Podcaster
Episoden
31.01.2026
27 Minuten
Wie wird Kirche eigentlich innovativ – ganz konkret, mitten im
Alltag von Taufe, Trauung und Bestattung? In dieser Folge
sprechen wir über Ritualagenturen:
st.moment in Hamburg und
die Segen.Servicestelle in Bayern.
Beide entwickeln neue Formen von Kasualangeboten – aber auf sehr
unterschiedliche Weise.
Gemeinsam mit Georg Lämmlin, Direktor des
SI der EKD, sortieren wir:
Was unterscheidet st.moment als experimentelle Ritualagentur von
der Segen.Servicestelle, die stärker in kirchliche Strukturen
eingebunden ist? Wie werden diese Angebote von Gemeinden,
kirchlichen Leitungspersonen und externen Partnern wahrgenommen?
Und was lässt sich aus den bisherigen Evaluationen über Chancen,
Reibungen und Lernprozesse sagen?
Dabei wird es bewusst theoretischer: Wir sprechen über Innovation
in der Kirche, über Kirchenrecht und Individualisierung, über
Kasualpraxis zwischen Dienstleistungslogik und Tradition – und
darüber, was Ritualagenturen uns über die zukünftige Gestalt von
Taufe, Trauung, Bestattung und Segen lehren können.
Diese Folge knüpft an unsere erste Episode zu Ritualagenturen an
– beide lassen sich gut auch im Doppelpack hören.
Hier geht es zur Folge „Taufe, Hochzeit und Bestattungen – aber
bitte
anders“: https://open.spotify.com/episode/5Nr4s5iIewZgRTjDjLVitx?si=-jgWNk3hTS-2hixlcC0r7g
Die Evaluationsberichte findet ihr auf der Homepage des
Instituts: https://www.siekd.de/portfolio/kasualagenturen/
Und wer ganz tief ins Thema eintauchen möchte, dem empfehlen wir
das Buch „Adaption und
Innovation“: https://www.nomos-shop.de/de/p/adaption-und-innovation-978-3-7560-2385-1
Fragen, Anregungen oder Themenwünsche? Schreibt uns!
--> info@si-ekd.de
#Ritualagentur, #Kasualien, #Kircheninnovation,
#st.moment, #Segen.Servicestelle, #Trauung, #Taufe, #Bestattung,
#einfachheiraten
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31.12.2025
22 Minuten
Viele Menschen sitzen im Gottesdienst, hören von „Erlösung“ oder
„Auferstehung“ – und denken innerlich: Versteh ich nicht.
Gleichzeitig arbeiten in diakonischen Einrichtungen immer mehr
Fachkräfte ohne Kirchenmitgliedschaft oder kirchliche
Sozialisation. Trotzdem sollen alle das „kirchliche Profil“
mittragen – manche sprechen sogar von einem Verkündigungsauftrag.
In dieser Folge von „empirisch inspiriert“ sprechen wir mit
Fabian Haefke vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD
darüber, warum die aktuelle Glaubens‑ und Kirchenkrise auch eine
Kommunikationskrise ist. Wir schauen auf Verstehensprobleme in
Gottesdiensten, in der Alltagskommunikation von Kirche und in
Bildungsprozessen – von Kasualagenturen über
Religionspädagogische Institute bis hin zu diakonischen
Seminaren.
Fabian erzählt, wie er mit leitfadengestützten Interviews und
qualitativer Inhaltsanalyse untersucht, was von der kirchlichen
Sprache bei Leitungen, Mitarbeitenden und Kund:innen wirklich
ankommt:
Wie reden Profis über Glauben – und was kommt bei Lai:innen an?
Was passiert, wenn Mitarbeitende keinen kirchlichen Hintergrund
haben, aber trotzdem „für Kirche“ sprechen sollen?
Und wie können Seminare helfen, neue religiöse Sprachfähigkeit zu
entwickeln – trotz Fachkräftemangel und gelockerter
Loyalitätsrichtlinien?
Quellen der Folge:
Fabian Haefke: Strategien und Wirkungen der Vermittlung von
religiöser Sprachfähigkeit in diakonischen Seminaren,
Sozialwissenschaftliches Institut der EKD.
Fabian Haefke / Hilke Rebenstorf: Zur (Un)Möglichkeit religiöser
Kommunikation – Verstehensprobleme in Gottesdienst,
Alltagskommunikation und Bildungsprozessen, Präsentation in der
Großen Runde des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD,
17.09.2025.
Wenn dir diese Folge gefällt, abonnier „empirisch inspiriert“,
teile sie mit Menschen, die in Kirche, Diakonie oder Bildung
arbeiten – und lass gern eine Bewertung da.
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#religiöseKommunikation #Gottesdienst #Diakonie
#Religionspädagogik #Kasualagentur #Fachkräftemangel #Theologie
#Evangelium #Bildungsprozesse
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30.11.2025
31 Minuten
Skandale begleiten unseren Alltag – von politischen
Fehlentscheidungen bis zu gesellschaftlichen Missständen. Doch
wenn es um sexualisierte Gewalt geht, reagieren Menschen anders:
betroffen, erschüttert – und oft mit Abwehr.
In dieser Folge berichtet Dr. Veronika Eufinger, wie die
Bevölkerung brisante Themen wahrnimmt, warum Missbrauchsskandale
so schwer zugänglich sind, welche Rolle Verdrängung spielt – und
was das alles für das Vertrauen in Institutionen wie die Kirche
bedeutet.
Wir sprechen auch über die Auswirkungen der Aufarbeitung
sexualisierter Gewalt durch die ev. Kirche, u.a. durch die
ForuM-Studie und darüber, welche Erwartungen Menschen an eine
glaubwürdige Aufarbeitung haben.
Unser Gast Dr. Veronika Eufinger beschäftigt sich mit dem Thema
sexualisierte Gewalt, konkret mit der Rezeption und den
gesellschaftlichen Auswirkungen der ForuM-Studie. Das hat die
Form einer zweistufigen empirischen Analyse bestehend aus
Fokusgruppen und einer repräsentativen Befragung.
Hinweis für Betroffene:
In dieser Folge geht es um das Thema sexualisierte Gewalt.
Wenn dich das Thema belastet oder du selbst betroffen bist,
findest du hier vertrauliche und kostenfreie Hilfsangebote:
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch –
anonym & bundesweit erreichbar
unter 0800 22 55 530 oder
online unter https://www.hilfetelefon-missbrauch.de/
Nummer gegen Kummer (für Kinder und
Jugendliche): 116 111
N.I.N.A. e.V. – Nationale Infoline, Netzwerk und
Anlaufstelle: https://www.nina-info.de/
Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen
Kindesmissbrauchs
(UBSKM): https://www.beauftragte-missbrauch.de/
bke-Onlineberatung für Eltern und
Jugendliche: https://www.bke-beratung.de/
Zentrale Anlaufstelle.help –
unabhängige Information und Beratung
Für Betroffene sexualisierter Gewalt in der evangelischen
Kirche und Diakonie, ihre Angehörigen und Mitarbeitende
https://www.anlaufstelle.help/ Zentrale Anlaufstelle
.help+1
Wenn du unsicher bist, wohin du dich wenden kannst, hilft dir das
Hilfetelefon dabei, den richtigen Weg zur Unterstützung zu
finden.
Weiterführende Literatur / Quellen zur Folge
Jahrbuch Sozialer Protestantismus 16
(2025): Sexualisierte Gewalt. Konstellationen –
Problemanzeigen – Perspektiven
Hrsg. Anika Albert, Johannes Eurich, Georg Lämmlin u.a.,
Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2025.
Infos & Bestellung: Evangelische Verlagsanstalt –
Jahrbuch Sozialer Protestantismus eva-leipzig.de+1
Die ForuM-Studie findet ihr hier:
Forschungsverbund „ForuM – Forschung zur Aufarbeitung von
sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der
Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland“
(veröffentlicht 2024).
Gesamtprojekt &
Materialien: https://www.forum-studie.de/
Zur MHG-Studie der katholischen Kirche in Deutschland geht es
hier: MHG Studie: Deutsche Bischofskonferenz
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31.10.2025
26 Minuten
„Kirche, ihr seid hier? Wo Leben gefeiert wird? Damit hätten wir
nun wirklich nicht gerechnet.“
Kirchliche Arbeit findet längst nicht nur in der Ortsgemeinde
statt. Ob in Schulen, Krankenhäusern, Gefängnissen, auf
Festivals, an Universitäten oder im Tourismus – überall gibt es
spezialisierte Angebote an den Schnittstellen von Kirche und
Gesellschaft.
Mit unserem Gast Philipp Elhaus, Pastor und Referent am
Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD, sprechen wir über
„Dienste, Werke und Einrichtungen“. Sie gelten
als funktionale Dienste: nicht territorial gebunden, sondern
thematisch fokussiert und auf bestimmte Lebenswelten
zugeschnitten. Warum sind sie entstanden, welche Aufgaben
übernehmen sie – und welches Potenzial haben sie für die Kirche
der Zukunft?
Der Text zum Podcast:
Philipp Elhaus: Kirche jenseits der Ortsgemeinde. Konturen einer
praktisch-theologischen Theorie der kirchlichen Dienste, Werke
und Einrichtungen, in: Praktische Theologie 60 (2025), S.
231-238.
Und dann empfehlen wir euch noch einen Sammelband zum
Thema:
Philipp Elhaus / Uta Pohl-Patalong (Hg.): Fluide Formen von
Kirche. Dienste, Werke und Einrichtungen in Gesellschaft und
Kirche des 21. Jahrhunderts, Stuttgart 2024.
#Kirche #EvangelischeKirche #FunktionaleDienste
#KirchlicheInnovation #ÖffentlicheKirche
#DiensteWerkeEinrichtungen #Seelsorge #Diakonie
#Studierendengemeinde #KircheImTourismus #Postparochial
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30.09.2025
27 Minuten
Die Ortsgemeinde ist die Basis kirchlichen Lebens: Hier erleben
Menschen Glauben unmittelbar – im Gottesdienst, in Chören, Festen
und gemeinsamen Aktivitäten. Das dortige Pfarrbüro und die
Pfarrpersonen sind die erste Anlaufstelle für Lebensereignisse
wie Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen und bieten Seelsorge vor
Ort. Das flächendeckende parochiale System ist eine besondere
Stärke, vor allem in ländlichen Regionen, wo sonst vieles fehlt.
Doch angesichts schrumpfender Strukturen stellt sich die Frage:
Wird diese Präsenz bleiben?
Dr. Hilke Rebenstorf, Soziologin für Kirchen- und
Religionssoziologie am Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD,
hat im Zweiten Kirchengemeindebarometer untersucht, wie es den
Gemeinden tatsächlich geht. Ein Drittel der Gemeinden floriert,
ein Drittel kämpft ums Überleben. Der Unterschied liegt nicht nur
an der Säkularisierung, sondern auch an regionalen Strukturen und
dem Zentrum-Peripherie-Gefälle. Ihr Appell: Kirche und Kommune
müssen enger kooperieren, Ressourcen bündeln und gerade im
ländlichen Raum gezielt fördern – sonst droht der Verlust einer
der letzten verlässlichen Anlaufstellen vor Ort.
Hier geht es zur Publikation, entweder als Buch bestellbar oder
als kostenloses eBook zum Download:
Herausforderungen und Potenziale vor Ort - 978-3-7560-1900-7 |
Nomos
Und für Interessierte des ersten Kirchengemeindebarometers:
Potenziale vor Ort. Erstes Kirchengemeindebarometer 2015 – Text
im Druckformat zum freien Download verfügbar auf den Seiten des
SI u.a. hier: Wie geht's der Kirchengemeinde? -
Sozialwissenschaftliches Institut der EKD und Wie
geht's der Kirchengemeinde? - Sozialwissenschaftliches Institut
der EKD.
Überraschend offen. Kirchengemeinden in der Zivilgesellschaft
2019 – bei Evangelische Verlagsanstalt Leipzig noch als e-book
verfügbar
#Kirche #Gemeindebarometer #ZukunftKirche #Sozialforschung
#ReligionInDeutschland #Kirchengemeinde #GesellschaftImWandel
#LandUndStadt #EKD #Parochie
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Über diesen Podcast
Willkommen beim neuen Podcast „Empirisch inspiriert“! In jeder
Folge unterhält sich Dr. Kristin Torka mit Gäst*innen, die
Einblicke in ihre Forschungsbereiche im Sozialwissenschaftlichen
Institut der EKD geben. Gemeinsam mit Expert*innen aus Soziologie,
Theologie und Volkswirtschaft bespricht sie in regelmäßigen
Abständen Ergebnisse qualitativer und quantitativer Studien zu
Themen aus Religion, Kirche und Gesellschaft. Dieser Podcast ist
perfekt für alle, die sich von gegenwartsrelevanten Fragen
inspirieren lassen möchten und darüber hinaus Perspektiven über den
Tellerrand wagen.
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