Theater Echo - Wir sehen Schwarz

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Episoden

Theater und Leadership als POC in Deutschland
19.08.2026
48 Minuten
Inhalt: Patty Kim Hamilon spicht mit Murat Dikenci und Dan Thy Nguyen über ihre langjährige Arbeit am Theater, den Wandel der postmigrantischen Theaterlandschaft und die Bedeutung des Ballhaus Naunynstraße. Es geht um Repräsentation, Macht, Verantwortung und die Frage: Wie kann ein diverses Theater der Zukunft aussehen?





Mit:


Moderation:


Patty Kim Hamilton ist Theaterautorin und Performance-Künstlerin. Sie arbeitet derzeit an ihrem Debütroman.


Gäste und Experten:


Murat Dikenci, geboren in Hannover, studierte Angewandte Kulturwissenschaften in Lüneburg. Seit 2007 arbeitet er als Autor, Regisseur, Dramaturg, Kurator und Schauspieler an nationalen und internationalen Projekten. Seine Inszenierungen verbinden literarische Stoffe mit einer politisch-poetischen Ästhetik, darunter Sesperado – Revolution of Color (2016), YAHYA HASSAN (2022) und Die Gerächten (2023). Von 2021 bis 2023 war er Künstlerischer Leiter der Universen und Künstlerischer Vermittler am Schauspiel Hannover und prägte dort eine solidarische Bühne für eine diverse Stadtgesellschaft. Von 2023 bis 2026 leitete er das STUDIO Я am Maxim Gorki Theater und setzte Impulse für junge Regiehandschriften und ein neues, diverses Publikum. Zuletzt inszenierte er am Maxim Gorki Theater Fatma Aydemirs Ellbogen (2024), Etel Adnans To Be In A Time of War (2025) sowie Die Legende von Paul und Paula (2025) und Der Fremde am Salzburger Landestheater.


Dan Thy Nguyen ist freier Theaterregisseur, Schauspieler, Schriftsteller und Sänger in Hamburg. Er arbeitete an diversen Produktionen u.a. In Ballhaus Naunynstraße, auf Kampnagel, dem Mousonturm Frankfurt, dem MDR und an der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. 2014 entwickelte und produzierte er das Theaterstück „Sonnenblumenhaus“ über das Pogrom von Rostock -Lichtenhagen, welches 2015 in seiner Hörspielversion die „Hörnixe“ gewonnen hat und bis heute noch an diversen Institutionen gespielt wird. Seit 2020 leitet er mit seiner Produktionsfirma Studio Marshmallow das Hamburger Festival "fluctoplasma - 96h Kunst Diskurs Diversität" und er ist stellvertretender Vorstand der LAG Kinder- und Jugendkultur Hamburg. 2021 erhielt er den Deutschen Hörspielpreis für seine schauspielerische Leistung.





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Ralph Tharayil and Meloe Gennai über Sprache, Text und Sprechen im Leben und im Theater
02.08.2026
48 Minuten
Inhalt:  


Was geschieht, wenn Sprache mehr als nur Kommunikation ist – wenn sie zu Erinnerung, Übersetzung, Gewalt, Widerstand und Heimat wird? In dieser Folge bewegen sich der Schriftsteller Ralph Tharayil und Lyriker*in Meloe Gennai zwischen Englisch und Deutsch und reflektieren über Sprache als Kultur, Performance und Macht. Gemeinsam erkunden sie das Schreiben, dramatische Texte, gesprochene Sprache, das Schweigen sowie die Unmöglichkeit – und Notwendigkeit – der Übersetzung. Sie fragen: Warum schreiben? Warum und wie für das Theater schreiben? Warum überhaupt Theater? Wer definiert Meisterschaft? Was bleibt von der Realität, sobald die Sprache gesprochen hat? Ein Gespräch über mehrsprachige Lebensentwürfe, asynchrones Denken, literarische Praxis und die Schönheit, nicht immer bei einer einzigen Antwort anzukommen.


Mit:


Meloe Gennai  ist Dichter. Durch Zufall und getrieben von einer ungesunden Bewunderung für einen abwesenden Deutschlehrer beschloss er, obwohl er aus Genf stammt, Germanistik zu studieren. Anschließend wandte er sich dem Rechtstudium zu und studierte später Diplomatie. Er bemüht sich bis heute, dies in die Praxis umzusetzen, insbesondere als Mitglied von x collective x, einem Verein, der queere, trans- und/oder behinderte of African Descent und Native Autor*innen zusammenbringt und veröffentlicht. 


Ralph Tharayil, geboren in der Schweiz als Sohn südindischer Eltern, studierte Geschichte, Medien- und Literaturwissenschaft in Basel. Er arbeitet interdisziplinär mit Text. 2023 erschien sein von der Kritik gelobter und mehrfach ausgzeichneter Debütroman Nimm die Alpen weg, der 2024 an den Bühnen Bern uraufgeführt wurde. 2027 erscheint das Buch unter dem Titel Roll Back the Mountains in der Übersetzung von Jon Cho-Polizzi bei Seagull Books. Mit Ivna Žic und Henri Michel Yéré kuratiert er seit 2024 am Literaturhaus Basel die kritische Gesprächsreihe Second Thoughts. Gemeinsam mit dem Soziologen Ido Nahari forscht er zum Begriff des Unheimlichen/unsettling aus einer antikolonialen Perspektive. Als Teil des von Pro Helvetia geförderten Co-Creation Grants forscht er mit dem Autor und Kurator Indranjan Banerjee zur Verkörperung von Grenzen in den Alpen und im Himalaya. Ralph ist Teil des post-deutschen Künstler*innenkollektivs parallelgesellschaft, er lebt in Berlin. 





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The Afterparty of “Kassandra: coming of age at the end of the world”
28.07.2026
46 Minuten
Inhalt:


Was passiert eigentlich nach der Premiere? Wenn der Applaus verklungen ist und die Anspannung langsam nachlässt? Schauspieler Calvin-Noel Auer spricht mit Regisseurin und Co-Intendantin Azeret Koua über ihren Weg ans Theater, künstlerische Freiheit, die Verantwortung des Erzählens und ihre gefeierte Inszenierung „Kassandra: coming of age at the end of the world“ am Theaterhaus Jena. Gemeinsam werfen sie einen Blick hinter die Kulissen einer Premiere und sprechen über Zweifel, Visionen und die Frage, wie Theater heute von Krisen, Zukunft und Widerstand erzählen kann. Ein persönliches Gespräch über Kunst, Haltung und das, was bleibt, wenn der Vorhang fällt. 


Mit:


Azeret Koua (sie/ihr; 1993* in Detroit) ist Regisseurin, wuchs als Third-Culture-Kid mit vielen Sprachen und noch mehr Fragen in den USA, Deutschland und China auf und landete über Umwege (Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der LMU München, Assistenzen am Schauspiel Dortmund und Residenztheaterin München) in der künstlerischen Leitung des Theaterhaus Jena (2024–26). Auf der Bühne interessiert sie sich für alles, worüber man* lieber nicht spricht: tabuisierte Reibungspunkte aus Gesellschaft und Politik, überhörte Narrative, misrepräsentierte Sichtweisen. Ihr Werkzeugkoffer: Popkultur, Surrealismus, Musik und ein Humor, der sich weigert, brav zu sein. Azeret's Arbeiten kreisen um Freiheit — von Systemen, Normen, und gelegentlich von sich selbst. 2025 war ihre Inszenierung rhapsody beim Radikal Jung Festival eingeladen, und sie wurde in Theater Heute als Beste Nachwuchskünstlerin nominiert. Die Freiheit hat sie noch nicht gefunden - vermutlich versteckt sie sich in der nächsten Produktion.





Calvin-Noel Auer (er/ihn) wurde 1995 in Schwetzingen geboren und ist in Lüneburg aufgewachsen. Nach dieser ersten kleinen Identitätskrise ging es ins Ruhrgebiet, um an der Folkwang Universität der Künste von 2017 bis 2021 den Beruf des Schauspielers zu erlernen.


Mit der Bochumer Lebensart im Gepäck und der Lust, im Beruf „jetzt so richtig loszulegen“, fand er in der Pandemie seinen Gegner. Aber nach getaner Home-Office-Diplomarbeit ging es für ihn als Gast ans Hessische Staatstheater Wiesbaden („Kleiner König Kalle Wirsch“) und zurück in den Norden ans Theater Kiel („Der Schimmelreiter“ und „Don Karlos“). Dort stellte er fest, dass er sich als Nordlicht identifiziert – mit ein paar Ruhrpott-Einschlägen im Herzen.


Dann ging es zum ersten Mal in den Osten, nach Thüringen, ans Deutsche Nationaltheater Weimar, wo er seit der Spielzeit 2022/23 zum festen Ensemble gehört und in verschiedenen Projekten („Othello“, „Werther“, „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“, u.v.a.) zu sehen ist.


Und wenn nicht im Theater, dann bei Koi 7 mit der Nummer 2 mit Gemüse.





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Staying Strong As A Black Director In White Theaters
28.07.2026
32 Minuten
Inhalt: 


What does it take to create bold, uncompromising theatre in spaces where you are often the exception rather than the norm? Host Benedicta Delali Agbeko sits down with award-nominated director Azeret Koua to talk about identity, artistic freedom, and navigating Germany's predominantly white theatre landscape. From growing up between cultures to reimagining the myth of Cassandra through BASSANO, Azeret reflects on the power of untold stories, the politics of representation, and why theatre must confront the conversations society would rather avoid. Together, they explore creative belonging, resilience, and what it means to keep making fearless art—even when the system isn't built for you.





Mit:


Benedicta Delali Agbeko is a Ghanaian creative entrepreneur, cultural strategist, and Co-founder of BLK STAR NOIR. She works with  innovative projects at the intersection of art, fashion, culture, and community development, using creativity to preserve African heritage and empower emerging talent. Passionate about social impact and international collaboration, she is committed to creating opportunities that strengthen communities and showcase Ghanaian creativity on the global stage.





Azeret Koua (she/her; born 1993 in Detroit) is a director who grew up as a "third-culture kid"—surrounded by many languages ​​and even more questions—in the USA, Germany, and China. After a winding path (studying Theatre Studies and Art History at LMU Munich, followed by assistantships at Schauspiel Dortmund and the Residenztheater in Munich), she joined the artistic leadership team at Theaterhaus Jena (2024–26). On stage, she focuses on the subjects people prefer not to discuss: social and political taboos and points of friction, overlooked narratives, and misrepresented perspectives. Her toolkit includes pop culture, surrealism, music, and a brand of humor that refuses to play nice. Azeret’s work revolves around freedom—freedom from systems, norms, and occasionally, from herself. In 2025, her production *rhapsody* was invited to the Radikal Jung Festival, and she was nominated as Best Emerging Artist by *Theater Heute*. She hasn’t found that freedom yet—it is likely hiding in her next production.





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BLACK OPERA
14.07.2026
56 Minuten
Kann Oper dekolonial, futuristisch und radikal sein? In dieser Folge von Theater Echo – wir sehen Schwarz spricht Miriam Ibrahim mit Regisseurin, Choreografin und Kuratorin Mable Preach sowie Performancekünstlerin, Komponistin und Theatermacherin Brandy Butler über Black Opera als künstlerische Praxis des Widerstands, der Transformation und der Hoffnung. Ausgehend von Mable Preachs Opera of Hope und Brandy Butlers Mitosis – Eine LSD Oper sprechen sie über die Dekolonisierung des Hörens, Afrofuturismus, Klang als politische Sprache und die Frage, wie Oper neue Geschichten von Schwarzsein, Queerness, Migration, Gemeinschaft und Zukunft erzählen kann. Ein Gespräch über Kunst, die Grenzen verschiebt.


Expertinnen: 


Brandy Butler is a performer, composer, and theater director whose work spans music, theater, movement, original composition, and socially engaged performance. A former ensemble member of Theater Neumark (2019 - 2024) and a current ensemble member of Theater Freiburg since 2025, she holds a Bachelor's degree in Jazz Flute and a Master's degree in Music Education.


Her compositions and performance works reflect a persistent inquiry into embodiment, narrative, and social reflection. Her works include the solo work Avoirdupois, which explored weight as both physical and psychological terrain; Red, a modern retelling of Little Red Riding Hood using mixed media storytelling in elementary-age performance contexts; and Mitosis: an LSD Opera, which was a modern opera exploring death and grief. Her newest work, WOVEN, about Trans Racial Adoption, is set to premiere in 2027.


In addition to her institutional work creating projects such as Drag Story Time, Protest Academy, and Enterspaces maintains an active international touring and independent practice touring with artists such as Jeremy Nedd and Ntando Cele.


Mable Preach ist eine in Hamburg lebende Regisseurin, Choreografin und Kuratorin mit ghanaischem Hintergrund. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich intensiv mit Themen wie Rassismus, Kolonialismus und Empowerment auseinander. Durch intersektionale und afrofuturistische Ansätze gelingt es ihr, komplexe gesellschaftliche Fragestellungen in ihren Inszenierungen zu beleuchten und neue Perspektiven zu eröffnen.


Als studierte Medienmanagerin hat sie zahlreiche Inszenierungen realisiert, insbesondere auf Kampnagel Hamburg und im Schauspiel Hannover. Zu ihren jüngsten Regiearbeiten zählen I AM. WE ARE (2023) und K(NO)W BLACK HEROES (2023/24). Viele ihrer Theatertexte stammen aus ihrer eigenen Feder – sie versteht sich als schreibende Regisseurin, die ihre Visionen nicht nur inszeniert, sondern auch textlich formt. 2022 wurde sie für den renommierten Faust-Preis in der Kategorie "Genresprenger" nominiert.


Neben ihrer Theaterarbeit engagiert sich Preach stark für die Förderung junger BIPoC-Künstler*innen. Sie ist Initiatorin des urbanen Jugendfestivals FORMATIONNOW sowie Gründerin des Kultur- und Jugendvereins Lukulule. Bis Ende 2024 war sie dort im Vorstand aktiv. Mit Projekten wie flüchtLINK, dem Black Gurl Magic Festival und der Theaterfactory-Projektwoche an Schulen schafft sie Plattformen für marginalisierte Stimmen.


2024 gründete sie The Choir of Uncivilized Voices, ein künstlerisches Kollektiv, das Stimmen von BIPoC-Künstlerinnen und Aktivistinnen zusammenführt, um gesellschaftspolitische Themen durch Gesang und Performance erfahrbar zu machen.


Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, unter anderem in den USA, Chile und Deutschland. Mit der performativen Musikinstallation APHRO SPACE PHUNK sowie der jüngsten Produktion OPERA OF HOPE (2025, Kampnagel Hamburg) setzt sie neue künstlerische Impulse in der deutschen Theaterszene.


Mable Preach ist eine Stimme für soziale Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt, die mit ihren Projekten künstlerische Innovation, gesellschaftspolitisches Engagement und literarische Eigenständigkeit verbindet.


Host: Miriam Ibrahim ist Regisseurin, Kuratorin von Theater Echo. 





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Über diesen Podcast

Der Podcast von und mit UNS! BIPoC Künstler*innen sprechen gemeinsam über Theater, Performance, Politik, Pop – und über Perspektiven jenseits des Mainstreams. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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