patient:innen verbessert das Tool die Entscheidungsqualität im Vergleich zur üblichen Versorgung deutlich.

* Umsetzung: Chancen für mehr Patientensicherheit und Transparenz, aber auch Herausforderungen bei älteren Patient:innen, Gesundheitskompetenz und praktischer Integration in den Klinikalltag.

Fragen, Anregungen oder Feedback zur Folge?
Schreib uns gerne an: podcast@gqmg.de
30 Minuten
Digitalisierung in der Diabetologie - Heute und Morgen

Zum Welttag der Patientensicherheit sprechen wir mit Prof. Dr. Susanne Reger‑Tan, Direktorin und Chefärztin der Klinik für Diabetologie und Endokrinologie am Herz‑ und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen. Wir diskutieren, wie Digitalisierung in der Diabetologie Patientensicherheit konkret verbessern kann – und warum das Gesundheitssystem diese Chancen bisher nur teilweise nutzt.

Inhalt der Episode – Kernthemen

Digitalisierung als zentraler Bestandteil moderner Diabetologie
Wie kontinuierliche Glukosemessung, automatisierte Insulindosierung und vernetzte Daten die Versorgung sicherer und alltagsnaher machen.

Patientensicherheit bei stationären Aufenthalten
Warum Diabetes‑Diagnosen bei Aufnahme, OP‑Planung und Intensivversorgung oft nicht systematisch berücksichtigt werden – und welche Folgen das für Komplikationen und Liegezeiten hat.

Unterversorgte Bereiche und Nadelöhre der Expertise
Wie begrenzte Fachkompetenz und fehlende Vernetzung dazu führen, dass vorhandene Technologien Menschen mit Diabetes nicht überall erreichen, etwa nach Bauchspeicheldrüsen‑Operationen oder bei orthopädischen Eingriffen.

Rolle von Datenstrukturen und Transparenz
Weshalb strukturierte Dokumentation, interoperable Systeme und geteilte Daten notwendig sind, um Risiken sichtbar zu machen, aus Komplikationen zu lernen und Patientensicherheit systematisch zu verbessern.

Digitalkodex der Deutschen Diabetes Gesellschaft
Der Digitalkodex als ethisch‑medizinische Leitplanke für verantwortungsvolle Digitalisierung: Evidenz, Datenschutz, Interoperabilität und Teilhabe als zentrale Prinzipien.

Fehlgeleitete finanzielle Anreize
Warum das aktuelle Vergütungssystem häufig Re‑Operationen und Nachsorge belohnt – und Investitionen in Prävention, digitale Sicherheitslösungen und Versorgungsqualität zu wenig incentiviert.

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30 Minuten
KI ist der Hammer

In dieser Folge von „Puls der Transformation“ sprechen wir mit Prof. Jens Kleesiek und Prof. Felix Nensa vom IKIM der Universitätsmedizin Essen über den realistischen, praxisnahen Einsatz von KI in der Medizin.

Wir diskutieren, warum KI in der Klinik vor allem als Werkzeug verstanden werden sollte, welche Chancen und Risiken sich im Hochrisiko-Umfeld Krankenhaus ergeben und wie technische und organisatorische Maßnahmen (z.B. on-premise-Rechenzentren, Zero-Trust-Ansätze) zur sicheren Nutzung beitragen.

Außerdem geht es um Explainable AI, die Bedeutung von Schulung und „gesundem Menschenverstand“ im klinischen Alltag, das deutsche „Bedenkenträgertum“ im internationalen Vergleich und die Frage, ob KI wirklich eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit darstellt – oder ob wir nicht eher uns selbst mit Hilfe von Werkzeugen wie KI schaden können.

Fragen, Anregungen oder Feedback zur Folge?Schreib uns gerne an: podcast@gqmg.de
28 Minuten
Digitalisierung bringt Patient:innenautonomie

Wie kann Digitalisierung die Autonomie von Patient:innen wirklich stärken – statt nur ein weiteres Buzzword im Gesundheitswesen zu sein? Darüber sprechen wir in dieser Episode von „Puls der Transformation“ mit Prof. Christof von Kalle, Chair für klinisch translationale Wissenschaften am Berlin Institute of Health der Charité.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

* Patient:innenautonomie: Was es bedeutet, Behandlung zu verstehen, mitzugestalten und Entscheidungen informiert treffen zu können.

* Patientenzentrierter Datenraum: Warum Daten Patient:innen über die gesamte Versorgung hinweg begleiten sollten – statt in Silos von Kliniken und Praxen zu verschwinden.

* Elektronische Patientenakte (ePA): Wieso sie nur dann Mehrwert bietet, wenn sie vollständig, durchgängig und verständlich befüllt ist.

* KI und Large Language Models: Wie Chatbots heute schon helfen, Arztbriefe zu erklären – und warum manche Patient:innen sie als empathischer erleben als den kurzen Kontakt in der Sprechstunde.

* Demokratisierung des Zugangs: Wie digitale Lösungen die Chancen auf spezialisierte Zentren und Studien auch fernab der großen Unikliniken verbessern können.

* Gesundheitskompetenz: Weshalb Lebensstil, Prävention und das Verständnis der eigenen Risiken zentral sind – und digitale Tools diese Kompetenz unterstützen, aber nicht ersetzen.

* Datenschutz vs. Patientenschutz: Warum „Patientenschutz ist Datenschutz – aber Datenschutz ist auch Patientenschutz“ gilt, und weshalb reine Datensicherheitslogik Patient:innenrechte auch einschränken kann.

* Rolle des Staates: Wieso der Gesetzgeber Rahmen setzen sollte (z.B. ePA, Datenflüsse), Innovation bei Funktionen und Tools aber aus dem Markt kommen muss.


Ein besonders prägnanter Punkt von Prof. von Kalle: Wenn Gesundheitsdaten so „geschützt“ werden, dass Patient:innen sie nicht sinnvoll nutzen können, verfehlt Datenschutz seinen Zweck – etwa, wenn sie dadurch lebensverlängernde Studien oder passende Behandlungsoptionen gar nicht erst finden.

Wenn dir diese Folge gefallen hat, freuen wir uns über eine Bewertung, dein Abo und dein Feedback. Schreib uns gern an podcast@gqm.de und teile die Episode mit Menschen, für die das Thema Patient:innenautonomie und Digitalisierung im Gesundheitswesen wichtig ist.
25 Minuten
In dieser Episode sprechen wir mit Dr. Jens Schick, COO der Sana Kliniken AG und Präsident der Initiative Qualitätsmedizin (IQM).

Dr. Schick verantwortet seit vielen Jahren das operative Geschäft eines integrierten Gesundheitsdienstleisters mit 59 Krankenhausstandorten, rund 650 Arztpraxen und einem Umsatz von knapp 4 Milliarden Euro. Er gibt einen tiefen Einblick, wie digitale Transformation in einem großen Klinikverbund ganz konkret gedacht, organisiert und umgesetzt wird.

Themen dieser Episode:

* Vom Krankenhausbetreiber zum integrierten Gesundheitsdienstleister entlang der Patient Journey

* Regionale Clusterstrukturen: Warum Vernetzung immer lokal beginnt

* Das Sana-Patientenportal als digitaler Eingang für Patientinnen und Patienten

* Grenzen der Sektorentrennung: Warum echte Durchlässigkeit in Deutschland so schwer umzusetzen ist

* Change in der Praxis: Wie Mitarbeitende Medizin und Pflege digitale Projekte neben dem Versorgungsalltag stemmen

* Qualifikation und Rollen der „Key User“ in Transformationsprojekten

* Umgang mit knappen Ressourcen bei IT-Anbietern und in den Kliniken

* Ergebnisqualität messen: Routinedaten, Peer Reviews und die Rolle von IQM

* Digitale Transformation als konsequentes Qualitätsmanagement

Ein zentrales Fazit von Dr. Schick: Digitale Transformation ist kein Selbstzweck. Sie muss Prozesse verbessern, Bürokratie reduzieren und die Versorgungsqualität messbar erhöhen – sonst lohnt sich der Aufwand nicht.

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Über diesen Podcast

Podcast: Kontinuierliche Verbesserung im Gesundheitswesen Dieser Podcast fokussiert sich auf die Optimierung von Strukturen und Prozessen im Gesundheitswesen mithilfe innovativer Projekte und digitaler Technologien. Thematisiert werden Planung, Konzeption, Implementierung und Bereitstellung von Lösungen für verschiedene Zielgruppen. Ziel ist es, Hörern die Entwicklung eigener Projektideen, das Lernen von Erfahrungen anderer und die stetige Verbesserung der Gesundheitsversorgung in ihrer Organisation zu ermöglichen.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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