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Episoden
05.05.2026
36 Minuten
Verhalten wirkt im Alltag oft eindeutig. Der Hund bellt, zieht, springt oder reagiert scheinbar „über“. Und schnell sind wir mit Bewertungen zur Stelle: Ungehorsam, Dominanz, Problemverhalten. In dieser Folge schauen wir gemeinsam genauer hin. Wir sprechen darüber, was Verhaltensanalyse im Hundetraining wirklich bedeutet und warum es so entscheidend ist, Verhalten nicht isoliert zu betrachten, sondern im Zusammenhang zu verstehen. Es geht um die Bedingungen, unter denen Verhalten entsteht, um die Rolle von Konsequenzen und darum, weshalb jedes Verhalten aus Sicht des Hundes Sinn ergibt. Du bekommst einen Einblick, wie du beginnen kannst, Verhalten neutral zu beobachten, statt es vorschnell einzuordnen, und warum genau darin ein Schlüssel für nachhaltige Veränderung liegt. Wir sprechen über typische Missverständnisse rund um Belohnung und Verstärkung, über den Einfluss von Emotionen und über die Bedeutung von Rahmenbedingungen im Alltag. Außerdem geht es darum, wie Verhaltensanalyse ganz praktisch im Training eingesetzt werden kann, ohne kompliziert oder theoretisch zu werden, und warum sie nicht nur das Verhalten deines Hundes verändert, sondern auch deinen Blick auf ihn. Diese Folge ist für dich, wenn du Training nicht als Korrektur verstehen möchtest, sondern als Möglichkeit, Zusammenhänge zu erkennen, Klarheit zu gewinnen und Beziehung bewusst zu gestalten.
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21.04.2026
19 Minuten
Ein Hund sieht ein Reh und schnappt in die Leine.
Er fixiert eine Katze und zwickt in den Ärmel.
Oder er dreht sich in einem Moment maximaler Erregung plötzlich zum eigenen Menschen um. Was sich für viele bedrohlich oder persönlich anfühlt, ist in Wahrheit oft etwas anderes: umgerichtetes Jagdverhalten. In dieser Folge sprechen wir darüber, was im Hund wirklich passiert, wenn Jagdenergie nicht zu Ende geführt werden kann, warum diese überschüssige Spannung ein Ventil sucht und weshalb viele Bisse im Alltag eben nicht aus Aggression entstehen, sondern aus fehlgeleiteter Jagdmotivation. Wir unterscheiden zwischen umgerichtetem und fehlgerichtetem Jagdverhalten, beleuchten typische Auslöser wie Leinenblockaden, schnelle Bewegungsreize oder Fahrzeuge und erklären, warum in solchen Momenten das klare Denken des Hundes oft schlicht nicht mehr erreichbar ist. Du erfährst, welche Rolle Frustration und Erregung spielen, warum Impulskontrolle allein selten ausreicht und weshalb klassische Gegenkonditionierung ein so wertvolles Werkzeug sein kann. Außerdem sprechen wir über Management, Sicherung und darüber, wie du in akuten Situationen reagieren kannst, ohne die Lage weiter zu eskalieren, selbst dann, wenn es emotional herausfordernd wird. Diese Folge ist ernst, aber sie ist wichtig. Denn sie hilft dabei, Verhalten nicht vorschnell zu bewerten, sondern die Energie dahinter zu verstehen. Und genau dort beginnt verantwortungsvolles Training. Schlüsselsatz der Folge:
Umgerichtetes Jagdverhalten ist keine Aggression gegen uns, sondern überschüssige Jagdenergie ohne Ventil.
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07.04.2026
26 Minuten
Jagdverhalten ist kein Problem, das man einfach abstellt, sondern ein tief verankertes biologisches Programm mit klarer Struktur, innerer Logik und unterschiedlichen Sequenzen. In dieser Folge schauen wir gemeinsam darauf, wo Jagd tatsächlich beginnt, warum sie sich im Tun selbst verstärkt und weshalb viele Trainingsansätze erst viel zu spät ansetzen. Wir sprechen darüber, was im Hund passiert, wenn er eine Spur aufnimmt, fixiert, sich anschleicht oder ins Hetzen gerät, und warum Lernen in manchen Phasen kaum noch möglich ist. Dabei geht es nicht um Verbote oder um das Unterdrücken eines natürlichen Verhaltens, sondern um die Frage, wie wir frühzeitig erkennen, was unser Hund uns zeigt, und wie wir Training so gestalten können, dass es zur jeweiligen Jagdsequenz passt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Umorientierung in frühen Phasen, auf sinnvollen Alternativen wie Futterwürfen oder Beuteobjekten sowie auf der Verantwortung, die wir auch gegenüber anderen Tieren tragen. Denn Tierschutz endet nicht beim eigenen Hund. Diese Folge lädt dich dazu ein, genauer hinzusehen, deinen Hund noch differenzierter zu lesen und Jagdverhalten nicht als Ungehorsam zu bewerten, sondern als Ausdruck von Motivation, Emotion und Biologie. Training beginnt nicht im Sprint, sondern im ersten Moment der Wahrnehmung und genau dort entsteht echte Zusammenarbeit.
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24.03.2026
36 Minuten
Im Alltag mit Hund passieren ständig Situationen, die gut gemeint sind und aus Hundesicht dennoch unhöflich wirken.
Sich über den Hund beugen, ihn über den Kopf streicheln, körperlich weiter Kontakt aufnehmen, obwohl er sich abwendet oder einfriert. Oft steckt Zuneigung, Freude oder Interesse dahinter. Doch Hunde kommunizieren anders. Und was für uns selbstverständlich ist, kann für sie bedrängend, belastend oder sogar bedrohlich sein. In dieser Folge sprechen wir darüber: - wie Höflichkeit aus Hundesicht aussieht - warum Distanz, Körperhaltung und Blickkontakt eine große Rolle spielen - welche Meide- und Beschwichtigungssignale häufig übersehen werden - weshalb gut gemeinte Grenzverletzungen langfristig Beziehung kosten können - und wie wir unsere Hunde im Alltag - auch gegenüber Besuch, Kindern oder Fremden - respektvoll schützen können Es geht um Aufmerksamkeit statt Automatismus.
Um Beobachtung statt Interpretation.
Und um die Bereitschaft, leise Signale ernst zu nehmen, bevor Hunde nur noch die Möglichkeit sehen sich zu wehren. Denn Höflichkeit im Umgang mit Hunden zeigt sich nicht in großen Gesten, sondern in Zurückhaltung, Respekt und echtem Perspektivenwechsel. Ein Impuls für alle, die Beziehung vor Gewohnheit stellen wollen.
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10.03.2026
31 Minuten
Kaum ein Thema sorgt im Hundetraining für so viele Diskussionen wie die Leinenführigkeit. Leinenruck, Richtungswechsel, Stehenbleiben, Locken, Belohnen, Beziehung, Führung - die Liste der Methoden ist lang. Und oft bleibt am Ende vor allem eins zurück: Verunsicherung. In dieser Podcastfolge sprechen wir darüber, warum es nicht die eine richtige Methode für die Leinenführigkeit gibt und warum genau das vielen Menschen das Leben schwer macht. Gemeinsam schauen wir auf • klassische und traditionelle Ansätze wie Leinenimpulse und Kontrolle • belohnungsbasiertes Training und seine Chancen, aber auch typische Stolperfallen • beziehungs- und kommunikationsorientierte Zugänge • die Rolle von Haltung, Präsenz und innerer Klarheit • und die Frage, was Hunde überhaupt lernen können und wann einfach Management gefragt ist Wir sprechen ehrlich über Nebenwirkungen von Methoden, über Erwartungshaltungen, Frustration, Geduld und darüber, warum eine lockere Leine oft mehr über die Beziehung aussagt als über das Training selbst. Diese Folge ist keine Anleitung nach Schema F, sondern eine Einladung, über den Tellerrand zu schauen, zu verstehen und Verantwortung zu übernehmen, für den eigenen Hund, für das Miteinander im Alltag und für die Welt draußen. Kernaussage der Folge: Leinenführigkeit ist keine Frage der Methode – sondern der Beziehung zwischen dir und deinem Hund.
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Über diesen Podcast
Impulse für Klarheit, Beziehung und echte Kooperation im
Hundetraining. Kurz, prägnant - mit Raum für neue Perspektiven
Heute haben Menschen gefühlt wenig Zeit, aber zunehmend Interesse
an Hundehaltung. Wir laden dich zum Reflektieren ein und nehmen
dich mit auf dem Weg über Kommunikation in die Kooperation zwischen
Menschen und ihren Hunden. Und das kurz, prägnant und sehr markant.
Wir das sind: Mario Krainz – akademischer Kynologe,
Hundetrainer-Ausbilder, Autor und Gründer des Netzwerks Team
Dogtraining.
In seiner Arbeit verbindet er wissenschaftlich
fundiertes Hundetraining mit modernen Erkenntnissen aus der
Verhaltensethologie und dem Coaching. Als Entwickler
des Puzzletrainings® setzt er auf ein strukturiertes,
individuelles Vorgehen zur Modulation von Problemverhalten und
Gestaltung einen Kooperativen Mensch-Hund-Beziehung. Auf dem
Dogtraining Campus bildet er Hundetrainer:innen aus, die das
Puzzletraining® als ganzheitliche Methode für nachhaltiges
Mensch-Hund-Training weitergeben. Sein Ansatz lädt dazu ein,
Verhalten als Ausdruck innerer Prozesse zu begreifen – und Hunde
nicht zu korrigieren, sondern zu verstehen. Susanne Allgeier –
Verhaltensberaterin, Theaterpädagogin, Autorin, Podcasterin, und
Gründerin von Septemberhund. In ihrer Arbeit verbindet sie
Fachwissen mit einem feinen Gespür für zwischenmenschliche und
zwischenartliche Dynamiken. Als Autorin des Buches „Das
Hundetraining zwischen den Zeilen“ setzt sie sich für ein
bewusstes, bedürfnisorientiertes Miteinander von Mensch und Hund
ein. Ihre Methode „Du – in den Pfoten deines Hundes“ lädt dazu ein,
sich selbst und den Hund mit neuen Augen zu sehen – fernab von
Perfektion.
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