Bunte Horizonte – Vielfalt verstehen Archiv
18 Episoden
1 Stunde 3 Minuten
Wie ist es, das eigene Kind über Jahre auf einem Weg zu begleiten, der ganz anders verläuft als erwartet? Antonia erzählt von ihrer Tochter Elisa und den vielen Stationen, die sie als Familie gemeinsam durchlaufen haben: von den ersten Schwierigkeiten in der Schule über zunehmende Belastungen und Schulabstinenz bis zur Online-Schule und schließlich zu neuen Wegen, die Elisa heute mit 18 Jahren geht. Im Mittelpunkt steht dabei Antonias Perspektive als Mutter: ihre Sorgen und Zweifel, die Suche nach Unterstützung, schwierige Entscheidungen und die Erfahrung, immer wieder auf Hürden und Grenzen zu stoßen. Ein sehr persönliches Gespräch über Neurodivergenz – und darüber, was es bedeutet, das eigene Kind zu begleiten, auch wenn es keine einfachen Antworten gibt.
1 Stunde 56 Minuten
In dieser Folge von Bunte Horizonte wechseln wir die Perspektive. Nachdem wir in den vergangenen Episoden mit Wissenschaftler:innen, Therapeut:innen und erwachsenen Betroffenen gesprochen haben, kommt heute eine junge Frau selbst zu Wort: Elisa ist 18 Jahre alt und erzählt offen von ihrem Weg. Wie fühlt es sich an, mit einer Neurodivergenz aufzuwachsen? Wie erlebt man Schule, wenn Anforderungen, soziale Situationen und Reize immer mehr Kraft kosten? Und wie verändert sich der Blick auf das eigene Leben, wenn eine Autismusspektrumsdiagnose erst spät gestellt wird und heute zusätzlich eine ADHS-Diagnostik im Raum steht? Elisa nimmt uns mit in ihre Grundschulzeit, berichtet vom schwierigen Übergang auf die weiterführende Schule, von Phasen, in denen Schulbesuch kaum noch möglich war, und davon, wie sie ihren ganz eigenen Weg Schritt für Schritt wiedergefunden hat. Es geht um weit mehr als Diagnosen. Es geht um das Gefühl, anders zu sein, um Selbstzweifel und Selbstverständnis, um Freundschaften, Erwartungen und darum, sich selbst immer besser kennenzulernen. Ein ehrliches, bewegendes Gespräch – und eine Perspektive, die viel zu selten gehört wird. Themen dieser Folge Neurodivergent aufwachsen Schule aus der Sicht einer Jugendlichen Späte Autismusspektrumsdiagnose Hochbegabung und ihre Auswirkungen ADHS – offene Fragen und Diagnostik Schulvermeidung und alternative Lernwege Selbstbild, Identität und Erwachsenwerden Wünsche an Schule und Gesellschaft In der nächsten Folge betrachten wir denselben Lebensweg aus einer anderen Perspektive: Elisas Mutter Antonia erzählt, wie sie den Weg ihrer Tochter erlebt hat und welche Spuren diese Jahre bei ihr und ihrer Familie hinterlassen haben.
1 Stunde 7 Minuten
Was hat Sprache mit herausforderndem Verhalten zu tun? Mehr, als viele im schulischen Alltag vermuten. In dieser Folge von Bunte Horizonte sprechen wir mit Dr.in Clara Schramm von der Universität zu Köln über die Zusammenhänge zwischen sprachlichen Fähigkeiten und emotional-sozialer Entwicklung. Gemeinsam schauen wir darauf, warum Kinder mit sprachlichen Schwierigkeiten häufiger durch Verhalten auffallen, weshalb Auffälligkeiten oft vorschnell interpretiert werden – und warum Sprache in Diagnostik, Förderung und Beziehungsgestaltung viel stärker mitgedacht werden muss. Wir sprechen über: • Komorbiditäten von Sprache & ESE • mögliche Fehlinterpretationen im Schulalltag • den möglichen „Teufelskreis“ zwischen Sprache, Emotion und Verhalten • Bedingungsanalyse statt schneller Zuschreibungen • Beziehung als möglichen Wirkfaktor • Programme wie CICO, KlasseKinderSpiel & Tootling • die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit Eine Folge für Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Therapeut, Eltern – und alle, die Kinder besser verstehen möchten.
1 Stunde 12 Minuten
Was bedeutet es eigentlich, anders wahrzunehmen und die Welt auf eigene Weise zu erleben? In dieser Folge sprechen wir mit Jan Philipp Zymny – Comedian, Autor und Humorkünstler – über Neurodivergenz, über Autismus und ADHS und darüber, was das ganz konkret im Alltag und auf der Bühne bedeuten kann. Das Gespräch wird dabei immer wieder persönlich. Jan Philipp teilt eigene Erfahrungen, beschreibt Situationen, die ihn geprägt haben, und macht sichtbar, wie unterschiedlich Perspektiven sein können.
1 Stunde 25 Minuten
Herausforderndes Verhalten begegnet uns in Schule fast täglich – laut, impulsiv, verweigernd oder ganz leise und zurückgezogen. Doch was steckt dahinter? Und vor allem: Was hilft im Unterricht wirklich? In dieser Grundlagenfolge sprechen wir mit Dr. Mareike Urban (Universität zu Köln, Lehrstuhl für Erziehungshilfe und sozial-emotionale Entwicklungsförderung von Prof. Dr. Thomas Hennemann) über emotionale-soziale Entwicklung und darüber, wie Lehrkräfte Verhalten im Kontext verstehen können – statt vorschnell zu etikettieren. Wir schauen auf Risikofaktoren und Schutzfaktoren, auf internalisierendes und externalisierendes Verhalten, auf Komorbiditäten (z. B. Sprache, Aufmerksamkeit, Angst) und auf die Frage, welche Rolle Haltung, Beziehung und Classroom Management spielen. Dazu gibt es viele praxisnahe Impulse, die im schulischen Alltag wirklich machbar sind.
58 Minuten
Was bedeutet es, nicht sprechen zu können – obwohl man so viel zu sagen hat? In dieser Folge von Bunte Horizonte erzählt Mara ihre persönliche Geschichte mit selektivem Mutismus. Sie berichtet von ihrer Kindheit, von Schule als herausforderndem Ort, von Anpassung, Rückzug und dem langen Weg zu mehr Selbstbestimmung. Wir sprechen darüber, wie selektiver Mutismus auch im Erwachsenenalter wirksam sein kann, welche Strategien im Alltag helfen und warum Sichtbarkeit so wichtig ist. Mara gibt Einblicke in ihre Arbeit auf Instagram (@mutismusblog) und erklärt, was sich aus ihrer Sicht gesellschaftlich, schulisch und therapeutisch verändern muss. Ein sensibles, stärkendes Gespräch für Fachkräfte, Eltern, Betroffene – und alle, die besser verstehen möchten, was hinter dem Schweigen steckt.
59 Minuten
In dieser Folge von Bunte Horizonte sprechen wir mit Pia über ihre Erfahrungen mit selektivem Mutismus. Pia erzählt, wie es war, als Kind kaum sprechen zu können – und gleichzeitig in der Schule bestehen zu müssen. Sie berichtet von Ängsten, Schüchternheit und den vielen Hindernissen, die sie überwinden musste. Ihr Weg zeigt: Mutismus ist mehr als Schweigen. Es ist eine Herausforderung, die das gesamte Leben prägt – aber auch ein Prozess, in dem neue Stärken sichtbar werden können.
57 Minuten
In dieser Folge von Bunte Horizonte sprechen wir mit Prof.in Dr. Charlotte Hanisch, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin sowie Professorin an der Universität zu Köln (DHR). Sie erklärt, wie ADHS im schulischen Alltag sichtbar wird, welche Herausforderungen besonders häufig auftreten und welche Rahmenbedingungen es Kindern erleichtern, im Unterricht zurechtzukommen. Wir sprechen über frühe Prävention im Vorschulalter, sowie über die Frage, wie Lehrkräfte in ihrem täglichen Umgang mit ADHS-Kindern gestärkt werden können. Prof.in Dr. Hanisch zeigt, weshalb gute Kooperation zwischen Elternhaus, Schule und therapeutischer Unterstützung so entscheidend ist – und wo Schulen an ihre Grenzen stoßen, wenn Ressourcen fehlen. Außerdem gibt sie Einblicke in ihre praktischen Erfahrungen aus der Hochschulambulanz und berichtet, wie kleine Veränderungen im Unterricht große Wirkung entfalten können, wenn Kinder Sicherheit, Struktur und verlässliche Beziehungen erfahren. Ein Gespräch, das Orientierung gibt und deutlich macht: Kinder mit ADHS profitieren dort am stärksten, wo Schule, Familie und Therapie zusammenarbeiten.
ADHS #01 - Dr. Tanja Wolff Metternich-Kaizman (AkiP|Uniklinik Köln) ADHS im Kindes- und Jugendalter:
1 Stunde 39 Minuten
In dieser Folge von Bunte Horizonte sprechen wir mit Dr. Tanja Wolff Metternich-Kaizman, psychologische Psychotherapeutin, Bereichs- und Ambulanzleiterin der Ambulanz für Externale Störungen mit Schwerpunkt ADHS an der Uniklinik Köln. Sie forscht, lehrt und arbeitet seit vielen Jahren praktisch in den Bereichen Diagnostik und Therapie von ADHS bei Kindern und Jugendlichen – und setzt sich dafür ein, dass die vielfältigen Facetten der Störung besser verstanden werden. Im Gespräch erklärt sie, was ADHS eigentlich ist: wie sich Aufmerksamkeitsprobleme, Impulsivität und Hyperaktivität zeigen, warum Mädchen und Jungen oft unterschiedlich wahrgenommen werden – und weshalb ADHS weit mehr ist als „Zappelphilipp“-Verhalten. Wir sprechen über häufige Missverständnisse, frühe Warnzeichen und die Bedeutung einer sorgfältigen Diagnostik. Dr. Wolff Metternich-Kaizman gibt Einblicke in bewährte Therapieprogramme wie THOP, THOKI und SCEP, die Kindern, Eltern und Lehrkräften helfen, den Alltag strukturierter und gelassener zu gestalten. Sie erklärt, wie Therapie und Schule Hand in Hand gehen können, welche Rolle Eltern spielen und warum ein multimodaler Ansatz – aus Verhaltenstherapie, Elternarbeit und schulischer Unterstützung – so entscheidend ist. Besonders lebendig wird das Gespräch, wenn sie von kleinen Erfolgsgeschichten aus der Praxis erzählt: von Kindern, die durch klare Strukturen und Verständnis plötzlich aufblühen, und von Lehrkräften, die lernen, Verhalten anders zu sehen. Zum Abschluss richtet Dr. Wolff Metternich-Kaizman den Blick auf die Versorgungslage in Deutschland – wo Unterstützung gut funktioniert, wo es Lücken gibt und warum gesellschaftliche Aufklärung immer noch nötig ist. Ein Gespräch voller Fachwissen, Praxisnähe und Empathie – für Eltern, Lehrkräfte und alle, die verstehen wollen, wie Kinder mit ADHS in Schule und Familie besser unterstützt werden können.
1 Stunde 5 Minuten
In dieser Episode von Bunte Horizonte sprechen wir mit Julia Sporkmann – systemische Beraterin, ehemalige Lehrerin und erfahrene Begleiterin von Familien mit mutistischen Kindern. Julia zeigt, warum es in der Schule beim Mutismus nicht darum geht, Kinder zum Sprechen zu bringen, sondern ihre Bedarfe zu sehen und sensibel zu reagieren. Wir sprechen über typische Missverständnisse, hilfreiche Haltungen, kleine Schritte im Klassenzimmer und die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrkräften. Mehr über Julia findet ihr auf ihrer Homepage: https://www.bewusst-achtsam-menschsein.de/ Und auf Instagram: @selektiver.mutismus
56 Minuten
Wenn ein Kind außerhalb der Familie nicht spricht, ist das für Eltern eine enorme Herausforderung. In dieser Episode von Bunte Horizonte erzählen Julia und Thorsten Kliesch vom Alltag mit ihrer Tochter, bei der sich schon vor dem Kindergarten selektiver Mutismus zeigte. Sie berichten von den ersten Anzeichen, langen Wegen zu Diagnose und Therapie – und von den kleinen Erfolgen, die Hoffnung geben: ein Blickkontakt, eine nonverbale Antwort, ein erstes leises Wort. Im Gespräch geht es um den Spagat zwischen Familie, Kita und Schule: - Wie lässt sich eine Einschulung vorbereiten, wenn das Kind im Unterricht schweigen könnte? - Welche Unterstützung haben Eltern und Kind im Vorfeld erhalten?- - Wie gelingt es, das Umfeld zu sensibilisieren, ohne Druck aufzubauen? Diese Folge eröffnet eine selten gehörte Perspektive: die Sicht von Eltern. Sie macht Mut, leisen Wegen zu vertrauen – und zeigt, wie kleine Schritte in eine hoffnungsvolle Zukunft führen können.
1 Stunde 20 Minuten
In dieser Folge von Bunte Horizonte sprechen Lenka und Dirk mit Kerstin Bahrfeck, Sprachheilpädagogin, Therapeutin und Mitentwicklerin der DortMuT-Methode – einem praxisnahen Ansatz zur Behandlung von selektivem Mutismus. Kerstin zeigt, wie aus einem geschützten Raum („Safe Place“) Schritt für Schritt freies Sprechen entsteht – und warum Vertrauen, Struktur und kreative Ideen entscheidend sind. Ein Gespräch über Therapie mit Haltung, mutige Kinder und den langen Atem, den echte Teilhabe manchmal braucht.
1 Stunde 7 Minuten
In dieser Folge von Bunte Horizonte sprechen wir mit Pia Zucht, Logopädin, Mutismustherapeutin, Dozentin und Vorstandsmitglied der Mutismus Selbsthilfe Deutschland e. V.. Sie bringt langjährige Erfahrung aus Praxis, Lehre und Vernetzung mit – und eine klare Haltung: Kinder mit selektivem Mutismus brauchen keine „Sprachtricks“, sondern Sicherheit, Zeit und Verständnis. Im Gespräch erzählt Pia, wie sie zur Logopädie fand und warum gerade selektiver Mutismus ihr berufliches Herzensthema wurde. Sie erläutert, was selektiver Mutismus genau ist – und wie man ihn klar von Schüchternheit, Sprechangst oder Autismus abgrenzt. Wir sprechen über erste Anzeichen, typische Missverständnisse und darüber, warum frühe, gezielte Unterstützung so entscheidend ist. Besonders eindrücklich wird es, wenn Pia Einblicke in ihre therapeutische Arbeit gibt: Wie sieht eine Stunde in der Praxis aus? Welche Hürden gibt es auf dem Weg vom Schweigen zum Sprechen? Und wie gelingt die Zusammenarbeit zwischen Eltern, Kita, Schule und Therapie? Auch der Blick auf die Mutismus Selbsthilfe Deutschland e. V. kommt nicht zu kurz. Pia erklärt die Aufgaben des Vereins, verweist auf hilfreiche Materialien und schildert, mit welchen Fragen und Sorgen sich Betroffene an sie wenden. Zum Abschluss sprechen wir darüber, was Lehrkräfte tun können – ganz konkret und jenseits von Druck – und welche kleinen Schritte für Kinder mit selektivem Mutismus einen großen Unterschied machen. Ein Gespräch voller Wissen, Erfahrung und Haltung – für alle, die Kinder mit selektivem Mutismus besser verstehen und begleiten wollen.
1 Stunde 5 Minuten
In dieser Episode treffen Lenka und Dirk die schulische Autismusberaterin Katja Sauter-Hannen. Katja schildert, wie sich ihr Blick auf Autismus von einem Defizitmodell zu einer konsequent ressourcenorientierten Haltung entwickelt hat und welche Fragen Familien und Lehrkräfte ihr am häufigsten stellen. Sie zeigt, welche Stolpersteine in Klassenzimmer und Zuhause immer wieder auftauchen – von Reizüberflutung bis fehlenden Routinen – und wie Hospitationen, visuelle Tagespläne und eine enge Zusammenarbeit mit Eltern und Kollegium entlasten können. Herzstück des Gesprächs ist die Unterstützte Kommunikation: Katja erklärt, wie Piktogramme oder Kommunikationsmappen Kindern wortwörtlich eine Stimme geben und weshalb gute Fortbildungen hier der Schlüssel sind. Dabei betont sie stets die Talente der Kinder – vom Dino-Lexikon bis zur Mustererkennung – und wie diese Stärken zum Lernmotor werden. Zum Schluss wagt sie den Blick nach vorn: Welche Chancen bringt die ICD-11, wie verankern wir echte Inklusion – und warum machen gerade kleine, mutige Schritte oft den größten Unterschied.
1 Stunde 12 Minuten
Ergotherapeutin, Mutter und selbst neurodivergent – mit diesen drei Blickwinkeln bringt Mareke Tews frischen Klartext in die Diskussion um Autismus und ADHS. Im Gespräch mit Lenka und Dirk erklärt sie zunächst, weshalb Neurodivergenz keine Krankheit, sondern eine andere Art der Reiz- und Informationsverarbeitung ist – und warum genau dieses Verständnis ihr in der Therapie die entscheidenden Türen öffnet. Anschließend klärt Mareke die hartnäckigsten Mythen: Nein, nicht alle Autist*innen haben Inselbegabungen, sie wünschen sich sehr wohl Freundschaften, und man „sieht“ Autismus längst nicht immer sofort. Den roten Faden bildet ihr Zusammenspiel der Rollen: Als Fachfrau kennt sie evidenzbasierte Ansätze, als Mutter spürt sie den Praxisdruck, und als Betroffene erlebt sie jeden Tag, wie wertvoll Selbstakzeptanz und passende Rahmenbedingungen sind. Dieses einzigartige Dreieck macht ihre Botschaft stark: Nur wer Unterschiede versteht und respektiert, schafft echte Teilhabe – in Therapie, Schule und Gesellschaft.