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Episoden
10.01.2026
83 Sekunden
Am 10. Jänner wird der Gedenktag der Heiligen Leonie Aviat
gefeiert. Eine Brille spielte im Leben der Heiligen eine
entscheidende Rolle. 1864, Sézanne, Frankreich.
Wie Leonie aus einer Begegnung eine Bewegung
machte
Die 20-jährige Leonie Aviat, Tochter aus gutbürgerlichem Haus,
holt für ihre Mutter eine Brille aus der örtlichen Brillenfabrik.
Dort sieht sie erstmals die Auswirkungen der Industrialisierung.
Leonie ist entsetzt über die Arbeitsbedingungen der
Arbeiterinnen. Spontan beschließt sie, zu helfen. Sie geht zu
ihrem früheren Lehrer, dem Kaplan Louis Brisson. Dieser
unterstützt sie. Er hat nämlich ähnliche Ideen. Zunächst leitet
Leonie für Louis Brisson Unterstützungseinrichtungen für
Textilarbeiterinnen, später gründet sie mit ihm die Gemeinschaft
der Oblatinnen des heiligen Franz von Sales. Die Kongregation
kümmert sich um Mädchen, die als billige Arbeitskräfte in den
Industriebetrieben arbeiten. Für sie werden Wohnheime gegründet,
später auch Werkstätten und Schulen.
Bald schon gesellen sich zu Leonie weitere junge Frauen, auch in
Österreich. 1904 werden die Oblatinnen im Zuge der
Säkularisierung Frankreichs vertrieben. Leonie verlegt das
Mutterhaus nach Perugia in Italien. Dort stirbt sie 10 Jahre
später im Alter von 70 Jahren am 10. Januar 1914. 2001 wurde
Leonie Aviat heiliggesprochen.
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28.12.2025
83 Sekunden
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
Der 28. Dezember ist der Gedenktag der Unschuldigen Kinder.
Ursprünglich bezog er sich auf die Opfer des Kindermords von
Betlehem. Inzwischen ist er ausgeweitet worden auf das Gedenken
an alle leidenden Kinder.
Aber an diesem Tag ist auch Gedenktag eines Heiligen, der nur
zehn Jahre alt wurde und dann als Märtyrer starb. Julius von Rom
wurde Opfer der ersten Christenverfolgungen in Rom im 2. oder 3.
Jahrhundert. In Wien hat er eine Gedenkstätte, denn seine Gebeine
befinden sich in der Michaelerkirche. Wie das kam?
Es begann mit einer päpstlichen Schenkung an den Wiener
Kaiserhof. Kaiserin Maria Theresia ließ die Gebeine zur
öffentlichen Verehrung in die Kirche am Hof bringen, die damals
den Jesuiten gehörte. Kardinal Sigismund Kollonitz legte das Fest
des Heiligen mit dem Tag der Unschuldigen Kinder zusammen. Daraus
wurde ein regelrechter „Juliuskult“ mit Kinderprozessionen. Er
wurde zum Schutzpatron der Wiener Kinder. Seine Verehrung
verbreitete sich von Wien aus über die Jesuitenmissionen in die
ganze Welt. Nach Auflösung des Jesuitenordens im Jahr 1773,
übergab Maria Theresia die Reliquien schließlich der
Hofpfarrkirche St. Michael, wo sie sich noch heute befinden.
Schauen Sie sich das an!
Bernadette Spitzer
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22.12.2025
86 Sekunden
Francesca Cabrini war ursprünglich Italienerin. Sie wurde vom
Papst mit einem originellen Auftrag in die USA geschickt, erhielt
dort die Staatsbürgerschaft und wurde durch ihre Kanonisierung
die erste heiliggesprochene Bürgerin der USA.
Franziska gründete eine Gemeinschaft für Herz und
Mission
Sie kam 1850 in der Nähe von Mailand als jüngstes von 13 Kindern
zur Welt und wurde Lehrerin und Ordensfrau. Als der Orden
aufgelöst wurde, gründete sie mit 30 Jahren ihren eigenen: die
Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu. Mission war
Francescas Leidenschaft, deshalb fügte sie ihrem Vornamen den
ihres Vorbilds Franz Xaver an, des großen Missionsheiligen, und
kreierte damit die weibliche Form Franziska Xaviera.
Papst Leo XIII. schickte sie in die USA, wo sie sich um die
Italiener kümmern sollte. Sie gründete innerhalb von 30 Jahren
fast 70 Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser und Klöster mit dem
Ziel, den Italienern die Integration in die neue Heimat zu
erleichtern. Franziska Xaviera Cabrini starb am 22.
Dezember 1917 im Alter von 77 Jahren im Mutterhaus ihres
Ordens in Chicago.
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14.12.2025
83 Sekunden
Johannes könnte Patron all jener Eltern sein, die verzweifeln,
weil ihre Kinder lebensuntüchtig scheinen und in der Schule
nichts zusammenbringen, denn er war bis ins Erwachsenenalter
Analphabet.
Die mystische Reise des Johannes vom Kreuz
Heute ist er Patron der spanischsprachigen Dichter und sogar
Kirchenlehrer: Johannes vom Kreuz. Er wurde 1542 in Spanien
geboren und wuchs in armen Verhältnissen auf, daher lernte er
weder Lesen noch Schreiben. Auch handwerklich war Johannes
ungeschickt. Endlich fand man dann doch etwas, was ihm Spaß
machte und wofür er begabt schien: Er wurde Pfleger in einem
Krankenhaus. Ab seinem 17. Lebensjahr besuchte er Kurse im
örtlichen Jesuitenkolleg, wodurch er dann doch noch Lesen und
Schreiben lernte.
Johannes schloss sich dem Karmeliterorden an und wurde Priester.
Gemeinsam mit Teresa von Ávila wollte er den Orden reformieren,
was zu Konflikten führte, denn die Inquisition sperrte ihn ein.
Im Gefängnis erlebte er mystische Visionen, die er später in
Gedichten verarbeitete. Schließlich löste man den Konflikt durch
eine Spaltung des Ordens. Johannes leitete die „unbeschuhten“
Karmeliten und starb 1591 mit 49 Jahren.
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07.12.2025
2 Minuten
Ambrosius zählt zu den vier großen Kirchenvätern des Abendlandes.
Er war nicht nur Politiker und Heiliger, sondern auch ein
Spätberufener.
Der Weg des Ambrosius vom Politiker zur Kirche
Sein Vater war römischer Statthalter und er folgte dieser
Tradition, indem er selbst Politiker wurde. Ambrosius war so
erfolgreich, dass er Statthalter von Oberitalien mit Sitz in
Mailand wurde. Er war ein Politiker, den das Volk liebte. Als 374
ein neuer Bischof für Mailand gewählt werden sollte, konnte man
sich nicht einigen. Ambrosius nahm an der Wahl als Beobachter
Teil, beeindruckte jedoch so sehr, dass alle Parteien ihn zum
Bischof wünschten. Zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht einmal
getauft.
Die Kirche reagierte schnell, indem Ambrosius sofort getauft
wurde und nur eine Woche später, am 7. Dezember, zum Priester und
Bischof geweiht. Die 23 Jahre seines Bischofsamtes sind in
dem Bienenstock, mit dem er dargestellt wird, symbolisiert: Er
war flott, fleißig und gelehrsam wie die Bienen, und sein Reden
und Handeln war kostbar und wohlschmeckend für die Menschen wie
Honig. Ambrosius starb 397.
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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
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