Episoden

Liebe & Revolte - Camus & Casarès | Quackobiner #17
31.01.2026
44 Minuten
Was hat Liebe mit Demokratie zu tun? In dieser Folge geht es um die Briefe zwischen Maria Casarès und Albert Camus. Entstanden im Paris der Nachkriegszeit erzählen sie von Leidenschaft, Trennung und von einer politischen Haltung, die im Alltäglichen beginnt. Maria Casarès ist Schauspielerin, Exilantin, Denkerin. Sie begegnet Camus auf Augenhöhe. Sie fordert Klarheit, verweigert Vereinnahmung und besteht auf Präsenz. Liebe erscheint hier nicht als Verschmelzung, sondern als Beziehung zwischen zwei autonomen Menschen. ️ In den Briefen wird Camus’ Idee der Revolte konkret. Nicht als große Theorie, sondern als Praxis im Sprechen, im Streiten, im Anerkennen von Grenzen. Demokratie zeigt sich im Kleinen als fragile Haltung gegen Gleichgültigkeit und Verachtung. Im Kontrast zu Der Fremde werden diese Briefe zu einem Gegenbild der Isolation. Sie erzählen von Verantwortung, Solidarität und davon, warum Freiheit immer konkret ist. Eine Folge über Liebe als politische Erfahrung, über Exil und Autonomie und über die Frage, warum Demokratie dort beginnt, wo wir den Anderen anerkennen. Ich empöre mich, also sind wir. Die Enten der Folge waren die Campbellente und die Weißkopf-Ruderente. Literaturliste & Quellen (Auswahl) Primärquellen Camus, Albert / Casarès, Maria: Schreib ohne Furcht und viel. Eine Liebesgeschichte in Briefen 1944–1959. Aus dem Französischen von Claudia Steinitz, Tobias Scheffel, Andrea Spingler. Rowohlt Verlag, Reinbek 2021. Camus, Albert: Le Mythe de Sisyphe (1944) / Der Mythos des Sisyphos. Camus, Albert: L’Homme révolté (1951) / Der Mensch in der Revolte. Camus, Albert: La Peste (1947) / Die Pest. Camus, Albert: L’Étranger (1942) / Der Fremde. Sekundärliteratur & Essays Samuels, Andrew / Blondel, Agnès (2019): „Je me révolte, donc nous sommes – Nouvelle réflexion politique sur la responsabilité individuelle“. Actualités en analyse transactionnelle, Nr. 166. Jakob, Anna-Elisa: Albert Camus und die politische Ethik der Revolte. Open-Access Publikation, Universität München. Beiträge & Rundfunk Deutschlandfunk Kultur: „Albert Camus & Maria Casarès – Schreib ohne Furcht und viel“ Deutschlandfunk: „Der Liebeswahn – Camus und Casarès“ TagesWoche: „Albert Camus – Demokratie der Revolte“ Digitale Archive & Ressourcen Études Camusiennes – Revue et archives Anthropomada Bibliothek: L’Homme révolté (PDF, französisches Original) ️ Episodenbilder: Camus und Casares: Studio Harcourt,Gemeinfrei, L‘Homme-revolte: Gallimard, Public Domain
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Die Mainzer Republik - Erste Demokratie in Deutschland? | Quackobiner #16
30.12.2025
1 Stunde 4 Minuten
Die erste Demokratie in Deutschland? 1793 wird in Mainz erstmals auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands eine Republik im modernen Sinne ausgerufen. Ermöglicht durch den Schutz der französischen Revolutionsarmee, entsteht in und um Mainz für ein paar Monate ein erstes demokratisches Experiment mit hohen Ansprüchen und einigen Konstruktionsfehlern. Mitten drin sind auch die Protagonist:innen unserer Folge: Caroline Schelling und Georg Forster. Beide sind wichtige Akteur:innen der Mainzer Zeit, aber auch abseits dieser führten beide durchaus abenteuerliche Leben. Auch wenn die Losung „Freiheit, Gleichheit, Mainz“ nur für eine kurze Zeit links des Rheins zu hören war, stellt der Demokratieversuch einen der frühsten – aber vielleicht auch unbekanntesten – Meilensteine unserer Demokratiegeschichte dar. Die Enten der Folge waren die Reiherente und Tick von Tick, Trick und Track. Ihr erreicht uns für Fragen, Kommentare etc. unter quackobiner[at]gmail.com. Quellen: Sabine Appel: „Caroline Schlegel-Schelling (1763-1809). Als Demokratin im Kerker“. In Frank Walter Steinmeier (Hrsg.) „Wegbereiter der deutschen Demokratie“ 2021. C.H. Beck Berkessel, Matheus, Sprenger (Hrsgg.): „Die Mainzer Republik und ihre Bedeutung für die parlamentarische Demokratie in Deutschland.“  2019. Nünnerich-Asmus Franz Dumont: „Die Mainzer kurze Republik“. In „Die MainzerRepublik. Der rheinisch-deutsche Nationalkonvent.“ Landtag Rheinland-Pfalz (Hg.). Hase & Koehler. 1993 GEDG: „Die Bergzaberner und die Mainzer Republik. Die ersten demokratischen Gehversuche Deutschlands.“ 2023 Johann Wolfgang Goethe: „Campagne in Frankreich.“ Insel Taschenbuch. 1994 Jürgen Goldstein: „Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt.“ 2015. Matthes und Seitz Berlin. Jürgen Goldstein: „Georg Forster (1754-1794). Weltumseglerund Kopf der Mainzer Republik.“ In Frank Walter Steinmeier (Hrsg.) „Wegbereiter der deutschen Demokratie“2021. C.H. Beck Stefan Greif: „Forster, Johann Georg Adam.“ In Lebenswege zur Demokratie in Rheinland-Pfalz. Verlag Regionalkultur. 2025 Tanja van Hoorn (Hrsg.): „Georg Forster. Über Leckereyen und andere Essays“. Wehrhahn. 2019 Thomas Handrich: „Erinnerungsorte zur Geschichte der Demokratie. Auf den Spuren der Demokratiebewegung in Rheinhessen und der Pfalz (1789-1849).“ 2024.Nünnerich-Asmus Marlene Hübel: „Jakobinerinnen in Mainz.“ In „Die Mainzer Republik. Der rheinisch-deutsche Nationalkonvent.“ Landtag Rheinland-Pfalz (Hg.). Hase & Koehler. 1993 „Dekret des rheinisch-deutschen Nationalkonvents“ in: Gernot Jochheim: „18. März 1793: Ausrufung der Mainzer Republik“. 2014 Philipp Lepenies: „Souveräne Entscheidungen. Vom Werden und Vergehen der Demokratie“ Suhrkamp. 2025 Gunter Mahlerwein: „Blätter zum Land – Die Mainzer Republik.“ Landeszentrale für politische Bildung RLP 2013 Daniel Meis: "Schelling, Dorothea Caroline Albertina von." In Lebenswege zur Demokratie in Rheinland-Pfalz. Verlag Regionalkultur. 2025 Caroline Schelling: Briefe. Caroline Schelling auf wikipedia.de Stadt Mainz: „117er Ehrenhof, ursprünglich Forsterplatz. Angelegt um 1890, neu gestaltet 1933“ [PDF]  ️ Bilder Episodencover: Johann Friedrich August Tischbein - Lempertz, Köln, Auktion1108, 16.05.2018, Lot 1119, Gemeinfrei Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Gemeinfrei Johann Jacob Hoch (1750-1829) - Deutschland und dieFranzösische Revolution 1789/1989. Eine Ausstellung des Goethe-Instituts zum Jubiläum des welthistorischen Ereignisses. Cantz, Stuttgart 1989,ISBN 3-89322-019-4, p. 153, or https://www.mainz.de/kultur-und-wissenschaft/stadtgeschichte/mainzer-republik.php,Gemeinfrei,
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Das Verschwinden der Rosemary Kennedy | Quackobiner #15
22.11.2025
33 Minuten
In dieser Episode beschäftigen wir uns mit der kaum erzählten Geschichte von Rosemary Kennedy und ihrer Bedeutung für Fragen zu Macht, Normierung und Familienpolitik. Geschlechterrollen in politischen Familien Frauen sollten repräsentieren, nicht agieren. Rosemarys Leben zeigt die engen Grenzen für Frauen in politisch ambitionierten Familien. Behinderung und gesellschaftliche Normen Behinderung wurde nicht akzeptiert. Rosemarys Entwicklungsverzögerung wurde politisch als „Risiko“ interpretiert. Gedächtnis und historische Unsichtbarkeit Politische Familien wie die Kennedys kuratieren ihre Erinnerung. Rosemary wurde aktiv aus der öffentlichen Darstellung entfernt. Gesellschaftliche Normen und politische Strukturen prägten die Sichtbarkeit von Rosemary, ihre Geschichte wurde von der Familie und der Geschichte selbst ausgeblendet. Die Enten der Folge waren die Mandarinente und das neue Quackobiner-Logo.   Quellen: Gender Studies Judith Butler: „Gender Trouble: Feminism and the Subversion of Identity“ Joan W. Scott: „Gender: A Useful Category of Historical Analysis“  Simone de Beauvoir: „Das andere Geschlecht“ Disability Studies Lennard J. Davis: „Enforcing Normalcy: Disability, Deafness, and the Body“ Rosemarie Garland-Thomson: „Extraordinary Bodies: Figuring Physical Disability in American Culture and Literature“ Michel Foucault: „Überwachen und Strafen“ Gedächtnisforschung Jan Assmann: „Das kulturelle Gedächtnis Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen.“ Pierre Nora: „Les Lieux de mémoire“ Geschichte der Kennedy-Familie David Nasaw: „The Patriarch: The Remarkable Life and Turbulent Times of Joseph P. Kennedy“ Laurence Leamer: „The Kennedy Women: The Saga of an American Family“ Michael O'Brien: „John F. Kennedy: A Biography“ Historischer Kontext: Lobotomie und Psychiatrie Jack El-Hai: „The Lobotomist: A Maverick Medical Genius and His Tragic Quest to Rid the World of Mental Illness“ Jack D. Pressman: Last Resort: Psychosurgery and the Limits of Medicine Intersektionalität: Kimberlé W. Crenshaw: „Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics“ Jennifer C. Nash: „Black Feminism Reimagined“   Ihr erreicht uns für Fragen, Kommentare etc. unter quackobiner[at]gmail.com.   Titelbild: Angus McBean, Public domain, via Wikimedia Commons
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Historische, politische Brettspiele | Quackobiner #14
05.10.2025
32 Minuten
Holt eure Würfel aus dem Schrank, denn heute sprechen wirüber historische Brettspiele. Und zwar nicht irgendwelche alten Spiele, sondern solche, die einen politischen Bildungsanspruch an sich selbst haben.   Wir blicken auf: Das Revolutionsspiel von 1791Suffragetto (1908)The Landlord’s Game (1904)   Die weiteren in der Folge erwähnten (modernen) Spiele waren: Friedrich Ebert – Der Weg zur Demokratie (von PlayingHistory) The Darkest Files (von Paintbucket Games) Die Enten der Folge waren die Entnazifizierung und die Barbarie-Ente.   Quellen:   Der Erklärband im „Revolutionsspiel von 1791“   Fabian Mauruschat: Wenn Frauen Polizisten verprügeln Mary Pilon: Lizzie Magie invented Monopoly, so why haven’twe heard of her? Nico Eisbrenner: Mangel erkannt, Mangel gebannt? ZurDarstellung von Nahrungsknappheit im Revolutionsspiel von 1791 Stefan Ancuta, Alexander Preisinger: Analoge Spiele für diepolitische Bildung Christian Beiersdorf: Brettspielend demokratiefähig werden. Über die Potenziale unserer analogen Spielkultur ️Titelbild:  The Landlord’s Game: Lucius Kwok - Eigenes Werk, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=489641  
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Amanirenas: Mächtig & trotzdem vergessen? | Quackobiner #13
10.09.2025
23 Minuten
Wir sprechen über Amanirenas, die antike Herrscherin, die sich römischen Expansionsplänen in Nord-Ostafrika entgegenstellte und eine Statue des römischen Kaisers Augustus enthaupten ließ, um deren Kopf unter einer Treppe zu vergraben. Es wird im Podcast aber auch ein bisschen meta und wir reden darüber, warum wohl die meisten von uns noch nie von ihr oder ihrem Sieg über Rom gehört haben. Außerdem kommt mit Strabon nach Herodot ein weiterer antiker griechischer Geschichtsschreiber auf Claudias Liste der nicht zwingend zuverlässigen Chronisten. Die Enten der Folge waren thematisch unpassend, da beides keine Enten sind: Die Radaugänse sowie bereits mit einer zweiten Erwähnung, die Nilgans.   Quellen: Strabon – „Geographika“ (Buch 17) Römische Quelle, kritisch zu lesen – liefert aber die wichtigsten (wenn auch eurozentristisch verzerrten) Informationen über Amanirenas’ Krieg gegen Rom. Török, László (1997): The Kingdom of Kush: Handbook of the Napatan-Meroitic Civilization Sehr umfassend, behandelt auch den politischen und kulturellen Kontext rund um Amanirenas. Rilly, Claude & de Voogt, Alex (2012): The Meroitic Language and Writing System Sprache und Schrift der Kuschiten – wichtig zur Entkolonialisierung des historischen Blicks. Morkot, Robert (2000): The Black Pharaohs: Egypt's Nubian Rulers Gute Einführung in die Geschichte Nubiens inklusive weiblicher Herrscherfiguren. Pierce, Rachel (2020): Queens of Kush: Reclaiming the Legacy of Kandakes Eine modernere, feministische Perspektive – für Aktivismus und Bildung gleichermaßen interessant.   ️ Amanirenas: Chapman & Dunham (1952), Public domain ️ Augustus: Following https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=93823777
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Über diesen Podcast

Der Quackobiner ist ein Podcast über Demokratie, Geschichte und Enten. Den Quackobiner gibt es auch auf Instagram: https://www.instagram.com/derquackobiner_podcast/ Kontakt: quackobiner@gmail.com

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