Wirkstoff Mensch

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Episoden

#12 "Demenz verändert nicht den Wert eines Menschen" - mit Marianne Buchegger
28.05.2026
53 Minuten
Marianne Buchegger leitet ein Tageszentrum für Menschen mit Demenz im 3. Wiener Gemeindebezirk, ist Lehrgangsleiterin „Begleitend bei Demenz“, lehrt in der Palliative Care und verantwortet den Blog von Hospiz Österreich. 
Im Gespräch mit Moderatorin Birgit Fenderl und Mario Haller, Geschäftsführer Lilly Österreich, beschreibt sie das Tageszentrum als „Wohlfühlort“ mit Fahrtendienst, gemeinsamer Tagesstruktur und vielfältigen Angeboten von Virtual-Reality-Gedächtnistraining über Yoga, Mal- und Musikangebote bis hin zu tiergestützter Therapie und psychologischer Begleitung.
 Im Gespräch wird die große Scham deutlich, die mit kognitivem Abbau in einer leistungsorientierten Gesellschaft einhergeht, sowie die Hürde, dass Tageszentren oft mit Pflegeheimen und „Abschieben“ verwechselt werden.
 An eindrücklichen Beispielen – etwa einem Gast, der seine schützende Jacke erst nach Wochen ablegt – zeigt Buchegger, wie Vertrauen wächst, Personen „aufblühen“ und verborgene Fähigkeiten, wie künstlerische Talente, wieder sichtbar werden.
 Sie betont, dass Tageszentren nicht nur für Betroffene präventiv gegen Einsamkeit, Bewegungsmangel und Stress wirken, sondern auch Angehörige entlasten, die oft selbst stark belastet, vereinsamt und von Erwartungen überfordert sind.
 Im Blick auf Österreich lobt sie die dichte, niederschwellige Tageszentrumsstruktur in Wien, macht aber klar, dass es flexiblere, aufsuchende Angebote, Case-Management und eine bessere Unterstützung in den Bundesländern braucht.
 Buchegger kritisiert die rein negative mediale Darstellung von Demenz und plädiert für mehr öffentliche Räume des Austauschs – etwa Demenz-Meets und Angehörigennetzwerke – um Stigma abzubauen und zu zeigen, dass ein gutes Leben mit Demenz möglich ist.
 Zum Schluss wirbt sie für niedrigschwelligen Erstkontakt: Tageszentren können unverbindlich besucht werden, „Anschauen kostet nichts“, und niemand bindet sich endgültig – vielmehr geht es darum, ein passendes, wertschätzendes Angebot zu finden.


Links zur Folge:


Gastbeitrag von Marianne Buchegger im STANDARD


CS Caritas Socialis Demenz- und Alzheimerbetreuung


Verein Desideria


IG Pflege


Tirol Kliniken Demenz


Connexia


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#11 "Fördern und Fordern" - mit Veronika Stepan und Mario Haller
30.04.2026
47 Minuten
Diese Folge von "Wirkstoff Mensch" wurde im Wiener Headquarter von Lilly Österreich aufgenommen und markiert den 50. „Geburtstag“ des Unternehmens – Anlass für einen persönlichen und zugleich sehr ehrlichen Rückblick von Veronika Stepan (Führungsteam Lilly Österreich) und Gastgeber Mario Haller (Geschäftsführer Lilly Österreich). Bei Moderatorin Birgit Fenderl erzählt Veronika Stepan, wie aus einer Blindbewerbung in den 1990er-Jahren zunächst eine Absage wurde, bevor sie mit viel „Bauchstimme“ doch zu Lilly wechselte – und dort seit 25 Jahren immer neue Aufgaben und Entwicklungschancen gefunden hat. Mario Haller schildert seine Anfänge Anfang der 2000er-Jahre in einer stark hierarchisch geprägten Organisation mit „sechstem Stock“, Vorzimmerdamen und wöchentlichen Freitags-Meetings – und wie sich Führung seitdem in Richtung Vertrauen, Beteiligung und „Fördern und Fordern“ verändert hat. Ein Schwerpunkt der Folge ist die Vereinbarkeit von Karriere und Familie: Stepan berichtet, wie sie wenige Monate nach der Geburt ihres Sohnes in eine Führungsrolle zurückkehrte, warum Unterstützung durch den Partner entscheidend war und weshalb sie sich in Österreich mehr partnerschaftliche Teilzeit-Modelle nach skandinavischem Vorbild wünscht. Haller reflektiert ehrlich, dass er selbst nicht in Karenz gegangen ist, seine Kinder ihn trotzdem als präsenten Vater erlebt haben, er aber manche frühe Meilensteine verpasst hat – und was er im Rückblick anders machen würde. Beide sprechen über die neuen Arbeitsrealitäten mit Homeoffice, flexiblen Arbeitszeiten, „Me-Time“ und verschiedenen Generationen im Team und darüber, dass es weniger um starre Modelle wie die Vier-Tage-Woche geht, sondern um klare Grenzen, gemeinsame Spielräume und gute Teamabstimmung. Im zweiten Teil der Folge geht es um die Entwicklung der Pharmabranche: mehr Regulierung und europäische Verfahren, aber auch deutlich gestiegene Transparenz bei Studiendaten, ethischem Verhalten und dem Umgang mit Ärzt:innen – sowie den Wunsch, als vertrauenswürdiger Mitgestalter im Gesundheitssystem gesehen zu werden. Zum Schluss richtet sich der Blick nach vorne: Stepan beschreibt, warum sie die Pharmabranche trotz aller Komplexität als „wahnsinnig spannendes, dynamisches Umfeld“ erlebt, in dem neue Medikamente ganz konkret das Leben von Menschen mit chronischen Erkrankungen verändern, und Haller unterstreicht, dass Sinnhaftigkeit und der gemeinsame Wunsch, Patient:innen zu helfen, der wichtigste Antrieb für sein Team bleiben. Im Mythen-Check klärt Haller außerdem, warum KI die Pharmaforschung nicht überflüssig machen wird, sondern als starkes Analyse- und Entdeckungstool vor allem dann wirksam ist, wenn Mensch und Maschine gut zusammenspielen – beispielhaft an Covid-Forschung und einer aktuellen KI-Kooperation von Lilly mit Nvidia.


Links zur Folge:


#5 "Ich lebe wahnsinnig gern!" - Der Kampf von Andrea Kdolsky gegen den Krebs


#8 "Krebs ist kein Todesurteil" - mit Rainer Reichl


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#10 "Ich habe ein neues Leben geschenkt bekommen" - mit André "Commander" Krieger
26.03.2026
47 Minuten
Bei der "Missing Link Podcastnacht" begrüßen Birgit Fenderl und Mario Haller ihren Gast André „Commander“ Krieger, einen der größten Gaming-Streamer Deutschlands mit mehr als 700.000 Abonnent:innen. André schildert, wie sich aus Zuckersucht, zuckerhaltigen Getränken, unregelmäßigen Arbeitszeiten und immer weniger Bewegung schleichend Adipositas Grad 3, Schlafapnoe, Depressionen und ein massives Übergewicht von 170 kg entwickelten. Er beschreibt seinen leichten Schlaganfall, der sich mitten im Livestream durch Sprachstörungen und Sehstörungen bemerkbar machte und zunächst von ihm selbst als Stresssymptom fehlinterpretiert wurde. Nach der Diagnose mit Bluthochdruck, Prädiabetes und Schlafapnoe bekommt er die Wahl zwischen „weitermachen wie bisher – dann noch wenige Jahre Leben“ oder einer radikalen Veränderung und entscheidet sich für ein „zweites Leben“. Unterstützt durch Medikamente zur Gewichtsreduktion, konsequente Reduktion von Zucker, Kalorientracking per App, schrittweise mehr Bewegung und ein CPAP-Gerät im Schlaflabor schafft André mehr als 50 Kilo Gewichtsverlust und entdeckt neue Freude an Alltag, Sport und Golf. Mario Haller ordnet medizinisch ein, dass Adipositas eine chronische Erkrankung mit bis zu hunderten möglichen Folgeerkrankungen ist, die in Österreich hohe gesundheitliche und ökonomische Folgekosten verursacht, aber im System oft noch als Lifestyle-Problem behandelt wird. Im Gespräch geht es um Stigmatisierung, Schubladendenken, die besondere Betroffenheit sozial schwächerer Gruppen, die Diskussion um Zuckersteuer und strukturelle Anreize, gesündere Entscheidungen im Alltag zu erleichtern. Zum Schluss erzählt Mario im „Mythencheck“, wie Pharmaunternehmen Verantwortung für Patientensicherheit, Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Medikamentenspenden übernehmen und warum gesellschaftliches Engagement und Umweltziele längst Teil des Kerngeschäfts sind.


Links zur Folge:


Schlaganfall im Livestream (youtube)


DekarbPharm


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#9 "Löst euch vom Vorurteil Übergewichtige haben keine Selbstdisziplin" - mit Werner Gruber
26.02.2026
53 Minuten
In dieser Folge von „Wirkstoff Mensch“ spricht Physiker und Science-Busters-Mitbegründer Werner Gruber bei Moderatorin Birgit Fenderl sehr persönlich über seine Geschichte mit Adipositas – von der Hormontherapie im Kindesalter bis zur Entscheidung für eine Magenbypass-Operation. Er beschreibt, warum Diäten meist scheitern, wie das Fress- und Sättigungszentrum im Gehirn ein höheres Körpergewicht „nachreguliert“ und weshalb langfristige Gewichtsreduktion für viele Menschen ohne chirurgische oder medikamentöse Hilfe kaum erreichbar ist. Gruber schildert eindrücklich, wie sich nach der Operation sein Sättigungsgefühl, seine Essgewohnheiten und sogar sein Geschmackssinn verändert haben – inklusive überraschender Effekte bei Zucker-Fett-Kombinationen und Alkohol. Im Gespräch wird deutlich, dass Adipositas eine chronische Erkrankung ist, die mit Folgeerkrankungen verbunden sein kann und dennoch in Österreich noch immer häufig nicht als solche anerkannt wird. Lilly Österreich Geschäftsführer Mario Haller und Werner Gruber diskutieren, wie Stigmatisierung und das Vorurteil der „Willensschwäche“ Betroffene zusätzlich belasten und warum ein respektvoller, informierter Umgang in Schule, Medizin und Gesellschaft so wichtig ist. Thema ist auch, wie Hausärzt:innen Patient:innen begleiten können – von der Einschätzung der individuellen Situation über Zweitmeinungen bis hin zur Vermittlung an spezialisierte Adipositassprechstunden. Gruber gibt praktische Einblicke in den Alltag nach bariatrischer Chirurgie, von Essensplanung und Reisen bis zu körperlichen Einschränkungen in den ersten Monaten. Im abschließenden Mythenteil wird zudem der verbreitete Vorwurf entkräftet, Pharmaunternehmen wollten Menschen mit immer neuen Medikamenten abhängig machen – stattdessen stehen Sicherheit, Nutzen und kontinuierliche Überwachung von Arzneimitteln im Vordergrund, besonders bei chronischen Erkrankungen.


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#8 "Krebs ist kein Todesurteil" - mit Rainer Reichl
04.02.2026
47 Minuten
Unternehmer Rainer Reichl schildert in dieser Episode von "Wirkstoff Mensch", die anlässlich des "Weltkrebstages 2026" erscheint, den Moment der niederschmetternden Diagnose, als ihm geraten wurde, sich „noch eine schöne Zeit“ zu machen, und wie er in Salzburg ein onkologisches Team fand, das ihm neue Perspektiven eröffnet hat.   Er beschreibt, warum er sich auf seine Chemo- und Immuntherapie „freuen“ kann, weil sie seinen Tumor kontrolliert, seine Marker stabil hält und ihm Sicherheit gibt. Zentrales Thema ist seine Rolle als sehr aktiver, gut informierter Patient, der Befunde hinterfragt, Therapien versteht und sich bewusst für die Schulmedizin entscheidet, während er vor rein alternativen Heilversprechen warnt.   Reichl betont die enorme Bedeutung psychoonkologischer Unterstützung, eines respektvollen, professionellen Umgangs in Kliniken und eines Gesundheitssystems, das schnelle Befundung und enge Kontrollen ermöglicht. Er plädiert eindringlich für qualifizierte Vorsorge, kritisiert Oberflächlichkeit bei Untersuchungen und ein zu schwaches Bewusstsein für Früherkennung und Impfungen, insbesondere bei Brust- und Prostatakrebs.   Aus seiner Krankheit entstand auch sein starkes Engagement für Forschung – etwa für das Salzburg Cancer Research Institute und die von ihm finanzierte Bildungsplattform „MedYouCate“, ein „Netflix für Chirurgen“ mit hunderten OP-Videos und globaler Jobbörse für Mediziner.   Im Privaten zeigt er, wie offen gelebte Kommunikation in der Familie, gemeinsames Tragen von Ängsten und der bewusste Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Information ihm zusätzliche Sicherheit geben. Zum Schluss richtet er eine klare Ermutigung an Betroffene: Krebs ist kein Todesurteil, es lohnt sich zu kämpfen, Hoffnung zu bewahren und sich das eigene Glück und die Freude am Leben aktiv zu erhalten.


Links zur Folge


MedYouCate-Plattform


Buch "Heile Deinen Körper" von Louise Hay (Morawa)


Salzburg Cancer Research Institute


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Über diesen Podcast

Was macht Medizin und Forschung wirklich lebendig? Es sind nicht nur die Formeln im Labor oder die Studien auf dem Papier - es sind die Menschen dahinter: Forscher:innen, die nach Lösungen suchen. Ärzt:innen, die nicht Krankheiten behandeln, sondern den Menschen als Gesamtes sehen und gute Lebensmomente bewahren wollen. Und vor allem: Betroffene, der Vater, die Freundin - Menschen wie du und ich, deren Geschichten uns berühren und antreiben. Willkommen bei "Wirkstoff Mensch", dem Podcast von Lilly!
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