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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

Anton Maria Schwartz ist heute wohl vor allem in Wien noch ein Begriff. 1852 in Baden bei Wien geboren, wurde er 1875 zum Priester geweiht.Anton Maria Schwartz und seine besondere Berufung

Zunächst war er Kaplan und später Seelsorger bei den Barmherzigen Schwestern in Wien. Dort fiel ihm etwas auf, das ihn nicht mehr losließ: Die jungen Arbeiter und Lehrlinge hatten kaum jemanden, der sich um sie kümmerte. Das wurde zu seiner besonderen Berufung. Ab 1882 widmete er sich ganz den Lehrlingen.

Anton Maria Schwartz und die KalasantinerEr gründete Vereine und Lehrlingsheime, vermittelte Arbeitsstellen und setzte sich für bessere Arbeitsbedingungen, freie Sonntage und Lehrlingsurlaub ein. Ihm ging es dabei nicht nur um den Glauben, sondern um den ganzen Menschen. Schwartz war überzeugt, dass Seelsorge nicht an der Kirchentür enden darf. Wenn ein junger Mensch mit Sorgen, Armut oder schwierigen Arbeitsbedingungen zu kämpfen hatte, gehörte auch das zu seiner Aufgabe. 1889 gründete er die Kalasantiner, eine Ordensgemeinschaft, die sich besonders der Seelsorge an Arbeitern und Jugendlichen widmete. Dabei orientierte er sich am heiligen Josef Calasanz, der sich ebenfalls besonders für die Bildung junger Menschen eingesetzt hatte. Wegen seines großen Einsatzes wurde er später „Apostel der Arbeiter“ genannt.

Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4

Erhältlich im ⁠⁠⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠⁠⁠.
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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

Ein Professor für Handelsrecht und Literaturwissenschaften, der 9 Sprachen beherrschte und eine Vorreiterorganisation der Caritas gründete, das war Friedrich Ozanam.

Friedrich Ozanams Kindheit und prägende Erfahrungen

Er kam 1813 als Sohn eines französischen Offiziers und Armenarztes in Mailand zur Welt. Als Mailand durch die Verträge von 1815 an Österreich fiel, kehrte die Familie nach Lyon zurück. Durch den Beruf seines Vaters, der viele Patienten gratis behandelte, und die karitative Tätigkeit seiner Mutter in den Arbeiterquartieren der Textilstadt Lyon lernte er bald das Elend der Arbeiter im Frühkapitalismus kennen.

Friedrich Ozanam als Professor und engagierter Helfer

1831 übersiedelte Friedrich nach Paris, wurde Jurist, Literaturwissenschafter und war in beiden Fächern so gut, dass er mit 24 Jahren Professor für Handelsrecht und mit 31 Professor für auswärtige Literatur an der Sorbonne wurde. Dazwischen heiratete er und bekam eine Tochter. Doch das war Friedrich Ozanam nicht genug.

Er sah die Ursachen für das Elend der Arbeiter in der Gesellschaftsstruktur. Mit 20 gründete er daher einen karitativ-studentischen Verein, der später den Namen Vinzenz-Konferenz annahm. Er war einer der ersten, der gemeinschaftliche Hilfe für Notleidende organisierte und dessen Verbesserungsvorschläge von der Kirche aufgegriffen wurden.

Friedrichs Vermächtnis

Wegen seiner schlechten Gesundheit musste Friedrich Ozanam seinen Beruf schon mit 39 Jahren aufgeben. Er starb ein Jahr später am 8. September 1853 in Marseille an einem Nierenleiden und einer Brustfellentzündung. In Österreich gibt es heute über 100 Vinzenzgemeinschaften. Friedrich Ozanam wurde 1997 seliggesprochen.

Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4

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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

Viele von uns haben sie noch lebhaft vor Augen, die kleine, alte Frau in ihrem weiß-blauen Sari: Mutter Teresa.

Sie galt schon zu Lebzeiten als Heilige, und inzwischen sie es offiziell. Verbunden wird sie mit Indien, und doch war sie Europäerin, geboren 1910 im heutigen Mazedonien, damals Osmanisches Reich, in eine albanische katholische Bauunternehmerfamilie. Als solche hätte sie ein ganz anderes Leben führen können.

Vom Leben als Ordensfrau zur „Mutter der Armen“Mit 18 trat Agnes, wie sie eigentlich hieß, aber in den Orden der Loretoschwestern ein und nahm den Ordensnamen Teresa an, in Erinnerung an die französische Heilige Therese von Lisieux. Der Orden schickte sie als Lehrerin nach Indien. Nach 17 Jahren zog sie in die Slums von Kalkutta, und ein paar Jahre später, 1950, gründete sie mit ehemaligen Schülerinnen den Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe.

 Ihr Einsatz für Kranke und Obdachlose

Der Rest ist Geschichte. Mutter Teresa las Kranke und Sterbende von der Straße auf. Bald konnte sie Krankenhäuser, Hospize, Heime und Schulen bauen. 1979 erhielt der „Engel der Armen“, wie sie genannt wurde, den Friedensnobelpreis. Seit 1985 sind ihre Schwestern auch in Wien und kümmern sich vor allem um Obdachlose.Mutter Teresa – Kritik, Tod und Vermächtnis

Mutter Teresas Arbeit ist aber auch umstritten, etwa wegen mangelnder medizinischer Hilfe in ihren Spitälern oder undurchsichtigen Spendenflüssen.

Mutter Teresa starb mit 87 am 5. September 1997 in Kalkutta. 2016 wurde sie heilig gesprochen. Auch die profane Welt ehrt ihr Andenken: In Albanien ist der Flughafen Tirana nach ihr benannt und im Weltall ein Asteroid.Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4

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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

Ihr Lachen am Foto lässt erahnen, welch heitere Person sie gewesen sein mag oder – wie ein Sturm ein Leben verändern kann. Heute ist Gedenktag der italienischen Don Bosco Schwester und Missionarin Maria Troncatti.

Maria Troncatti: Von der Bergbauernfamilie zur Missionarin

Geboren wurde sie 1883 als zweites von vierzehn Kindern einer Bergbauernfamilie. Von daher war sie es gewöhnt, sich um andere zu kümmern und zuzupacken. Sie wusste, was sie für sich wollte, denn mit ihrer Volljährigkeit trat sie in den Orden der Don Bosco Schwestern ein. Während des Ersten Weltkriegs machte sie eine Krankenpflegeausbildung und arbeitete in einem Militärkrankenhaus.

Im Sommer 1915 fegte ein heftiger Sturm über das Land. Maria bekam Angst und begann, mit der Gottesmutter zu verhandeln: Wenn sie und ihr Bruder den Sturm überlebten, würde sie Missionarin werden. Offenbar gefiel der Gottesmutter die Idee und sie nahm an.

Maria als Missionarin im Amazonas

1922 ging die knapp 40 jährige Ordensfrau als Missionarin nach Ecuador. Arbeit hatte sie mehr als genug. Sie begann als Krankenschwester und Apothekerin, bevor sie 1925 mit einigen Mitschwestern in den Amazonas zog, um bei den Shuar-Indigenen zu arbeiten.

Die Frauen errichteten im Regenwald des Amazonas mehrere Missionsstationen. Maria war für die Einwohner Krankenschwester, Wundärztin, Orthopädin, Zahnärztin und Anästhesistin. Auch nahm sie mehrere Kinder in ihre Obhut, die mit Missbildungen auf die Welt gekommen waren und sonst keine Überlebenschance gehabt hätten.

„La Madrecita“ – Marias Einsatz für Frauen und Versöhnung

Besonders kümmerte sie sich um Frauen, und sie setzte sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein, aber auch für die Versöhnung zwischen ihnen und der nicht-indigenen Bevölkerung. 44 Jahre lang. Man nannte sie La Madrecita, Mütterchen.

Am 25. August 1969 starb Maria Troncatti bei einem Flugzeugabsturz. Sie war 86 Jahre alt. 2025 ist sie heiliggesprochen worden. Und Gedenktag hat heute auch Josef Calasanz, der Gründer der Piaristen.

Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4

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Heute hat die jüngste Patronin Europas Gedenktag: Edith Stein, eine Intellektuelle und Brückenbauerin zwischen Judentum und Christentum, Opfer der Nazis.

Edith Steins Weg zum Glauben

Sie kam 1891 in Breslau in Polen in eine wohlhabende jüdische Holzhändlerfamilie zur Welt, wurde aber als Jugendliche Atheistin. Sie studierte dann Psychologie, Philosophie, Germanistik und Geschichte und promovierte summa cum laude. Als Frau und Jüdin durfte sie sich aber nicht habilitieren.

Die von ihr so gesuchte Wahrheit fand Edith Stein schließlich bei der Lektüre der Autobiographie der Karmelitin Teresa von Avila. Mit 31 ließ sie sich taufen und wollte Nonne werden, davon wurde ihr aber abgeraten. So arbeitete sie 10 Jahre lang in der Lehrerbildung und hielt zahlreiche Vorträge zu den Themen Pädagogik, Bildung und Schule.

Märtyrerin und Patronin Europas

Erst 1933 durfte Edith Stein Karmelitin werden. Anlässlich des Anschlusses Österreichs 1938 verriet ihre eigene Priorin den Nazis Edith Steins jüdische Abstammung. Deshalb floh sie 1939 ins Kloster nach Echt in den Niederlanden. 3 Jahre später protestierten die niederländischen Bischöfe gegen Deportationen. Die Antwort der Nazis war die Deportation von Konvertiten, unter ihnen Edith Stein. Sie wurde am 9. August 1942 mit 51 Jahren in Auschwitz ermordet.

1998 wurde sie heiliggesprochen und 1999 gemeinsam mit Birgitta von Schweden und Katharina von Siena Schutzpatronin Europas. Und 2008 wurde Edith Stein in die bayrische Ruhmeshalle Walhalla aufgenommen.

 

Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4

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