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Episoden

44 Minuten
In dieser Episode dreht sich alles um das österreichische Gesundheitssystem und seine Zukunft. Das Gesundheitssystem ist leistungsfähig und komplex organisiert, bringt aber für viele Menschen spürbare Zugangsprobleme mit sich. Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, erklärt bei Moderatorin Birgit Fenderl, warum Primärversorgungseinheiten als wohnortnahe erste Anlaufstellen ausgebaut werden sollen: Teams aus Medizin, Pflege und weiteren Gesundheitsberufen sollen längere Öffnungszeiten, bessere Erreichbarkeit und koordiniertere Versorgung ermöglichen. Einzelordinationen sollen dabei nicht verschwinden, aber durch größere multiprofessionelle Strukturen ergänzt werden.

Auch spezialisierte ambulante Zentren und eine stärkere Konzentration komplexer Leistungen sollen helfen, Qualität und Versorgungssicherheit zu verbessern. Telemedizin und Digitalisierung können Wege verkürzen und neue Zugänge schaffen, ersetzen den persönlichen Kontakt aber nicht. Künstliche Intelligenz sieht Ostermann vor allem als Unterstützung in Forschung, Diagnostik und Zweitmeinungsverfahren – unter menschlicher Kontrolle.

Ein weiterer Schwerpunkt in dieser Folge ist der zunehmende Personalbedarf in Pflege und Medizin: Entscheidend seien attraktive Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung, Qualifizierung und nachhaltige Karriereperspektiven. Prävention müsse über das Gesundheitssystem hinaus gedacht werden, etwa bei Ernährung, Bewegung, Bildung und sozialer Infrastruktur. Für die Zukunft bis 2040 erwartet Ostermann mehr digitale Angebote, mehr Primärversorgung und ambulante Zentren sowie eine weitere Spezialisierung der Spitalslandschaft. Der Maßstab für eine gerechte Gesundheitsversorgung bleibe dabei, wie gut jene Menschen unterstützt werden, die über die geringsten eigenen Ressourcen verfügen.

Links zur Folge:

Safe Hearts Plan

#12 Demenz verändert nicht den Wert eines Menschen (Podcast Wirkstoff Mensch)

#14 Adipositas-Behandlung erfolgt nicht durch Handauflegen (Podcast Wirkstoff Mensch)

Eli Lilly Österreich

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21 Minuten
Adipositas-Expertin Dr. Bianca-Karla Itariu beschreibt Adipositas als chronische, schubförmige Krankheit, die sich über eine erhöhte Fettmasse und eine Fettgewebsdysfunktion auszeichnet. Im Gespräch mit Moderatorin Birgit Fenderl erklärt sie, wie überschüssiges Fettgewebe insbesondere im Bauchraum und an Organen wie Leber und Herz gespeichert wird und dort zu schweren Folgeerkrankungen führen kann. Adipositas ist stark erblich, viele beteiligte Gene sitzen im Gehirn und beeinflussen, wie Menschen auf eine hochkalorische Umwelt mit Nahrungsmittelwerbung, versteckten Kalorien und „per Design“ verführerischen Lebensmitteln reagieren. Lebensstiländerungen allein führen laut Studien meist nur zu etwa 5% Gewichtsreduktion mit hoher Wahrscheinlichkeit des Wiederzunehmens, weshalb die Beschränkung auf reine Präventionsratschläge als Therapie nicht ausreicht. Dr. Bianca-Karla Itariu kritisiert Body Shaming in der Medizin und schildert, wie Beschwerden von Patientinnen häufig vorschnell auf das Gewicht reduziert werden, statt Adipositas leitliniengerecht zu behandeln. Sie fordert mehr Aus- und Weiterbildung zu Adipositas in Studium und postuniversitären Lehrgängen sowie eine klare Trennung von Prävention und Therapie, damit Betroffene Zugang zu den besten Behandlungsmöglichkeiten erhalten. Die Episode thematisiert unterschiedliche Adipositas-Phänotypen, geschlechtsspezifische Unterschiede und soziale Faktoren – mit höherem Leidensdruck bei vielen Frauen und teils gravierenden Komplikationen bei Männern schon bei niedrigerem BMI. Dr. Bianca-Karla Itariu betont die hohe Selbstverantwortung ihrer Patientinnen und Patienten, die seit Jahren vieles ausprobieren und bereit sind, viel in wirksame Therapien zu investieren, um ihr Leben mit Kindern, Enkelkindern und im Alltag aktiv gestalten zu können.

Links zur Folge:

Website Dr. Bianca-Karla Itariu

Buch "Das Gewicht unserer Körper" (Haymon-Verlag)

Eli Lilly Österreich

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42 Minuten
ORF-Moderator Patrick Budgen schildert im Gespräch mit Moderatorin Birgit Fenderl und Lilly-Österreich-Geschäftsführer Mario Haller anlässlich des "Cancer Survivor Day" seinen langen Weg zur Diagnose Hodgkin-Lymphom, in dem er trotz zahlreicher Untersuchungen zunächst immer wieder als „pumperlg'sund“ nach Hause geschickt wurde – bis in der Klinik Favoriten ein weit fortgeschrittenes Lymphom entdeckt wurde. Er beschreibt den Schock des Diagnosegesprächs und die Bedeutung jedes Wortes („Sterben ist momentan kein Thema“). Besonders prägend waren für ihn die Behandlung während der frühen Corona-Pandemie mit Isolation ohne Besuch, das Schreiben eines Tagebuchs, das später zu einem Buch wurde, und Rückmeldungen von Betroffenen, denen seine Geschichte Mut macht. Er betont, wie sehr Hartnäckigkeit und Vertrauen ins eigene Körpergefühl ihm laut Ärzten das Leben gerettet haben, und wie die Erfahrung ihn weniger hypochondrisch, dafür direkter, bewusster und dankbarer für Arbeit und Alltag werden ließ.

Links zur Folge:

Buch "Einsiedlerkrebs" von Patrick Budgen

Österreichische Krebshilfe

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53 Minuten
Marianne Buchegger leitet ein Tageszentrum für Menschen mit Demenz im 3. Wiener Gemeindebezirk, ist Lehrgangsleiterin „Begleitend bei Demenz“, lehrt in der Palliative Care und verantwortet den Blog von Hospiz Österreich. 
Im Gespräch mit Moderatorin Birgit Fenderl und Mario Haller, Geschäftsführer Lilly Österreich, beschreibt sie das Tageszentrum als „Wohlfühlort“ mit Fahrtendienst, gemeinsamer Tagesstruktur und vielfältigen Angeboten von Virtual-Reality-Gedächtnistraining über Yoga, Mal- und Musikangebote bis hin zu tiergestützter Therapie und psychologischer Begleitung.
 Im Gespräch wird die große Scham deutlich, die mit kognitivem Abbau in einer leistungsorientierten Gesellschaft einhergeht, sowie die Hürde, dass Tageszentren oft mit Pflegeheimen und „Abschieben“ verwechselt werden.
 An eindrücklichen Beispielen – etwa einem Gast, der seine schützende Jacke erst nach Wochen ablegt – zeigt Buchegger, wie Vertrauen wächst, Personen „aufblühen“ und verborgene Fähigkeiten, wie künstlerische Talente, wieder sichtbar werden.
 Sie betont, dass Tageszentren nicht nur für Betroffene präventiv gegen Einsamkeit, Bewegungsmangel und Stress wirken, sondern auch Angehörige entlasten, die oft selbst stark belastet, vereinsamt und von Erwartungen überfordert sind.
 Im Blick auf Österreich lobt sie die dichte, niederschwellige Tageszentrumsstruktur in Wien, macht aber klar, dass es flexiblere, aufsuchende Angebote, Case-Management und eine bessere Unterstützung in den Bundesländern braucht.
 Buchegger kritisiert die rein negative mediale Darstellung von Demenz und plädiert für mehr öffentliche Räume des Austauschs – etwa Demenz-Meets und Angehörigennetzwerke – um Stigma abzubauen und zu zeigen, dass ein gutes Leben mit Demenz möglich ist.
 Zum Schluss wirbt sie für niedrigschwelligen Erstkontakt: Tageszentren können unverbindlich besucht werden, „Anschauen kostet nichts“, und niemand bindet sich endgültig – vielmehr geht es darum, ein passendes, wertschätzendes Angebot zu finden.

Links zur Folge:

Gastbeitrag von Marianne Buchegger im STANDARD

CS Caritas Socialis Demenz- und Alzheimerbetreuung

Verein Desideria

IG Pflege

Tirol Kliniken Demenz

Connexia

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47 Minuten
Diese Folge von "Wirkstoff Mensch" wurde im Wiener Headquarter von Lilly Österreich aufgenommen und markiert den 50. „Geburtstag“ des Unternehmens – Anlass für einen persönlichen und zugleich sehr ehrlichen Rückblick von Veronika Stepan (Führungsteam Lilly Österreich) und Gastgeber Mario Haller (Geschäftsführer Lilly Österreich). Bei Moderatorin Birgit Fenderl erzählt Veronika Stepan, wie aus einer Blindbewerbung in den 1990er-Jahren zunächst eine Absage wurde, bevor sie mit viel „Bauchstimme“ doch zu Lilly wechselte – und dort seit 25 Jahren immer neue Aufgaben und Entwicklungschancen gefunden hat. Mario Haller schildert seine Anfänge Anfang der 2000er-Jahre in einer stark hierarchisch geprägten Organisation mit „sechstem Stock“, Vorzimmerdamen und wöchentlichen Freitags-Meetings – und wie sich Führung seitdem in Richtung Vertrauen, Beteiligung und „Fördern und Fordern“ verändert hat. Ein Schwerpunkt der Folge ist die Vereinbarkeit von Karriere und Familie: Stepan berichtet, wie sie wenige Monate nach der Geburt ihres Sohnes in eine Führungsrolle zurückkehrte, warum Unterstützung durch den Partner entscheidend war und weshalb sie sich in Österreich mehr partnerschaftliche Teilzeit-Modelle nach skandinavischem Vorbild wünscht. Haller reflektiert ehrlich, dass er selbst nicht in Karenz gegangen ist, seine Kinder ihn trotzdem als präsenten Vater erlebt haben, er aber manche frühe Meilensteine verpasst hat – und was er im Rückblick anders machen würde. Beide sprechen über die neuen Arbeitsrealitäten mit Homeoffice, flexiblen Arbeitszeiten, „Me-Time“ und verschiedenen Generationen im Team und darüber, dass es weniger um starre Modelle wie die Vier-Tage-Woche geht, sondern um klare Grenzen, gemeinsame Spielräume und gute Teamabstimmung. Im zweiten Teil der Folge geht es um die Entwicklung der Pharmabranche: mehr Regulierung und europäische Verfahren, aber auch deutlich gestiegene Transparenz bei Studiendaten, ethischem Verhalten und dem Umgang mit Ärzt:innen – sowie den Wunsch, als vertrauenswürdiger Mitgestalter im Gesundheitssystem gesehen zu werden. Zum Schluss richtet sich der Blick nach vorne: Stepan beschreibt, warum sie die Pharmabranche trotz aller Komplexität als „wahnsinnig spannendes, dynamisches Umfeld“ erlebt, in dem neue Medikamente ganz konkret das Leben von Menschen mit chronischen Erkrankungen verändern, und Haller unterstreicht, dass Sinnhaftigkeit und der gemeinsame Wunsch, Patient:innen zu helfen, der wichtigste Antrieb für sein Team bleiben. Im Mythen-Check klärt Haller außerdem, warum KI die Pharmaforschung nicht überflüssig machen wird, sondern als starkes Analyse- und Entdeckungstool vor allem dann wirksam ist, wenn Mensch und Maschine gut zusammenspielen – beispielhaft an Covid-Forschung und einer aktuellen KI-Kooperation von Lilly mit Nvidia.

Links zur Folge:

#5 "Ich lebe wahnsinnig gern!" - Der Kampf von Andrea Kdolsky gegen den Krebs

#8 "Krebs ist kein Todesurteil" - mit Rainer Reichl

Eli Lilly Österreich

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Über diesen Podcast

Was macht Medizin und Forschung wirklich lebendig? Es sind nicht nur die Formeln im Labor oder die Studien auf dem Papier - es sind die Menschen dahinter: Forscher:innen, die nach Lösungen suchen. Ärzt:innen, die nicht Krankheiten behandeln, sondern den Menschen als Gesamtes sehen und gute Lebensmomente bewahren wollen. Und vor allem: Betroffene, der Vater, die Freundin - Menschen wie du und ich, deren Geschichten uns berühren und antreiben. Willkommen bei "Wirkstoff Mensch", dem Podcast von Lilly!
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